Spiegellose Systemkamera mit APS-C-Sensor

Sony Alpha 6400 im Vergleichstest

2021-12-09 Mit einer guten Bildqualität zeigt sich die spiegellose Systemkamera als flexibler Begleiter für ambitionierte Foto- und Videografie. Verpackt hat Sony die verschiedenen und mannigfaltigen Funktionen, wie beispielsweise den flotten Verfolgungs-Autofokus, in ein robustes und gleichzeitig griffiges Gehäuse.  (digitalkamera.de Redaktion)

  • Bild Sony Alpha 6400 mit E 16-50 mm F3.5-5.6 OSS PZ (SELP1650). [Foto: MediaNord]

    Sony Alpha 6400 mit E 16-50 mm F3.5-5.6 OSS PZ (SELP1650). [Foto: MediaNord]

Die Sony Alpha 6400 wurde im Januar 2019 als Nachfolgemodell der Alpha 6300 vorgestellt. Ein 24 Megapixel auflösender APS-C-Sensor sorgt in Kombination mit dem Bildprozessor Bionz X für das Einfangen und Verarbeiten der Bilddaten. Auch wenn die Bildqualität selbstverständlich bei niedrigeren ISO-Empfindlichkeiten besser ist, zeigt die Alpha 6400 dank differenzierter, nicht zu starker Rauschunterdrückung sogar bis ISO 6.400 noch ausreichend Details.

Für die richtige Fokussierung sorgt ein Hybrid-AF-System mit 425 auf dem Sensor integrierten Phasen-AF-Sensoren, die fast über das gesamte Bildfeld verteilt sind. In Kombination mit dem Set-Objektiv E 16-50 mm haben wir die Fokusgeschwindigkeit mit 0,25 und 0,46 Sekunden gemessen (Weitwinkel und Tele). Das ist zwar nicht rasend schnell, langsam ist es aber auch nicht. Der Autofokus besitzt neben einem verschiebbaren AF-Messfeld auch eine Gesichts- und Augenerkennung sowie Verfolgungsfunktionen. Zudem lässt sich die Reaktionsfreudigkeit des AF-Systems bei der Videoaufzeichnung anpassen.

Neben einem elektronischen Sucher, der für Brillenträgen nur minimal zu klein ist, besitzt die Alpha 6400 einen 7,5 Zentimeter großen Touchscreen im 16:9-Format. Dadurch bietet er für Fotos in 3:2 etwas wenig Fläche. Der Bildschirm lässt sich nicht nur nach unten klappen, sondern auch um sogar bis zu 180 Grad nach oben, womit er sich auch für Selfies und als Video-Kontrollmonitor eignet. Dank der kräftigen Hintergrundbeleuchtung lässt sich dieser auch bei hellem Umgebungslicht problemlos einsetzen. Leider ist der Touchscreen im Menü funktionslos.

  • Bild Der Monitor auf der Rückseite der Sony Alpha 6400 besitzt eine präzise Touchfunktion, die leider nicht für die Menünavigation eingesetzt werden kann. [Foto: MediaNord]

    Der Monitor auf der Rückseite der Sony Alpha 6400 besitzt eine präzise Touchfunktion, die leider nicht für die Menünavigation eingesetzt werden kann. [Foto: MediaNord]

  • Bild Sony Alpha 6400 mit E 16-50 mm F3.5-5.6 OSS PZ (SELP1650). [Foto: MediaNord]

    Sony Alpha 6400 mit E 16-50 mm F3.5-5.6 OSS PZ (SELP1650). [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Bajonett der Sony Alpha 6400 ist, wie auch Teile des Gehäuses, aus Metall gefertigt. [Foto: MediaNord]

    Das Bajonett der Sony Alpha 6400 ist, wie auch Teile des Gehäuses, aus Metall gefertigt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Oberseite der Sony Alpha 6400 präsentiert sich aufgeräumt und elegant. [Foto: MediaNord]

