Foto- und Video-Kamera

Testbericht: Fujifilm X-S10

Seite 2 von 2, vom 2020-12-03 (Autor: Harm-Diercks Gronewold)Zur Seite 1 wechseln

Der Fotograf kann zudem wählen, ob das Raster weniger Messpunkte beinhalten soll (117 Messpunkte im 9 x 13 Raster). Dabei ist zu beachten, dass die maximale Anzahl von 425 AF-Messpunkten nur im Einzelfeld-Modus zur Verfügung steht. Alle anderen AF-Modi arbeiten mit einer Auswahl von 117 Messpunkten. Zudem lassen sich Fokusmesspunkte zusammenfassen. In Kombination mit dem Touchscreen kann der Fokuspunkt auch auf dem Display per Tipp auf ein Motivdetail gesetzt werden.

  • Bild Das Stativgewinde der Fujifilm X-S10 ist weit vom Akku/Speicherkartenfach entfernt, so dass ein Wechsel des Akkus und der Speicherkarte auch auf einem Stativ möglich ist. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Fujifilm X-S10 ist weit vom Akku/Speicherkartenfach entfernt, so dass ein Wechsel des Akkus und der Speicherkarte auch auf einem Stativ möglich ist. [Foto: MediaNord]

Des Weiteren steht eine gut funktionierende Verfolgungsfunktion zur Verfügung, die mit der Gesichtserkennung gekoppelt werden kann. Die Verfolgungsfunktion in Kombination mit dem Touch-AF funktioniert tadellos, auch wenn das Motiv keinen optimalen Kontrast hat. Beim kontinuierlichen Autofokus geht es dann soweit, dass der Fotograf sich aus fünf unterschiedlichen Verhaltensweisen die aussuchen kann, die am Besten zur fotografischen Aufgabe passt. Wem das nicht reicht, der konfiguriert sich auch das selber und speichert es in den dafür vorgesehenen Speicherort. Die Umschaltung zwischen dem kontinuierlichen, dem Einzel- und dem manuellen Fokus sowie der Gesichtserkennung wird schnell und einfach über das bereits erwähnte Quick-Menü aktiviert.

Die Fokusgeschwindigkeit messen wir bei unseren Testberichten immer ohne Vorfokussierungssysteme. Die X-S10 wurde mit dem XF 18-55 mm F2,8-4 R LM OIS auf eine Fokusdistanz von zwei Metern positioniert und konnte den Fokus in etwa 0,3 Sekunden im Weitwinkel und 0,4 Sekunden im Telebereich finden. Das ist zwar flott, aber nicht im Spitzenbereich der X-T4. Die reine Auslöseverzögerung lag in unserem Test bei etwa 0,06 Sekunden.

Im Sucherhöcker der X-S10 ist neben dem elektronischen Sucher auch der manuell aufklappbare Blitz untergebracht. Dieser liefert eine Leitzahl von mageren 8 bei ISO 100 und einem Meter Aufnahmeabstand. Der Fotograf kann aber dank TTL-Systemblitzschuh einen kompatiblen externen Blitz aufstecken und von der Kamera steuern lassen. Leider ist es mit dem internen Blitz nicht möglich, externe Blitzgeräte per TTL-Messung auszulösen. Dafür wird ein kompatibler Aufsteckblitz benötigt. Immerhin kann dieser dann über das Kameramenü eingestellt werden.

Die Videofunktion der X-S10 wurde von Fujifilm so konzipiert, dass auch Video-Blogger, kurz Vlogger, zur Zielgruppe der Kamera gehören. Wenig verwunderlich ist also, dass die X-S10 bei den Videofunktionen einiges von der X-T4 geerbt hat. So beherrscht die X-S10 beispielsweise die DCI-Auflösung (4.096 x 2.160 Pixel) mit einer Bildwechselfrequenz von maximal 30 Bildern pro Sekunde und einem Datendurchsatz von 100 oder 200 Mbit pro Sekunde.

Die Kamera nutzt intern 6K zur Aufzeichnung von 4K-Videos. Mit diesem als Oversampling bezeichneten Verfahren fällt nicht nur der unerfreuliche Beschnitt von 4K-Videos und die damit einhergehende sehr störende Bildwinkelverengung weg, sondern auch die Bildqualität der Videos ist besser. Die Dauer der 4K-Videoaufzeichnung ist auf 29 Minuten am Stück begrenzt.

