Spiegelloser Vollformat-Foto-Video-Hybrid

Testbericht: Panasonic Lumix DC-S1

Seite 2 von 2, vom 2019-04-11 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

Der Autofokus nutzt dabei nicht nur Stumpf die vorgegebenen 225 beziehungsweise das ausgewählte Fokusfeld, das man in der Größe, im Cluster etc. variieren kann, sondern er erkennt auch Gesichter, Augen und sogar Körper. Ihm reicht schon der Umriss eines Menschen (oder Tieres), um diesen als solchen zu erkennen und darauf zu fokussieren. Allerdings büßt der Autofokus deutlich an Leistung ein, wenn man Serienbilder aufnehmen möchte. Das Verfolgen von Motiven fällt dem kontrastbasierten DFD-Autofokus deutlich schwerer als Phasen-AF-Systemen. Das merkt man allein schon daran, dass die Serienbildgeschwindigkeit mit AF-C von neun auf fünf Bilder pro Sekunde fällt.

  • Bild Der Handgriff der Panasonic Lumix DC-S1 ist nicht nur üppig "beledert", sondern auch sehr ergonomisch und griffig ausgeformt. [Foto: MediaNord]

    Der Handgriff der Panasonic Lumix DC-S1 ist nicht nur üppig "beledert", sondern auch sehr ergonomisch und griffig ausgeformt. [Foto: MediaNord]

Was der AF-C hingegen besser beherrscht, ist die Tracking-Funktion. Einmal auf ein Motivdetail eingeschossen hält der Autofokus dieses fest und wechselt munter über die Fokusfelder, je nachdem, wohin sich das Motiv bewegt. Auch hier hilft ihr die Körpererkennung, um Tiere besser im Fokus halten zu können, denn bestimmte Tiere wie etwa Katzen, Hunde oder Vögel kennt die Kamera so gut, dass sie typische Bewegungen vorausahnt und der Fokus entsprechend reagiert. Wenn die Kamera übrigens mehrere Gesichter oder Körper erkennt, kann man schnell mit dem Fokus-Joystick zwischen diesen wechseln.

Trotz des schnellen Autofokus ist die Lumix DC-S1 also keine Sportskanone, was sich auch in der Serienbildgeschwindigkeit zeigt. Maximal neun Bilder pro Sekunde sind möglich, da können andere 24-Megapixel-Kameras mehr. Immerhin kann man in JPEG bei Einsatz einer schnellen XQD-Speicherkarte 1.000 Serienbilder am Stück mit dieser Geschwindigkeit aufnehmen – das wiederum macht der Panasonic so schnell keiner nach. Im Raw-Format reicht der Puffer bei Einsatz einer schnellen Speicherkarte immerhin 135 Bilder weit. Mit schneller SD-Karte sinkt dieser Wert übrigens auf 98 Bilder. Wer also auf das letzte Quäntchen Geschwindigkeit beim Speichern angewiesen ist, nutzt eine XQD-Speicherkarte, mit der wir 157 MB/s erreichten. Das ist kein Rekord, aber ein guter Wert. Ansonsten hat man mit schneller SD-Karte keinerlei Nachteile oder Funktionseinschränkungen, die von uns gemessenen 113 MB/s reichen für alle Foto- und Videoanwendungen aus. Selbst hier ist der volle Puffer in unter 20 Sekunden auf die Speicherkarte geleert, wobei die Kamera jedoch jederzeit voll bedienbar bleibt.

