Hochauslösende, spiegellose Vollformat-Systemkamera

Testbericht: Nikon Z 7

2018-09-21 Die Nikon Z 7 ist die erste der beiden Kameras des neuen spiegellosen Vollformat-Kamerasystems von Nikon. Mit ihrem knapp 46 Megapixel auflösenden, rückwärtig belichteten CMOS-Bildsensor ist sie eine der höchstauflösenden Kleinbildkameras am Markt und will, zusammen mit den S-Line-Objektiven, neue Maßstäbe bei der Bildqualität setzen. Wie gut Nikons erster Wurf gelungen ist und wie es um die Bildqualität bestellt ist, verrät unser Test.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Das Nikkor Z 24-70 mm F4 S ist ein "expandable". Bereits für die Weitwinkelstellung muss es ein Stück weit ausgefahren werden. Zum Transport wird es eingefahren, so dass es dann möglichst kompakt ist. [Foto: MediaNord]

    Das Nikkor Z 24-70 mm F4 S ist ein "expandable". Bereits für die Weitwinkelstellung muss es ein Stück weit ausgefahren werden. Zum Transport wird es eingefahren, so dass es dann möglichst kompakt ist. [Foto: MediaNord]

Ergonomie und Verarbeitung

Nikons Ziel mit dem neuen System war es nicht, die kleinsten Vollformat-Systemkameras zu bauen, sondern besonders ergonomische, ohne den kompakten Aspekt völlig über Bord zu werfen. Mit dem knapp 13,5 mal zehn mal sieben Zentimeter großen Gehäuse ist es Nikon gelungen, in der Größenklasse der aktuellen dritten Generation der Vollformat-Systemkameras der Alpha-7-Familie von Sony mitzuhalten, aber gleichzeitig ein robusteres Gehäuse zu liefern. Mit Ausnahme der Bodenplatte und der linken Gehäuseseite, auf der sich neben den Anschlüssen auch die drahtlosen Schnittstellen befinden, besteht das Gehäuse der Z 7 aus einer robusten Magnesiumlegierung. Zudem sollen zahlreiche Dichtungen vor dem Eindringen von Staub und Spritzwasser in das Gehäuse schützen, und zwar auf dem Niveau der Nikon-DSLRs, etwa einer D850. Apropos D850: Die Z 7 ist etwa einen Zentimeter schmaler, fast drei Zentimeter niedriger und einen Zentimeter weniger tief. Da auch das Gewicht der Z 7 mit unter 700 Gramm betriebsbereit gut ein Drittel unterhalb dem der D850 liegt, kann man definitiv festhalten, dass die spiegellose Z 7 gegenüber einer vergleichbaren DSLR um einiges kleiner und leichter ist, auch wenn sie absolut gesehen keine kleine und leichte Kamera ist, relativ aber eben schon, und das zählt in diesem Fall.

Das tut der Ergonomie jedoch keinerlei Abbruch. Der Griff ist sehr gut ausgeformt und bietet bei einer mittelgroßen Hand sogar dem kleinen Finger noch leidlich guten Halt. Dank der großzügigen, rutschfesten, genarbten Gummierung, der rückseitigen Daumenmulde und dem Einschnitt für den Mittelfinger liegt die Z 7 sicher und fest in der Hand. Die Kamera ist sogar so gut ausbalanciert, dass man sie recht locker in der Hand schlendernd halten kann, ohne dass sie einem entgleitet. Mit dem Setobjektiv Z 24-70 mm F4 S knackt die Z 7 übrigens die Marke von einem Kilogramm. Dennoch ist Nikon hier, nicht zuletzt aufgrund des Einzugsmechanismus, ein kompaktes, gut zur Z 7 passendes Setobjektiv gelungen. Gegen einen leichten Widerstand lässt es sich mechanisch ausfahren und mit einer achtel Umdrehung zoomen. Sogar über einen Spritzwasser- und Staubschutz verfügt es.

Mit Ausnahme des Programmwählrads liegen alle für die Aufnahme wichtigen Bedienelemente in Reichweite der rechten Hand. Dazu gehören die beiden optimal positionierten und angenehm laufenden Multifunktionsräder, der Vierwegewähler sowie der Fokusjoystick und sogar der Einschalthebel, der wie bei Nikon gewohnt rund um den Auslöser angeordnet ist. Der Auslöser bietet einen gut tastbaren, wenn auch recht weichen ersten Druckpunkt und lässt sich damit sanft durchdrücken, ohne die Kamera dabei zu verreißen.

  • Bild Der rückwärtige Touchscreen der Nikon Z 7 lässt sich nach oben und unten klappen, die Menüs sind altbekannt. Beeindruckend groß und hochauflösend zeigt sich der elektronische Sucher. [Foto: MediaNord]

    Der rückwärtige Touchscreen der Nikon Z 7 lässt sich nach oben und unten klappen, die Menüs sind altbekannt. Beeindruckend groß und hochauflösend zeigt sich der elektronische Sucher. [Foto: MediaNord]

