Großer APS-C-Sensor plus Zoom im Taschenformat

Canon PowerShot G1 X Mark III im Vergleichstest

2021-12-09 Kompaktkameras mit großem APS-C-Sensor gibt es ohnehin nur wenige und die Canon PowerShot G1 X Mark III ist die einzige davon, die ein Zoom-Objektiv hat. Ihr 3-fach-Zoom bietet einerseits die Flexibilität hinsichtlich des Bildwinkels, die viele Anwender erwarten. Andererseits liefert diese Kompaktkamera mit ihrem großen Sensor eine Bildqualität, die einer Systemkamera in nichts nachsteht. Auch beim Gehäuse liefert die Kamera gediegene Qualität und sie hat alle Ausstattungsmerkmale, die ein Fotograf braucht. Deutlich schlechter sieht es allerdings bei den Videofunktionen aus.  (digitalkamera.de Redaktion)

  • Bild Trotz des großen APS-C-Sensors ist die Canon PowerShot G1 X Mark III erstaunlich kompakt. Das liegt am nicht allzu zoom- und lichtstarken Objektiv. [Foto: MediaNord]

    Trotz des großen APS-C-Sensors ist die Canon PowerShot G1 X Mark III erstaunlich kompakt. Das liegt am nicht allzu zoom- und lichtstarken Objektiv. [Foto: MediaNord]

Die Canon PowerShot G1 X Mark III ist die einzige Kompaktkamera mit großem APS-C-Sensor und Zoom-Objektiv. Sie kam bereits Ende 2017 auf den Markt und der Hersteller versprach bei ihrer Vorstellung DSLR-Bildqualität im Hosentaschenformat. Dafür wurde die Kamera auch umfangreich ausgestattet, wie zum Beispiel mit einem schnellen Dual-Pixel-Autofokus-System.

Das sehr hochwertige, sogar mit einem Spritzwasser- und Staubschutz versehene Gehäuse besitzt eine griffige Gummierung und liegt für die kleine Größe gut und sicher in der Hand. Dadurch, dass das Zoomobjektiv nach dem Einschalten, wie bei vielen Kompaktkameras üblich, motorisch ein gutes Stück aus dem Gehäuse herausfährt, sollte man dennoch keine allzu große Robustheit erwarten. Sandkörner in der Objektiv-Mechanik sind auf jeden Fall der Feind solcher Konstruktionen. Dafür lässt sich die Kamera ausgeschaltet, nachdem sich das Objektiv ins Gehäuse zurückgezogen hat und man von Hand den Objektivdeckel aufgesetzt hat, wunderbar in einer Jackentasche verstauen. So klein ist dann keine Systemkamera mit Zoomobjektiv mit so großem Sensor!

Der APS-C-Sensor hat übrigens das übliche 3:2-Seitenverhältnis und löst standesgemäße 24 Megapixel auf. Seine Daten werden vom Bildprozessor Digic 7 zügig verarbeitet. Das optische Dreifachzoom hat eine Lichtstärke von F2,8 bis F5,6 und entspricht einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 24-72 Millimeter. Zusätzlich verfügt das Objektiv über einen optischen Bildstabilisator, so dass auch längere Belichtungszeiten verwackelungsfrei aus der Hand gehalten werden können. Der Autofokus besitzt 49 Messpunkte, eine Verfolgungs-Funktion sowie eine Gesichtserkennung. Die Kamera findet den Fokus in 0,28 Sekunden im Weitwinkel. Die Auslöseverzögerung beträgt nur 0,06 Sekunden. Bei der Bildqualität zeigt die Canon eine sehr hohe Auflösung mit geringem Verlust zum Bildrand.

Die Bedienung der Kamera ist gut durchdacht. Zur Menünavigation stehen Einstellräder und der bewegliche, 7,5 Zentimeter große Touchscreen zur Verfügung. Zudem lassen sich einige Tasten individualisieren. Darüber hinaus stehen drahtlose Verbindungsoptionen ebenso zur Verfügung wie ein USB- und ein HDMI-Anschluss.

