Hochauflösende Vollformat-DSLM

Testbericht: Sony Alpha 7R IV

Seite 2 von 2, vom 2019-11-15 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

Bei der Messung der Autofokusgeschwindigkeit in diesem Modus zeigt sich allerdings auch ein kleiner Nachteil der enormen Sensorauflösung: Für die nötige Präzision braucht die Alpha 7R IV eben doch einen Hauch länger und erreicht dadurch zwar keine Rekordwerte, ist aber mit rund einer drittel Sekunde nach wie vor schnell. Positiv sticht zudem die reine Auslöseverzögerung von nur 0,03 Sekunden hervor. Da kommt nicht nur eine DSLR mit Klappspiegel kaum noch mit, sondern sogar manch andere spiegellose Systemkamera nicht. Dabei ist natürlich von Vorteil, dass die Sony mit Arbeitsblende misst, so dass die Blende vor dem Auslösen nicht noch geschlossen werden muss.

  • Bild Das an 42 Megapixeln gute FE 24-105 mm F4 G OSS ist der 61 Megapixel hohen Sensorauflösung der Sony Alpha 7R IV nicht gewachsen. [Foto: MediaNord]

    Das an 42 Megapixeln gute FE 24-105 mm F4 G OSS ist der 61 Megapixel hohen Sensorauflösung der Sony Alpha 7R IV nicht gewachsen. [Foto: MediaNord]

Der Autofokus der Sony Alpha 7R IV kann aber auch ganz anders, wenn es sein muss. Im Verfolgungsmodus ist er nämlich rasend schnell und erkennt nicht nur Gesichter, sondern auch Augen von Menschen oder wahlweise Tieren. Sogar bei zehn Serienbildern pro Sekunde wird der Autofokus unterbrechungsfrei nachgeführt. Entsprechend der Leistungsfähigkeit stehen zudem diverse Parameter zur Konfiguration zur Verfügung, um beispielsweise einige AF-Punkte zu einer Gruppe zusammenzufassen. Überhaupt bietet der Autofokus mit 425 Kontrast- und 567 auf dem Sensor integrierten Phasen-Messpunkten eine üppige AF-Messdichte auf einer großen Fläche des Bildsensors.

Die versprochenen zehn Serienbilder pro Sekunde erreicht die Sony Alpha 7R IV problemlos und hält sie trotz der enormen Auflösung in Raw sogar für 73 statt der versprochenen 68 Bilder durch, in JPEG X-Tra-Fine sind es hingegen "nur" 67 Bilder. Dabei fallen mit 60 Megabyte für ein verlustfrei komprimiertes 14-Bit-Raw oder 50 Megabyte für ein JPEG enorme Datenmengen an. Interessant wird es, wenn der Puffer voll ist und wie lange es dauert, diesen wieder zu leeren. In Raw geht das mit schneller Speicherkarte dauerhaft mit 1,8 Bildern pro Sekunde, in JPEG hingegen nur mit 0,5 Bildern pro Sekunde. Der deutliche Unterschied zeigt sich auch beim Leeren des Puffers, was in Raw nur 21 Sekunden dauert, in JPEG hingegen fast zwei Minuten (115 Sekunden sind es genau).

Das Nadelöhr ist dabei nicht die Datenmenge, sondern die Bildaufbereitung, die trotz des leistungsfähigen Bionz-X-Bildprozessors mit Front-End-LSI-Hilfsprozessor enorme Zeit in Anspruch nimmt – nicht zuletzt, weil auch Objektivfehler digital kompensiert werden. Da beim Schreiben der Bilder einige Kameraeinstellungen gesperrt sind, kann es in JPEG schon etwas lästig werden, auf das Leeren des Puffers zu warten. Wer also die Bilder nicht sofort braucht, sondern sie auch später am Computer entwickeln kann, sollte für schnellere Reaktionszeiten bei Actionaufnahmen tatsächlich auf das Raw- statt auf das JPEG-Format setzen. Bisher war das eigentlich eher umgekehrt der Fall. Die nur etwa 20 Prozent größere Datenmenge der Raw-Aufnahmen fällt bei der Sony Alpha 7R IV eher weniger ins Gewicht.

  • Bild Mit einer Blitzsynchronbuchse, Mikrofonein- und Kopfhörerausgang, Micro-HDMI sowie gleich zwei USB-Schnittstellen (Micro und Typ C) bietet die Sony Alpha 7R IV zahlreiche Schnittstellen. Bluetooth, Dual-Band-WLAN und NFC kommen noch dazu. [Foto: MediaNord]

    Mit einer Blitzsynchronbuchse, Mikrofonein- und Kopfhörerausgang, Micro-HDMI sowie gleich zwei USB-Schnittstellen (Micro und Typ C) bietet die Sony Alpha 7R IV zahlreiche Schnittstellen. Bluetooth, Dual-Band-WLAN und NFC kommen noch dazu. [Foto: MediaNord]

Das Gegenteil von Serienbild-Actionaufnahmen stellt die Intervallfunktion dar, die nun endlich ihren Weg in die Alpha-7-Serie gefunden hat. Mit einstellbarer Startzeit und Intervall sind bis zu 9999 Aufnahmen möglich. Praktischerweise wird die Gesamtaufnahmedauer bereits im Vorwege berechnet, so dass man auch ohne Taschenrechner abschätzen kann, ob die gewünschte Aufnahmezeit erreicht wird. Mit einem Drei-Sekunden-Intervall kann man beispielsweise bis zu acht Stunden und 20 Minuten die Intervallaufnahme laufen lassen, etwa für die Aufnahme des Sternenhimmels. Bei 24 Bildern pro Sekunde ergäbe sich daraus ein sieben Minuten langer Film, den man angesichts der hohen Auflösung problemlos in 8K oder höher rendern könnte. Weitere Einstellungen erlauben eine langsame Anpassung der Belichtungszeit und eine wählbare Priorisierung von Belichtungszeit oder Intervallzeit, falls diese sich überschneiden. Auch eine lautlose Aufnahme mit elektronischem Verschluss ist möglich.