    Die Oberseite der Sony Alpha 6400 präsentiert sich aufgeräumt und elegant. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Stativgewinde befindet sich bei der Sony Alpha in der optischen Achse und ist weit genug vom Akkufach entfernt. So kann die Speicherkarte problemlos auf einem Stativ gewechselt werden. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde befindet sich bei der Sony Alpha in der optischen Achse und ist weit genug vom Akkufach entfernt. So kann die Speicherkarte problemlos auf einem Stativ gewechselt werden. [Foto: MediaNord]

  • Bild Auf der rechten Seite der Sony Alpha 6400 ist das Logo zu sehen, das auf die NFC-Antenne hinweist. [Foto: MediaNord]

    Auf der rechten Seite der Sony Alpha 6400 ist das Logo zu sehen, das auf die NFC-Antenne hinweist. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die linke Seite der Sony Alpha 6400 zeigt die ungedichtete Klappe, die das Anschlussterminal (für Micro-USB, Micro-HDMI und 3,5 mm Stereoklinken-Mikrofon) abdeckt. Am Objektiv erkennt man den Schiebe-Taster für den Motor-Zoom. [Foto: MediaNord]

    Die linke Seite der Sony Alpha 6400 zeigt die ungedichtete Klappe, die das Anschlussterminal (für Micro-USB, Micro-HDMI und 3,5 mm Stereoklinken-Mikrofon) abdeckt. Am Objektiv erkennt man den Schiebe-Taster für den Motor-Zoom. [Foto: MediaNord]

Bei den fotografischen Funktionen bietet die Alpha 6400 eigentlich alles, was das Herz begehrt: Neben einer Motivautomatik, Motivprogrammen und einer Programmautomatik bekommt der Fotograf auch eine Blenden- und Zeit-Automatik sowie einen manuellen Modus.

Videos nimmt die Sony Alpha 6400 mit maximal 4K-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Dabei wird die gesamte Sensorbreite genutzt. Das bewegte Bild wird aus einer 6K-Basis heruntergerechnet (2,4-faches Oversampling), was Vorteile in der Farb- und Detailwiedergabe bietet, allerdings nur bei 24 Bildern pro Sekunde. Bei maximaler Bildwechselfrequenz ist es nur noch 1,6-faches Oversampling. Auch wenn das Setobjektiv E 16-50 mm nicht die beste Bildqualität liefert, lässt es sich dank Motorzoom sogar fernsteuern, sei es per App oder auch mit einem optionalen Vlogger-Griff.

Sony Alpha 6400 Testbericht als Premium-VersionUnseren ausführlichen Einzeltest zur Sony Alpha 6400 gibt es auch als E-Book mit erweitertem Informationsumfang. Das PDF zum Herunterladen enthält gegenüber dieser Online-Version zusätzlich eine übersichtliche Tabelle mit detaillierten Einzelbewertungen sowie zwei Diagramme, in denen die Stärken und Schwächen der Kamera gut vergleichbar visualisiert werden. Zudem stellen wir drei andere Kameras als mögliche Alternativen vor und erklären welche Vor- und Nachteile diese gegenüber der Sony Alpha 6400 haben. mehr …

Verpackt ist die ganze Technik in ein robustes, teilweise aus einer Magnesiumlegierung bestehendes Gehäuse mit griffiger Gummierung und einem ergonomisch geformten Griff. Die Kamera ist laut Hersteller mit einer feuchtigkeitsabweisenden Doppelstruktur ausgestattet und die wichtigsten Bedienelemente sind gegen eindringendes Wasser geschützt. Im Handgriff der Kamera ist neben der Speicherkarte auch der Akku untergebracht. Dieser besitzt eine Reichweite von soliden 410 Aufnahmen nach CIPA-Standard. Aufgeladen wird er über die USB-Schnittstelle direkt in der Kamera. Die Alpha 6400 kann zudem über die USB-Schnittstelle (Micro-USB) dauerhaft mit Strom versorgt werden, solange ein Akku in der Kamera steckt.

