Achtes Objektiv für das spiegellose Z-System

Weitwinkel-Festbrennweite Nikon Z 24 mm F1.8 S vorzeitig präsentiert

2019-09-04 Mit dem Z 24 mm F1.8 S kündigt Nikon sein achtes Objektiv für das junge spiegellose Z-System an und bringt damit gleichzeitig die ursprüngliche Roadmap durcheinander, denn eigentlich waren für 2019 noch ein 20 mm F1.8 und ein 70-200 mm F2.8 geplant, das nun angekündigte 24 mm F1.8 stand ursprünglich erst für 2020 auf dem Plan. Offensichtlich ist es früher fertig geworden und bietet ein wetterfestes, wenn auch ungewöhnlich großes Gehäuse und soll bis in die Bildecken scharf sein.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Für ein spiegelloses Ultraweitwinkelobjektiv fällt das Nikon Z 24 mm F1.8 S ungewöhnlich groß aus, soll dafür aber auch eine hervorragende optische Leistung bieten. [Foto: Nikon]

    Für ein spiegelloses Ultraweitwinkelobjektiv fällt das Nikon Z 24 mm F1.8 S ungewöhnlich groß aus, soll dafür aber auch eine hervorragende optische Leistung bieten. [Foto: Nikon]

  • Bild Der breite Einstellring des Nikon Z 24 mm F1.8 S dient nicht nur der manuellen Fokussierung, sondern auch die Blende oder Belichtungskorrektur können darüber eingestellt werden. [Foto: Nikon]

    Der breite Einstellring des Nikon Z 24 mm F1.8 S dient nicht nur der manuellen Fokussierung, sondern auch die Blende oder Belichtungskorrektur können darüber eingestellt werden. [Foto: Nikon]

  • Bild Zahlreiche Dichtungen verhindern beim Nikon Z 24 mm F1.8 S das Eindringen von Staub und Spritzwasser. [Foto: Nikon]

    Zahlreiche Dichtungen verhindern beim Nikon Z 24 mm F1.8 S das Eindringen von Staub und Spritzwasser. [Foto: Nikon]

Bisher gab es weniger als 35 mm Brennweite in Nikons Z-System nur in Form von Zoomobjektiven mit F2,8 und F4, nun aber auch als Festbrennweite mit F1,8. Neun abgerundete Blendenlamellen sollen für eine gleichmäßig runde Öffnung sorgen. Ungewöhnlich groß fällt das Objektiv aus, denn normalerweise lassen sich für spiegellose Systeme mit ihrem geringen Auflagemaß gerade Weitwinkelobjektive besonders kompakt bauen. Das neue Z 24 mm F1.8 S ist hingegen mit einem Durchmesser von 78 und einer Länge von 97 Millimetern sogar größer als das Z 85 mm F1.8 S. Oft heißt es für die Ingenieure aber "groß und richtig gut" oder "gewohnte Qualität, aber kompakter", wenn es um das Design neuer spiegelloser Objektive geht. Nikon hat sich wohl für ersteres entschieden und verspricht eine "hochmoderne Optik" mit "außergewöhnlicher Nahaufnahmeleistung", das "ultrascharf bis in die Bildecken" ist. Außerdem behauptet Nikon: "Die Bildschärfe bei Nahaufnahmen ist vergleichbaren Objektiven dieser Brennweite überlegen."

Tatsächlich ist die Nahaufnahmegrenze mit 25 Zentimetern äußerst kurz, zum Makroobjektiv wird es mit einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:6,7 dennoch nicht. Die optische Konstruktion besteht aus zwölf Linsen inklusive asphärischen und ED-Glaselementen, die in zehn Gruppen angeordnet sind. Reflexe und Geisterbilder soll die Nanokristallvergütung unterbinden. Das Objektiv arbeitet mit einem Multi-Fokus-System und unhörbarem Schrittmotor, auch für Videofilmer soll sich das Objektiv dank minimiertem Fokusatmen hervorragend eignen. Foto- wie Videografen dürften sich über den lautlos arbeitenden Einstellring freuen, über den alternativ zur manuellen Fokussierung auch die Blende oder Belichtungskorrektur gesteuert werden kann. Die 450 Gramm schwere Festbrennweite ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet und soll ab Mitte Oktober 2019 zu einem Preis von knapp 1.200 Euro erhältlich sein.

Hersteller Nikon
Modell Z 24 mm F1.8 S
Unverbindliche Preisempfehlung 1.199,00 €
Bajonettanschluss Nikon Z
Brennweite 24,0 mm
Lichtstärke (größte Blende) F1,8
Kleinste Blendenöffnung F16
KB-Vollformat ja
Linsensystem 12 Linsen in 10 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
Anzahl Blendenlamellen 9
Naheinstellgrenze 250 mm
Bildstabilisator vorhanden nein
Autofokus vorhanden ja
Wasser-/Staubschutz ja
Filtergewinde 72 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 78 x 97 mm
Objektivgewicht 450 g

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.