Kompakte spiegellose Mittelklasse-Systemkamera

Testbericht: Fujifilm X-E3

Seite 2 von 2, vom 2018-01-26 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

Ausstattung

Mit Blendenring und Belichtungszeitenrad richtet sich die X-E3 gezielt an ambitionierte Fotografen, ein Programmwählrad sucht man vergeblich. Zwischen manuellem Modus, Programmautomatik, Blendenautomatik und Zeitautomatik wird einfach gewechselt, indem eines, beide oder keines der Räder auf Automatik steht. Die ISO-Automatik lässt sich unabhängig davon regeln, greift also auch bei manueller Belichtung. Eine Kombination mit der Belichtungskorrektur ist möglich. Dennoch kann man die X-E3 auch ohne Kenntnisse von ISO, Belichtungszeit und Blende verwenden. Man stellt einfach den kleinen Hebel unterhalb des Belichtungszeitenrads auf Auto und schon übernimmt die Kamera alle nötigen Einstellungen und erkennt sogar die Motivsituation automatisch. Über das vordere Einstellrad lassen sich zudem in diesem Modus Motivprogramme gezielt ansteuern. Die praktische Schwenkpanoramafunktion erreicht man hingegen über die "Drive"-Taste oberhalb des Bildschirms.

  • Bild Der Handgriff der Fujifilm X-E3 fällt sehr flach aus, so dass vor allem die rutschfeste Gummibeklebung für den nötigen halt sorgt. [Foto: MediaNord]

    Der Handgriff der Fujifilm X-E3 fällt sehr flach aus, so dass vor allem die rutschfeste Gummibeklebung für den nötigen halt sorgt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Fujifilm X-E3 bietet drei Schnittstellen: Eine 2,5 mm Klinkenbuchse für ein Fernauslösekabel oder Stereomikrofon, eine Micro-USB-Buchse zum Aufladen und Datenaustausch sowie Micro-HDMI für das Videosignal. [Foto: MediaNord]

    Die Fujifilm X-E3 bietet drei Schnittstellen: Eine 2,5 mm Klinkenbuchse für ein Fernauslösekabel oder Stereomikrofon, eine Micro-USB-Buchse zum Aufladen und Datenaustausch sowie Micro-HDMI für das Videosignal. [Foto: MediaNord]

Hier werden auch die Reihenaufnahmefunktionen aktiviert. Dabei lässt sich nicht nur die Belichtung variieren, sondern wahlweise auch die Dynamikbereicherweiterungsfunktion, die ISO-Empfindlichkeit, der Filmsimulationsmodus oder der Weißabgleich. Wer gerne in Raw fotografiert, kann aber auf einige der Reihenaufnahmefunktionen verzichten, da sich die entsprechenden Einstellungen auch bei der Rohdatenkonvertierung vornehmen lassen. Was der X-E3 hingegen fehlt, ist eine HDR-Funktion. Nur eine Mehrfachbelichtungsfunktion gibt es und sogar eine Intervallaufnahmefunktion.

Der Verschluss der X-E3 arbeitet wahlweise mechanisch (bis 1/4.000 Sekunde) oder elektronisch (bis 1/32.000 Sekunde) und damit völlig lautlos. Davon abhängig ist die Serienbildgeschwindigkeit. Mit mechanischem Verschluss verspricht Fujifilm maximal acht Serienbilder pro Sekunde, die wir bei der Messung problemlos erreichten. Die Dauer der Aufnahmeserie betrug bei unserem Test 27 Aufnahmen in Folge im Rohdatenformat und 49 in JPEG. Danach geht es mit vier JPEG-Bildern pro Sekunde weiter oder knapp über zwei Raw-Bildern pro Sekunde, wobei wir die verlustfreie Rohdatenkompression aktiviert hatten. Wer die Bildraten etwas langsamer einstellt, bekommt also deutlich längere bis hin zu unendlich langen Serien. Dann profitiert man auch von einem Livebild, während bei den hohen Serienbildraten nur noch das zuletzt aufgenommene Foto im Sucher beziehungsweise auf dem Bildschirm angezeigt wird. Der Autofokus hingegen wird weiterhin nachgeregelt. Mit elektronischem Verschluss sind sogar bis zu 15 Serienbilder pro Sekunde möglich, allerdings schrumpft dann die Zahl der möglichen Aufnahmen deutlich zusammen.