  • Bild Auf der linken Seite der Fujifilm X-S10 sind die Klappen untergebracht, die die Schnittstellen abdecken. Lediglich der kombinierte Fernbedienungs/Mikrofoneingang ist mit einem Stöpsel versehen. [Foto: MediaNord]

    Auf der linken Seite der Fujifilm X-S10 sind die Klappen untergebracht, die die Schnittstellen abdecken. Lediglich der kombinierte Fernbedienungs/Mikrofoneingang ist mit einem Stöpsel versehen. [Foto: MediaNord]

Natürlich kann die Fujifilm X-S10 auch Full-HD-Videos (1.920 x 1.080) mit maximal 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. Bei diesen Aufnahmen wird das Bild ebenfalls nicht beschnitten. Die Aufnahmedauer ist dabei auf knapp 30 Minuten begrenzt (29 min 59 sek). Auch ein HDR-Video-Modus für FullHD-Videos ist vorhanden. Bei diesem ist die Bildwechselfrequenz allerdings auf 30 Bilder pro Sekunde begrenzt. Die Daten für die Videoaufzeichnung können entweder auf die Speicherkarte geschrieben oder über die Micro-HDMI-Schnittstelle der Kamera an einen externen Recorder übergeben werden (CleanHDMI). Die Kamera kann eine Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten mit 30 Bildern pro Sekunde ausgeben. Die Farben werden dabei mit 10-Bit Farbtiefe und einer Farbunterabstastung von 4:2:2 ausgegeben. Was genau die Farbunterabstastung ist, erklären wir in einem Fototipp, den wir am Ende dieses Tests verlinkt haben.

Die Aufnahme des Tons erfolgt über das manuell aussteuerbare eingebaute Stereo-Mikrofon oder über ein externes Mikro, wenn es über den entsprechenden 2,5mm-Klinkenanschluss mit der Kamera verbunden wurde. Per beiliegendem USB-C-Klinkenadapter kann zudem ein Kopfhörer zur Tonkontrolle angeschlossen werden. Weitere Videofunktionen wie eine Zebra-Funktion, die dem Fotografen (auch) bei der Aufzeichnung zeigt, welche Bildbereiche über- beziehungsweise unterbelichtet sind, sowie verschiedene Timecode-Optionen und F-Log-Aufzeichnung sind vorhanden. Hier zeigt die X-S10 umfangreiche Ausstattung für ambitionierte Filmer.

Wie bereits am Anfang erwähnt kann der eingebaute Bildstabilisator (IBIS) auch im Videomodus eingesetzt werden. Möchte man maximale Stabilisierung, so kann ein zusätzlicher elektronischer Stabilisator hinzu geschaltet werden, was allerdings für eine Verkleinerung des Bildausschnitts sorgt.

Um 4K-Videos auf die Speicherkarte bannen zu können, muss die Speicherkarte entsprechend schnell sein. Die X-S10 kann Videos mit einer maximalen Datenrate von 200 Mbit/s auf die Speicherkarte bannen. Umgerechnet sind das mindestens 25 Megabyte, die pro Sekunde auf die Speicherkarte geschrieben werden müssen, was mindestens eine Speicherkarte mit Videoclass 30 (V30) voraussetzt.

Wir haben die Serienbild- und Speichergeschwindigkeit der Fujifilm X-S10 mit einer 64 GB großen SDXC-Speicherkarte von Panasonic mit UHS II, Class 10 und V90, also einer Mindestschreibrate von 90 Megabyte pro Sekunde (MB/s) getestet. Mehr zum Thema SD-Speicherkarten-Technologien und deren Abkürzungen ist im Fototipp in den weiterführenden Links nachzulesen.

  • Bild Die Fujifilm X-S10 besitzt ein stabiles Metallbajonett. [Foto: MediaNord]

    Die Fujifilm X-S10 besitzt ein stabiles Metallbajonett. [Foto: MediaNord]

Die Fujifilm X-S10 erreicht bei der Rohdatenspeicherung eine Geschwindigkeit von etwa 7,5 Bildern pro Sekunde (B/s) für 20 Bilder in Folge. Danach verfällt sie in ein unregelmäßiges Stakkato von durchschnittlich 1,8 B/s, während sie Daten mit etwa etwa 61 MB/s auf die Speicherkarte schreibt. Mit dem JPEG-Format erreicht die Kamera etwa 8 B/s für knapp 100 Bilder in Folge. Danach reduziert sich die Frequenz auf etwa die Hälfte und ist sehr unregelmäßig. Während der Bildprozessor in der Lage ist, große Datenmengen schnell zu verarbeiten (JPEG), zeigt sich beim Rohdatenformat, das der Pufferspeicher durchaus etwas größer dimensioniert sein könnte.