Wem die neun Serienbilder pro Sekunde nicht reichen, der kann die 4K- und 6K-Foto-Funktionen nutzen. In 4K nimmt die Kamera 8,3 Megapixel auflösende Videos zwecks Foto-Extraktion bei wählbaren Seitenverhältnissen zwischen 1:1 und 16:9 ohne Auflösungsverlust bei 60 Bildern pro Sekunde auf. In 6K steigt die Auflösung sogar auf 18 Megapixel, dafür sinkt die Bildrate auf 30 Bilder pro Sekunde. Beachten sollte man, dass ein aus einem Video extrahiertes Standbild nicht die gewohnte Qualität erreicht, sondern gewisse Kompressionsverluste in Kauf genommen werden müssen. Mit der 4K/6K-Fotofunktion lassen sich Fotos bereits vor dem Drücken des Auslösers aufnehmen, oder man startet und stoppt die Aufnahme jeweils mit einem Druck auf den Auslöser. Im Wiedergabemodus kann man sich dann die Standbilder ansehen und einzelne extrahieren. Bei schnellen oder plötzlichen Bewegungsabläufen wird es damit zum Kinderspiel, den richtigen Moment zu erwischen.

Doch die 4K/6K-Fotofunktion kann noch mehr. So lässt sich beispielsweise der Schärfebereich eines Motivs durchfahren, um hinterher im Wiedergabemodus den Fokuspunkt noch verschieben zu können. Auch ein Stacking der Aufnahmen ist möglich, um den Schärfebereich zu erweitern. Für qualitätsbewusste Fotografen dürfte indes die Fokus-Bracketing-Funktion deutlich attraktiver sein. Sie arbeitet mit voller Auflösung und feinsten Fokusschritten, die Aufnahmen muss man allerdings hinterher selbst am PC mit einer passenden Software zusammenrechnen.

  • Bild Mit Schnittstellen geizt die Panasonic Lumix DC-S1 nicht: Die HDMI-A-Buchse ist groß und robust, die USB-C-Schnittstelle universell auch zum Dauerbetrieb und zur Akkuladung geeignet. Kopfhörer, Mikrofon und Fernauslöser lassen sich ebenfalls anschließen. [Foto: MediaNord]

    Mit Schnittstellen geizt die Panasonic Lumix DC-S1 nicht: Die HDMI-A-Buchse ist groß und robust, die USB-C-Schnittstelle universell auch zum Dauerbetrieb und zur Akkuladung geeignet. Kopfhörer, Mikrofon und Fernauslöser lassen sich ebenfalls anschließen. [Foto: MediaNord]

Selbstverständlich beherrscht die S1 neben Fokus-Bracketing auch andere Aufnahmereihen, etwa Weißabgleichsreihen, Blendereihen oder aber klassische Belichtungsreihen. Diese sind mit wahlweise drei, fünf oder sieben Belichtungen mit 1/3, 2/3 oder 1 EV Belichtungsabstand möglich. Eine HDR-Funktion scheint die Lumix hingegen auf den ersten Blick nicht zu bieten, auf den zweiten hingegen schon. Sie beherrscht als eine der ganze wenigen Kameras den HLG-Fotomodus. HLG steht für Hybrid-Log-Gamma und ist das HDR-Format moderner 4K-Fernseher. Mit diesem Modus aufgenommene HDR-Bilder lassen sich also direkt auf einem solchen Fernsehgerät als HDR-Bild wiedergeben.

Videoaufnahmen beherrscht die S1 maximal in 4K-Auflösung bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Wer den dabei erfolgenden 1,5-fachen Crop mit dem entsprechenden Bildwinkelverlust nicht möchte, muss sich mit 30p begnügen, denn dann nutzt die S1 die komplette Sensorbreite und liest den gesamten Sensor aus. 4:2:0 8 bit kann die S1 direkt auf die Speicherkarte aufnehmen, über den HDMI-A-Anschluss sind sogar 4:2:2 in 8 bit möglich. Ein späterer, kostenpflichtiger Softwareschlüssel soll zudem 4:2:2 10 bit 60p über HDMI und 4:2:2 10 bit 24p/25p/30p intern auf die Speicherkarte sowie V-Log-L freischalten.

