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Geodaten in Fotos der Nikon Z 6 & Z 7 mit externem GPS-Empfänger GP-1A

2018-09-13 In unserer Berichterstattung zum neuen Nikon Z-System haben wir gefragt: Was wollen Sie zu den neuen Systemkameras Z 6 und Z 7 von Nikon wissen. Die häufigste der Fragen, die uns übermittelt wurden, war: Wie funktioniert das mit den GPS-Daten in den Bildern? Deshalb haben wir uns dem Thema mit unserem Testgerät als erstes angenommen und das als Zubehör erhältliche GPS-Gerät Nikon GP-1A ausprobiert.  (Jan-Markus Rupprecht)

  • Bild Nikon Z7 mit GP-1A GPS-Empfänger. [Foto: MediaNord]

    Nikon Z7 mit GP-1A GPS-Empfänger. [Foto: MediaNord]

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die mit den Nikon Z 6 und Z 7 geschossenen Fotos direkt in der Kamera mit Geokoordinaten zu versehen: mit einem externen GPS-Empfänger oder per Smartphone mittels Nikon Snapbridge App. In beiden Fällen liegen die Geokoordinaten bereits während der Aufnahme in der Kamera vor und werden direkt in die JPEG- und/oder Raw-Dateien (.NEF) geschrieben. Somit stehen sie bei der späteren Betrachtung direkt zur Verfügung und können angezeigt werden und die Fotos können entsprechend einsortiert werden. Auch die JPEG-Versionen, die über die Snapbridge-App ins Smartphone übertragen werden, haben dann also gleich Geodaten und das Smartphone kann sie nach Aufnahmeort sortiert anzeigen, ganz genau so wie die Aufnahmen, die mit dem Smartphone selbst gemacht wurden. Eigentlich könnte man so etwas mittlerweile als anerkannten Stand der Technik ansehen und nicht nur wir fragen uns, warum nicht heute selbstverständlich jede Kamera einen GPS-Empfänger eingebaut hat. Das ist aber eher mal ein Thema für einen weiteren Artikel. Hier soll es konkret darum gehen, wie das mit dem externen GPS-Empfänger Nikon GP-1A bei den neuen spiegellosen Systemkamera-Modellen Nikon Z 6 und Z 7 funktioniert.

Der Nikon GP-1A ist schon lange auf dem Markt, die Bedienungsanleitung datiert auf das Jahr 2010. Das Gerät ist aber nach wie vor aktuell und bei der Z 6 und Z 7 als passendes Zubehör gelistet. Es gab auch einen offenbar nahezu identischen Typ GP-1 (ohne "A"). Auch dieser soll laut Bedienungsanleitung mit der Z 6 und Z 7 funktionieren. Unklar ist, ob Nikon-kompatible Geräte von Fremdherstellern, die für die Nikon Spiegelreflexkameras entwickelt wurden, an der Z 6 und Z 7 funktionieren oder nicht. Das wird man jeweils ausprobieren müssen bzw. das werden die Hersteller solcher Geräte testen müssen.

  • Bild Nikon Z7 mit GP-1A GPS-Empfänger. [Foto: MediaNord]

    Nikon Z7 mit GP-1A GPS-Empfänger. [Foto: MediaNord]

Der GP-1A wird normalerweise oben auf dem Blitzschuh der Kamera montiert und ist damit empfangsgünstig in Richtung Satelliten ausgerichtet. Anschlüsse oder Kontakte zum Blitzschuh besitzt das Gerät nicht. Der Blitzschuh dient ausschließlich als eine von zwei möglichen Montagemöglichkeiten. Die zweite Möglichkeit ist ein kleiner "Blitzschuh-Clip" den man am Nikon-Kameratragegurt befestigen kann. Dort wird dann der GP-1A eingeschoben und rastet ein. Die elektrische Verbindung erfolgt über ein Kabel am Zubehör-Anschluss der Z 6 und Z 7, also dort, wo man normalerweise einen Kabel-Fernauslöser anschließt (linke Kameraseite, unterste Buchse). Für andere Nikon-Kameras, die für solches Zubehör einen Rundstecker mit Schraubverschluss haben, liegt dem GP-1A ebenfalls ein entsprechendes Kabel bei. Damit man nicht die einzige Zubehör-Buchse "verliert" und weiterhin Fernauslöser, Timer und ähnliches anschließen kann, ist die Zubehör-Buchse im GP-1A "durchgeschleift", wie man sagt, d. h. der GP-1A besitzt einen Anschluss zur Kamera hin und eine zweite Buchse, an die man dann das Zubehör anschließen kann, das man sonst an die durch den GP-1A belegte Buchse anschließen würde. Dort könnte man dann wiederum einen Fernauslöser anschließen und beides gleichzeitig betreiben.

