Kleinste Kompaktkamera mit Bildsensor in APS-C-Größe

Ricoh GR IIIx im Vergleichstest

2021-12-09 Die Ricoh GR IIIx ist ein edler Handschmeichler und (zusammen mit ihrem Schwestermodell GR III) die zur Zeit kleinste APS-C-Sensor-Kamera auf den Markt. Die lichtstarke Festbrennweite liefert eine hervorragende Bildqualität. Dazu kommen noch die hervorragende Makro-Funktion und moderne Konnektivität. Damit wird die Kamera ein idealer Begleiter für anspruchsvolle Fotografen, die sich auch bei festlichen Anlässen auf eine dezente kleine Kamera verlassen wollen.  (digitalkamera.de Redaktion)

Ricoh GR IIIx Testbericht als Premium-VersionUnseren ausführlichen Einzeltest zur Ricoh GR IIIx gibt es auch als E-Book mit erweitertem Informationsumfang. Das PDF zum Herunterladen enthält gegenüber dieser Online-Version zusätzlich eine übersichtliche Tabelle mit detaillierten Einzelbewertungen sowie zwei Diagramme, in denen die Stärken und Schwächen der Kamera gut vergleichbar visualisiert werden. Zudem stellen wir vier andere Kameras als mögliche Alternativen vor und erklären welche Vor- und Nachteile diese gegenüber der Ricoh GR IIIx haben. mehr …

  • Bild Der Touchscreen ist bei der Ricoh GR IIIx zwar unbeweglich verbaut, leuchtet aber äußerst hell und bietet einen großen Betrachtungswinkel. [Foto: MediaNord]

    Der Touchscreen ist bei der Ricoh GR IIIx zwar unbeweglich verbaut, leuchtet aber äußerst hell und bietet einen großen Betrachtungswinkel. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das 26,1mm-Objektiv ist zwar nur F2,8 lichtstark, aber der beweglich gelagerte Sensor der Ricoh GR IIIx sorgt für eine Bildstabilisierung, so dass man bis zu ca. 0,4 Sekunden lange Belichtungen freihändig anfertigen kann. [Foto: MediaNord]

    Das 26,1mm-Objektiv ist zwar nur F2,8 lichtstark, aber der beweglich gelagerte Sensor der Ricoh GR IIIx sorgt für eine Bildstabilisierung, so dass man bis zu ca. 0,4 Sekunden lange Belichtungen freihändig anfertigen kann. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Draufsicht zeigt den zu Pentax-TTL kompatiblen Systemblitzschuh der Ricoh GR IIIx sowie die oberen Bedienelemente, beispielsweise den gesicherten Moduswahlschalter. [Foto: MediaNord]

    Die Draufsicht zeigt den zu Pentax-TTL kompatiblen Systemblitzschuh der Ricoh GR IIIx sowie die oberen Bedienelemente, beispielsweise den gesicherten Moduswahlschalter. [Foto: MediaNord]

  • Bild Etwas unglücklich platziert wurde das Metall-Stativgewinde der Ricoh GR IIIx. Es liegt außerhalb der optischen Achse und direkt neben der Akku- und Speicherkartenfachklappe. [Foto: MediaNord]

    Etwas unglücklich platziert wurde das Metall-Stativgewinde der Ricoh GR IIIx. Es liegt außerhalb der optischen Achse und direkt neben der Akku- und Speicherkartenfachklappe. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der kleine Schalter auf der linken Seite der Ricoh GR IIIx wird zum Umschalten zwischen dem Foto- und Videomodus genutzt. Bei länger Betätigung wird das WLAN aktiviert. [Foto: MediaNord]

    Der kleine Schalter auf der linken Seite der Ricoh GR IIIx wird zum Umschalten zwischen dem Foto- und Videomodus genutzt. Bei länger Betätigung wird das WLAN aktiviert. [Foto: MediaNord]

  • Bild Auf der rechten Seite der Ricoh GR IIIx ist die USB-C-Schnittstelle unter einer weichen Gummikappe verborgen. Ladekabel, Datenkabel, HDMI-Kabel oder Fernauslösekabel können hier angeschlossen werden. [Foto: MediaNord]

    Auf der rechten Seite der Ricoh GR IIIx ist die USB-C-Schnittstelle unter einer weichen Gummikappe verborgen. Ladekabel, Datenkabel, HDMI-Kabel oder Fernauslösekabel können hier angeschlossen werden. [Foto: MediaNord]

Die Ricoh GR IIIx wurde im September 2021 als Schwestermodell der zu dem Zeitpunkt bereits drei Jahre alten GR III vorgestellt. Dabei sind die Unterschiede gar nicht groß: Die GR IIIx besitzt lediglich ein anderes Objektiv und eine aktuellere Firmware, wobei jedoch auch die GR III heute dank kostenloser Updates auf demselben Funktionsstand ist.