Der Autofokus arbeitet sowohl mit auf dem Sensor integrierten Phasenmessfeldern als auch auf Kontrastbasis. Ersteres gibt Informationen über Stellrichtung und -weite, Letzteres dient der Feinjustage. Man muss jedoch achtgeben, denn die X-E3 steht werksseitig auf ständig aktiviertem Autofokus und vor allem einer Auslösepriorität, sodass nicht immer eine hundertprozentige Schärfe den Vorrang hat. Stellt man die Kamera auf Schärfepriorität und deaktiviert den Vor-Autofokus, so wird der Autofokus langsamer, aber der Stromverbrauch sinkt und der Fokus wird genauer. So eingestellt, wie es unser Standard bei Tests ist, maßen wir eine Auslöseverzögerung von etwa 0,4 Sekunden, was zwar flott ist, aber von manch anderer spiegellosen Systemkamera problemlos in den Schatten gestellt wird. Die reine Auslöseverzögerung ohne Fokussierung ist mit 0,06 Sekunden schnell, aber auch nicht rekordverdächtig. Wenn es jedoch um die Verfolgung bewegter Motive geht, schlägt sich der Autofokus deutlich besser, als die Messung suggeriert. Hier kommt das Hybridsystem voll zum Tragen.

Mit der Fujifilm X-E3 manuell zu fokussieren, ist übrigens ein Traum. Man kann nicht nur jederzeit den Autofokus auf Knopfdruck zur Hilfe nehmen, sondern erhält Unterstützung von einer digitalen Schnittbildsimulation, die es nur bei Fujifilm gibt, einer Fokuslupe sowie Fokuspeaking. Hinzu kommt eine Schärfeskala auf dem Bildschirm mit Entfernungsangaben sowie einer blendenabhängigen Schärfentiefeanzeige, die wahlweise zur Filmformat-Basis auch auf Pixel-Basis, die aufgrund der stärkeren Vergrößerung eine wesentlich geringere Schärfentiefe aufweist, arbeitet. Die Skala erweist sich als äußerst nützlich, gerade beispielsweise in der Landschaftsfotografie. Als Beispiel: Während auf Filmformat-Basis bei 18 Millimetern Brennweite und F8 bereits bei weniger als zwei Metern bis unendlich alles scharf abgebildet werden kann, geht dies auf Pixel-Basis erst ab ca. fünf Metern Entfernung.

Möchte man Videos aufnehmen, muss man die Kamera mit Hilfe der Drive-Taste erst in den entsprechenden Modus versetzen, denn eine spezielle Videoaufnahmetaste gibt es nicht. Die X-E3 filmt wahlweise in 4K-Auflösung mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde oder in Full-HD sowie HD-Ready mit jeweils bis zu flüssigen 60 Bildern pro Sekunde. 24p als "Kino-look" stellt die jeweils untere Grenze dar. Dabei findet nur ein minimaler Crop in der Bildbreite statt, der kaum ins Gewicht fällt. Vertikal ist der Beschnitt aufgrund des anderen Seitenverhältnisses (3:2 Sensor, 16:9 Video) deutlich größer. Blende und Belichtungszeit lassen sich auch hier auf Wunsch manuell einstellen. Der Autofokus regelt die Schärfe flüssig, flott sowie ruckelfrei und vor allem lautlos nach. Dank des Touchscreens kann der Fokus leicht auf ein anderes Motivdetail gelegt werden, um die Schärfe automatisch zu "ziehen". Die integrierten Stereomikrofone sitzen links und rechts oben am Blitzschuh, aber auch ein externes Stereomikrofon kann angeschlossen werden. Eine Pegelanzeige samt Aussteuermöglichkeit, allerdings nur in groben Schritten, fehlt ebenfalls nicht. Gespeichert wird im MOV-Format mit H.264-Kompression mit bis zu 100 Mbit/s Qualität (in 4K). 