Deutlich schwächer zeigt sich die Canon bei der Videofunktion. Statt 4K löst diese lediglich in FullHD auf und auch ein Mikrofon-Anschluss fehlt. Clean-HDMI beherrscht sie ebenfalls nicht, kann also kein ungestörtes Livebild ausgeben – mindestens das grüne Kästchen für die Autofokus-Position bleibt immer sichtbar. Immerhin kann sie mit der entsprechenden Canon-Treibersoftware mit niedriger Auflösung als Webcam genutzt werden und liefert dann ein schönes Bild mit der oft gewünschten relativ geringen Schärfentiefe.

  • Bild Der große dreh- und schwenkbare Bildschirm belegt fast die gesamte Rückseite der Canon PowerShot G1 X Mark III. Da bleibt nicht mehr allzu viel Platz für Tasten. [Foto: MediaNord]

    Der große dreh- und schwenkbare Bildschirm belegt fast die gesamte Rückseite der Canon PowerShot G1 X Mark III. Da bleibt nicht mehr allzu viel Platz für Tasten. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das hochwertig verarbeitete Gehäuse der Canon PowerShot G1 X Mark III besteht aus Kunststoff und Metall, es soll sogar spritzwasser- und staubgeschützt sein. [Foto: MediaNord]

    Das hochwertig verarbeitete Gehäuse der Canon PowerShot G1 X Mark III besteht aus Kunststoff und Metall, es soll sogar spritzwasser- und staubgeschützt sein. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Canon PowerShot G1 X Mark III bietet nicht nur einen Blitzschuh, sondern im Gegensatz zum Vorgängermodell auch einen elektronischen Sucher. [Foto: MediaNord]

    Die Canon PowerShot G1 X Mark III bietet nicht nur einen Blitzschuh, sondern im Gegensatz zum Vorgängermodell auch einen elektronischen Sucher. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Stativgewinde der Canon PowerShot G1 X Mark III sitzt nicht nur außerhalb der optischen Achsen, sondern auch viel zu nah am Akku- und Speicherkartenfach. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Canon PowerShot G1 X Mark III sitzt nicht nur außerhalb der optischen Achsen, sondern auch viel zu nah am Akku- und Speicherkartenfach. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Canon PowerShot G1 X Mark III bietet eine ausgesprochen gute Bildqualität, vor allem die Auflösung des Objektivs kann sich sehen lassen. Über ISO 1.600 nimmt die Bildqualität allerdings deutlich ab. [Foto: MediaNord]

    Die Canon PowerShot G1 X Mark III bietet eine ausgesprochen gute Bildqualität, vor allem die Auflösung des Objektivs kann sich sehen lassen. Über ISO 1.600 nimmt die Bildqualität allerdings deutlich ab. [Foto: MediaNord]

  • Bild Mit Micro-USB, Micro-HDMI und einem Fernauslösekabelanschluss ist die Canon PowerShot G1 X Mark III etwas spartanisch mit Schnittstellen ausgestattet. Ein Mikrofoneingang wäre beispielsweise nützlich gewesen. [Foto: MediaNord]

    Mit Micro-USB, Micro-HDMI und einem Fernauslösekabelanschluss ist die Canon PowerShot G1 X Mark III etwas spartanisch mit Schnittstellen ausgestattet. Ein Mikrofoneingang wäre beispielsweise nützlich gewesen. [Foto: MediaNord]

Die Akkulaufzeit ist mit etwa 200 Aufnahmen pro Ladung etwas schwach und verlangt vom Fotografen für längere Touren einen zweiten Akku. Alternativ kann sie aber zwischendurch per USB aufgeladen werden, auch mit einer Powerbank oder mobil per USB-Zigarettenanzünder-Stecker im Auto, bezüglich des Ladegeräts ist sie nicht wählerisch.

Kommentar

(Von Jan-Markus Rupprecht, digitalkamera.de-Herausgeber.)

Canon PowerShot G1 X Mark III Testbericht als Premium-VersionUnseren ausführlichen Einzeltest zur Canon PowerShot G1 X Mark III gibt es auch als E-Book mit erweitertem Informationsumfang. Das PDF zum Herunterladen enthält gegenüber dieser Online-Version zusätzlich eine übersichtliche Tabelle mit detaillierten Einzelbewertungen sowie zwei Diagramme, in denen die Stärken und Schwächen der Kamera gut vergleichbar visualisiert werden. Zudem stellen wir drei andere Kameras als mögliche Alternativen vor und erklären welche Vor- und Nachteile diese gegenüber der Canon PowerShot G1 X Mark III haben. mehr …

Die Canon PowerShot G1 X Mark III habe ich mir 2019 als Zweit- und Taschenkamera gekauft. Ich liebe kleine Kameras und mag meist keine große Ausrüstung herumschleppen. Gleichzeitig sind meine Qualitätsansprüche in den letzten Jahren enorm gestiegen. Da schien mir diese kleine Kamera mit ihrem großen Sensor genau richtig.