Apropos Verschluss: Dieser bietet einen Einstellbereich von 30 Sekunden bis 1/8.000 Sekunde, egal ob elektronisch oder mechanisch. Dabei klingt der Verschluss angenehm satt, aber nicht zu laut. Die Bulb-Funktion steht allerdings nur bei mechanischem Verschluss zur Verfügung. Zudem ist die mechanische Arbeit des Verschlusses durchaus spürbar. Sicherlich nicht ohne Grund ist ein elektronischer erster Verschlussvorhang aktivierbar, um Vibrationen zu reduzieren.

Auch die Videofunktion der Sony Alpha 7R IV kann sich sehen lassen. Man könnte zwar meinen, sie sei angesichts der hohen Pixeldichte nicht so gut für Videoaufnahmen geeignet, dem ist jedoch nicht so. Die 4K-Videofunktion arbeitet mit 6K-Oversampling, was für eine höhere Bildqualität sorgt. Allerdings sind mit der hohen Auflösung nur maximal 30 Bilder pro Sekunde möglich. Dabei fällt sofort der enorme Bildbeschnitt auf das Super-35-mm-Format auf, das etwa APS-C-Größe entspricht. Schaltet man dagegen auf Full-HD um, wird die volle Bildbreite des Kleinbildsensors ausgenutzt. Etwas lästig ist auch die Beschränkung der Bildwiederholfrequenzen, die an das PAL- und NTSC-Format gebunden ist. In PAL sind nur Aufnahmen mit 25 Bildern pro Sekunde (in Full-HD auch 50 oder 100p) möglich, in NTSC hingegen 24, 30, 60 und 120 Bilder pro Sekunde je nach Auflösung. Angesichts der sonst so freien Programmierbarkeit der Funktion erscheint das geradezu grotesk.

Der mechanische Sensor-Shift- sowie der optische Bildstabilisator des Objektivs sind bei der Videoaufnahme aktiv, einen elektronischen Bildstabilisator, der die genutzte Aufnahmefläche weiter beschränken würde, gibt es nicht. Für die Tonaufnahme steht eine Pegelanzeige zur Verfügung, statt des internen Stereomikrofons lassen sich analoge und digitale extern anschließen, eine Tonkontrolle per Kopfhörer fehlt auch nicht. Außerdem lässt sich das Signal über die HDMI-Schnittstelle extern aufzeichnen. Intern stehen nämlich "nur" 100 Mbit/s als maximale Qualität zur Verfügung. Im Gegensatz zur Fotoaufnahme steht hier auch eine HDR-Aufnahme nach HLG-Standard zur Verfügung, auch andere bei professionellen Videoaufnahmen übliche Tonwerteinstellungen sind möglich. Eine Proxy-Aufnahmefunktion in HD-Auflösung steht ebenfalls zur Verfügung. Auch fast die gesamte Leistungsfähigkeit der Autofokusfunktionen lässt sich nutzen und konfigurieren, darunter der Echteizeit-Gesichts- und Augen-Autofokus für Menschen.

  • Bild Das Stativgewinde der Sony Alpha 7R IV sitzt in der optischen Achse, der Abstand zum Akkufach ist üppig. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Sony Alpha 7R IV sitzt in der optischen Achse, der Abstand zum Akkufach ist üppig. [Foto: MediaNord]

Die Drahtloskonnektivität der Sony Alpha 7R IV gibt alles her, was heutzutage technisch möglich und sinnvoll ist. Neben Bluetooth-LE gehören dazu auch NFC sowie Dual-Band-WLAN mit 2,4 und 5 GHz sowie alle aktuellen WLAN-Übertragungsgeschwindigkeiten wie etwa N oder AC. Damit lässt sich die Alpha 7R IV via Bluetooth oder WLAN fernauslösen, auch mit Livebildübertragung zum Smartphone und Konfiguration der Aufnahmeparameter. Eine Bluetooth-Fernbedienung bietet Sony ebenfalls an. Ebenfalls via Bluetooth wird die Geotaggingfunktion realisiert, dabei wird das GPS (beziehungsweise alle gebotenen Ortungssysteme) des verbundenen Smartphones genutzt. Zudem unterstützt die 7R IV Hintergrund-FTP-Datenübertragungen per WLAN und natürlich die Fernsteuerung vom Computer aus, ebenfalls drahtlos per WLAN oder auch per USB-Kabel.

Weniger üppig ist hingegen die Wiedergabefunktion. Eine Bild- oder Videobearbeitung ist hier nicht möglich, aber immerhin lässt sich eine Diashow abspielen, via HDMI auch auf einem Fernseher inklusive Steuerung über die Fernseher Fernbedienung. Direktdruckfunktionen bietet die Sony auch. Nützlich ist zudem die Bildbewertungsfunktion, so dass man bereits in der Kamera seine Favoriten markieren kann.