Das Programmwählrad links neben dem Sucher muss mit der ganzen linken Hand bedient werden. Während der Zeigefinger den Verriegelungsknopf zum Entriegeln gedrückt halten muss, lässt sich das Rad mit dem Daumen oder Mittelfinger oder beiden gemeinsam drehen. Eine versehentliche Bedienung ist damit ausgeschlossen. Ansonsten sitzen links vom Sucher nur die Wiedergabe- sowie die Löschentaste, die beide während der Aufnahme nicht benötigt werden. Die AF-On-Funktion, die ISO-Empfindlichkeit, die Videoaufnahme, die Belichtungskorrektur, die Serienbildfunktion und die Vergrößerungstasten besitzen feste Belegungen. Hinzu kommen zwei Funktionstasten zwischen Handgriff und Bajonett. Sie liegen nicht direkt unter den Fingerkuppen, so dass man sie nicht versehentlich drückt. Dafür muss man die Griffhand etwas lösen, um sie zu betätigen. Gut, wenn die zweite Hand die Kamera beziehungsweise das Objektiv dabei von unten stützt. Die obere Fn1-Taste ist mit dem Weißabgleich vorbelegt, die untere Fn2-Taste mit dem Fokusmodus, denn einen Umschalter für die Wahl zwischen Single- und Continous-Autofokus sowie manuellem Fokus besitzt die Z 7 leider nicht. Übrigens lässt sich auch der Objektivring alternativ zur manuellen Fokussierung mit einer anderen Funktion belegen, etwa der Blende, der ISO-Empfindlichkeit oder der Belichtungskorrektur. Dann sind diese Funktionen allerdings nicht mehr gegen versehentliches Verstellen gesichert.

Solche vorbelegten, aber änderbaren Tastenfunktionen sind für die Individualisierung von Vorteil, machen die Bedienung aber nicht selbsterklärender. Hinzu kommt die merkwürdige Eigenheit von Nikon, wie bei den Profikameras und auch der Z 7 der manuelle Weißabgleich eingestellt wird. Ohne Blick ins Handbuch (oder Nikon-Kenntnisse) hat man keine Chance, dies herauszufinden. Es gibt weder im Menü, noch im Schnellmenü, noch nach dem Drücken der Weißabgleichstaste eine offensichtliche Möglichkeit, den Weißabgleich zu messen. Tatsächlich muss man zuerst einen der sechs Speicherplätze auswählen und anschließend die Weißabgleichstaste für mehr als zwei Sekunden gedrückt halten, damit die Kamera eine Messung auf eine Referenzfläche anbietet. Zwar ist die Z 7 keine Einsteigerkamera, aber auch eine Profikamera sollte sich, vor allem bei den Grundfunktionen, von einem Fotografen mit guten Kenntnissen ohne Blick ins Handbuch bedienen lassen.

Auch ansonsten ähnelt das Bedienkonzept dem der hochpreisigen Nikon-DSLRs. Das Schnellmenü oder auch das in sieben Bereiche gegliederte Hauptmenü geben Nikon-Kennern keine Rätsel auf. Hier und da gibt es spezifische, teilweise neue Funktionen, aber im Großen und Ganzen findet man sich gut zurecht. Das bedeutet nicht, dass das Menü besonders übersichtlich ist. Acht Menüpunkte passen maximal auf den Bildschirm, bis zu fünf Menüseiten gehören zu einer Kategorie. Da ist es nicht immer einfach, direkt das zu finden, was man sucht. Das Individualmenü umfasst sogar sieben Seiten, wobei eine Zwischenebene etwas Ordnung durch die farbliche Kategorisierung in dieses Untermenü bringt. Zum Glück lassen sich favorisierte Menüpunkte in einem individuell zusammenstellbaren Menü ablegen, um sie schneller auffinden zu können. Oder aber man schaltet es um auf ein Menü mit den zuletzt verwendeten Menüpunkten. So findet man schneller Einstellungen wieder, die man zuletzt geändert hat.

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Wie bei einer DSLR ist der Sucher eines der zentralen Elemente einer spiegellosen Systemkamera, jedenfalls in der Klasse einer fast 4.000 Euro teuren Kamera wie der Z 7. Der 0,8-fach vergrößernde und damit enorm große Sucher löst feine 3,7 Millionen Bildpunkte auf. Damit ist es kaum noch möglich, die einzelnen Pixel auszumachen, obschon einem der Unterschied zu einem klassischen Spiegelreflexsucher sofort ins Auge sticht. Schließlich leuchtet der Sucher von selbst und zeigt alle Aufnahmeparameter, den Weißabgleich und vieles mehr mit seinem Livebild an. Der Sucher bietet eine weitreichende Dioptrienkorrektur, wobei das Verstellrad wie bei einer analogen Armbanduhr erst herausgezogen werden muss, um den Wert verstellen zu können. An sich bietet der Sucher eine große Eintrittspupille, aber durch die starke Vergrößerung, die übrigens rein subjektiv recht verzeichnungsfrei wirkt, hat man mit aufgesetzter Brille trotzdem keinen optimalen Überblick.

  • Bild Die Z 7 ist die erste erhältliche spiegellose Vollformat-Systemkamera von Nikon. Der Bildsensor löst hohe 46 Megapixel auf und beherrscht auch 4K-Videoaufnahmen. Zudem ist er zur Bildstabilisierung beweglich gelagert. [Foto: MediaNord]

    Die Z 7 ist die erste erhältliche spiegellose Vollformat-Systemkamera von Nikon. Der Bildsensor löst hohe 46 Megapixel auf und beherrscht auch 4K-Videoaufnahmen. Zudem ist er zur Bildstabilisierung beweglich gelagert. [Foto: MediaNord]

Dank des Näherungssensors aktiviert sich der Sucher von selbst, sobald man die Kamera ans Auge nimmt. Die Taste links vom Sucher steuert dabei, ob eine automatische Umschaltung erfolgt, nur der rückwärtige Bildschirm zum Einsatz kommt oder letzterer deaktiviert bleibt. Das spart am meisten Strom, denn das Livebild muss nur angezeigt werden, sobald man die Kamera ans Auge nimmt. Das Livebild beherrscht, egal ob im Sucher oder auf dem Bildschirm, die Einblendung von Gitterlinien, einer 3D-Wasserwaage, eines Livehistogramms und eine Belichtungsvorschau. Das Sucherbild löst sogar fein genug auf, um ohne Vergrößerungslupe oder Fokuspeaking (beides selbstverständlich vorhanden) eine Beurteilung der Schärfe zu erlauben. Außerdem sorgt die Lichtverstärkung dafür, dass man selbst dann noch etwas im Sucher erkennt, wenn es für das Auge schon längst zu dunkel ist. Lichtstarke Objektive sind hier natürlich trotzdem im Vorteil.