Das Gehäuse selbst ist sehr robust, durch die sehr griffige Gummierung jedoch auch etwas schmutzanfällig. Das herausfahrende Objektiv ist ziemlich filigran und wurde bei meinem Exemplar auch schon auf Garantie ausgetauscht (Blockade der Mechanik). Nur durch diesen mechanischen Trick mit dem ins Gehäuse einfahrenden Objektiv ist die Kamera jedoch insgesamt so Jackentaschen-tauglich. Diesen Kompromiss muss man also eingehen und darf die Kleine nicht zu hart rannehmen.

Was die Canon in JPEG oder Raw abliefert, ist sehr "ehrlich" und technisch tadellos, selbst wenn man auf 100 Prozent ins Bild hineinzoomt. Meine Frau würde sich oft "gefälligere" Fotos wünschen, ihr Smartphone macht das scheinbar besser, was aber letztlich nur Bildbearbeitung ist. Die Videos in FullHD sehen ebenfalls toll aus (schade, dass die Kamera kein 4K-Video beherrscht).

Fazit

Die Canon PowerShot G1 X Mark III ist eine rundum gelungene, wenn auch nicht perfekte Kamera, die man bedenkenlos empfehlen kann. Sie ist kompakt und hochwertig gebaut, ohne dabei zu klein für eine ordentliche Ergonomie geraten zu sein. Sie arbeitet flott und hat alles Nötige an Bord. Die Videofunktion ist gut, allerdings ohne 4K-Auflösung und ohne CleanHDMI. Die Bildqualität überzeugt nicht nur mit dem guten APS-C-Sensor mit hoher Auflösung, sondern vor allem mit dem sehr guten Objektiv, das über einen großen Blendenbereich hoch auflöst und auch am Bildrand nur wenig Auflösung verliert.

  • Kompaktes Gehäuse
  • Gute Bedienung über Touchscreen und Tasten
  • Gute Bildqualität bis ISO 1.600
  • Hochauflösendes Objektiv
  • Geringe Akkulaufzeit
  • Kein 4K-Video
  • Sucher schlecht für Brillenträger geeignet
Modell Canon PowerShot G1 X Mark III
Sensor CMOS-Sensor APS-C 22,5 x 15,0 mm (Cropfaktor 1,6)
24,2 Megapixel (effektiv)
Auflösung (max.) 6.000 x 4.000 (3:2)
Video (max.) 1.920 x 1.080 60p
Objektiv 24-72 mm / F2,8-5,6 (3-fach Zoom)
Sucher elektronischer Sucher mit 2.360.000 Pixeln, 100 % Bildfeld, Dioptrienausgleich
Monitor 3,0" (7,5 cm), 1.040.000 Bildpunkte, beweglich, Touchscreen
AV-Anschlüsse AV-Ausgang: HDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Belichtung Programm-, Programmshift-, Blenden-, Zeit- und Motiv-Automatik, Bulb und Manuell
Belichtungsreihe automatisch, max. 3 Aufnahmen (1/3-2 EV Schrittweite), mit interner HDR-Verarbeitung
Belichtungsmessung Mittenbetonte Integralmessung, Matrix/Mehrfeld-Messung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit 1/2.000 s
Bildstabilisator optischer Bildstabilisator
Eingebauter Blitz ja
Blitzschuh Canon, Standard-Mittenkontakt Blitzschuh
Drahtlos WLAN, NFC, Bluetooth
GPS extern (dauerhafte Smartphone Verbindung)
Speicher
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit Automatisch ISO 100 bis 25.600, manuell ISO 100 bis 25.600
Autofokus Phasenvergleich, Kontrast
Serienaufnahmen max. 9 Bilder/s und max. 24 Aufnahmen in bester Qualität
Gehäuse Spritzwasserschutz
Abmessungen 115 x 78 x 51 mm (B x H x T)
Gewicht 399 g (betriebsbereit)
Online-Datenblatt https://www.digitalkamera.de/OWV1L (mit Preisvergleich)

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