Des Weiteren besteht bei bis zu 30 Bildern pro Sekunde keine Aufnahmedauer-Begrenzung, während 60p-Videos für maximal knapp 30 Minuten am Stück aufgenommen werden können. In Full-HD bietet die S1 sogar Bildraten von bis zu 180p für 15 Minuten am Stück. Verschiedene Gammakurven erlauben eine Anpassung der Tonwerte, ein Flat-Modus zur besseren Nachbearbeitung ist ebenfalls dabei. HDR-Videos nach HLG-Standard lassen sich aber auch aufnehmen und direkt auf passenden 4K-Fernsehern wiedergeben.

Zwar können dank der Videoaufnahmetaste jederzeit Videoaufnahmen gestartet werden, um aber das volle Potential mit allen Einstellmöglichkeiten ausschöpfen zu können, sollte man das Programmwählrad auf den Videomodus stellen. Bei Videoaufnahmen ist, sofern nicht deaktiviert, stets der optische Bildstabilisator aktiv, der sich für eine noch bessere Effektivität um einen digitalen Stabilisator ergänzen lässt. Dank des Mikrofon-Eingangs ist es auch kein Problem, ordentlichen Stereoton aufzuzeichnen, falls einem die internen Mikrofone nicht reichen. Dank des Kopfhörerausgangs kann man diesen Ton auch vernünftig kontrollieren, denn dazu taugt der interne Lautsprecher definitiv nicht. Der Mikrofon-Eingang bietet wahlweise eine Phantomspeisung für aktive Mikrofone, lässt sich aber auch auf einen Line-In-Betrieb umschalten. Als Zubehör bietet Panasonic zudem einen XLR-Adapter (DMW-XLR1) für den Blitzschuh an.

  • Bild Das Stativgewinde ist bei der Panasonic Lumix DC-S1 mehr als weit genug weg vom Akkufach. Wer möchte, kann hier zudem einen Multifunktionsgriff mit Akku und Hochformatauslöser anschrauben. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde ist bei der Panasonic Lumix DC-S1 mehr als weit genug weg vom Akkufach. Wer möchte, kann hier zudem einen Multifunktionsgriff mit Akku und Hochformatauslöser anschrauben. [Foto: MediaNord]

Im Wiedergabemodus gibt es zwar keine großen Bildbearbeitungsmöglichkeiten wie etwa eine Rote-Augen-Retusche oder Filtereffekte, Raw-Aufnahmen lassen sich aber sehr wohl zu JPEG-Aufnahmen konvertieren, wobei einige Einstellungen angepasst werden können. Neben einer Schutzfunktion bietet die Panasonic zudem eine Bildbewertungsfunktion. Beim Löschen von Aufnahmen können nicht nur geschützte, sondern auch bewertete Fotos ausgenommen werden. Sehr verspielt für eine Kamera für ambitionierte Anwender und Profis ist die Diashow-Funktion, die mit Musik- und Überblendeffekten daherkommt wie bei einer Kompaktkamera.

Sehr leistungsfähig zeigen sich zudem die Drahtlosfunktionen. Das eingebaute WLAN funkt nicht nur auf 2,4, sondern auch auf 5 GHz. Das reduziert zwar die Reichweite, erhöht dafür aber den Datendurchsatz. Dabei verbindet sich die S1 nicht nur mit Smartphones und Tablets, sondern auch mit WLAN-Hot-Spots und daran angeschlossenen Rechnern, so dass man seine Bilder auch drahtlos sichern kann. Dank Bluetooth lässt sich zudem energiesparend eine dauerhafte Verbindung zum Smartphone herstellen, wobei die S1 die Standortdaten des Smartphones anzapft und direkt in die aufgenommenen Fotos speichert. Aber auch umfangreiche Fernsteuermöglichkeiten inklusive Livebildübertragung bietet die Smartphone-App. Selbstverständlich lässt sich die Lumix S1 aber auch per Kabel von einem PC aus fernsteuern.

