Native spiegellose Vollformatobjektive von Sigma für L- und E-Mount

Vollformatobjektive 35 mm F1.2, 45 mm F2.8 und 14-24 mm F2.8 von Sigma

2019-07-11 Mit dem Trio 35 mm F1.2 DG DN Art, 14-24mm F2.8 DG DN Art und 45mm F2.8 DG DN Contemporary kündigt der japanische Objektivspezialist Sigma seine ersten Objektive für spiegellose Vollformat-Systemkameras an. Sie sollen sowohl mit dem L-Mount der Allianz von Leica, Sigma und Panasonic als auch mit dem E-Bajonett von Sony erhältlich sein. Während das 14-24 mm den Extrem-Weitwinkelbereich abdeckt, ist das 35 mm F1.2 das bisher lichtstärkste Objektiv von Sigma. Das 45er hingegen soll mit seiner Kompaktheit und dem guten Preis-Leistungsverhältnis punkten.  (Benjamin Kirchheim)

Das Sigma 14-24mm F2.8 DG DN Art profitiert am meisten vom geringen Auflagemaß spiegelloser Systemkameras, kann es so doch verhältnismäßig kompakt ausfallen. Bei einem Gewicht von knapp 800 Gramm misst es 8,5 Zentimeter im Durchmesser und 13,1 Zentimeter in der Läge, wobei hier die fest verbaute Streulichtblende gleich mitzählt. Das robuste Gehäuse ist zudem gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet.

  • Bild Das Sigma 14-24 mm F2.8 DG DN besitzt eine stark gewölbte Frontlinse, die Streulichtblende ist fest verbaut. [Foto: Sigma]

    Das Sigma 14-24 mm F2.8 DG DN besitzt eine stark gewölbte Frontlinse, die Streulichtblende ist fest verbaut. [Foto: Sigma]

  • Bild Das robuste Gehäuse des Sigma 14-24 mm F2.8 DG DN ist gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet. [Foto: Sigma]

    Das robuste Gehäuse des Sigma 14-24 mm F2.8 DG DN ist gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet. [Foto: Sigma]

Die aufwändige optische Konstruktion inklusive der stark gewölbten Frontlinse besteht aus 18 Elementen, die in 13 Gruppen angeordnet sind. Optische Filter in Form einer Folie lassen sich am Halter hinten einschieben. Dank der Nanovergütung NPC (Nano Porus Coating) sollen Reflexionen und Geisterbilder sowie Blendenreflexe minimiert werden. Die Frontlinse ist zudem mit einer schmutzabweisenden Beschichtung versehen. Sie ist eine von drei asphärischen Linsen, außerdem kommen fünf SLD-Glaselemente und ein FLD-Glas zur Optimierung der Bildqualität zum Einsatz. Sigma verspricht eine hohe Auflösung bis an den Bildrand und dank der Lichtstärke sowie des großen Bildwinkels von 84 bis 114 Grad diagonale eine ideale Eignung für Astrofotografie bei geringer ISO-Empfindlichkeit.

Für den Autofokusantrieb sorgt ein leiser Schrittmotor, ein manueller Eingriff ist jederzeit möglich. Zudem verfügt das Objektiv über eine AF-L-Taste, die sich auch mit anderen Funktionen belegen lässt. Die Naheinstellgrenze liegt bei 28 Zentimetern, was einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:7,3 ermöglicht. Für ein schönes Bokeh soll die Blendenöffnung mit neun abgerundeten Lamellen sorgen. Ab August 2019 soll das Sigma 14-24mm F2.8 DG DN Art zu einem Preis von knapp 1.530 Euro wahlweise mit L- oder E-Mount erhältlich sein. Auch einen Anschluss-Wechselservice bietet Sigma für das Objektiv an.