Bildqualität

Mit 61 Megapixeln auf einem Kleinbildsensor bietet die Sony Alpha 7R IV derzeit die höchste Auflösung im Kleinbildformat. Die Pixeldichte entspricht dabei einem 26 Megapixel auflösenden APS-C-Sensor oder dem 100 Megapixel auflösenden Mittelformatsensor der Fujifilm GFX 100. Canon erreicht mit der M6 Mark II und der 90D im APS-C-Format indes genauso wie Olympus und Panasonic mit 20 Megapixeln bei Micro Four Thirds derzeit bereits höhere Pixeldichten, sodass zukünftig auch höhere Auflösungen denkbar sind. Doch ist das überhaupt sinnvoll? Einerseits werden Objektivfehler mit zunehmender Pixeldichte immer stärker sichtbar beziehungsweise die Anforderungen an die Objektive steigen. Je größer der Bildkreis des Objektivs, desto schwieriger und teuer ist es Objektivfehler zum minimieren. Zum anderen bietet die Sony Alpha 7R III mit 42 Megapixeln eine hervorragende Balance aus hoher Auflösung und guter High-ISO-Performance. Die geht so weit, dass die 7R III bei höchster Empfindlichkeit auf zwölf Megapixel herunterskaliert immer noch mehr Details bei weniger Rauschen auf den Sensor bannt als die nativ zwölf Megapixel auflösende Alpha 7S II, die zwar darüber hinaus noch höhere Empfindlichkeiten erreicht, dabei aber keine brauchbare Bildqualität mehr abliefert (auf ein Nachfolgemodell wartet man übrigens aktuell immer noch).

  • Bild Um die 61 Megapixel des Vollformatsensors der Sony Alpha 7R IV auszunutzen, bedarf es nicht nur eines High-End-Objektivs, sondern auch Aufnahmen mit Blende F4 und ISO 100. [Foto: MediaNord]

    Um die 61 Megapixel des Vollformatsensors der Sony Alpha 7R IV auszunutzen, bedarf es nicht nur eines High-End-Objektivs, sondern auch Aufnahmen mit Blende F4 und ISO 100. [Foto: MediaNord]

Sony verkauft die Alpha 7R IV ohne Setobjektiv, also haben wir uns für das FE 24-105 mm F4 G OSS entschieden, das bisher mit einer sehr guten Performance und Auflösung punkten konnte. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, das neue FE 35 mm F1,8 an der Alpha 7R IV zu testen. Sicher sind beides keine super hochpreisigen High-End-Objektive, das muss man im Hinterkopf behalten, andererseits wird die Alpha 7R IV gnadenlos die Grenzen vor allem des 24-105 mm aufzeigen, wie sich im Folgenden noch herausstellen wird. Wir werden in Zukunft Sony-Objektivtests mit der 7R IV durchführen und dabei wird sicherlich auch mal ein Objektiv sein, das von der Kamera nicht an die Grenzen gebracht wird.

Die höchste Auflösung erreicht die Sony Alpha 7R IV bei 50 Prozent Kontrast mit dem 35mm-Objektiv. Mit 101,6 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) bei F4 wird die Alpha 7R III spielend übertrumpft. Die 50 Megapixel auflösende Canon EOS 5DS R bleibt allerdings mit 102,4 lp/mm, die mit dem EF 35 mm 1.4 L II USM bei ebenfalls F4 erreicht wurden, weiterhin Spitzenreiter bei unseren Vollformat-Labortests. Ein Phänomen, das sich schon bei der Canon gezeigt hatte, wiederholt sich bei der Sony: Bereits bei F5,6 sinkt die Auflösung beugungsbedingt wieder, bei weniger als F4 werden aber ebenfalls keine 100 lp/mm erreicht. Das ist beim FE 24-105 mm nicht anders, nur dass es bereits bei F4 startet und beim Abblenden, außer in Telestellung, bereits an Auflösung verliert. In Telestellung liegt der "Sweet Spot" zwar bei F5,6, aber hier spielt die Musik bei unter 80 lp/mm. Das bedeutet insgesamt, dass man die Auflösung der Sony Alpha 7R IV nur bei recht geringer Schärfentiefe voll ausschöpfen kann. Wer bei Landschaftsaufnahmen gerne auf F8 oder F11 abblendet, verliert bereits zehn bis 20 Prozent an Auflösung. Das ist bei über 80 lp/mm bei F11 zwar Jammern auf hohem Niveau, aber hier zeigen sich die physikalisch-optischen Grenzen der Pixeldichte auf.