Dank eines Filter-Eintrags auf dem Moduswahlrad kann der Fotograf schnell und einfach hippe Farbfilter in die eigenen Bilder bringen. Mit einem Druck auf die Quickmenü-Taste (Q) kommt man schnell in die Auswahl der verschiedenen Filter, die sich dann mit dem hinteren Drehrad durchschalten lassen. Der Clou dabei ist, dass die Zwischenräume der einzelnen Quick-Menü-Elemente den Effekt zeigen. Das ist zwar keine richtige Vorschau, aber immerhin. Mit einem Tipp auf die OK-Taste oder den Joystick wird der Effekt bestätigt und die Ansicht des Displays/Suchers springt wieder in die normale Ansicht. Eine verschiebbare Trennungslinie zwischen Originalbild und Effekt, wie es sie beispielsweise bei der X-T200 gibt, besitzt die X-S10 nicht.

Mit insgesamt 13 Filtern ist die Auswahl nicht spektakulär, aber alle "Must Haves" wie Lochkamera, partielle Farbe (Colorkey), Fischauge, High-Key und mehr werden bedient. Zusätzlich stehen dem Fotografen die traditionellen Farbsimulationen von analogem Fujifilm-Aufnahmematerial zur Verfügung. Diese sind allerdings nicht in den Spezialeffekten zu finden. Vielmehr besitzen sie einen eigenen Eintrag Im Hauptmenü. Natürlich können die Simulationen auch im Quickmenü ausgewählt werden.

Die Filmsimulationen gehören zum analogen Erbe Fujifilms und dementsprechend stolz ist man auf die Farbreproduktion der bekannten und zum Teil heute noch erhältlichen Filmtypen. Insgesamt stehen zwölf Simulationen zur Verfügung. Neun davon basieren auf echtem Material (Provia, Velvia, Astia, Classic Chrome, Pro Neg Hi sowie Pro Neg Std, Eterna Kino, Acros und Eterna Blech Bypass). Die drei letzten Simulationen umfassen Sepia, klassisch Schwarz und Schwarzweiß. Die Filmsimulationen stehen für den Foto- und Video-Modus zur Verfügung.

Exklusiv für den Fotomodus sind der Chrome-Effekt und Chrome FX blau vorgesehen. Bei diesen Funktionen handelt es sich nicht um einen Spezialeffekt, sondern um eine Art "Schutzfunktion", um fehlenden Farbkontrast durch übersättigte Farben im Motiv zu erhalten und so das Bild weniger flach wirken zu lassen. Diese Einstellungen eignen sich prinzipiell für alle Motive, doch die Höchstform erreichen beide Effekte bei Naturaufnahmen und der Fotografie von Blumen.

  • Bild Der große Handgriff der Fujifilm X-S10 erleichtert den langen und ermüdungsfreien Einsatz der Kamera. [Foto: MediaNord]

    Der große Handgriff der Fujifilm X-S10 erleichtert den langen und ermüdungsfreien Einsatz der Kamera. [Foto: MediaNord]

Die X-S10 verfügt selbstverständlich über WLAN und Bluetooth zur drahtlosen Verbindung mit anderen Geräten. Nach der Installation der kostenlosen Camera Remote App von Fujifilm auf dem Smartphone oder Tablet mit Android oder iOS kann es auch schon losgehen. Die Kopplung des Smartgerätes mit der Kamera ist einfach Schritt für Schritt herzustellen. Dazu wird das Smartgerät zunächst über die Bluetooth-Verbindung mit der Kamera gekoppelt. Der Fotograf muss lediglich im Einstellungsmenü der Kamera den entsprechenden Punkt auswählen und schon sucht die Kamera nach kopplungsbereiten Geräten in der Umgebung. Das gleiche wird dann auf Seite des Smartgerätes gemacht und nach kurzer Zeit steht die Bluetooth-Verbindung zur Kamera.