Bildqualität

Die Panasonic Lumix DC-S1 ist mit einem 24 Megapixel auflösenden Kleinbildsensor ausgestattet, der von ISO 50 bis 204.800 eine große Empfindlichkeitsbandbreite bietet. Beim S 24-105 mm F4 Makro OIS (S-R24105E) handelt es sich um ein Mittelklasseobjektiv mit durchgehender Lichtstärke von F4, das einen guten Standard-Brennweitenbereich vom Weitwinkel bis zu leichten Tele abdeckt und obendrein eine Makrofunktion bietet. Dem Objektiv selbst werden wir noch einen eigenen Testbericht widmen, sobald wir es an der Lumix S1R testen konnten, denn hier sollte das Objektiv dank 47 Megapixeln Auflösung ein noch größeres Potential entfalten können. Der ausführliche Labortest der S1 mit dem 24-105 mm, auf dem die folgenden Betrachtungen beruhen, kann über die weiterführenden Links gegen ein kleines Entgelt abgerufen werden, das auch diesen kostenlosen Test mitfinanziert.

  • Bild 24 Megapixel löst der Vollformatsensor der Panasonic Lumix S1 auf. 5,5 Blendenstufen längere Belichtungszeiten ermöglicht er dank der beweglichen Lagerung zur Bildstabilisierung. [Foto: MediaNord]

    24 Megapixel löst der Vollformatsensor der Panasonic Lumix S1 auf. 5,5 Blendenstufen längere Belichtungszeiten ermöglicht er dank der beweglichen Lagerung zur Bildstabilisierung. [Foto: MediaNord]

Die optischen Fehler des Objektivs fallen, auch dank der Korrektur seitens des Bildprozessors im getesteten JPEG-Format, sehr gering aus. Die Randabdunklung erreicht nicht einmal eine halbe Blendenstufe und die Verzeichnung ist im Weitwinkel nur minimal tonnenförmig. Sie verschwindet beim Zoomen komplett. Auch die Farbsäume hat Panasonic insgesamt gut unter Kontrolle, sie liegen unter einem halben Pixel Breite. Nur in den Ecken im Weitwinkel können sie mit bis zu 1,5 Pixeln leicht sichtbar werden.

Bei der Auflösungsmessung bei 50 Prozent Kontrast zeigen sich hingegen erste Schwächen des Objektivs. Hierzu muss man vorwegschicken, dass die S1 Bilddaten sehr zurückhaltend aufbereitet, vor allem bei der Nachschärfung. Was gut für die Bildbearbeitung ist (hier könnte man eigentlich ohnehin besser das Raw-Format nehmen) ist schlecht für diejenigen, die die Bilder ohne Bearbeitung verwenden wollen. Auch die Auflösungsmessung ergibt aufgrund der nahezu fehlenden Kantenkontrastanhebung gerade bei 50 Prozent Kontrast geringere Messwerte. So ist es nicht verwunderlich, dass das Auflösungsmaximum lediglich bei 52 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) liegt. Das ist wenig für einen 24 Megapixel auflösenden Bildsensor, der sollte spielend die 60 lp/mm knacken können. 50 lp/mm ist eher der Bereich, in dem sich gute 16-Megapixel-Kameras bewegen.

Aber auch relativ gesehen schwächelt das Objektiv bei der Auflösung, vor allem am Bildrand und teilweise bei Offenblende. Im Weitwinkel ist die Bildauflösung bereits ab Offenblende mit knapp unter 50 lp/mm im Bildzentrum gut, bei F8 wird das Maximum von 52 lp/mm erreicht. Zum Bildrand hin fällt die Auflösung aber um gut 40 Prozent ab, hier sind es knapp unter 30 lp/mm bei Offenblende und nur 35 lp/mm im Maximum, das bei F11 erreicht wird. Beim Zoomen offenbart sich zusätzlich eine Offenblendschwäche. Bei 50 mm Brennweite beträgt die Auflösung nur 30 lp/mm im Bildzentrum, der Bildrand liegt knapp darunter. Beim Abblenden auf F5,6 zieht die Zentrumsauflösung ordentlich an und erreicht mit 47 lp/mm ihr Maximum. Auch der Bildrand legt auf 37 lp/mm ganz gut zu, erreicht aber erst bei F8 und F11 mit 40-41 lp/mm seine maximale Auflösung.