  • Bild Die Sony Alpha 6400 ist auch mit dem E 18-135 mm OSS erhältlich, dass an der kompakten Sony Alpha 6400 etwas wuchtig wirkt, aber gut zu handhaben ist. [Foto: MediaNord]

    Die Sony Alpha 6400 ist auch mit dem E 18-135 mm OSS erhältlich, dass an der kompakten Sony Alpha 6400 etwas wuchtig wirkt, aber gut zu handhaben ist. [Foto: MediaNord]

Alternatives Kit-Objektiv Die Sony Alpha 6400 ist auch im Bundle mit dem APS-C-Objektiv E 18-135 mm OSS erhältlich. Das Objektiv hat einen deutlich größeren Brennweitenbereich als das kleine 16-50mm-Motor-Zoom und ist qualitativ einige Nummern besser. Letzteres war der Grund, warum wir uns für unseren ausführlichen digitalkamera.de-Test die Alpha 6400 mit dem 18-135mm bestellt hatten. Das hochwertige Objektiv ist in Relation zur Kamera ziemlich groß und schwer. Dennoch ist es eine sehr schöne, stimmige Kombination, die allerdings die in diesem Vergleichstest gesetzte Preisobergrenze deutlich sprengt.

Kommentar

Von digitalkamera.de-Herausgeber Jan-Markus Rupprecht.

Die Sony Alpha 6400 ist seit längerem nicht nur unsere Test-Kamera für Sony-E-Mount-Objektive (auch von Fremdherstellern), sondern auch eines der Arbeitstiere bei Videoproduktionen in der digitalkamera.de-Redaktion. Durchaus praktisch hat sich dabei der um 180 Grad nach oben schwenkbare Monitor erwiesen (dieser Design-"Kniff" war möglich, weil die Kamera keinen traditionellen "Sucherbuckel" hat). Gerade bei Videos ist auch das eher unübliche 16:9-Seitenverhältnis des Monitors praktisch. Nützlich bei Videoproduktionen sind auch Clean-HDMI-Out, also ein HDMI-Ausgangssignal ohne störende Anzeigen, sowie die völlig problemlose Dauerstromversorgung über die Micro-USB-Buchse.

Für Video-Anwendungen geht auch das Motorzoom-Kit-Objektiv in Ordnung, dessen einziger Vorteil sonst die geringe Bauform ist, d. h. Kamera samt Objektiv sind zusammen schön klein. Für 24-Megapixel-Fotos darf am E-Mount-Bajonett gern ein hochwertigeres Objektiv montiert werden. Dabei kann man ruhig überlegen, ob man ein paar Euro mehr in ein Vollformat-taugliches Objektiv investiert (das allerdings auch größer und schwerer als ein APS-C-Objektiv ist). Ein solches kann man dann nämlich später (oder auch wechselweise) mit einer Sony-Kamera aus der Alpha-7-Serie verwenden.

Fazit

Mit der Alpha 6400 hat Sony eine technisch hochwertige und umfangreich ausgestattete Kamera auf den Markt gebracht. Die Kamera punktet mit ihrem flotten Verfolgungsautofokus, einer hohen Serienbildgeschwindigkeit und umfangreicher Videofunktionen. Auch bei der Bildqualität muss sich die Kamera nicht verstecken. Probleme zeigten sich bei dem sehr schwammig beschriebenen Staub- und Spritzwasserschutz. Zudem ist die Speichergeschwindigkeit recht langsam, was das Leeren des sehr großen Pufferspeichers recht träge macht. Am Ende überwiegt allerdings der positive Eindruck der Kamera.