  • Bild Der APS-C-Sensor der Fujifilm X-E3 löst 24 Megapixel auf. Dank des X-Trans-Farbfilters benötigt er keinen Tiefpassfilter zum Unterdrücken von Moirés. Seine Stärke liegt vor allem bei der sehr guten Farbwiedergabe. [Foto: MediaNord]

    Der APS-C-Sensor der Fujifilm X-E3 löst 24 Megapixel auf. Dank des X-Trans-Farbfilters benötigt er keinen Tiefpassfilter zum Unterdrücken von Moirés. Seine Stärke liegt vor allem bei der sehr guten Farbwiedergabe. [Foto: MediaNord]

Sowohl bei Foto-, als auch bei Videoaufnahmen lassen sich die Fujifilm-typischen Filmsimulations-Modi aktivieren, die echte oder erdachte analoge Filme bis hin zu einer zuschaltbaren Körnung simulieren. Hier kann man sich wunderbar kreativ ausleben und den Fotos ein individuelles Aussehen verleihen, das sich von der Masse der Fotos abhebt, ohne dass man dabei Bilddetails verliert. Wer möchte, kann aber auch stärker bildverfälschende Filtereffekte wie Spielzeugkamera, Miniartureffekt etc. aktivieren.

Einen integrierten Blitz besitzt die X-E3 zwar nicht, aber ein Aufsteckblitz wird mitgeliefert. Er klappt weit nach oben auf und bietet mehr als die Standardfunktionen wie Langzeitsynchronisation oder einen Anti-Rote-Augen-Vorblitz. Rote Augen lassen sich wahlweise statt oder zusätzlich zum Vorblitz mit einer automatischen digitalen Retusche entfernen und auch eine manuelle Blitzleistungsregelung in sieben Stufen bis hin zu 1/64 der vollen Leistung stehen neben einer Blitzbelichtungskorrektur zur Verfügung. Die mittelmäßige Leitzahl von (gemessen) 9 sowie die Blitzsynchronzeit von nur 1/180 Sekunde reißen hingegen niemanden vom Hocker. Für den Blitzeinsatz muss der Fotograf zudem selbst im Automatikmodus aktiv werden und den Blitz nicht nur aufstecken, sondern auch nach oben klappen. Als Steuergerät zur drahtlosen Blitzsteuerung taugt der Aufsteckblitz leider nicht, dafür muss ein geeigneter externer Systemblitz auf dem TTL-Blitzschuh stecken.

Die Wiedergabefunktion ermöglicht einige grundlegende Bildbearbeitungsfunktionen wie etwa den Beschnitt. Mehr Möglichkeiten bietet der integrierte Rohdatenkonverter. Interessant ist zudem die Fotobuchfunktion, die Fujifilm als Fotobuch-Dienstleister in seine Kameras integriert. Dank WLAN und neuerdings Bluetooth lässt sich die X-E3 mit einem Smartphone oder sogar Computern verbinden. Über eine dauerhafte Bluetooth-Verbindung kann die Kamera das GPS des Smartphones anzapfen, wobei sich die Kamera ganz normal verwenden lässt, nur, dass die Bilder eben mit Koordinaten versehen sind. Zudem überträgt sie auf Wunsch im Hintergrund Bilder an das Smartphone. Mit Hilfe der entsprechenden App ist zudem bei aktivierter WLAN-Verbindung eine Fernsteuerfunktion samt Livebildübertragung möglich, zudem lassen sich gezielt ausgewählte Bilder schnell übertragen. Die Autosave-Funktion erlaubt die drahtlose Datensicherung der Bilder auf dem heimischen PC. Details zur App sind dem Fototipp in den weiterführenden Links zu entnehmen.