Beim weiteren Zoomen nimmt die Auflösung weiter ab. Zwar sind es im Bildzentrum bei Offenblende noch 30 lp/mm, am Bildrand aber nur noch schwache 19 lp/mm. Die sind einer Vollformatkamera nicht würdig, die mangelnde Auflösung am Bildrand sieht man selbst bei 20x30 cm kleinen Ausbelichtungen. Immerhin zieht die Auflösung beim Abblenden sehr stark an. Das Maximum im Bildzentrum wird im Telebereich bei F8 mit immerhin fast 50 lp/mm erreicht, der Bildrand liegt dann bei 36 lp/mm, sein Maximum erreicht er erst bei F11 mit knapp 39 lp/mm.

  • Bild Speicherkarten und Akku werden bei der Panasonic Lumix DC-S1 separat voneinander entnommen. Die Klappen besitzen jeweils eine Sicherung mittels Hebels beziehungsweise Schiebers. [Foto: MediaNord]

    Speicherkarten und Akku werden bei der Panasonic Lumix DC-S1 separat voneinander entnommen. Die Klappen besitzen jeweils eine Sicherung mittels Hebels beziehungsweise Schiebers. [Foto: MediaNord]

Beim Signal-Rauschabstand kann die Lumix S1 wieder punkten. Bis ISO 400 bewegt er sich im guten Bereich von über 40 dB und bis ISO 6.400 im akzeptablen Bereich von über 35 dB. Das stehts feinkörnige Rauschen wird oberhalb von ISO 6.400 sichtbar, oberhalb von ISO 25.600 zieht es sehr stark an und wird deutlich störend. Farbrauschen hingegen zeigt sich praktisch nur bei der höchsten Empfindlichkeit von ISO 204.800. Diese Empfindlichkeit ist mehr ein Papiertiger, als dass hier irgendwas aus der Kamera kommen würde, was man noch als Bild-"Qualität" bezeichnen könnte.

Die Rauschunterdrückung beginnt oberhalb von ISO 400 langsam, feine Details zu vernichten. ISO 1.600 und 3.200 sind noch ziemlich unkritisch, bei ISO 6.400 wird es allerdings schon grenzwertig. Je nach Qualitätsanspruch ist spätestens hier Schluss. Als Lowlight-Kanone kann man die Panasonic Lumix S1 also eher nicht aufgrund einer guten Bildqualität bei höchsten Empfindlichkeiten nennen, aber der gute Bildstabilisator macht hier je nach Motiv einiges wett.

Die zurückhaltende Bildaufbereitung zeigt sich nicht nur in den geringen Schärfeartefakten, auch die Tonwertkurve verläuft nicht allzu stark angesteilt. Der Ausgangs-Tonwertumfang ist bis ISO 400 sehr gut mit über 224 der 256 möglichen Helligkeitsabstufungen. Bei ISO 1.600 wird die Grenze vom guten zum akzeptablen Bereich bei 160 Stufen bereits knapp unterschritten, danach sinkt der Ausgangs-Tonwertumfang aber langsamer. Erst oberhalb von ISO 25.600 wird dieser inakzeptabel.

Bei der Eingangsdynamik kann die große Panasonic wieder deutlich punkten. Im Bereich von ISO 100 bis 800 erreicht sie über elf Blendenstufen und bietet damit eine gute Durchzeichnung von kontrastreichen Motiven. Im Bereich von ISO 50 bis 25.600 ist die Eingangsdynamik mit über zehn Blendenstufen gut.

Überraschend neutral ist auch die Farbwiedergabe. Farben gibt die S1 sehr exakt wieder, selbst die maximalen Abweichungen bei einigen warmen Farbtönen sind gering und beziehen sich mehr auf die Sättigung als auf den Farbton an sich. Die tatsächliche Farbtiefe ist bis ISO 200 mit über acht Millionen Farbnuancen äußerst gut, selbst bis ISO 6.400 differenziert die Panasonic noch über vier Millionen Farben, was sehr gut ist.