Die GR IIIx besitzt eine F2,8 lichtstarke Festbrennweite mit einem Kleinbildäquivalent von 40 Millimetern (GR III: 28 Millimeter), das sich beim Ausschalten ins Gehäuse zurückzieht und praktischerweise auch gleich die Frontlinse mit einem integrierten Lamellenvorhang schützt. Mit einem Gewicht von lediglich 260 Gramm und einer Größe von nur 10,9 x 6,2 x 3,6 Zentimetern ist die GR IIIx die zweitkleinste APS-C-Kamera – nur die GR III ist noch drei Millimeter flacher.

  • Bild Trotz der kompakten Abmessungen liegt die Ricoh GR IIIx erstaunlich gut in der Hand. [Foto: MediaNord]

    Trotz der kompakten Abmessungen liegt die Ricoh GR IIIx erstaunlich gut in der Hand. [Foto: MediaNord]

Trotz des kleinen, leichten Gehäuses ist die GR IIIx robust verarbeitet (Magnesiumlegierung) und dank der großzügigen Gummierung auch sehr griffig. Sogar einen Sensor-Shift-Bildstabilisator konnten die Ricoh-Ingenieure in dem kleinen Gehäuse unterbringen, der bis zu vier Blendenstufen längere Belichtungszeiten ohne verwackelte Bilder ermöglicht – das sind bis zu 0,4 Sekunden Belichtungszeit.

Zeitgemäß zeigt sich die Ricoh auch beim Autofokus-System, denn es kommt ein Hybrid-Autofokus mit auf dem Sensor integrierten Phasen-AF-Sensoren in Kombination mit einem Kontrastautofokus zum Einsatz, Gesichter und Augen werden ebenfalls erkannt. Zudem gibt es einen pfiffigen Schnappschuss-Modus, bei dem die Kamera auf eine vorher eingestellte Entfernung fokussiert. Dieser ist aber auch nötig, weil der Autofokus wahrlich keine Geschwindigkeitsrekorde aufstellt.

Da das Objektiv eine sehr hohe optische Qualität besitzt und der APS-C-Sensor mit 24 Megapixeln hoch auflöst, ist die Bildqualität entsprechend gut und liegt auch deutlich über dem, was man mit (günstigen) Zoomobjektiven erreichen kann. Bei der Bildaufbereitung sind die Ricohs allerdings etwas zurückhaltend abgestimmt, wodurch die Bilder zwar neutral wirken und sich auch in JPEG gut nachbearbeiten lassen, aber sie sind ohne Bearbeitung nicht so knackig.

Die Ricoh GR IIIx ist eine Kamera für ambitionierte Fotografen, die die Aufnahmeparameter gerne selbst einstellen. Motivprogramme und eine Vollautomatik sucht man daher vergebens. Diverse Filterfunktionen, um den Fotos einen individuellen Anstrich zu verleihen, gibt es hingegen schon.

Das kompakte Gehäuse bedeutet aber nicht nur einen Kompromiss bei der Flexibilität des Objektivs (kein Zoom), sondern auch den Verzicht auf einen eingebauten Sucher und einen beweglichen Bildschirm. Immerhin leuchtet der 7,5 Zentimeter große Touchscreen sehr hell. Ebenfalls verzichten muss man auf eine gute Videofunktion. Sie löst nur in FullHD auf, ist mit 60 Bildern pro Sekunde aber immerhin flüssig. Ein externes Mikrofon lässt sich nicht anschließen und einen separaten HDMI-Anschluss gibt es ebenfalls nicht, stattdessen kann per USB-C ein Adapter verwendet werden.

Apropos USB-C: Über diese Schnittstelle lässt sich auch der winzige Lithium-Ionen-Akku laden. Das ist auch bitter nötig, denn das kompakte Gehäuse erlaubt keinen großen Akku, weshalb die Laufzeit mit nur 200 Bildern nach CIPA-Standard ziemlich begrenzt ist.

Kommentar

(Von digitalkamera.de-Herausgeber Jan-Markus Rupprecht.)

Ich hatte das Vergnügen das Schwestermodell Ricoh GR III (mit dem 28mm-Objektiv) für einige Tage auf einer Reise zu verwenden. Die winzige Kamera hat mich dabei sehr fasziniert. Die Bildqualität ist wirklich beeindruckend – und das bei dieser geringen Baugröße! Den richtigen Aha-Effekt erlebt mal erst, wenn man die Fotos durch die Bildbearbeitung jagt, vorzugsweise natürlich die Raw-Dateien (die die Ricoh-GR-Modelle praktischerweise als DNG-Dateien speichern). Die JPEGs sind zwar technisch ebenfalls sehr gut, ich hätte sie mir aber "knackiger" und "gefälliger" gewünscht. Dies ließe sich sicherlich in der Kamera einstellen, denn die Justage-Möglichkeiten in den Menüs sind äußerst vielfältig. Dazu fehlte mir auf der kurzen Reise allerdings die Zeit.