Mit einer Diagonale von acht Zentimetern und einer Auflösung von über zwei Millionen Bildpunkten steht der rückwärtige Bildschirm dem Sucher kaum nach. Es handelt sich um einen um 40 Grad nach unten und 90 Grad nach oben neigbaren Touchscreen. Das erlaubt zumindest im Querformat Aufnahmen aus Frosch- und Vogelperspektiven am ausgestreckten Arm und ersetzt quasi einen "Lichtschachtsucher", so dass man auch unauffällig vor der Brust mit Bildschirm hinter der Kamera fotografieren und sogar darüber per Fingertipper auslösen kann. Mit einer Helligkeit von über 700 cd/m² lechtet er zudem mühelos gegen die helle Sonne an. Die Touchfunktion beschränkt sich nicht nur auf die Wahl des Autofokusfelds oder die Auslösung, sondern erstreckt sich auch auf eingeblendete Parameter und sogar das Hauptmenü. Wäre die Z 7 nicht so wunderbar über Tasten bedienbar, würde man davon sicher öfter Gebrauch machen. Wer das Tippen auf dem Bildschirm bevorzugt, wird sich darüber jedenfalls freuen. Das Sucherokular liegt übrigens so weit hinten, dass die Nase nicht auf dem Bildschirm "klebt". Eine Touchpad-Funktion während des Blicks durch den Sucher gibt es dennoch nicht, schließlich bietet die Z 7 einen Fokusjoystick, den viele konservative Fotografen ohnehin bevorzugen.

Zusätzlich zum rückwärtigen Bildschirm besitzt die Z 7 noch ein Informationsdisplay auf der Kameraoberseite. Es zeigt in weißer, leuchtender Schrift die wichtigsten Aufnahmeparameter an. Die Beleuchtung lässt sich nicht abschalten, im ausgeschalteten Zustand allerdings ist auch dieses Display dunkel und nicht mehr ablesbar.

  • Bild Die Nikon Z 7 bietet zahlreiche Schnittstellen. So lassen sich ein Stereomikrofon sowie ein Kopfhörer anschließen, aber auch Mini-HDMI und das moderne USB-C zum Akkuladen sind verbaut. Eine Zubehörbuchse fehlt auch nicht. [Foto: MediaNord]

    Die Nikon Z 7 bietet zahlreiche Schnittstellen. So lassen sich ein Stereomikrofon sowie ein Kopfhörer anschließen, aber auch Mini-HDMI und das moderne USB-C zum Akkuladen sind verbaut. Eine Zubehörbuchse fehlt auch nicht. [Foto: MediaNord]

Bei den Schnittstellen war Nikon spendabel und hat fast alles verbaut, was das Fotografenherz begehrt. Die Gummiabdeckungen wirken zwar nicht allzu hochwertig, aber sie funktionieren. Der Mikrofon- sowie der Kopfhöreranschluss dürften sogar Videografen begeistern. Die HDMI-Schnittstelle des Typs C (Mini-HDMI) ist klein genug, aber nicht so anfällig wie die Mikro-Variante Typ D, auch beim USB-Anschluss hat Nikon sich für den modernen USB-C-Typ entschieden, den man nicht mehr verkehrt herum einstecken kann. Über die USB-Schnittstelle kann der Akku vom Typ EN-EL15b auf Wunsch direkt in der Kamera geladen werden, und zwar mit bis zu drei Ampere und damit genauso schnell wie im externen Ladegerät. Die Akkus EN-EL15 und 15a passen zwar ebenfalls, lassen sich aber nicht in der Kamera aufladen, sondern nur über die mitgelieferte Ladeschale. Aber auch das USB-Netzteil liefert Nikon mit, bedient also beide Fraktionen. Leider lädt die Nikon den Akku nicht mit jedem beliebigen USB-Ladegerät. Wir konnten kein Muster erkennen (beispielsweise eine Mindestleistung) und so bleibt nur ausprobieren übrig. Des Weiteren besitzt die Z 7 einen Multifunktionsanschluss, beispielsweise für ein Ansteck-GPS oder ein Fernauslösekabel.

Was der Z 7 hingegen fehlt, ist eine Blitzsynchronbuchse. Einen Standard-Blitzschuh mit Mittenkontakt und TTL-Kontakten bietet die Z 7 selbstverständlich, aber dafür keinen internen Blitz. Auch ein Anschluss für einen Funktions-Hochformatgriff fehlt. Ein reiner Akkugriff hingegen soll in Arbeit sein. Das wäre auch nicht verkehrt, denn obwohl der große EN-EL15b im Schacht steckt, sind damit nur 330 Aufnahmen nach CIPA-Standard möglich. Die Zahl der Bilder hängt ohnehin stark von der Verwendung ab, mit Serienbildfunktion sind es mehr, wer viel mit dem Sucher arbeitet, wird ein paar Bilder weniger aufnehmen können als bei Bildschirmverwendung. Auch Bluetooth beziehungsweise Snapbridge braucht Energie, wenn auch nicht viel. Immerhin sitzt der Akkuschacht sehr weit vom Metallstativgewinde entfernt, das sich in der optischen Achse befindet, so dass sich der Akku auch mit recht großer montierter Stativ-Schnellwechselplatte wechseln lässt.

