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Canon EOS-1D X Mark III mit 16 Serienbildern pro Sekunde vorgestellt

Seite 2 von 2, vom 2020-01-07 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

Canon überspringt nämlich das XQD-Speicherkartenformat, für das Nikon viel Kritik bekam, und setzt direkt auf den Nachfolgestandard CFexpress und nutzt dessen Geschwindigkeitspotential von bis zu 2.000 MB/s aus. Gleich zwei dieser Speicherplätze (CFexpress Typ B) bietet die Kamera, zu deren Lieferumfang eine passende 64-GB-Karte sowie ein Kartenlesegerät gehören sollen.

  • Bild Die robuste Verschlusseinheit der Canon EOS-1D X Mark III hält mindestens 500.000 Auslösungen aus und bietet bis zu 1/8.000 Sekunde kurze Verschlusszeiten. [Foto: Canon]

    Die robuste Verschlusseinheit der Canon EOS-1D X Mark III hält mindestens 500.000 Auslösungen aus und bietet bis zu 1/8.000 Sekunde kurze Verschlusszeiten. [Foto: Canon]

  • Bild Der im Spiegelkasten sitzende Schwingspiegel der Canon EOS-1D X Mark III kann dank einer neuen Mechanik mit Pleueln statt Federn bis zu 16-mal in der Sekunde hoch- und runterklappen. [Foto: Canon]

    Der im Spiegelkasten sitzende Schwingspiegel der Canon EOS-1D X Mark III kann dank einer neuen Mechanik mit Pleueln statt Federn bis zu 16-mal in der Sekunde hoch- und runterklappen. [Foto: Canon]

Eine weitere Innovation ist die Nutzung des HEIF-Bildformats (High Efficiency Image File Format). Es bietet zehn Bit Farbtiefe sowie eine viermal effizientere Komprimierung als das JPEG-Format und erzeugt dabei auch noch weniger Artefakte. Damit entspricht die Dateigröße bei deutlich besserer Bildqualität in 10 Bit der eines 8-Bit-JPEGs. Auch wenn es sich dabei um kein Rohdatenformat handelt, lässt es sich wesentlich besser nachbearbeiten und bietet eine feinere Durchzeichnung, was sich vor allem in den Tiefen und Lichtern bemerkbar macht. Hinter dem bei HEIF verwendeten Codec steckt HEVC, das aus dem H.265-Videoformat bekannt ist. Unterstützt werden der Farbraum BT 2100 für mehr Farben sowie der HDR PQ Standard, der einen der visuellen Wahrnehmung angepassten Dynamikumfang bietet.

Allerdings muss das HEIF-Format noch von den Bildverarbeitungsprogrammen unterstützt werden. Canon geht davon aus, dass das bei allen wichtigen Programmen noch im Jahr 2020 der Fall sein wird. Das HEIF-Dateiformat erfordert viel Rechenleistung, vor allem beim Komprimieren. Man muss sich bei der Kamera entscheiden, ob man JPEG oder HEIF verwenden möchte, beides gleichzeitig geht nicht. Raw+HEIF ist aber möglich. Dass dies allerdings Rechenleistung kostet, zeigt allein der Umstand, dass damit "nur" noch 700 Serienbilder am Stück möglich sind.

  • Bild An der Seite bietet die Canon EOS-1D X Mark III ein umfangreiches Anschlussterminal mit USB, HDMI, Netzwerk, Mikrofon, Kopfhörer und mehr. [Foto: Canon]

    An der Seite bietet die Canon EOS-1D X Mark III ein umfangreiches Anschlussterminal mit USB, HDMI, Netzwerk, Mikrofon, Kopfhörer und mehr. [Foto: Canon]

Die starke Leistung der Kamera macht sich auch bei Videoaufnahmen bemerkbar. Was andere Foto-Kameras nur mit externer Aufzeichnung erreichen, schafft die Canon EOS-1D X Mark III intern: Videos können ohne Crop mit 60p bei 5,5K Auflösung (5.572 x 2.886 Pixel) und 12 Bit Farbtiefe als Raw (12 Bit CRM-Datei) mit einer Datenrate von 2.600 Mbps auf die Speicherkarte geschrieben werden. Das sind immerhin 325 Megabyte pro Sekunde. Sogar eine parallele 4K-Proxy-Aufzeichnung auf die zweite CFexpress-Speicherkarte ist kein Problem. Eine kleine Einschränkung gibt es dabei: Der Autofokus kann dann die Schärfe nicht nachführen. Bis 30p und mit maximal 1.800 Mbps funktioniert aber auch der Autofokus.