  • Bild Da 35mm F1,2 DG DN Art ist Sigmas bisher lichtstärkstes Objektiv. Es bietet einen Blendenring mit De-Click-Funktion für lautlose Bedienung bei Videoaufnahmen. [Foto: Sigma]

    Da 35mm F1,2 DG DN Art ist Sigmas bisher lichtstärkstes Objektiv. Es bietet einen Blendenring mit De-Click-Funktion für lautlose Bedienung bei Videoaufnahmen. [Foto: Sigma]

  • Bild Die Streulichtblende ist beim Sigma 35mm F1,2 DG DN Art abnehmbar. Selbstverständlich ist auch dieses Objektiv gegen Staub und Spritzwasser geschützt. [Foto: Sigma]

    Die Streulichtblende ist beim Sigma 35mm F1,2 DG DN Art abnehmbar. Selbstverständlich ist auch dieses Objektiv gegen Staub und Spritzwasser geschützt. [Foto: Sigma]

Maximale Lichtstärke bei einer Reportage-Festbrennweite stand hingegen beim Sigma 35 mm F1.2 DG DN Art im Vordergrund. Drei SLD-Glaselemente sowie drei asphärische Linsen inklusive einer doppelasphärischen Linse sollen bei der aus insgesamt 17 Linsen in zwölf Gruppen bestehenden Konstruktion optische Fehler minimieren. Doch auch die kamerainterne Korrektur soll zur Reduzierung der Verzeichnung und Randabdunklung ihren Teil beitragen. Die Auflösung des 35mm-Objektivs liegt laut Sigma bei über 50 Megapixeln. 

Der Autofokus arbeitet mit einem schnellen Ultraschallmotor, neben einem manuellen Fokusring für jederzeitigen Eingriff steht zudem ein Blendenring mit deaktivierbarer Rastung zur Verfügung. Letzteres ist insbesondere für Videoaufnahmen interessant. Des Weiteren gibt es einen AF-MF-Schalter sowie eine AF-L-Taste, die sich auch mit einer anderen Funktion belegen lässt. Die minimale Fokusdistanz liegt bei 30 Zentimeter, was einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:5,1 ermöglicht. Die Blende besteht auch hier aus elf Lamellen. Für die nötige Robustheit sollen das Messingbajonett, der Spritzwasser- und Staubschutz sowie die öl- und schmutzabweisende Beschichtung der Frontlinse sorgen. Ab August 2019 soll das knapp 1,1 Kilogramm schwere und 13,6 Zentimeter lange sowie 8,8 Zentimeter "dicke" zu einem Preis von knapp 1.530 Euro erhältlich sein. Die mitgelieferte Streulichtblende ist abnehmbar, zudem lassen optische Filter mit 82 mm Durchmesser verwenden.

  • Bild Das Sigma 45 mm F2.8 DG DN Contemporary will nicht nur mit seinem guten Preis-Leistungsverhältnis punkten, sondern auch mit einem geringen Gewicht und einer sehr kompakten Größe. [Foto: Sigma]

    Das Sigma 45 mm F2.8 DG DN Contemporary will nicht nur mit seinem guten Preis-Leistungsverhältnis punkten, sondern auch mit einem geringen Gewicht und einer sehr kompakten Größe. [Foto: Sigma]

  • Bild Die abnehmbare Streulichtblende des Sigma 45 mm F2.8 DG DN Contemporary ist genauso geriffelt wie auch der Blenden- und Fokusring. [Foto: Sigma]

    Die abnehmbare Streulichtblende des Sigma 45 mm F2.8 DG DN Contemporary ist genauso geriffelt wie auch der Blenden- und Fokusring. [Foto: Sigma]

Das dritte Objektiv im Bunde gehört nicht der Art-Serie an, die höchste Qualitätsansprüche bedienen soll, sondern der Contemporary-Serie. Auch sie soll eine hohe Bildqualität bieten, aber hier werden zu Gunsten des Preises einige Kompromisse gemacht. Das Normalobjektiv Sigma 45mm F2.8 DG DN Contemporary möchte so mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis sowie seiner Kompaktheit punkten. Bei einem Gewicht von 215 Gramm misst es gerade einem 4,6 Zentimeter in der Länge und 6,4 Zentimeter im Durchmesser, geht also fast schon als Pancake-Objektiv durch. Dafür ist es mit F2,8 nicht ganz so lichtstark. Die optische Konstruktion besteht lediglich aus acht Linsen, die in sieben Gruppen angeordnet sind. Auch die Blende muss mit sieben Lamellen auskommen. Sigma betont dennoch das schöne Bokeh, so soll es beispielsweise auch im Randbereich nicht zu Doppelkonturen des unscharfen Bereichs kommen.