Beim Speicherkartenschacht dürften sich aus mehrerlei Gründen die Geister scheiden. Die Klappe wird mitsamt der Daumenmulde geöffnet und legt damit großzügig den Schacht frei. Einzahl. Ein zweiter Speicherkartenschacht fehlt der Z 7 leider. Doch auch das gewählte Speicherkartenformat XQD hat nicht viele Freunde. Es gilt noch als exotisch, die Speicherkarten und Lesegeräte sind im Vergleich zu SD deutlich teurer. Dafür sind die Karten robuster und theoretisch auch schneller als aktuelle SD-Speicherkarten. Zwar bietet die Z 7 mit über 200 MByte pro Sekunde die bisher schnellste Schreibrate, die wir messen konnten, aber dies wäre auch locker mit schnellen SD-Karten möglich gewesen, schließlich gibt es von diesen auch knapp 300 MB/s schnelle Modelle. Ärgerlich ist zudem, dass ein Kartenlesegerät praktisch Pflicht ist, denn trotz theoretisch schneller USB-3-Schnittstelle kriecht die Datentransferrate übers USB-Kabel in unserer Redaktion an drei verschiedenen Rechnern mit maximal 17,5 MB/s vor sich hin (eine zur Gegenprobe stattdessen angeschlossene externe SSD bringt es auf satte 280 MB/s, eine Sony Alpha 7 III schafft immerhin knapp 80 MB/s). Die Z 7 wird nicht als Massenspeicher, sondern als Kamera vom Computer erkannt, entsprechend wird über ein langsames Protokoll zugegriffen. Etliche 60 Megabyte große Raw-Dateien auf diese Weise zu übertragen, wird zur Qual.

Ausstattung

Das Programmwählrad der Nikon Z 7 umfasst insgesamt acht Positionen. Es gibt sogar einen Vollautomatikmodus, in dem die Kamera alle Aufnahmeeinstellungen vornimmt. Auf Motivproramme hat Nikon hingegen verzichtet, und das ist in dieser Preisklasse auch gut so. Stattdessen befinden sich neben den klassischen Kreativprogrammen P, A, S und M noch drei Benutzerprogramme auf dem Wählrad, so dass der Fotograf drei verschiedene Konfigurationen direkt abrufen kann. Die ISO-Automatik und die Belichtungskorrektur funktionieren auch im manuellen Modus, so dass man Aufnahmen mit Belichtungsautomatik, aber fester Belichtungszeit und Blende anfertigen kann.

  • Bild Die Nikon Z 7 bietet einen sehr gut ausgeformten und damit ergonomischen Handgriff. Praktisch ist auch das Schulterdisplay, das über die wichtigsten Aufnahmeparameter informiert. [Foto: MediaNord]

    Die Nikon Z 7 bietet einen sehr gut ausgeformten und damit ergonomischen Handgriff. Praktisch ist auch das Schulterdisplay, das über die wichtigsten Aufnahmeparameter informiert. [Foto: MediaNord]

Der mechanische Verschluss bietet bis zu 1/8.000 Sekunde kurze Belichtungszeiten und arbeitet recht leise. Es ist zudem möglich, zur Reduzierung von Erschütterungen einen elektronischen ersten Verschlussvorhang zu aktivieren. Außerdem bietet die Z 7 eine leise Auslösung mit rein elektronischem Verschluss. Dies schränkt jedoch einige Kamerafunktionen ein und erschließt keine kürzeren Belichtungszeiten wie bei anderen Kameraherstellern. Die Aufnahmereihenfunktionen umfassen neben klassischen Belichtungsreihen auch Weißabgleichsreihenaufnahmen und sogar Fokusreihen. Die maximale Anzahl an Aufnahmen einer Belichtungsreihe hängt von der Schrittweite ab. Bei 0,3 bis 1 EV sind bis zu neun Aufnahmen möglich, bei 2 und 3 EV Belichtungsabstand sind es maximal fünf Aufnahmen. Das reicht locker für HDR-Aufnahmen aus. Zudem ist die Nikon in der Lage, HDR-Bilder direkt aufzunehmen und zusammenzusetzen. Dabei lassen sich die Belichtungsdifferenz und die Glättung einstellen, auch die Einzelbilder können neben dem Endergebnis separat gespeichert werden.

Die Fokusreihenaufnahmefunktion ist in einem separaten Menüpunkt zu finden und bietet vielfältige Einstellungen von der Anzahl der Aufnahmen bis hin zur Schrittweite der Fokusverlagerung, dem Zeitintervall, dem Speicherordner und noch vielem mehr. Nur zusammensetzen kann die Nikon die Aufnahmen nicht selbstständig, das muss man an einem PC mit geeigneter Software machen.

Das Autofokussystem der Z 7 arbeitet mit fast 500 Phasenautofokussensoren, die bis weit an den Randbereich den Bildaufnahmesensors verteilt sind. Von unendlich auf zwei Meter fokussiert die Z 7 mit dem Setobjektiv innerhalb von weniger als 0,2 Sekunden, was sehr schnell ist. Die Auslöseverzögerung liegt bei 0,07 Sekunden, was schnell, aber nicht rekordverdächtig ist. Dieses Niveau erreichen auch DSLRs, manche spiegellose Systemkamera hingegen ist da nochmal deutlich flotter. Insgesamt beträgt die Auslöseverzögerung inklusive Fokussierung damit 0,16 bis 0,24 Sekunden, was ein sehr guter Wert ist. Der Autofokus arbeitet bei der Verfolgung von Motiven allerdings nur leidlich gut. Immerhin gibt es auch eine Gesichts-, aber keine Augenerkennung, die bei Porträts äußerst hilfreich sein kann. Die Präzision des Fokus ist ebenfalls gut. In dunkleren Umgebungen kommt der Autofokus zwar nicht ins Schleudern, wird aber teilweise spürbar langsamer. Mit den nativen Z-Objektiven funktioniert der Autofokus am schnellsten, aber über den FTZ-Adapter angeschlossene Objektive fokussieren ebenfalls flott, im AF-S nicht langsamer als an einer DSLR. Uneingeschränkt funktionieren AI-, AF-S- und AF-P-Objektive. Der Adapter macht praktisch nichts anderes, als etwas Luft zu umbauen, dunkel abzuschirmen sowie den Unterschied der Bajonettauflagemaße (F und Z) anzupassen und natürlich den Anschluss selbst.