Die sehr energiesparende Bluetooth-Verbindung wird eingesetzt, um Positionsdaten vom Smartgerät bei der Aufnahme in die Metadaten des Fotos zu schreiben. Darüber hinaus kann die App mit dieser Verbindung einen einfachen Fernauslöser und eine Bilddatenübertragung im Hintergrund durchführen. Bei der Übertragung der Bilddaten werden diese erfreulicherweise nicht verkleinert, sondern stehen in der Auflösung zur Verfügung, die in der Kamera eingestellt wurde. Lediglich die Übertragung von Rohdaten ist nicht möglich.

Die zweite Übertragungsvariante ist die WLAN-Verbindung. Diese verbraucht deutlich mehr Energie, bietet dafür aber eine höhere Datenübertragungsrate. Mit dieser lässt sich auch die Fernsteuerung mit LiveView-Funktion einsetzen. Das Live-Bild in der Fernbedienung ist bis auf wenige Ruckler stabil und auch die Einstellungen für die Aufnahmeparameter sind übersichtlich und leicht vorzunehmen. Allerdings kann die App nicht die Betriebsart der Kamera ändern. Zudem erfordern Änderungen der Betriebsart an der Kamera einen Neustart der Fernbedienungsfunktion in der App. Übrigens sind auch Firmwareupdates der Kamera via App möglich, man benötigt dazu keinen Computer.

Bildqualität

Wir haben die X-S10 mit dem Fujifilm XF 18-55 mm F2.8-4 R LM OIS in unserem Labor getestet. Der umfangreiche Labortest der Kamera-Objektiv-Kombination kann über die weiterführenden Links gegen ein kleines Entgelt abgerufen werden. Außerdem bieten wir eine Testbildreihe in Raw und JPEG bei allen ISO-Empfindlichkeiten als Bezahldownload an, womit man sich ein eigenen Eindruck der Bildqualität, auch im Vergleich mit anderen über 200 Kameras, für die wir diesen Service anbieten, verschaffen kann.

  • Bild Das Akku/Speicherkartenfach der  Fujifilm X-S10 nimmt den Akku und die SD-Speicherkarte in heimeliger Eintracht auf. [Foto: MediaNord]

    Das Akku/Speicherkartenfach der  Fujifilm X-S10 nimmt den Akku und die SD-Speicherkarte in heimeliger Eintracht auf. [Foto: MediaNord]

Das Objektiv macht sich ausgesprochen gut an der Kamera, was nicht zuletzt am Eingriff des Bildprozessors liegt. So zeigen sich nur geringfügige Randabdunklungen von maximal 0,3 EV, Farbsäume sind eher unsichtbar, können aber bei großen Kontrasten bei geschlossener Blende und maximaler Brennweite leicht sichtbar werden. Bei der Verzeichnung zeigt sich eine geringe Tonnenform im Weitwinkel und eine vernachlässigbare kissenförmige Verzeichnung in der mittleren und längsten Brennweite.

Die Auflösung der Kamera-Objektiv-Kombination erreicht bei 50 Prozent Kontrast maximal etwa 59 Linienpaaren pro Millimeter im Kleinbildäquivalent (lp/mm) in der Bildmitte bei Blende 4 und etwa 30 mm Brennweite. Zum Rand fällt die Auflösung um etwa acht Prozent nur gering ab. Der größte Bildrand-Aufllösungsverlust von etwa 17 Prozent wird erst bei höheren Blendenzahlen wie 16 und 22 erreicht. Die MTF- und die Schärfenartefakt-Kurve zeigt sich geschwungen, was ein Indiz dafür ist, dass der Bildprozessor die Nachschärfung in Abhängigkeit von Blendenzahl und Brennweite durchführt. So sind Schärfeartefakte in allen drei Brennweiten bei offener Blende am höchsten und nehmen bis F8 kontinuierlich ab, steigen darüber aber wieder, bevor sie erneut abnehmen.

Das Bildrauschen ist von seiner Anatomie sehr feinkörnig und farblich nicht auffällig. Das Helligkeitsrauschen wird ab ISO 6.400 sichtbar. Die Texturschärfe ist bis ISO 800 erfreulich konstant hoch, ab ISO 1.600 werden Bilder sichtbar unschärfer. Feine Details werden noch bis ISO 3.200 wiedergegeben. Ab ISO 6.400 verschwinden sie jedoch.