Bildqualität

Mit ihrem abweichenden Farbfilter X-Trans statt Bayer sind die Fujifilm-Bildsensoren etwas ganz Besonderes. Die Verteilung mit unterschiedlich großen Clustern im Grün-Kanal und der Verteilung von roten und blauen Filtern in jeder Zeile und Spalte kommt dem analogen Filmkorn näher als bei normalen Bayer-Sensoren. Auf einen Tiefpassfilter kann ohne Gefahr von Moiré verzichtet werden. Der Sensor der X-E3 löst, wie viele andere APS-C-Kameras auch, 24 Megapixel auf, was seit dem Ausstieg von Samsung die höchste Auflösung im APS-C-Bereich ist. Um der Bildqualität auf den Zahn zu fühlen, haben wir die X-E3 mit dem Setobjektiv, das zusammen mit der Kamera zu einem Preis von knapp 1.300 Euro verkauft wird, getestet. Es handelt sich dabei um ein hochwertiges, F2,8-4 lichtstarkes 18-55mm-Zoom, das einen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von ca. 27 bis 83 Millimeter abdeckt. Der ausführliche Labortest mit detaillierten Diagrammen, auf denen die folgenden Betrachtungen beruhen, kann gegen eine kleine Gebühr über die weiterführenden Links abgerufen werden. Zudem bieten wir eine Prepaid-Flatrate ab umgerechnet 2,08 Euro monatlich für den zeitlich beschränkten Zugriff auf das gesamte Labortest-Archiv mit über 1.700 Tests von Kameras, Objektiven sowie deren Kombinationen an. Darunter sind auch Tests fast aller für die X-E3 erhältlichen Autofokus-Objektive zu finden, was bei der Kaufentscheidung hilfreich sein kann. Auch wer diesen kostenlosen Kameratest finanziell honorieren und damit unsere redaktionelle Arbeit unterstützen möchte, kann dies über den Kauf eines Labortests tun, auch wenn dieser vielleicht für einen persönlich gar nicht im Detail von Interesse ist.

  • Bild Akku und SD-Speicherkarte werden bei der Fujifilm X-E3 an der Unterseite entnommen. Man sollte auf eine schnelle UHS-I-Speicherkarte achten, um die bis zu 60 MB/s schnelle Kamera nicht unnötig auszubremsen. [Foto: MediaNord]

    Akku und SD-Speicherkarte werden bei der Fujifilm X-E3 an der Unterseite entnommen. Man sollte auf eine schnelle UHS-I-Speicherkarte achten, um die bis zu 60 MB/s schnelle Kamera nicht unnötig auszubremsen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Sehr ungünstig platziert hat Fujifilm das Stativgewinde der X-E3. Am besten holt man sich den passenden Griff mit Arca-Swiss-Aufnahme, der zudem die Handhabung der Kamera verbessert. [Foto: MediaNord]

    Sehr ungünstig platziert hat Fujifilm das Stativgewinde der X-E3. Am besten holt man sich den passenden Griff mit Arca-Swiss-Aufnahme, der zudem die Handhabung der Kamera verbessert. [Foto: MediaNord]