  • Bild Das Stativgewinde der Nikon Z 7 liegt vorbildlich in der optischen Achse. Auch der Abstand zum Akkufach ist trotz der kompaktem Kameraabmessungen komfortabel groß. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Nikon Z 7 liegt vorbildlich in der optischen Achse. Auch der Abstand zum Akkufach ist trotz der kompaktem Kameraabmessungen komfortabel groß. [Foto: MediaNord]

Die Serienaufnahmefunktion soll theoretisch bis zu neun Bilder pro Sekunde erreichen. Praktisch war das bei uns aber nicht der Fall. Es gibt diverse Einschränkungen. Mit mechanischem Verschluss etwa sind es maximal acht Bilder pro Sekunde, nur mit elektronischem sollen die neun Bilder pro Sekunde erreicht werden. Aber auch hier gibt es einige Einschränkungen: Mit 14 Bit Raw-Aufnahmen sind es wieder nur acht Bilder pro Sekunde. Tatsächlich erreichten wir in JPEG 7,8 Bilder pro Sekunde und in Raw (14 Bit) nur 6,7 Bilder pro Sekunde, beides mit elektronischem Verschluss. Das größte Manko ist jedoch der viel zu klein geratene Puffer. Während Sony riesige Puffer und langsame Speicherkarteninterfaces in seine Kameras einbaut, macht Nikon es genau umgekehrt. In JPEG hält die Z 7 die hohe Serienbildgeschwindigkeit für immerhin 30 Bilder durch, das ist für die meisten Situationen ausreichend. Mit vollem Puffer sind kontinuierlich (angesichts der hohen Auflösung respektable) vier Serienbilder pro Sekunde möglich, allerdings ist nach spätestens 200 Aufnahmen definitiv Schluss, das gibt die Kamera per Menüeinstellung als Maximum vor, was sich auf Wunsch reduzieren lässt. In Raw hingegen ist der Puffer nach nur elf Aufnahmen voll, danach geht es mit respektablen 3,6 Serienbildern pro Sekunde weiter. Bei gut 60 Megabyte pro verlustfrei komprimiertem 14-Bit-Raw sind das über 200 Megabyte pro Sekunde Schreibgeschwindigkeit. Ein Livebild sowie eine Belichtungsnachführung während der Serienbildaufnahmen gibt es nur bei auf 5,5 Bilder pro Sekunde reduzierter Bildrate. Bei schnellerer Bildfolge wird das zuletzt aufgenommene Foto im Sucher angezeigt, was bis auf wenige Ausnahmen ein echter Nachteil vieler spiegelloser Systemkameras ist.

Dank des beweglich gelagerten Bildsensors sind mit der Nikon Z 7 theoretisch und auch praktisch bis zu fünf Blendenstufen längere Belichtungszeiten ohne Stativ möglich als ohne Stabilisator. Der Sensor wird auf drei Achsen verschoben (horizontal, vertikal und in der Rotation), ausgeglichen werden fünf Achsen: Neben der Rotation sind das horizontale und vertikale Verschwenkungen sowie Verschiebungen der Kamera. Je nach Aufnahmedistanz ist mal das eine, mal das andere stärker. Bei weit entfernten Motiven sind die Verschwenkungen ein Problem, bei den Nahen eher Verschiebungen. Der Bildstabilisator macht sich durch ein sehr leises akustisches Rauschen bemerkbar, vor allem aber mit seiner effektiven Arbeit. Auch mit adaptierten Objektiven funktioniert er. Besitzt das Objektiv selbst einen optischen Bildstabilisator, so übernimmt das Objektiv den Ausgleich der Verschwenkungen. Das ist vor allem bei Teleobjektiven äußerst nützlich und viel effektiver. Die verbliebenen drei Achsen gleicht der Kamera-Bildstabilisator aus. Sonderfunktionen wie eine Pixel-Shift-Auflösungssteigerung gibt es bei Nikon nicht.

Videos zeichnet die Z 7 maximal in 4K-Auflösung (3.840 mal 2.160 Pixel) bei bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. In Full-HD (1.920 x 1.080) sind sogar bis zu 120 Bilder pro Sekunde für Zeitlupeneffekte oder besonders flüssige Bewegungsabläufe möglich. Der Sensor-Shift-Bildstabilisator bleibt dabei aktiv und so kann die gesamte Sensorbreite für die Filmaufnahme verwendet werden. Es gibt also, mit Ausnahme des Beschnitts vom 3:2-Sensorformat auf das 16:9-Videoseitenverhältnis, keinen Bildwinkelverlust. Allerdings erfolgt die Videoaufnahme im Lineskippingverfahren, es kommen also nicht alle Bildsensorzellen zum Einsatz. Wer möchte, kann einen elektronischen Bildstabilisator zuschalten, der das Bild nochmals deutlich beruhigt, allerdings etwas Bildbeschnitt mit sich bringt. Den Autofokus führt die Z 7 sanft und recht sicher nach. Der Ton wird wahlweise über das integrierte oder ein extern angeschlossenes Stereomikrofon aufzeichnet. Eine Pegelanzeige samt Aussteuermöglichkeit fehlt ebenfalls nicht und über Kopfhörer lässt sich der Ton live kontrollieren.