Fazit

Wer eine große, schwere, dafür aber auch robuste und ergonomische sowie mit technischen Highlights vollgestopfte spiegellose Vollformat-Systemkamera sucht, die sich auch sehr gut für Videoaufnahmen eignet, ist bei der Panasonic Lumix DC-S1 genau richtig. Die Kamera ist nicht aalglatt und ohne Fehler, sie eckt hier und da etwas an und lässt manchmal noch etwas Luft nach oben, leistet sich jedoch keine groben Schnitzer. Der kontrastbasierte DFD-Autofokus spielt vor allem im Single-AF-Betrieb sowie beim Tracking von Motiven seine Stärken aus. Wenn es jedoch um schnelle Serienbildaufnahmen mit AF-C geht, ist die S1 nicht die erste Wahl. Die Ausstattung kann man als überkomplett bezeichnen. Die S1 bietet alles, was man im Fotoalltag braucht und darüber hinaus noch vieles nützliches mehr. Auch das Bedienkonzept ist in der Summe gut durchdacht, wobei man mit kleineren Händen allerdings angesichts des großen Gehäuses Probleme bekommen kann, alle Knöpfe bequem zu erreichen.

Auch bei der Videofunktion setzt die Panasonic S1 teilweise neue Maßstäbe im Vollformatbereich, allerdings lässt sich der japanische Hersteller einige Profifunktionen extra bezahlen. Den Bildstabilisator kann man – egal ob nur der Sensor-Stabilisator arbeitet oder der Dual-IS im Objektiv und Gehäuse gleichzeitig – im Vollformatbereich als führend bezeichnen. Bei der Bildqualität wiederum gibt es Licht und Schatten. Panasonic bereitet die Bilder sehr zurückhaltend auf, was für eine vergleichbar geringe Auflösung sorgt und sie nicht zur besten High-ISO-Kamera macht. Dafür bekommt man aber sehr ehrliche, natürlich wirkende Bilder mit hoher Farbtreue sowie Tonwert- und Farbdifferenzierung. Auch der Dynamikumfang braucht sich nicht zu verstecken.


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Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerPanasonic
ModellLumix DC-S1
SensorCMOS Kleinbild 36,0 x 24,0 mm (Cropfaktor 1,0)
25,3 Megapixel (physikalisch)
24,2 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch6,0 µm
Auflösung (max.)6.000 x 4.000 (3:2)
Video (max.)3.840 x 2.160 60p
ObjektivPanasonic S 24-105 mm F4 Makro OIS (S-R24105E) (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 5.760.000 Bildpunkte Auflösung, 0,78-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,78-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
Monitor3,2" (8,1 cm)
  Auflösung2.100.000 Bildpunkte
  kippbarja
  drehbar
  schwenkbarja
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang (Typ A)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionnein
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (1.728 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitz
  Synchronzeit1/320 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Olympus/Panasonic (auch Leica-Kompaktkamera), Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
XQD
  Slot 2
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-51.200
  manuellISO 50-204.800
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder225 Kontrastsensoren
  Geschwindigkeit0,11 s bis 0,15 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen149 x 110 x 97 mm
Gewicht (betriebsbereit)1.017 g (nur Gehäuse)
1.694 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit380 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

Kurzbewertung

  • Robust verarbeitetes Gehäuse mit ergonomischer Bedienung
  • Sehr effektiver Dual-Bildstabilisator
  • Äußerst hochauflösender elektronischer Sucher
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 400, gute bis ISO 3.200
  • Relativ schlechte Auflösungswerte durch zurückhaltende Bildaufbereitung
  • Groß und schwer
  • Einige Videooptionen erst nach kostenpflichtiger Freischaltung verfügbar
  • Sucher trotz Verkleinerungseinstellung nur bedingt tauglich für Brillenträger