Wie bereits eingangs vorweggenommen, bringt der hochauflösende Sensor das FE 24-105 mm an seine Grenzen. Die Maximalauflösung beträgt knapp über 97 lp/mm bei 24 mm und F4 in der Bildmitte. Egal ob man abblendet, zoomt oder Richtung Bildrand geht, die Auflösung fällt ab. Bis F8 sind es in er Bildmitte immerhin noch gut 90 lp/mm, darüber schlägt die Beugung stärker zu. Der Randabfall der Auflösung ist bei 24 mm und Offenblende enorm, nicht einmal die Hälfte der Auflösung im Bildzentrum werden erreicht. Immerhin steigert sich die Randauflösung beim Abblenden von 46 lp/mm bei F4 auf maximal 67 lp/mm bei F8 und F11, damit liegt der Randabfall bei F11 unter 20 Prozent, immerhin das ist gut. Bei mittlerer Brennweite ist die Auflösung mit maximal 75 lp/mm im Bildzentrum deutlich geringer und sie kennt beim Abblenden nur eine Richtung: nach unten. Immerhin bleibt sie von F5,6 bis F11 mit rund 68 bis 70 lp/mm sehr konstant. Am Bildrand sieht es dagegen anders aus, hier ist der Randabfall bei Offenblende hoch (rund 40 Prozent) und die Randauflösung gering (45 lp/mm), sie steigert sich aber sogar bis F16 auf 64 lp/mm, ab F8 beträgt der Randabfall weniger als 20 Prozent. In Telestellung ist die Auflösung im Bildzentrum wieder etwas besser und erreicht von F4 bis F8 über 70 lp/mm, bei F5,6 sind es sogar 78 lp/mm. Dafür ist die Randauflösung noch etwas geringer, sie steigert sich von 45 lp/mm bei Offenblende auf nur 59 lp/mm bei F16. Unter 20 Prozent Auflösungsabfall zum Bildrand gibt es in Telestellung erst ab F11. Immerhin sind die Farbsäume, die Verzeichnung und die Randabdunklung gering, hier greift Sonys digitale Korrektur, die zu den weiter oben erwähnten langen JPEG-Bildverarbeitungszeiten führen, sehr gut.

Man braucht für die Sony Alpha 7R IV aber nicht nur ein sehr gutes Objektiv, sondern auch viel Licht. Oberhalb von ISO 800 kippen zahlreiche Messparameter aus dem guten bis befriedigenden in den ausreichenden oder teilweise sogar bis in den mangelhaften Bereich. Der Signal-Rauschabstand etwa ist nur bei ISO 50 und ISO 100 mit über 40 dB gut, bei ISO 800 liegt er bei gerade noch akzeptablen 35 dB. Der Messwert des Helligkeitsrauschens steigt oberhalb von ISO 400 an, ab ISO 1.600 wird es spätestens sichtbar, oberhalb von ISO 12.800 sehr stark und störend sichtbar. Nur das Farbrauschen hat Sony besser im Griff, es steigt erst oberhalb von ISO 12.800 an und wird nur bei den beiden höchsten Empfindlichkeiten von ISO 51.200 und 102.400 leicht sichtbar. Immerhin ist das Rauschen stets sehr feinkörnig und bildet keine Cluster mit benachbarten Pixeln.

  • Bild Beide Speicherkartenfächer der Sony Alpha 7R IV sind zwar USH-II-kompatibel, nutzen aber nicht annähernd das Geschwindigkeitspotential. Der Akku dagegen bekommt für seine Ausdauer und die flexiblen Lademöglichkeiten viel Lob. [Foto: MediaNord]

    Beide Speicherkartenfächer der Sony Alpha 7R IV sind zwar USH-II-kompatibel, nutzen aber nicht annähernd das Geschwindigkeitspotential. Der Akku dagegen bekommt für seine Ausdauer und die flexiblen Lademöglichkeiten viel Lob. [Foto: MediaNord]

Die Eingangsdynamik erreicht nur bei ISO 50 über zwölf Blendenstufen und sinkt oberhalb von ISO 800 unter elf Blendenstufen. Immerhin bleibt die Dynamik bis ISO 6.400 mit rund zehn Blendenstufen aber durchaus noch im grünen Bereich. Die Tonwertkurve verläuft stark angesteilt für knackigere Mittenkontraste und lebendigere Bilder. Der Ausgangs-Tonwertumfang ist bei ISO 50 und 100 sehr gut mit über 224 von 256 möglichen Helligkeitsabstufungen, sinkt aber stetig und verlässt bei ISO 800 mit unter 160 Stufen bereits den guten Bereich und kratzt bei ISO 6.400 mit 100 Stufen sogar am schlechten Bereich, in dem sich alle höheren ISO-Empfindlichkeiten bewegen. Die Farbabweichung ist im Mittel zwar gut, aber die stärksten Abweichungen sind durchaus mittelstark, wobei vor allem der Bereich von Orange über Rot bis Magenta durch seine gesteigerte Sättigung auffällt. Auch hier setzt Sony also auf subjektiv schön aussehende statt neutrale Bilder. Das ist ab dieser Stelle aber nicht negativ gemeint, denn ein JPEG soll unserer Meinung nach ohne Bildbearbeitung knackig und schön aussehen, für alles andere ist ohnehin das Rohdatenformat besser.

Außer Acht gelassen haben wir bisher die Texturschärfe, also den Wert, der angibt, wie viele Details bei höheren Empfindlichkeiten durch das Rauschen oder – noch schlimmer – durch die Rauschunterdrückung verloren gehen. Hier schlägt sich die Sony angesichts der anderen Messwerte, die wir über das ISO-Empfindlichkeitsspektrum ermitteln, durchaus beachtlich gut. Bis ISO 3.200 werden feine Details gut, wenn auch nicht 100-prozentig differenziert. Ab ISO 6.400 sinkt dann allerdings auch der Detailgrad ab. Im Prinzip verläuft die Kurve identisch zur Alpha 7R III, aber mit einem wichtigen Unterschied: Das Niveau der IIIer ist durchgängig deutlich höher. Der Unterschied liegt bei gut zwei ISO-Stufen. Das zeigt deutlich, dass Sony hier bei aktueller Technik mit 61 Megapixeln an die Grenzen des Machbaren stößt. Rein visuell betrachtet sind die Bilder der Alpha 7R IV bei ISO 6.400 noch ganz gut brauchbar, bei ISO 12.800 ist sie bereits merklich schlechter. Bei der 7R III geschieht dieser Sprung aber erst von ISO 12.800 auf 51.200 mit einem feinen Zwischenschritt bei ISO 25.600.