Nikon verbaut in der Z 7 sowohl Bluetooth, als auch WLAN, die im von Nikon Snapbridge genannten System zusammenarbeiten. Dank Bluetooth kann relativ energiesparend eine dauerhafte Verbindung zum Smartphone aufrechterhalten werden, so dass zum Beispiel Geoinformationen des Smartphones zum Geotagging der Bilder direkt beim Speichern in den EXIF-Daten abgelegt werden können. Auch eine Hintergrundübertragung kleiner Vorschaubilder ermöglicht Snapbridge. Für alles, was eine höhere Datentransferrate benötigt, wird WLAN zugeschaltet. Es dient nicht nur der Übertragung hochauflösender Bilder auf das Smartphone, sondern auch zur Kamerafernsteuerung via App samt Livebildübertragung. Seit der zweiten Generation von Snapbridge sind dabei umfangreichere Kameraeinstellungen möglich. Mehr Details zu Snapbridge und dem Thema Geotagging mit der Z 7 sind in den über die weiterführenden Links erreichbaren Fototipps beschrieben.

  • Bild Das Speicherkartenfach der Nikon Z 7 nimmt nur eine Karte im exotischen XQD-Formfaktor auf. Die Karten sind teurer als beim SD-Standard, dafür aber theoretisch etwas schneller und auch robuster. [Foto: MediaNord]

    Das Speicherkartenfach der Nikon Z 7 nimmt nur eine Karte im exotischen XQD-Formfaktor auf. Die Karten sind teurer als beim SD-Standard, dafür aber theoretisch etwas schneller und auch robuster. [Foto: MediaNord]

Im Gegensatz zu früheren Snapbridge-Versionen – das war ein großer Kritikpunkt – ist die WLAN-Schnittstelle nicht mehr an Snapbridge gebunden, sondern kann unabhängig arbeiten. Das ermöglicht das drahtlose Übertragen der Fotos an Computer. Auch im Studio ist nun eine drahtlose Fernbedienung der Nikon Z 7 vom Computer aus möglich, was selbstverständlich auch kabelgebunden funktioniert (so genanntes Tethering).

Bildqualität

Die Nikon Z 7 ist mit einem knapp 46 Megapixel auflösenden Kleinbildsensor (36 mal 24 mm) ausgestattet. Es handelt sich um einen rückwärtig belichteten CMOS-Sensor, so dass die lichtempfindliche Fläche gegenüber herkömmlichen CMOS-Sensoren, bei denen die Leiterbahnen über der lichtempfindlichen Fläche liegen, größer ist. Als Nebeneffekt kann der Sensor auch Licht, das nicht ganz senkrecht einfällt, besser verarbeiten. Das sorgt für weniger Farbsäume, Vignettierung und Randunschärfe. Im Grunde ähnelt der Sensor der Z 7 stark dem der Nikon D850, aber allein schon die integrierten Phasen-Autofokus-Sensoren zeigen, dass es sich um eine Neuentwicklung handelt. Laut Nikon wurde der Sensor selbst entwickelt, wird aber im Auftrag bei einem anderen Hersteller gefertigt, der in der Fertigung wiederum Nikon-Equipment zur Chipherstellung einsetzt. Auch wenn Nikon ihn nicht selbst herstellt, steckt also viel Nikon-Technik drin.

Um die Bildqualität der Nikon Z 7 genau zu analysieren, haben wir sie nicht nur in der Praxis getestet, wobei die Z 7 eine etwas dunkle Belichtung zeigte, sondern auch in unserem Testlabor. Neben dem Nikon Z 24-70 mm F4 S kam dabei auch das Nikon Z 35 mm F1.8 S zum Einsatz, dessen Testbericht über die weiterführenden Links abgerufen werden kann. Der kostenpflichtige Labortest der Z 7, auf dem die folgenden Betrachtungen beruhen, ist ebenfalls über die weiterführenden Links erreichbar. Er enthält zahlreiche Diagramme mit allen Messwerten und Erklärungen zu den Diagrammen. Der Kauf des Labortests oder einer Prepaid-Labortest-Flatrate für den zeitlich begrenzten Zugriff auf das gesamte Archiv mit über 1.700 Labortests unterstützt uns übrigens auch bei der Arbeit an kostenlosen und ausführlichen Kameratestberichten wie diesem. Vielen Dank dafür.

  • Bild Großer Vollformatsensor, noch größeres Bajonett: Das ermöglicht bei der Z 7 laut Nikon besonders lichtstarke Objektive, auf die man aber noch etwas warten muss. [Foto: MediaNord]

    Großer Vollformatsensor, noch größeres Bajonett: Das ermöglicht bei der Z 7 laut Nikon besonders lichtstarke Objektive, auf die man aber noch etwas warten muss. [Foto: MediaNord]

Das Nikon Z 24-70 mm F4 S zeigt bereits bei Offenblende eine sehr hohe Auflösung im Bildzentrum. Über 70 Linienpaare pro Millimeter (lp/mm) bei 50 Prozent Kontrast sind überhaupt kein Problem, im Weitwinkel sind es sogar über 80 lp/mm. Beim Abblenden kann die Auflösung nur bis F5,6 teilweise noch im Bildzentrum zulegen, danach reduziert Beugung die Auflösung etwas. Dennoch hält sich locker bis F11 das hohe Auflösungsvermögen, erst jenseits von F16 sinkt die Auflösung unter 60 lp/mm, was immer noch ein hoher Wert ist. Am Bildrand löst das Zoom überraschenderweise in Telestellung am schwächsten auf. Während bei kurzer und mittlerer Brennweite bereits bei Offenblende sehr gute 55 lp/mm anliegen, die sich beim Abblenden auf F11 sogar noch auf bis zu 64 lp/mm steigern lassen, muss das Objektiv in Telestellung auf mindestens F8 abgeblendet werden, schießt dabei aber gleich über die 60 lp/mm hinaus (bei F4 sind es nur knapp 38 und bei F5,6 gut 46 lp/mm) und erreicht bei F11 sogar einen Bestwert von 67 lp/mm, womit hier die höchste Randauflösung aller Brennweiten erreicht wird.