Vermisst habe ich eigentlich nur einen integrierten Sucher. Dieser würde das Gehäuse allerdings wohl zu sehr vergrößern. So passt die schön flache Kamera locker in die Gesäßtasche einer Jeans – das geht mit keiner anderen APS-C-Kamera, außer eben dem Schwestermodell GR IIIx. Wenn ich mich heute zwischen beiden Modellen entscheiden sollte, würde ich wahrscheinlich zur 40mm-Version GR IIIx greifen. Natürlich ist ein 28mm-Weitwinkel oft auch schön, eignet sich aber eher schlecht bis gar nicht für Sachaufnahmen oder Porträts. Die 40 mm sind dagegen in der Praxis für viele Fotografen vermutlich der perfekte Kompromiss.

Fazit

Die Ricoh GR IIIx ist eine beeindruckend kleine Kompaktkamera, wenn man bedenkt, dass in ihr ein großer APS-C-Sensor sitzt, der sogar zur Bildstabilisierung beweglich gelagert ist. Dabei ist die Kamera ein ausgesprochener Fotospezialist, die Videofunktion erfüllt hingegen keinerlei moderne Ansprüche. Autofokus und Serienbildfunktion sind wenig performant, mit der ohnehin geringen Akkuenergie geht die Kamera dennoch nicht effektiv um. Neben der geringen Größe ist aber vor allem die Bildqualität, nicht zuletzt dank des hervorragenden Objektivs, ein echter Trumpf der Ricoh GR IIIx.

  • Kleines und hochwertiges Gehäuse
  • Sensor-Shift-Bildstabilisator
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 400, gut bis ISO 1.600
  • Gute Menüführung
  • Kein Sucher
  • Kein 4K-Video
  • Geringe Akkulaufzeit
  • Langsame Serienbildfunktion

Alternative

Ricoh GR III

Die Ricoh GR III ist das ältere, kleinere Schwestermodell der GR IIIx. Der eigentliche Unterschied liegt bei der Brennweite, denn die GR III hat ein 28mm-Objektiv (Kleinbildäquivalent). Ihr Funktionsumfang entspricht indes dank mehrerer Firmwareupdates, die sie im Laufe der Jahre bekommen hat, dem der aktuellen GR IIIx. Mit Abmessungen von 10,9 x 6,2 x 3,3 Zentimetern ist die GR III die kleinste APS-C-Kamera, die es gibt und drei Millimeter flacher als die GR IIIx.

Ricoh GR III Datenblatt mit Links zu allen weiteren Informationen

Modell Ricoh GR IIIx
Markteinführung September 2021
Sensor CMOS-Sensor APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
24,8 Megapixel (physikalisch), 24,2 Megapixel (effektiv)
Foto (max.) 6.000 x 4.000 (3:2)
Video (max.) 1.920 x 1.080 60p
Objektiv 40 mm / F2,8 (feste Brennweite)
Monitor 3,0" (7,5 cm) TFT LCD Monitor mit 1.037.000 Bildpunkten, Touchscreen, entspiegelt, Helligkeit einstellbar, Farbe einstellbar
Autofokus Phasenvergleich-Autofokus mit 25 Sensoren, Kontrast-Autofokus mit 25 Messfeldern
Autofokus-Funktionen Einzel-Autofokus, kontinuierlicher Autofokus, Flächen-Autofokus, Verfolgungs-Autofokus, Manuell, AFL-Funktion, AF-Hilfslicht (LED), Fokus-Peaking, Fokuslupe (16-fach)
Serienaufnahmen max. 4 Bilder/s
Belichtungsreihe Belichtungsreihenfunktion mit maximal 3 Aufnahmen, Schrittweite von 0,3 bis 5 EV
Blitz kein eingebauter Blitz vorhanden; Blitzschuh: Pentax, Standard-Mittenkontakt
Speicher
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Drahtlos WLAN, Bluetooth
GPS extern (dauerhafte Smartphone Verbindung)
USB-Typ
USB 3.1 SuperSpeedPlus (Typ C)
USB-Stromversorgung USB-Ladefunktion und USB-Dauer-Stromversorgung
Intervallfunktion ja (Startzeit einstellbar) max. 99 Aufnahmen
CleanHDMI nein
Akkulaufzeit 200 Aufnahmen gem. CIPA-Standard
Abmessungen 109 x 62 x 36 mm (B x H x T)
Gewicht 260 g (betriebsbereit)

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