Das 18-55 zeigt an der X-E3 die gewohnt hohe Leistung, so sind Randabdunklung, Verzeichnung und Farbsäume nahezu vollständig auskorrigiert, was nicht zuletzt an Fujifilms Lens Modulation Optimizer (LMO) liegt, der die Bilder im getesteten JPEG-Modus von optischen Fehlern befreit und sogar den Beugungseffekt in Grenzen kompensieren kann. Bei der Auflösungsmessung ist diese Optimierung durchaus an den Messwerten ablesbar. So steigt bei allen Brennweiten die Auflösung beim Abblenden nach einem leichten Abfall plötzlich wieder an, parallel dazu nehmen die Schärfeartefakte zu. Das Auflösungsmaximum liegt bei knapp über 56 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) im Kleinbildäquivalent bei 50 Prozent Kontrast. Ein im Prinzip sehr guter Wert, aber für 24 Megapixel auch nicht überragend, sondern erwartbar. Vor allem bei kurzer und mittlerer Brennweite ist die Auflösung über einen großen Blendenbereich hinweg gut und bewegt sich bis hinunter zu F11 bei 48 und mehr lp/mm. Auch am Bildrand wird mit 38 bis 49 lp/mm eine hohe Auflösung erreicht, der Randabfall der Auflösung bleibt damit gering bis mittel und bewegt sich fast auf Festbrennweitenniveau. Bei langer Brennweite schwächelt das Objektiv etwas, vor allem abgeblendet verliert es an Auflösung. So sinkt die Auflösung von 52 lp/mm bei F4 auf 39 lp/mm bei F8, erreicht bei F11 hingegen wieder 47 lp/mm. Am Bildrand bewegt sich die Auflösung bei 55 mm zwischen 45 und 37 lp/mm, womit der Randabfall zwar ebenfalls gering ist, aber die Auflösung reicht teilweise nur gerade noch für scharfe Bilder bis 20 mal 30 Zentimeter Druckformat, aber nicht viel mehr.

Der APS-C-Bildsensor weist mit seiner Auflösung von 24 Megapixeln ungefähr einen Pixelabstand von 3,9 µm auf, was nicht heißt, dass die Pixel ebenso groß sind. Es handelt sich um einen üblichen CMOS-Sensor ohne BSI-Architektur, das heißt die Leiterbahnen verdecken einen gewissen Teil der lichtempfindlichen Fläche. Die X-E3 erreicht bis ISO 400 einen guten Signal-Rauschabstand von über 40 dB, bis ISO 3.200 bleibt der Wert im akzeptablen Bereich von über 35 dB. Das Rauschen weist ein äußerst feines Korn auf, sichtbar wird das Helligkeitsrauschen jedoch erst oberhalb von ISO 3.200, Farbrauschen spielt praktisch keine Rolle. Die Rauschunterdrückung wirkt sich erst oberhalb von ISO 800 auf die Details aus, bis ISO 1.600 sind aber noch mehr als ausreichend davon übrig. Bei ISO 3.200 zeigt sich bereits ein leichter bis mittlerer Verlust feinster Bilddetails, aber selbst ISO 6.400 ist noch mit durchaus akzeptabler Bildqualität verwendbar. Es schadet auch nicht, die Rauschunterdrückung in der Kamera etwas zurückzunehmen und lieber etwas mehr vom "Korn" zuzulassen, das tut den Bildern bei ISO 3.200 und 6.400 gut. Höher sollte man die Empfindlichkeit nur im Notfall drehen oder muss dann mit entsprechenden Bildqualitätsverlusten leben.

Die Eingangsdynamik ist bei Fujifilm in JPEG nicht besonders gut, die X-E3 stellt keine Ausnahme davon dar. Sie erreicht nur gut neun bis 9,5 Blendenstufen Dynamikumfang, hält diesen aber über einen großen Empfindlichkeitsbereich bis hinauf zu ISO 12.800. Die Tonwertkurve verläuft leicht angesteilt für knackigere Mittenkontraste, wobei der Tonwertumfang von sehr guten über 224 von 256 möglichen Helligkeitsabstufungen bei ISO 100 und 200 über gute mehr als 192 Stufen bis ISO 800 auf akzeptable über 160 Stufen bei ISO 3.200 abfällt. Dabei fällt jedoch auf, dass der Rot- und vor allem der Blaukanal etwas schwächer ausfallen – kein Wunder, stehen hier doch deutlich weniger Pixel als im Grünkanal zur Verfügung. Das führt jedoch dazu, dass bei leicht höheren ISO-Empfindlichkeiten bereits sichtbare Abstufungen in Helligkeitsverläufen auftreten können. Vor allem bei Landschaftsaufnahmen mit viel blauem Himmel sollte man also tunlichst bei ISO 200 bleiben und keinesfalls mehr als ISO 800 einstellen, denn dann gäbe es nur noch 128 und weniger Helligkeitsstufen.