Die Eingangsdynamik beträgt in den "künstlichen" niedrigen ISO Einstellungen 80 und 100 unter 10 EV und auch die native Sensorempfindlichkeit von ISO 160 erreicht die 11 EV nicht. Erst bei ISO 1.600 werden sehr gute 11 EV erreicht und das auch nur, weil die Rauschunterdrückung anfängt, stärker zu arbeiten und so die hellen Störpixel aus den dunklen Bereichen des Bilds entfernt, wodurch aus dem Schwarz mit hellen Anteilen und tiefes, gleichmäßiges Schwarz wird.

Die durchschnittliche Farbtreue der Fujifilm X-S10 ist in allen ISO-Stufen gut. Kleinere Ausreißer betreffen Cyan, gelb und minimal Magenta-Bereiche. Die Farbtiefe ist mit knapp 23 Bit bis ISO 200 hervorragend. Immerhin stellt die Kamera damit etwa 8,4 Millionen Farben differenziert dar. Erst ab ISO 12.800 sinkt die Farbtiefe auf ein nur noch akzeptables Niveau.

Fazit

Das Design der X-S10 ist für Fujifilm-Verhältnisse modern und ergonomisch, ohne dabei seine Wurzeln des klassischen Fujifilm-Designs zu verleugnen. Wieso allerdings die Rückseite des beweglichen Displays eine wirklich billig wirkende Kunststoffnarbung haben muss, ist unverständlich, zumal Fujifilm es sogar geschafft hat, die kleinen Klappen der Anschlussabdeckungen mit einem zur Gummierung passenden Kunststoff zu verkleiden.

Das Anfassgefühl der S-X10 ist einwandfrei. Sie liegt ergonomisch in der Hand und die Bedienelemente sind prima verteilt. Auch wenn die Kamera in der Mittelklasse angesiedelt ist, besitzt sie viele Funktionen, die gerade Einsteigern zu Gute kommen. Doch auch ambitionierte Foto- und Videografen kommen auf ihre Kosten. Die Individualisierbarkeit der Kamerafunktionen und Tastenbelegung ist so umfangreich, wie man es fast nur von Profi-Boliden kennt.

Bei den Kamerafunktionen hat Fujifilm ebenfalls Profi-Ausstattung spendiert, auch wenn die Fotofunktion durchaus mehr als nur ein 1/4.000 s Verschlusszeit hätten vertragen können. Es ist dennoch alles vorhanden, was man so brauchen kann, sogar ein verkleinerter Bildstabilisator der X-T4, der nach CIPA-Standard stabile 6 EV leisten kann, gehört dazu. Darüber hinaus "erschlägt" die X-S10 den Fotografen fast mit umfangreichen Video-Funktionen wie einer 4K30-Aufnahmefunktion, CleanHDMI, Timecode, 6K Oversampling und vielem mehr.

In Sachen Bildqualität gibt es ebenfalls nicht viel auszusetzen, abgesehen vom Dynamikumfang, der durchaus höher sein könnte. Das Bildrauschen ist unauffällig und die Auflösung ist hoch. Auch die Farbwiedergabe überzeugte im Test. Insgesamt hat Fujifilm mit der X-S10 eine gute Kamera für Foto- und Videografen geschaffen, die die Messlatte in dieser Klasse nach oben verschiebt.


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Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerFujifilm
ModellX-S10
SensorCMOS APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
26,1 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,8 µm
Auflösung (max.)6.240 x 4.160 (3:2)
Video (max.)4.096 x 2.160 30p
ObjektivFujifilm XF 18-55 mm F2.8-4 R LM OIS (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 2.360.000 Bildpunkte Auflösung, 0,93-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,62-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
Monitor3,0" (7,5 cm)
  Auflösung1.040.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbarja
  schwenkbarja
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatik
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionja, Schwenkpanorama
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (256 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/4.000 s
Blitzeingebauter Blitz
  Synchronzeit1/180 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Fujifilm, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Drahtauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 160-12.800
  manuellISO 80-51.200
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder425
  Geschwindigkeit0,33 s bis 0,42 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen126 x 85 x 65 mm
Gewicht (betriebsbereit)465 g (nur Gehäuse)
738 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit325 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Tiefer, ergonomischer Handgriff
  • Viele Individualisierungsoptionen
  • Umfangreiche Videofunktion
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 1.600
  • Billig wirkende Displayrückseite
  • Eingangsdynamik könnte besser sein
  • Höchste mechanische Verschlusszeit nur 1/4.000 s
  • Schwache Akkulaufzeit im Boost-Modus