Spiegellose Systemkamera mit APS-C-Format-Sensor

Fujifilm X-T3 mit neuem Sensor und neuem Prozessor vorgestellt

Seite 2 von 2, vom 2018-09-06 (Autor: Jan-Markus Rupprecht)Zur Seite 1 wechseln

Kommen wir noch zur Video-Performance, die neue Maßstäbe setzt. Eigentlich ungewöhnlich für so eine Retro-Design-Kamera, die doch eigentlich nach 100-Prozent-Fotokamera aussieht. Die Fujifilm X-T3 ist die weltweit erste spiegellose Systemkamera, die mit einer internen SD-Karte 4K/60fps 4:2:0 10Bit aufnehmen kann. Sie ist auch die weltweit erste spiegellose Systemkamera mit APS-C oder größerem Sensor, die eine 4K/60fps 4:2:2 10-Bit HDMI-Ausgabe ermöglicht. Unterstützte Videoformate umfassen den weit verbreiteten H.264/MPEG-4 AVC sowie H.265/HEVC für größere Datenkompression. Dies ermöglicht die Verwendung von hohen 200 Mbps Bitraten bei der Aufnahme von 4K/60fps 4:2:0 10bit sowie eine simultane HDMI-Ausgabe während der Aufnahme. Verfügbare Videokomprimierungsoptionen sind ALL-Intra (nur mit H.265/HEVC, nicht kompatibel mit H.264) und Long GOP. Bei Verwendung von ALL-Intra wird das Video mit 400 Mbps aufgezeichnet (erfordert eine SD-Karte mit der Geschwindigkeitsklasse V60 oder höher).

Die Lesegeschwindigkeit des Sensors ist etwa 50 Prozent schneller als die bisheriger, was ein schnelles Auslesen von 4K/60fps-Videos ermöglicht. Die Rolling-Shutter-Verzerrung wurde weiter reduziert, um ein sich schnell bewegendes Objekt besser aufzuzeichnen. Die nun durch die Kamera unterstützte Farbtiefe von 10 Bit erhöht die Menge möglicher Farbinformationen im Vergleich zu 8 Bit um das 64-fache. Dies wird mit einem Dynamikbereich von 400 Prozent (ca. 12 Blendenstufen) kombiniert, um anspruchsvolle Motive, wie z. B. eine Landschaft bei Sonnenuntergang, mit hoher Gradation zu erfassen.

  • Bild Fujifilm X-T3. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-T3. [Foto: Fujifilm]

  • Bild Fujifilm X-T3. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-T3. [Foto: Fujifilm]

Die Einführung der neuen Funktion "4K Interframe Rauschminderung" hat das Rauschen um etwa das Äquivalent von zwei Blendenstufen verringert. Dieser neue Verarbeitungsprozess weist eine verbesserte Genauigkeit bei der Identifikation des Rauschens auf. Dadurch erreicht man eine leistungsfähigere Rauschunterdrückung. Die „4K Interframe Rauschminderung“ verwendet Differenzdaten zwischen benachbarten Frames, um das Rauschen zu reduzieren. Darüber hinaus wurde die Mindestempfindlichkeit für die Aufnahme von F-Log- und DR400-Prozent-Material von ISO 800 auf ISO 6.400 verbessert, um den Anforderungen von Videofilmern gerecht zu werden.

Zusätzlich zu den oben genannten Funktionen unterstützt die X-T3 nach einem Firmware-Update, das bis Ende 2018 veröffentlicht werden soll, die Videoaufzeichnung im Hybrid Log Gamma (HLG), einem Format definiert im internationalen Standard ITU-R BT.2100. Als Reaktion auf Benutzer-Feedback soll das Firmware-Update für die X-T3 auch ermöglichen, Filmsimulation und F-Log-Material gleichzeitig auszugeben.

Als optionales Zubehör wird es einen neuen Hochformat- und Batteriegriff namens VG-XT3 geben. Dieser ist gegen Staub sowie Spritzwasser geschützt und kälteresistent bis zu minus zehn Grad Celsius. In den Handgriff passen zwei Akkus, so dass insgesamt drei Batterien, inklusive der Batterie in der Kamera, gleichzeitig verwendet werden können. Die Akkuleistung reicht dann für bis zu 1.100 Bilder („Normal-Modus“). Die Kamera muss selbst bei Serien- oder Videoaufnahmen ihren Betrieb nicht unterbrechen, um auf eine neue Batterie umzuschalten. Der Batteriegriff verfügt über Auslöser, Fokus-Hebel, AE-L- und AF-L-Taste, Einstellräder, Q- sowie Fn-Taste und bietet damit beim Fotografieren im Hochformat denselben Komfort wie im Querformat. Außerdem verfügt der VG-XT3 über eine Akku-Ladefunktionalität, so dass mit dem mitgelieferten Netzadapter (AC-9VS) gleichzeitig zwei Batterien in ca. 2 Stunden geladen werden können.     

  • Bild Fujifilm X-T3 mit XF 18-55 mm und VPB-XT3 Batteriegriff. [Foto: Fujifilm]

    Fujifilm X-T3 mit XF 18-55 mm und VPB-XT3 Batteriegriff. [Foto: Fujifilm]

Als weiterer Handgriff (ohne Akkus und Bedienelemente) kommt der MHG-XT3 auf den Markt. Er bietet besseren Halt und hilft dabei, unerwünschte Kamerabewegungen zu vermeiden, wie sie zum Beispiel bei Aufnahmen mit größeren Teleobjektiven leicht vorkommen. Die Kamera kann samt Griff auf einem Stativ befestigt werden, auch beim Wechseln des Akkus oder der SD-Speicherkarte muss der Griff nicht abgenommen werden. Die Basis kann als Schnellverschluss verwendet werden, wenn eine Schwalbenschwanzhalterung am Stativ verwendet wird.

Für das Zubehör sind noch keine Preise bekannt. Die Kamera Fujifilm X-T3 ist in Silber oder Schwarz erhältlich und kostet als Body 1.499 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) oder als Kit mit dem Fujinon XF18-55mm F2.8-4 R LM OIS Bildstabilisator-Standard-Zoom 400 Euro mehr, also 1.899 Euro. Markteinführung soll noch diesen Monat sein, Fujifilm gibt den 20. September 2018 an.


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