Der Betrieb mit dem GP-1A ist unspektakulär und schnell erklärt. Sobald die Kabelverbindung hergestellt wurde, wird er aus der Kamera mit Strom vorsorgt. Eine eingebaute Batterie oder einen Akku hat der GP-1A nicht. Er kann seine Position nur dann ermitteln, wenn er mit der Kamera verbunden ist und die Kamera eingeschaltet wurde. Dann fängt eine rote Leuchtdiode an zu blinken, was bedeutet, er arbeitet, hat aber noch keine Position ermittelt. Der Zustand kann nach einem Kaltstart durchaus einige Minuten dauern, mindestens zwei bis drei Minuten, würde ich sagen. Das hängt natürlich auch von der Empfangssituation ab. In Innenräumen bekommt das Gerät gar keinen Empfang, d. h. er blinkt dauerhaft rot. Unter freiem Himmel geht das rote Blinken dann nach einiger Zeit über in grünes Blinken. Das bedeutet der GP-1A empfängt mindestens drei Satelliten und ermittelt damit zumindest eine ungefähre Position. Meist nur wenige Sekunden später wechselt die Anzeige dann auf grünes Dauerlicht, was bedeutet, dass er mindestens fünf Satelliten empfängt und eine sehr genaue Position hat. Grün, egal ob blinkend oder Dauerlicht, heißt also immer: Position wird an die Kamera übermittelt. Rot heißt, dass keine Position übermittelt wird. Bei der Montage auf dem Blitzschuh kann man die LED kaum übersehen. Bei der Montage am Kameratragegurt hingegen ist die Leuchtdiode praktisch gar nicht sehen. Das ist blöd, weil es an der der Z 6 und Z 7 keine Anzeige gibt, ob GPS-Daten vorliegen oder nicht. Das ist wiederum sehr schade, weil diese Information auch insbesondere bei Bezug der Daten per Snapbridge übers Smartphone nützlich wäre (dazu mehr in einem separaten Fototipp). Es gibt wohl Nikon-Kameras, die im Sucher und/oder auf dem Monitor ein Symbol für "GPS" haben (das geht aus der Bedienungsanleitung zum GP-1A hervor), aber die Z 6 und Z 7 gehören nicht dazu. Das wäre übrigens etwas, was ich mir für ein Firmware-Update wünschen würde.

  • Bild Nikon Z7 mit GP-1A GPS-Empfänger am Kameragurt. [Foto: MediaNord]

    Nikon Z7 mit GP-1A GPS-Empfänger am Kameragurt. [Foto: MediaNord]

Wenn man an der Kamera nachschauen möchte, ob gerade GPS-Daten anliegen, gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten. Die schnelle: Eine Testaufnahme machen und anschauen; dann während der Wiedergabe die Display-Taste drücken, ggf. mehrfach, bi man zu einer der Detailansichten kommt, die hier hilfreich sind. Zum einen gibt es eine Info-Seite, die extakt die im Bild gespeicherten Koordinaten anzeigt (und die Uhrzeit, von wann die stammen). Zum anderen gibt es eine umfassende Detailansicht mit Histogramm und anderen Infos. Diese zeigt ein kleines Satelliten-Symbol an, wenn das Bild Koordinaten hat. Auch schon vor der Aufnahme kann man sich anzeigen lassen, ob Geodaten vorliegen: Menü-Taste drücken, dann in die Abteilung System, dort bis etwa in die Mitte herunterscrollen zu "Positionsdaten" und Cursortaste rechts drücken. Dann bekommt man ein Untermenü mit Einstellungsmöglichkeiten. Wenn die mittlere der drei Zeilen ausgegraut bzw. nicht aktiv ist, sind gerade keine Daten da. Ist die Zeile aktiv, kann man sie anwählen und wieder Cursor rechts drücken und sieht dann wiederum die gerade aktuellen Positionsdaten.

Fortsetzung auf Seite 2

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Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht, 53, fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.