Keine Kompromisse gibt es bei der Gehäusequalität. Auch hier kommt ein Messingbajonett zum Einsatz, das Gehäuse besteht hauptsächlich aus Metall und ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Für den Autofokusantrieb sorgt ein Schrittmotor, es kann jederzeit manuell mittels des Fokusrings eingegriffen werden. Dank der geringen Naheinstellgrenze von 24 Zentimetern wird ein maximaler Abbildungsmaßstab von 1:4 erreicht, so dass Sigma auch die Tabletop-Fotografie als möglichen Einsatzbereich sieht. Sogar einen Blendenring hat Sigma verbaut. Bereits ab Juli 2019 soll das Sigma 45mm F2.8 DG DN Contemporary zu einem Preis von knapp 570 Euro erhältlich sein. Die abnehmbare Gegenlichtblende gehört zum Lieferumfang, der Anschlusswechselservice vom L- auf das E-Bajonett steht ebenfalls zur Verfügung.

Des Weiteren hat Sigma eine neue Roadmap für spiegellose Vollformatobjektive veröffentlicht. Bis Ende 2020 sollen 14 Objektive im Angebot sein inklusive der drei heute vorgestellten. Noch in diesem Jahr plant Sigma folgende Objektive:

  • 20mm F1.4 Art
  • 24mm F1.4 Art
  • 28mm F1.4 Art
  • 35mm F1.4 Art
  • 40mm F1.4 Art
  • 50mm F1.4 Art
  • 85mm F1.4 Art
  • 105mm F1.4 Art
  • 135mm F1.8 Art

2020 sollen dann noch diese Objektive hinzukommen:

  • 14mm F1.8 Art
  • 16mm F1.4 DC
  • 30mm F1.4 DC
  • 56mm F1.4 DC
  • 70mm Macro

Wie man sieht, will Sigma sich also vor allem auf hochwertige Festbrennweiten konzentrieren, Zooms sind nicht dabei.

Hersteller Sigma Sigma
Modell 35 mm 1.2 DG DN Art 45 mm 2.8 DG DN Contemporary
Preis (UVP) 1.529,00 EUR 569,00 EUR
Bajonettanschluss Sony E, L-Mount Sony E, L-Mount
Brennweite 35,0 mm 45,0 mm
Lichtstärke (größte Blende) F1,2 F2,8
Kleinste Blendenöffnung F16 F22
KB-Vollformat ja ja
Linsensystem 17 Linsen in 12 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
8 Linsen in 7 Gruppen
Anzahl Blendenlamellen 11 7
Naheinstellgrenze 300 mm 240 mm
Bildstabilisator vorhanden nein nein
Autofokus vorhanden ja ja
Wasser-/Staubschutz ja ja
Filtergewinde 82 mm 55 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 88 x 136 mm 64 x 46 mm
Objektivgewicht 1.090 g 215 g
Hersteller Sigma
Modell 14-24 mm 2.8 DG DN Art
Preis (UVP) 1.529,00 EUR
Bajonett Sony E, L-Mount
Brennweitenbereich 14-24 mm
Lichtstärke (größte Blende) F2,8 (durchgängig)
Kleinste Blendenöffnung F22
Linsensystem 18 Linsen in 13 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
KB-Vollformat ja
Anzahl Blendenlamellen 11
Naheinstellgrenze 280 mm
Bildstabilisator vorhanden nein
Autofokus vorhanden ja
Wasser-/Staubschutz ja
Filtergewinde Kein Filtergewinde
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 85 x 131 mm
Objektivgewicht 795 g

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.