Rundumerneuerung

Hasselblad präsentiert die X1D II 50C und das XCD 3,5-4,5 35-75mm Zoom

2019-06-19 Mit der X1D II 50C bringt der schwedische Kamerahersteller Hasselblad die zweite Generation seiner spiegellosen Mittelformatkamera auf den Markt. Sie besitzt nicht etwa eine höhere Auflösung, sondern das "Drumherum", bestehend aus Performance, Bildschirm, Sucher, Benutzerinterface und einigem mehr, wurde erneuert. Das neue Zoom XCD 3,5-4,5 35-75mm soll die Bildqualität von Festbrennweiten erreichen und deckt einen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von rund 28 bis 60 Millimetern ab.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Der 44 mal 33 Millimeter große CMOS-Sensor der Hasselblad X1D II 50C löst auch weiterhin 50 Megapixel auf. [Foto: Hasselblad]

    Der 44 mal 33 Millimeter große CMOS-Sensor der Hasselblad X1D II 50C löst auch weiterhin 50 Megapixel auf. [Foto: Hasselblad]

  • Bild Der rückwärtige Touchscreen der Hasselblad X1D II 50C misst nun über neun Zentimeter in der Diagonale. [Foto: Hasselblad]

    Der rückwärtige Touchscreen der Hasselblad X1D II 50C misst nun über neun Zentimeter in der Diagonale. [Foto: Hasselblad]

Der Mittelformatsensor misst 44 mal 33 Millimeter, besitzt also ein Seitenverhältnis von 4:3 und löst rund 50 Megapixel auf. Zum Vergleich mit einer Kleinbildkamera muss man die Brennweiten mit einem Faktor von 0,79 multiplizieren. Eine Videofunktion besitzt die X1D II 50C zunächst nicht, sie soll später per Firmwareupdate aktiviert werden. Das Vorgängermodell kam lediglich auf eine Full-HD-Auflösung. Neuerungen gibt es beim Bildschirm und dem elektronischen Sucher der spiegellosen Systemkamera. Obwohl die Abmessungen des Gehäuses mit rund 15 mal zehn mal sieben Zentimetern ähnlich kompakt bleiben wie beim Vorgängermodell wächst der Bildschirm in der Diagonale von drei auf nunmehr 3,6 Zoll, das sind knapp über neun Zentimeter. Auch die Auflösung steigt, sie liegt nun bei 2,36 Millionen Bildpunkten. Die Touchfunktionalität gab es indes bereits beim Vorgängermodell.

Auch der elektronische Sucher wird größer und höher auflösend, auch wenn hier nicht die höchstauflösende, aktuelle Displaytechnologie zum Einsatz kommt. Bei einer 0,87-fachen Vergrößerung löst der Sucher nun 3,69 Millionen Bildpunkte auf. Zudem ist es nun möglich, das Menü auch bei der Verwendung des Suchers aufzurufen, auch der Aufbau soll nun logischer und die Icons und Texte verständlicher sein. Überhaupt hat Hasselblad das Benutzerinterface modernisiert und dabei Kundenwünsche einfließen lassen. Der Selbstauslöser, die Intervallaufnahmefunktion sowie das Bracketing (Reihenaufnahmefunktion) sind nun über die Drive-Einstellung erreichbar und eine Belichtungswaage wird auf dem Bildschirm eingeblendet. Außerdem kann der Fokuspunkt nun per Fingertipper auf dem Touchscreen ausgewählt werden.

  • Bild Hasselblad hat die X1D II 50C als besonders mobile spiegellose Mittelformatkamera designt, die nicht zuletzt aufgrund des ausgeprägten Handgriffs unterwegs eine gute Ergonomie bieten soll. [Foto: Hasselblad]

    Hasselblad hat die X1D II 50C als besonders mobile spiegellose Mittelformatkamera designt, die nicht zuletzt aufgrund des ausgeprägten Handgriffs unterwegs eine gute Ergonomie bieten soll. [Foto: Hasselblad]

Die Performance wurde ebenfalls in vielen Punkten verbessert. Die Einschaltzeit soll um 46 Prozent reduziert worden sein, die Auslöseverzögerung und die Dunkelzeit fallen ebenfalls kürzer aus. Zudem arbeitet die Livebildfunktion nun mit einer Bildwiederholrate von 60 statt lediglich 37 Bildern pro Sekunde (und das trotz gestiegener Auflösung), auch die Serienbildgeschwindigkeit ist von zwei auf 2,7 Bilder pro Sekunde gestiegen. Des Weiteren soll die allgemeine Performance bei der Bedienung gestiegen sein und der Autofokus mit einer höheren Genauigkeit arbeiten.