Fazit

Die Sony Alpha 7R IV ist in vielerlei Hinsicht eine hervorragende Kamera und ein deutlicher Schritt nach vorne gegenüber der 7R III. Das betrifft etwa die Robustheit des Gehäuses samt der Ergonomie und des Bedieninterfaces, nicht zuletzt auch aufgrund des guten Suchers. Die Performance und die Videofähigkeiten können sich ebenfalls sehen lassen, auch wenn sich hier erste Einschränkungen zeigen, wie etwa die langsame JPEG-Datenverarbeitung oder der starke Crop bei 4K-Videos. Zudem bleibt die UHS-II-Datenschnittstelle weit hinter den Möglichkeiten zurück. Der Schritt auf 61 Megapixel Auflösung ist indes mit den größten Kompromissen behaftet. So braucht es nicht nur ein entsprechend gutes High-End-Objektiv, um die Auflösung überhaupt ausschöpfen zu können, sondern man muss auch noch recht weit aufblenden (F4), um keine Auflösung durch Beugungsunschärfe zu verlieren. Obendrein gibt es die hohe Bildqualität praktisch nur bei ISO 100, denn sobald die Empfindlichkeit steigt, kippt ein Qualitätskriterium nach dem anderen aus dem guten bis sehr guten Bereich in den befriedigenden oder weiter darunter. So zeigen die Laborwerte oberhalb von ISO 800 bereits deutlich Einbußen, visuell mit Auge zudrücken sind ISO 6.400 noch brauchbar. Somit beschränkt sich der Vorteil der Auflösung auf ein schmales Band an Aufnahmeparametern, was zudem für die Kamera und das nötige High-End-Objektiv auch noch viel kostet. Unter diesen Gesichtspunkten ist die Sony Alpha 7R III bezüglich der Bildqualität der größte Konkurrent der Alpha 7R IV und die universellere Kamera.

Kommentare

1 Kommentare aus dem alten Forum anzeigen

Prodrejo 2020-01-20

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Ein erfreulich umfangreicher  und aufschlussreicher Bericht,  der in manchen Teilen selbst Kleinigkeiten breiten Raum gewährt und ein reales Bild der Kamera beim Leser vorstellen lässt . Es wird damit insgesamt ein  sehr guter Eindruck von der Kamera vermittelt.

Während die  Querbezüge  zum Vorgängermodel anschaulich herausgearbeitet werden, vermisst man ein wenig solche zu anderen Kameras des Marktes.  Leider werden auch  einige Unvollkommenheiten nicht erwähnt, die Liebhaber universeller Kameras beim Kauf eher und lieber auf  besser ausgestattete Kameras wie etwa die Nikon Z7 oder sogar  die fast perfekte Fähigkeiten aufweisende 4/3 Kamera OM-D E- M1X von Olympus zurückgreifen lässt. Dabei würde man in der 4. Auflage der A7 RIV derartige Eigenschaften vor allem solcher fotografischer Grundbedürfnisse nun endlich auch in wenigstens einer der Sony A 7 Serie erwarten! Diese Mankos sollten daher für den umfassend interessierten Fotografen in Ihrem Beitrag nachgetragen werden:

1.      Allem voran ein potenter interner Blitz mit Master Slave und min. LZ 12 bei ISO100 und f= 50 mm, auch wenn dieses Anliegen vor allem bei selbst ernannten Profis verpönt ist, für die Praxis des universellen Berufsfotografen aber ein zwingendes muss darstellt, das nicht nur den Hobbyfotografen beglückt. Absolut unverständlich ist, warum man eine geradezu geniale Lösung als Kompromis im Hickhack der Profiallüren zum Thema mit und ohne internen Blitz in Kameras gehobener Ansprüche, die schon 2013 als Zugabe zur Erstversion der Olympus OM-D E-M1 I als kleiner Auf- bzw Einsteckblitz mit Energieversorgung über den Kameraakku vorgestellt wurde, nicht mittlerweile bei vielen sog. Profikameras Verwendung findet. Wer ihn nicht wollte, konnte ihn abziehen. Der dünkelfreie pragmatische Universalfotograf, mit Ambitionen für jede Situation optimal gerüstet zu sein, konnte ihn ständig mit sich führen, denn er passte wie jeder eingebaute Blitz auch in aufgestecktem Zustand problemlos in nahezu alle Fototaschen! Allerdings wäre eine Verstärkung der Blitzleistung auf min. LZ 12 bei ISO 100 unter Bezug auf ein Normalwinkelobjektiv zu empfehlen. Alle anderen technischen Finessen sind bis heute optimal.