Optische Fehler zeigt das Z 24-70 mm F4 S kaum. Die Verzeichnung wird von der Kamera perfekt auskorrigiert, auch Farbsäume in Form chromatischer Aberrationen waren nicht messbar. Anders sieht es bei der Randabdunklung aus. Im Weitwinkel und im Tele ist diese bei Offenblende mit bis zu 1,4 Blendenstufen Lichtverlust in den Bildecken deutlich sichtbar, auch wenn ihr Verlauf sich mit sanfter Natürlichkeit zeigt. Abblenden auf F5,6 hilft, ab F8 ist die Randabdunklung mit unter einer halben Blendenstufe vernachlässigbar gering.

Die Nikon Z 7 bietet eine ISO-Empfindlichkeit von 64 bis 12.800, die sich auf ISO 32 und bis zu 51.200 erweitern lässt. Diese Erweiterungen gehen allerdings mit diversen Einbußen bei der Bildqualität einher. Der Signal-Rauschabstand bewegt sich bis knapp unter ISO 200 auf einem guten Niveau von über 40 dB, bis ISO 1.600 bleibt dieser mit über 35 dB akzeptabel, oberhalb von ISO 6.400 sinkt er dramatisch ab. Dabei bleibt das Rauschen stets feinkörnig, zeigt sich ab ISO 3.200 aber mit leichtem Helligkeitsrauschen, das oberhalb von ISO 6.400 stark zunimmt (alle Messungen im JPEG-Format). Farbrauschen spielt hingegen praktisch keine Rolle. Bis ISO 3.200 zeigt die Z 7 eine sehr hohe Texturschärfe, die dann aber stark abnimmt. Während bei ISO 6.400 noch leidlich ausreichend Details vorhanden sind, zeigen die Bilder spätestens ab ISO 12.800 deutlich Verluste feiner Strukturen. Bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten hingegen gibt es sogar eine leichte Überschärfung, wobei sich die Schärfeartefakte im Rahmen halten.

Während die Eingangsdynamik bei ISO 32 aufgrund der Signaldämpfung nur gut zehn Blendenstufen beträgt, erreicht diese bei ISO 64 über elf Blendenstufen. Bis ISO 800 nimmt die Eingangsdynamik nur minimal ab, jedoch bleibt sie bis ISO 6.400 auf einem hohen Niveau von über zehn Blendenstufen. Bis ISO 51.200 bricht sie auf acht Blendenstufen ein. Die Tonwertübertragung zeigt, mit Ausnahme der signalgedämpften ISO 32 mit einem flacheren Verlauf, eine deutliche Steigerung der Kontraste vor allem im mittleren Helligkeitsbereich, was zu einer knackigen Bilddarstellung führt. Der Ausgangs-Tonwertumfang ist bis ISO 64 mit 256 von 256 möglichen Helligkeitsabstufungen ausgesprochen gut und sinkt dann recht linear mit der ansteigenden Empfindlichkeit. Bis ISO 200 ist der Wert mit über 224 Helligkeitsabstufungen sehr gut, bei ISO 400 sind es gute bis sehr gute 192 Abstufungen und bei ISO 800 noch knapp gute 160 Abstufungen. Darüber nimmt der Ausgangs-Tonwertumfang langsamer ab, bis er bei ISO 6.400 den Wert von 128 Stufen knapp unterschreitet. Die Werte von weniger als 96 Abstufungen bei allen höheren Empfindlichkeiten liegen nicht mehr im akzeptablen Bereich.

  • Bild Der mitgelieferte Akku Nikon EN-EL15b kann direkt in der Kamera geladen werden. Die älteren Typen EN-EL15 und EN-EL15a passen auch, können aber nur in der bei der Kamera mitgelieferten Ladeschale geladen werden. [Foto: MediaNord]

    Der mitgelieferte Akku Nikon EN-EL15b kann direkt in der Kamera geladen werden. Die älteren Typen EN-EL15 und EN-EL15a passen auch, können aber nur in der bei der Kamera mitgelieferten Ladeschale geladen werden. [Foto: MediaNord]

Die Farbabweichung der Nikon Z 7 ist ungewöhnlich hoch für eine Profikamera. Die Farben sind recht poppig, vor allem im Bereich von Orange, Rot, Magenta und Lila. Cyantöne sind deutlich Richtung Blau verschoben. Das sorgt für einen subjektiv schönen, farbenfrohen Bildeindruck, ist aber alles andere als neutral. Dabei kann man sich über die vielfältigen Weißabgleichseinstellmöglichkeiten inklusive einer konfigurierbaren Automatik eigentlich nicht beschweren, zumal der manuelle Weißabgleich äußerst exakt arbeitet. Nur oberhalb von ISO 12.800 zeigen sich leichte, bei höherer Empfindlichkeit stärker werdende Farbstiche im Bild.