Sehr gut zeigt sich die X-E3 wiederum bei der Farbtreue, Farbtöne werden überwiegend sehr genau und nur bei einzelnen Farbtönen mit leichten Abweichungen wiedergegeben, die aber alle im geringen Rahmen bleiben. Die stärkste Abweichung ist bei Lila und im Magentabereich zu verzeichnen. Das Lila rutscht Richtung Magenta ab, das Magenta tendiert ins Rote. Ebenfalls sehr gut ist die tatsächliche Farbtiefe mit über vier Millionen Farben bis hin zu hohen ISO 3.200, bei niedrigsten Empfindlichkeiten sind es sogar an die acht Millionen Farbnuancen. Hier macht der Fujifilm so leicht keiner etwas vor.

Fazit

Die Fujifilm X-E3 ist eine hochwertig verarbeitete und kompakte spiegellose Systemkamera mit gutem Preis-Leistungsverhältnis. Sie kombiniert den Charme alter Fotoapparate mit der Moderne bis hin zu einem Touchscreen, auch wenn das durchaus gewöhnungsbedürftig ist. Die X-E3 überzeugt mit ihrem großen fotografischen Funktionsumfang von der Automatik bis hin zur manuellen Belichtung. Dank Bluetooth und WLAN verbindet sie sich zudem mit Smartphone, Tablet und Computer. Auch wenn die Fujifilm nicht den schnellsten Einzel-Autofokus hat, ist die X-E3 doch eine schnelle Kamera mit hoher Serienbildgeschwindigkeit und brauchbarem AF-C. Vor allem bei der Bildqualität weiß sie, nicht zuletzt aufgrund der guten XF-Objektive, zu überzeugen. Der Sensor bietet eine hohe Auflösung bei geringem Rauschen und sehr guter Farbwiedergabe. Nur der Dynamikumfang dürfte gerne noch etwas besser sein.

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Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerFujifilm
ModellX-E3
SensorCMOS APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
24,3 Megapixel (physikalisch)
24,0 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,9 µm
Auflösung (max.)6.000 x 3.376 (16:9)
Video (max.)3.840 x 2.160 30p
ObjektivFujifilm XF 18-55 mm F2.8-4 R LM OIS (Zoom-Objektiv)
VideosucherEVF, 100 % Bildfeldabdeckung, 2.360.000 Bildpunkte Auflösung, 0,93-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,62-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
Monitor3,0" (7,6 cm)
  Auflösung1.040.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Motivprogramme14
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktion
Panoramafunktionja, Schwenkpanorama
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (256 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/4.000 s
Blitzmitgelieferter Aufsteckblitz
  Synchronzeit1/180 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Fujifilm, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Drahtauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 200-12.800
  manuellISO 100-51.200
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder325
  Geschwindigkeit0,40 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen121 x 74 x 43 mm
Gewicht (betriebsbereit)337 g (nur Gehäuse)
614 g (mit Objektiv)
Stativgewindeaußerhalb der optischen Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit350 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

Kurzbewertung

  • Umfangreiche Ausstattung
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 1.600
  • Hochwertiges, kompaktes Gehäuse
  • Schnelle Serienbildfunktion
  • Magerer Dynamikumfang (in JPEG)
  • Ungünstig platziertes Stativgewinde
  • Multifunktions-Bedienräder etwas rutschig
  • Etwas unausgereiftes, wenn auch modernes Touchscreen-Bedienkonzept