Statt dessen brüstet sich Sony mit seinen Leuchtwürmchenzumutungen bei seinen APS Spiegellosen mit einem Einbaublitz der seinen Namen nicht Wert ist und mit seiner Funzelstärke und fehlender Master-Slavefunktion nicht einmal Alibifunktion erfüllt und Ruf ruinierend schon für APS-Systeme anmutet hier an der A7 RIV aber zum Glück nicht implementiert ist. In der jüngsten A 6600 wurde er hirnrissiger Weise ganz weggelassen wurde anstatt ihn zu einem brauchbaren Blitz zu verbessern! Unglaublich wie man zum Selbstmord  des Kameravertrieb beitragen kann!

2.      Die Tiefenschärfenerweiterung - vorbildlich bei Olympus M1X, gut bei Panasonics Lumixs und brauchbar auch inzwischen bei Fuji, Nikon und selbst bei auserwählten Canons in deutlich preisgünstigeren Kameras

3.      Der interne GNSS-Chip inzwischen von Galileo bis GPS mit Kompass auf dem Markt verfügbar  - gut bei Olympus  M1X und leider sonst nur in etlichen DSLRs von Pentax und Canon, dort sogar noch mit vielfältigeren  Funktionsoptionen.

4.      Eine Schnapsidee  ist schon vom Prinzip her die propagierte Standortregistrierung durch Kopplungsverfahren mittels SP-App und Kamera, weil sie in der realen Anwendung Grundprinzipien und-funktionen der  Satellitenmesstechnik von GNSS außeracht lässt!  Deshalb verdient sie mit dem Begriff „Auspuffantennennotlösung“  verhohnepiepelt zu werden; denn nur in aus Kenntnis der Funktionsmechanismen eingenommenen Konstellationen der Körperverrenkung  liefert sie vertrauenswürdige Werte ansonsten aber vieles andere mehr an Defiziten. Höchst blamabel,  dass ein Technikkonzern solch ein Verfahren ernsthaft anpreist und noch dreister, dass man zudem die Registrierung auf Horizoltalkoordinaten beschränkt und Höhenangaben völlig unter den Tisch fallen lässt ohne dies auch klar in den Gebrauchsanweisungen herauszustellen, was übrigens Panasonic und selbst Leica auch kopiert haben (und damit wie in der Schule das Abschreiben von Fehlern zur Peinlichkeit machen) und von sämtlichen Anpreisern dieses Unrates noch dazu dem Kunden verschwiegen wird.

Dabei ist allen Fotografen, die voll im digitalen Zeitalter angekommen sind klar, dass damit eine sinnvolle digitale Weiterverarbeitung und Implementierung von Bildern in GIS erheblich einschränkt wird. Auch wenn sich Nikon diesen letzteren Faux Pad nicht erlaubt, wird dadurch die Methode grundsätzlich nicht brauchbarer und es bleibt augenblicklich unter den Spiegellosen nur die Olympus  M1X für nutzbar sachgerechte, zuverlässige  und vertrauenswürdige Georeferenzierung von Bildern auf dem Markt verfügbar. Aber auch da ist noch nicht das wünschenswerte Optimum für sinnvolle GNSS/GPS- Implementierung erreicht und noch einigen DSLRs mit dieser Option nachzulaufen. Immerhin bieten Nikon, Canon und Pentax (letzterer wenn auch noch immer ohne Spiegellose) für fast alle ihre anspruchsvollen Kameras eine GPS-Aufsteckmodul an. Für Nikon und Canon gibt es diese auch schon sehr preiswert  (< 100 €) von Fremdanbietern. Für alle Nikons jedoch nur mit Kabelverbindung, die ich bei einem Fremdfabrikat wegen seiner Länge neulich nicht mit ins Flugzeug nehmen durfte, weil man andere Passagiere damit strangulieren könne!

Allerdings bedürfen sie alle dringend einer Aktualisierung auf GNSS-Chips damit sie auch andere Geosatellitensysteme wie GLONASS, BEIDOU und Galileo und vieles andere mehr empfangen können. Es bleibt zu hoffen, dass damit endlich auch die neue – immerhin bereits 2 Jahre auf dem Markt  befindliche  - vereinfachte Dualbandlösung  mit fast 10-fach erhöhter Genauigkeit  Eingang in die Fotografie findet.

Vielleicht bietet sie ja Sony als Akt ausgleichender Gerechtigkeit für sein Versagen bei der Positionsbestimmung als erster in Modulform an; denn selbst solch ein GPS/GNSS Aufsteckmodul ist bei diesem Hersteller bisher Fehlanzeige!

Dass die Aufnahmerichtungseinspielung (Kompass) in EXIF bei dieser „Auspufflösung“ nicht angeboten wird, ist verzeihlich, denn nur bei sehr gezielter Handhabung  von Kamera und SP ist sie sinnvoll und müsste daher separat  für die ungewöhnlichen Aufnahmefälle der Handhabung dieser Notlösung zuschaltbar sein. Dies zeigt einen weiteren Teil des Schwachsinns dieser Methode! 

Auf der anderen Seite zieht sie bei voller Auswertung  auch anderer Kenndaten der Aufnahme unter Einbeziehung der verwendeten Objektivbrennweite in Abhängigkeit vom Aufnahmemotiv eine enorme Informationssteigerung nach sich. Wer sich diese beispielsweise für Landschaftsaufnahmen in der 1. Auswertestufe mit Geosetter in Karten- oder Luftbildkombination mit angezeigtem Blickwinkel einmal mit anderen Kameras (von Pentax, Canon oder jüngst Olympus M 1X erschließt, wird nie wieder darauf verzichten wollen.  Doch bei Leica, Panasonic und Sony, ist so etwas allenfalls  nach dem nächsten Update und nur unter großen Verrenkungen möglich. Aber wer daran glaubt wird selig und greife lieber zur Olympus M1X, die alles das aktuell bietet, ohne auf die Taube auf dem Dach einer A7 RIV warten zu lassen, die es selbst nach der 4. Auflage nicht geschafft hat Verortungsrealitätssinn unter den Füßen zu gewinnen! Wie heißt es doch so schön: Wer kein GNSS/GPS anbietet, dem fehlt die Orientierung! 