  • Schneller Verfolgungs-AF
  • Umfangreiche Videofunktion
  • Gute Bildqualität bis ISO 3.200
  • Schneller und hochauflösender Sucher
  • Set-Objektiv mit Bildstabilisator
  • Langsame Speichergeschwindigkeit
  • Touchscreen nicht vollständig in die Bedienung implementiert
  • Set-Objektiv mit begrenzter Bildqualität

Alternativen

Sony ZV-E10

Die ZV-E10 ist im Grunde eine stark für die Videografie modifizierte Alpha 6100. Sie verzichtet auf einen eingebauten elektronischen Sucher und bietet dafür ein 3-Kapsel-Mikrofon. Die ZV-E10 zeichnet Videos in 6K auf und "rechnet" sie für die Ausgabe in 4K herunter. Dieses Supersampling-Verfahren sorgt für mehr Details im Videobild. Einen Bildbeschnitt (Crop) gibt es selbstverständlich auch bei 4K-Videos nicht. Den für Video-Anwendungen eigentlich praktischen 16:9-Monitor der 6000er-Baureihe hat Sony bei dieser auf Videoanwendungen getunten Kamera lustigerweise nicht verbaut. Dafür lässt sich der Monitor hier frei schwenken und drehen. In Selfie-Position sitzt er dann neben und nicht über der Kamera.

Alle Details zur Sony ZV-E10
Unser Premium-Test zu dieser Kamera

Sony Alpha 6100

Die Alpha 6100 ist die kleine Schwester der Alpha 6400. Sie bietet wie auch die Alpha 6400 einen Hybrid-AF mit Verfolgungsfunktion sowie einen 24 Megapixel auflösenden APS-C-Sensor. Allerdings besteht das Gehäuse der Alpha 6100 aus Kunststoff und verzichtet auf einen Spritzwasser- und Staubschutz. Zudem zeichnet die Alpha 6100 4K30p-Videos mit Beschnitt auf und ihr Sucher löst etwas niedriger auf. Wer damit zufrieden ist, kann gegenüber der Alpha 6400 etliche Euro sparen.

Alle Details zur Sony Alpha 6100
Unser Premium-Test zu dieser Kamera

Modell Sony Alpha 6400
Sensor CMOS APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
25,0 Megapixel (physikalisch), 24,2 Megapixel (effektiv)
Auflösung (max.) 6.000 x 4.000 (3:2)
Video (max.) 3.840 x 2.160 30p
Objektivanschluss
Sony E
Videosucher 100 % Bildfeldabdeckung, 2.359.296 Bildpunkte Auflösung, Vergrößerung 1,1-fach (bez. auf Sensor) bzw. 0,7-fach (KB-äquiv), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 3,0 dpt)
Monitor 3,0" (7,5 cm), 921.600 Bildpunkte, beweglich, Touchscreen
AV-Anschlüsse AV-Ausgang: HDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Mikrofoneingang
Belichtung Programm-, Programmshift-, Blenden-, Zeit- und Motiv-Automatik, Bulb und Manuell
Belichtungsreihe automatisch, max. 9 Aufnahmen (1/3-3 EV Schrittweite), mit interner HDR-Verarbeitung
Belichtungsmessung Integral-, Spot- und Matrix-/Mehrfeld-Messung (1.200 Felder)
kürzeste Verschlusszeit 1/4.000 s
Bildstabilisator kein optischer Bildstabilisator
eingebauter Blitz ja
Blitzanschuh Sony Multi Interface, Standard-Mittenkontakt
Konnektivität WLAN, NFC, Bluetooth
GPS extern (dauerhafte Smartphone Verbindung)
Intervallaufnahme ja (Startzeit einstellbar), max. 9.999 Aufnahmen
Speicher
Speicherkartenfach 1: Memory Stick (Duo Pro), SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit automatisch ISO 100 bis 6.400, manuell ISO 100 bis 102.400
Autofokus Phasenvergleich, Kontrast (425 Sensor(en))
Serienbildfunktion max. 11,0 Bilder/s und max. 116 Aufnahmen in bester Qualität
Gehäuse Spritzwasserschutz
Abmessungen 120 x 67 x 60 mm (B x H x T)
Gewicht 403 g (betriebsbereit, ohne Objektiv)
Online-Datenblatt https://www.digitalkamera.de/GJAQ1 (mit Preisvergleich)

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