Wie bereits eingangs erwähnt, belichtet die Nikon Z 7 äußerst konservativ-vorsichtig. Man könnte sagen, sie meidet die Lichter wie der Teufel das Weihwasser. Sorgt man nicht bereits vor der Aufnahme für eine leichte Belichtungskorrektur, je nach Motiv von +0,3 bis +0,7 Blendenstufen, so wirken die Bilder etwas dunkel, bieten aber eine gute Tiefenzeichnung, sobald man sie mit der Bildbearbeitung herausarbeitet. Vor allem bei JPEG-Aufnahmen, die man eigentlich nicht bearbeiten möchte, sollte man das beachten. Im Raw-Format hingegen ist die vorsichtige Belichtung durchaus von Vorteil, kann man die nötige Zeichnung doch perfekt herausarbeiten, zumal eine viel höhere Farbtiefe von bis zu 14 statt 8 Bit pro Farbkanal zur Verfügung steht.

Alles in Allem bietet die Nikon Z 7 vor allem bei niedrigen Empfindlichkeiten eine exzellente Bildqualität, was nicht zuletzt dem sehr guten Zoomobjektiv Z 24-70 mm F4 S zu verdanken ist. Bis ISO 800 gibt es kaum Einschränkungen bei der Bildqualität, aber auch bis ISO 3.200 halten sie sich im Rahmen. Anders sieht es bei ISO 6.400 aus, die man zur Not zwar noch einsetzen kann, aber nicht sollte. Ab ISO 12.800 bricht die Bildqualität deutlich ein. Eine Available-Light-Kamera ist die Z 7 also keineswegs. Am wohlsten fühlt sie sich bei niedrigen Empfindlichkeiten, beispielsweise bei der Landschafts- und Studiofotografie, der Hochzeitsfotografie (draußen) oder anderen Motiven bei gutem Licht, wo ihre exzellente Bildqualität voll zur Geltung kommt.

Fazit

Nikon ist mit der Z 7 eine sehr gute spiegellose Systemkamera gelungen. Sie stellt nicht alles bisher Dagewesene in den Schatten und ist auch nicht perfekt, macht aber vieles richtig. So ist das Gehäuse sehr robust und ergonomisch, im direkten Vergleich besser als die etablierte Konkurrenz. Bei der Bedienung gibt es den einen oder anderen kleineren Fallstrick, der aber genauso bei den Nikon-DSLRs zu finden ist und damit zur den Nikon-Traditionen gehört. Der elektronische Sucher ist eine wahre Wonne, das Sucherbild ist nicht nur groß, sondern auch hochauflösend, kontrastreich und scharf. Auch der große Bildschirm weiß zu beeindrucken. Insgesamt bietet die Kamera zudem eine sehr gute Performance: Autofokus und Speicherzeiten sind schnell, die Serienbildrate angesichts der enormen Auflösung hoch. Allerdings war Nikon beim Pufferspeicher zu knauserig, was die Serienbildperformance in Punkto Durchhaltevermögen schmälert. Nicht mehr missen möchte man zudem den Sensor-Shift-Bildstabilisator, der jedes angesetzte Objektiv, egal ob nativ oder adaptiert, stabilisiert. Auch Videografen werden an der leisen und mit vielen Schnittstellen ausgestatteten Z 7 ihren Gefallen finden, zumal die 4K-Videofunktion ohne horizontalen Crop auskommt. Bei der Bildqualität als wichtigster Disziplin einer Kamera kann die Z 7 vollends überzeugen. Sie löst auch effektiv sehr hoch auf, was nicht zuletzt an den sehr guten S-Line-Objektiven liegt. Allerdings gibt es davon noch viel zu wenig, so dass das Set mit dem FTZ-Adapter für die uneingeschränkte Verwendung fast aller Nikon-F-Objektive und dem Z 24-70 mm F4 S am attraktivsten erscheint, allerdings mit fast 4.500 Euro zu Buche schlägt.

  • Bild Der FTZ Adapter erlaubt den Betrieb von Nikon F-Objektiven, bei AF-I-, AF-S- und AF-P-Objektiven auch mit Autofokus. [Foto: Nikon]

    Der FTZ Adapter erlaubt den Betrieb von Nikon F-Objektiven, bei AF-I-, AF-S- und AF-P-Objektiven auch mit Autofokus. [Foto: Nikon]


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Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerNikon
ModellZ 7
SensorCMOS Kleinbild 36,0 x 24,0 mm (Cropfaktor 1,0)
46,9 Megapixel (physikalisch)
45,7 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch4,3 µm
Auflösung (max.)8.256 x 5.504 (3:2)
Video (max.)3.840 x 2.160 30p
ObjektivNikon Z 24-70 mm F4 S (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 3.690.000 Bildpunkte Auflösung, 0,80-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,80-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
Monitor3,2" (8,0 cm)
  Auflösung2.100.000 Bildpunkte
  kippbarja
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Mini (Typ C)
Vollautomatikja
Motivautomatik
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionnein
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung, Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitz
  Synchronzeit1/200 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Nikon, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung|kabelgebunden oder Aufsteck-Empfänger
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
XQD
Empfindlichkeit
  automatischISO 64-25.600
  manuellISO 32-102.400
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder493
  Geschwindigkeit0,16 s bis 0,24 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen134 x 101 x 68 mm
Gewicht (betriebsbereit)671 g (nur Gehäuse)
1.168 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit330 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

Kurzbewertung

  • Robustes, spritzwassergeschütztes, hochwertig verarbeitetes Gehäuse
  • Exzellenter elektronischer Sucher (groß, reaktionsschnell und hochauflösend)
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 3.200
  • Hohe Geschwindigkeit (Autofokus, Speicherzeit, Serienbilder)
  • Kleiner Serienbild-Puffer
  • Keine Augenerkennung
  • Elend langsame Datenübertragung via USB-3-Schnittstelle
  • Nicht immer selbsterklärende bzw. manchmal etwas komplizierte Bedienung

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 40, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.