Schließlich ist bei der propagierten  Auspuff-Methode noch ein viel gravierender Gesichtspunkt zu beklagen, nämlich das Einfallstor  für Schädlinge über EXIF bei der Kopplung über infizierte Smartphones! Jeder Experte weiß, dass die EXIF-Datei die empfindlichste Stelle für das Einschleusen von Schadviren in Bildbestände ist und es ist in meinen Augen empörend, dass auf derartige Gefahren von solchen Konzernen bei der Anpreisung  dieser Transfermethoden nicht hingewiesen wird. Schließlich können damit im schlimmsten Fall ganze Bildbestände zerstört werden. Aber was stört dies die Kamerahersteller? Sie haben mit dem Angebot der Smartphonekopplung  für den unbedarften Fotografen ja ein höchst plausibles, vermeintliches Allheilmittel für die Kamerastandortbestimmung angeboten und sind damit befreit von der Verantwortung für alle Funktionsfragwürdigkeiten und –mängel, die sie nach außen  vermeintlich elegant,  in Wirklichkeit aber hinterpförzig dem Anwender aufgebürdet haben! 

Schließlich durchschauen doch nur wenige Sachkenner die reale Lage dieser Schnapsidee  und bis sie ans Tageslicht kommt, hat man tausende von Kameras verkauft und die firmeneigenen Kameraberater sowie der eigene Support hält durch ausweichende und flapsige Bemerkungen mit Halbwahrheiten bis hin zur Beschimpfung der Kritiker (so erlebt) die Ente in Schach und  in einer Epoche der „Fake News“ ist das augenscheinlich sogar hoffähig,  um des guten „Deals“ wegen die Kunden mit schwachsinnigen Lösungen zufrieden zu stellen! 

Umso begrüßenswerter ist es, dass bei der Markteinführung der Nikon Z-Kameras dankenswerter Weise der Chefredakteur dieses Hauses, Jan Markus Rupprecht, eine Gesamtschau der Positionsbestimmungsmöglichkeiten mit Nikonausrüstung  vorgestellt hat und damit sogar digitalkamera.de zum Vorreiter über Informationen von GPS/GNSS Ausrüstung und Funktion in Kameras auf dem digitalen Medienmarkt  macht. Es ist dabei verständlich, dass mit Nikon das Bildpositionierungsthema in Kameras  eröffnet  wurde, da Nikon als erster Kamerahersteller vor inzwischen fast 20 Jahren durch Schnittstellen zu damals noch firmenfremden externen reinen GPS-Empfängern  mit Kabelverbindung diese Möglichkeit anbot.  Äußerst lobenswert  und mutig, weil für eine Verkaufsförderungsinstitution  des Fotobedarfs ungewöhnlich, wurden dabei auch die rein technischen Defizite der verschiedenen GPS/GNSS Übertragungsverfahren angesprochen, obwohl Nikon  bei der SP-Kopplung noch die zumindest technisch ausgereifteste Verbindung bereit stellt, allerdings in allen anderen Verfahren am weitesten hinter dem Mond gelandet ist und Pentax und Canon inzwischen erheblich nachhinkt. Jedoch sind  auch diese Firmen weit davon entfernt, das hohe Niveau der Bildverortung zu bieten, dass inzwischen die Smartphonefotografie mit ihren gehobeneren Modellen allen Fotografen ermöglicht und auch im Preissektor unter 500,- € weit verbreitet zu haben ist - man achte allerdings auch hier auf die Feinheiten! Doch dieses Niveau lässt sich nicht durch Dummenfängerei  mit der bisherigen App-Kopplungsempfehlung auf Systemkameras übertragen, denn das  A und O für die GNSS-Daten-Qualität  und -Zuverlässigkeit sind die Positionierung und Qualität der Empfängerantenne, die Störfaktoren jeglicher Art zu miniminieren und besser noch zu eliminieren hat!  

Die neuen Technologien mit Bluetooth und Dualband GNSS bieten dafür ideale Lösungsansätze unter Nutzung bereits in den Markt  eingeführter Produkte. Bei dem kleinen Markt weniger aufgeschlossener Interessenten unter den Fotografen wären fabrikatsübergreifende Lösungen empfehlenswert  bei denen desinteressierte Kamerahersteller auch gern außen vor bleiben dürfen; denn der kleine aber anspruchsvolle Anwenderkreis der Kamerabildverortung  braucht Engagement für einen ausbaufähigen Sachkomplex einschließlich Folgesoftware und den  Einsatz seinen Sinn und Wert  mit voller Komplexität auch lernbegierigen Fotografen zu vermitteln aber keine reinen kommerziellen Profiteure.