4K-Videos mit DCI 60p (10 Bit HEVC/H.265-Codec und Canon-Log für einen höheren Dynamikumfang und ein verbessertes Grading für die Postproduktion) können wahlweise mit oder ohne Crop aufgenommen werden, ohne Crop gibt es allerdings auch hier keinen Autofokus, der funktioniert nur mit Crop. 4K-Videos ohne Crop mit Autofokus gibt es wieder bei 30p. Bei Full-HD-Aufnahmen, auch bei 60p oder 120p, funktioniert der Autofokus wiederum. Autofokus heißt bei Videos immer mit Dual-Pixel-CMOS-AF sowie Gesichts- und Augenerkennung. Neu ist zudem der zuschaltbare digitale 5-Achsen-Bildstabilisator, den Canon bisher nur in High-End-Cinema-Kameras anbot.

  • Bild Das Speicherkartenfach der Canon EOS-1D X Mark III nimmt zwei CFexpress-Karten des Typs B auf. Die bis zu 2000 MB/s schnellen Speicherkarten können im Betrieb sehr heiß werden. [Foto: Canon]

    Das Speicherkartenfach der Canon EOS-1D X Mark III nimmt zwei CFexpress-Karten des Typs B auf. Die bis zu 2000 MB/s schnellen Speicherkarten können im Betrieb sehr heiß werden. [Foto: Canon]

Weitere Verbesserungen der Canon EOS-1D X Mark III betreffen etwa den ISO-Empfindlichkeitsbereich von nun ISO 100 bis 102.400 ohne sowie ISO 50 bis 819.200 mit Erweiterung. Auch die Live-View-Funktion ist nicht zu verachten, denn die erreicht beispielsweise sogar 20 Serienbilder pro Sekunde wahlweise mit mechanischem oder elektronischem Verschluss sowie AE- und AF-Verfolgung inklusive Gesichts- und Augenerkennung. Der rückwärtige Bildschirm löst nun übrigens 2,1 Millionen Bildpunkte auf. Es handelt sich dabei um einen Touchscreen, wobei die Touchbedienung voll integriert ist, also auch die Menüs sind berührungsempfindlich. Insgesamt soll es an der EOS-1D X Mark III über 100 größere und kleinere Verbesserungen geben, darunter die bisher aufgeführten. Selbst die Akkureichweite des LP-E19 konnte Canon auf 2.850 Fotos vergrößern.

Auch bei der Konnektivität gibt es zahlreiche Verbesserungen. WLAN (2,4 GHz b/g/n), GPS und Bluetooth LE sind eingebaut, aber auch ein Gigabit-LAN-Anschluss, der alle aktuellen Standards unterstützt, ist verbaut. Vor allem bei den Sicherheitsfunktionen will Canon nachgelegt haben, FTP, SFTP, FTPS und Browser Remote HTTPS werden unterstützt oder die Unterstützung wird noch 2020 per Firmwareupdate nachgeliefert. 25 Server sollen sich hinterlegen lassen. Dank Bluetooth LE soll sich die Kamera zudem ferngesteuert aufwecken lassen, so dass man Fotos übertragen kann, ohne die Kamera wieder auspacken zu müssen. Bluetooth LE verbraucht dabei so wenig Strom, dass man es praktisch nicht bemerkt.

Trotz des integrierten WLANs bietet Canon weiterhin einen zusätzlichen WLAN-Transmitter (WFT-E9) an, der knapp 740 Euro kosten soll. Er wird an der Kamera angeschraubt, ohne dass man den Spritzwasserschutz verliert. Er funkt nicht nur auf 2,4 und 5 GHz, sondern bietet gegenüber dem kamerainternen WLAN eine 15-mal höhere Reichweite (150 statt zehn Meter). Als Sicherheitsstandard wird WPA2 Enterprise unterstützt (bei dem Standard meldet sich jedes Gerät mit eindeutigem Benutzernamen und Passwort im WLAN an) und auch 2x2 MIMO (die gleichzeitige Verbindung mit zwei WLAN-Netzwerken) ist mit dem Zusatzadapter kein Problem.

Bereits ab Februar 2020 soll die Canon EOS-1D X Mark III zu einem Preis von knapp 7.300 Euro erhältlich sein. Genug Zeit also, sich mit den neuen Kamerafunktionen zu beschäftigen und auf künftige Sportevents vorzubereiten.


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