Außerdem ist es nun möglich, JPEGs in voller Auflösung kameraintern zu speichern, es ist sogar möglich, nur die JPEGs zu speichern. Zudem soll die JPEG-Bildqualität höher sein. Mehr Farbtiefe gibt es indes im Raw- oder Tiff-Format. Während ein JPEG je nach Bildinhalt und Einstellung 5 bis 25 Megabyte (MB) Speicher belegen soll, sind es bei einem 8 Bit Tiff stolze 154 MB, bei einem Raw hingegen "nur" 106 MB. Hasselblad empfiehlt die Verwendung schneller UHS-II-SD-Karten, zu denen die X1D II 50C kompatibel ist.

  • Bild Die Hasselblad X1D II 50C soll sich nun per USB-C-Schnittstelle aufladen lassen. Auch eine Verbindung zum iPad Pro oder Air ist möglich. [Foto: Hasselblad]

    Die Hasselblad X1D II 50C soll sich nun per USB-C-Schnittstelle aufladen lassen. Auch eine Verbindung zum iPad Pro oder Air ist möglich. [Foto: Hasselblad]

Sehr nützlich ist zudem die Tatsache, dass das GPS nun nicht mehr extern angeschlossen werden muss und den Nikon-kompatiblen TTL-Blitzschuh belegt, sondern in die Kamera eingebaut wurde. Die USB-Schnittstelle hat Hasselblad um eine praktische Ladefunktion erweitert, sodass man die für mobile Anwendungen gedachte Kamera unterwegs einfach nachladen kann.

Apropos mobile Anwendungen: Die neue, ab Juli 2019 kostenlos erhältliche App Phocus Mobile 2 verbindet ein iPad Pro oder iPad Air per USB-C oder WLAN mit der X1D II 50C und ermöglicht einen mobilen, effizienten Arbeitsablauf inklusive Rohdatenverarbeitung. Auch Tethered Shooting (Kamerafernbedienung) ist möglich. Ab Juli 2019 soll die Hasselblad X1D II 50C zu einem Preis von knapp 6.000 Euro erhältlich sein und ist damit gut ein Drittel günstiger als noch das Vorgängermodell.

  • Bild Das neue XCD 35-75 mm soll das beste Objektiv sein, das Hasselblad je gebaut hat. [Foto: Hasselblad]

    Das neue XCD 35-75 mm soll das beste Objektiv sein, das Hasselblad je gebaut hat. [Foto: Hasselblad]

Passend zur neuen Kamera baut Hasselblad mit dem neuen Zoom XCD 3,5-4,5 35-75mm sein Objektivprogramm aus. Das neunte X-System-Objektiv soll Festbrennweitenqualität bieten und deckt einen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von rund 28 bis knapp 60 Millimetern ab. Es soll sogar das beste Objektiv sein, das Hasselblad bisher entwickelt hat. Dank schnellem Innen-Autofokus und geringem Gewicht soll es sich gleichermaßen für Landschaftsaufnahmen und Porträts eignen. Der Zentralverschluss erlaubt Belichtungszeiten von 1/2.000 bis 68 Sekunden inklusive Blitzsynchronisation bei jeder Geschwindigkeit. Interessenten müssen sich indes noch bis zum Oktober 2019 gedulden, dann soll das Hasselblad XCD 3,5-4,5 35-75mm zu einem Preis von knapp 5.400 Euro erhältlich sein.

Hersteller Hasselblad
Modell XCD 3,5-4,5/35-75 mm
Preis (UVP) 5.400,00 EUR
Bajonett Hasselblad XCD
Brennweitenbereich 35-75 mm
Lichtstärke (größte Blende) F3,5 bis F4,5
Kleinste Blendenöffnung F32
Linsensystem 15 Linsen in 13 Gruppen
inkl. asphärische Linse(n)
KB-Vollformat nicht relevant
Naheinstellgrenze 450 mm
Bildstabilisator vorhanden nein
Autofokus vorhanden ja
Filtergewinde 77 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 85 x 145 mm
Objektivgewicht 1.155 g

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.