Es wäre daher äußerst wünschenswert,  wenn digitalkamera.de  diesen Aspekt unter kameraspezifischen Gesichtspunkten für das gehobene Kamerasortiment  aller Hersteller erneut aufgreifen würde und die stereotypische Anpreisung der Kopplungsmethode durch eine detaillierte und qualifizierte Funktionsprüfung und –beschreibung  ersetzte und dem  guten Beispiel von Herrn Ruppert für die Nikon Z Kameras folgend für alle Kameratests zur Anwendung  brächte. 

Dabei treten dann nicht nur die von Herrn Ruppert erwähnten Schwierigkeiten als Einzelphänomene zutage, sondern es wären längst das Fehlen der Höhenregistrierung bei erwähnten Kameras und viele andere Unzulänglichkeiten entdeckt worden, die den Einsatz der Kopplung zwar für den Einzelfall als möglich bis kameraspezifisch brauchbar macht, aber als ständiges Begleitinstrument für Dauerregistrierung als ungeeignet erweist, oder haben Sie ein Rezept dafür, wie Sie Ihr SP ständig auf Augenhöhe oder dem Kopf zu tragen?

Denn jeder Festkörper zwischen Satellit und Empfängerchip im SP - vom Tuch der Kleidung bis hin zum eigenen Körper stört, verfälscht oder absorbiert und damit eliminiert je nach seiner Dicke das ausgestrahlte Signal der Geosatelliten und durch die eigene Körperbewegung  kommen sich ständig ändernde Signalintensitäten und Qualitäten am Empfänger SP an, damit entsprechend zur Verrechnung und dann zur Einspielung in die EXIF Ihrer Bilddatei, so dass Sie in ständigem Wechsel brauchbare bis unbrauchbare Positionen registrieren und nur unter kontrollierten Bedingungen vertrauenswürdige Daten erfassen. Wer aber will sich diese ständige Kontrolle antun  oder mit solch einem Datenchaos leben, der andernfalls und mit Sicherheit von der großen Mehrheit der bisherigen Nutzer erfasst wurde? – Sicher nur Ihr Kamerahersteller mit ohnehin konfuser Vorstellung von dieser Kameraausstattung! Oder ist diese Kombinationsempfehlung ein bewusster Marketinggag  am Rande des Betrugs, um mit dummen, einfältigen Fotografen den schnellen Yen zu machen?

Zu guter Letzt  empfehle ich einmal bei einer Feier sämtliche SPs Ihrer Gäste auf einen Cocktailtisch (also erhöhter Position) zentral auf der Rasenfläche im Garten (zur Reduzierung von Horizontalabschattung) auszulegen und mit der gleichen GNSS/GPS App ausgestattet nach 5 Min Betriebsdauer zu beobachten.

Sollten Sie sich nicht nur in feiner Gesellschaft mit ausschließlich ausgelegten Statussymbolen des gleichen Herstellers befinden sondern ein buntes Muster verschiedene SP Marken vereinen, werden Sie bei den empfangenen Koordinaten und sachkompetent interpretierter Vernetzung aller beobachteten Komponenten Ihr blaues Wunder erleben! Auch das also ein Grund standardisierte GNSS-Chips kameraintern oder in Aufsteckmodulen der Ortung  auf der Kamera zu propagieren und zu verwenden, die bisherigen Artikel zum Thema von Herrn Rupprecht  aufmerksam aber auch kritisch zu lesen sowie ein wenig Hirnschmals in die Materie zu investieren, denn der 0815 Fotograf wird noch Jahrzehnte benötigen den Wert dieser Information in Bildern zu begreifen und damit sinnvoll umzugehen zumal er durch solche Tricksereien der Kamerafabrikanten davon abgehalten wird, sich dieser Zusatzoption in der Fotografie zu nähern geschweige denn sich ihrer zu bedienen. 

Mit bestem Empfehlungen für korrekte Standortbestimmung  Ihrer Fotos

Prodrejo - Stand 20.1.2020

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Steckbrief

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HerstellerSony
ModellAlpha 7R IV
SensorCMOS Kleinbild 36,0 x 24,0 mm (Cropfaktor 1,0)
62,5 Megapixel (physikalisch)
61,0 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,8 µm
Auflösung (max.)9.504 x 6.336 (3:2)
Video (max.)3.840 x 2.160 30p
ObjektivSony FE 24-105 mm F4 G OSS (SEL24105G) (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 5.760.000 Bildpunkte Auflösung, 0,78-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,78-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 3,0 dpt)
Monitor3,0" (7,5 cm)
  Auflösung1.440.000 Bildpunkte
  kippbarja
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktion
Panoramafunktionnein
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (1.200 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitz
  Synchronzeit1/250 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Sony Multi Interface, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFCja
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Infrarotauslöser, Bluetooth-Auslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
  Slot 2
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-102.400
  manuellISO 100-102.400
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder567
425 Kontrastsensoren
  Geschwindigkeit0,35 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen129 x 96 x 78 mm
Gewicht (betriebsbereit)662 g (nur Gehäuse)
1.320 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit670 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Hervorragend verarbeitetes, wettergeschütztes Gehäuse
  • Sehr gute Ergonomie mit hoher Individualisierbarkeit
  • Hochauflösender elektronischer Sucher
  • Unzureichende Einbindung des Touchscreens
  • Hohe Auflösung nur unter sehr speziellen Voraussetzungen nutzbar
  • Bildqualität sinkt bei steigender Empfindlichkeit spürbar
  • Starker Crop bei 4K-Videoaufnahmen
  • Bildspeicherung dürfte gerne schneller sein, insbesondere bei JPEG

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 44, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.