Viel mehr als nur ein "Basis"-Modell

Sony Alpha 7 IV im Vergleichstest

2022-08-11 Mit einer guten Bildqualität präsentiert sich der Nachfolger zur Alpha 7 III im besten Licht, doch die fotografischen Funktionen sind nicht das einzige, was die Kamera so auf dem Kasten hat, denn auch die Videofunktionen können sich mehr als nur sehen lassen. Das alles gibt es kombiniert und zusammengefasst in einem robusten, griffigen Metallgehäuse. Außerdem bietet das Sony-E-Bajonett in allen Preis- und Leistungsklassen die passenden Objektive.  (digitalkamera.de Redaktion)

Im Oktober 2021 wurde die vierte Generation der Sony Alpha 7 in Form der Alpha 7 IV vorgestellt und damit die dreieinhalb Jahre alte Alpha 7 III als Speerspitze der "Basis Vollformat Alpha" abgelöst. Ausgestattet ist sie mit einem rückwärtig belichteten, 33 Megapixel auflösenden CMOS-Sensor, der zudem noch beweglich gelagert ist, um Verwackelungen beim Foto- und Videografieren vorzubeugen. Bereits seit 2010 existiert das spiegellose Alpha-System von Sony, anfangs umfasste es nur APS-C-Kameras, später auch Kleinbildmodelle. Das System umfasst inzwischen (Stand 08/2022) 64 Objektive und 38 Kameras, davon 21 mit APS-C-Sensor und 17 mit Vollformatsensor.

Das Gehäuse der Alpha 7 IV besteht, wie es in dieser Preisklasse üblich ist, aus einer Magnesium-Legierung. Dank des ausgeformten Griffs lässt sich die Kamera gut greifen und dank Gummierungen bleibt sie auch sicher in der Hand verankert. Eine Vielzahl von Dichtungen – auch an den Klappen zum Speicherkarten- sowie zum Akkufach – sorgen für einen guten Schutz vor dem Eindringen von Spritzwasser und Staub. Dank vieler Bedienelemente, die sich zum Teil auch konfigurieren lassen, ist die Kamera granular bedienbar und der Fotograf muss keinen Tauchgang ins Menü machen, um an eine gewünschte Funktion zu kommen.

Der Sucher der Sony ist mit 3,7 Millionen Bildpunkten hochauflösend und schnell. Die Übersichtlichkeit den großen (0,78-fache Vergrößerung) Sucher ist ohne Brille sehr gut, mit Brille aber eher weniger. Der dreh- und schwenkbare Touchscreen löst mit 1,04 Millionen Bildpunkten verhältnismäßig gering auf, kann aber mit einer sehr hohen Helligkeit (Leuchtdichte 860 cd/m²) und einer präzisen Touchfunktion überzeugen.

Mit 33 Megapixeln liegt der BSI-CMOS-Sensor der Alpha 7 IV an der Spitzes des Auflösungsbereichs des Testfeldes. Er ist auf drei Achsen beweglich gelagert, womit ein Fünf-Achsen-Bildstabilisator mit jedem angesetzten Objektiv realisiert werden kann. Wie üblich bei modernen spiegellosen Systemkameras besitzt auch die Alpha 7 IV ein Hybrid-Autofokus-System, das in diesem Fall mit 759 Phasen-Sensoren arbeitet, die über 94 Prozent der Bildfläche abdecken. Dank einer KI-unterstützten Steuerung wurden die AF-Erkennungsfunktionen für Gesichter und Augen von Menschen, Tieren und Vögeln verbessert und sie lassen sich sowohl im Foto- als auch im Videomodus einsetzen.

Mit zehn Bildern pro Sekunde ist die Sony Alpha 7 IV zwar schnell, hält diese Geschwindigkeit aber lediglich für 24 JPEG- oder 30 Raw-Bilder in Folge durch. Dauerhaft können – eine schnelle CFexpress Speicherkarte des Typs A vorausgesetzt – 6,4 JPEG- oder 7,9 Raw-Bilder pro Sekunde aufgenommen werden. Zwar lassen sich auch SDHC-UHS-II-Karten verwenden, diese sind aber etwas langsamer. Sie reichen jedoch für die meisten Fälle inklusive Videoaufnahmen in höchster Qualität aus. Insgesamt besitzt die Alpha 7 IV zwei Speicherkartenslots, von denen einer als Hybrid-Slot mit CFexpress Typ A und SDHC/SDXC UHS II kompatibel ist, der andere nur mit SDHC/SDXC UHS II.

Neben den umfangreichen fotografischen Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten wurde auch die Videofunktion gehörig aufgebohrt. So kann die Alpha 7 IV maximal in 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde filmen, wobei die Aufzeichnung mit einer hohen Bitrate von bis zu 600 Mbit/s erfolgt. Die Kamera nutzt dabei ein 7K-Oversampling, was zu verbesserter Detail und Farbdifferenzierung führen soll. Zudem steht ein Clean-HDMI-Ausgang zur Verfügung, wenn die Aufnahme über einen externen Rekorder stattfinden soll.

Sony Alpha 7 IV Testbericht als Premium-VersionUnseren ausführlichen Einzeltest zur Sony Alpha 7 IV gibt es auch als E-Book mit erweitertem Informationsumfang. Das PDF zum Herunterladen enthält gegenüber dieser Online-Version zusätzlich eine übersichtliche Tabelle mit detaillierten Einzelbewertungen sowie zwei Diagramme, in denen die Stärken und Schwächen der Kamera gut vergleichbar visualisiert werden. Zudem stellen wir drei andere Kameras als mögliche Alternativen vor und erklären welche Vor- und Nachteile diese gegenüber der Sony Alpha 7 IV haben. mehr …

Neben dem großen HDMI-A-Anschluss bietet die Kamera auch WLAN, Bluetooth sowie zwei Buchsen für Klinkenstecker, die den Anschluss von Kopfhörern und Mikrofonen ermöglichen. Der Multi-Interface-Schuh erlaubt sogar den Anschluss von digitalen Mikrofonen. Des Weiteren ist eine USB-C-Schnittstelle mit von der Partie. Mit dieser lassen sich nicht nur Daten übertragen, vielmehr bietet sie die Möglichkeit, die Kamera dauerhaft mit Strom zu versorgen. Außerdem kann der Lithiumionen-Akku NP-FZ100 in der Kamera geladen werden. Voll geladen stellt dieser Energie für bis zu 580 Bilder gemäß CIPA-Standard bereit. Optional lässt sich ein Multifunktionsgriff anschrauben, der neben einer besseren Ergonomie für Hochformataufnahmen auch die Akkulaufzeit verlängert.

In Sachen Bildqualität zeigt sich die Alpha 7 IV bis ISO 3.200 sehr gut und die Bilder können bis ISO 12.800 problemlos verwendet werden. Die Auflösung ist mit dem Objektiv FE 24-105 mm F4 G jedoch nicht so hoch, wie man es von einem 33 Megapixel Sensor erwarten würde; maximal 65 lp/mm haben wir gemessen. Zudem erreicht der Auflösungs-Randabfall im Maximum fast 50 Prozent. Die Farben sind dagegen mit Ausnahme des Gelb-Rot-Bereichs sehr genau.

Im Set mit dem FE 28-70 mm F3.5-5.6 OSS (SEL2870) kostet die Sony Alpha 7 IV ab etwa 2.800 Euro, liegt bei den meisten Händler aber eher bei knapp 3.000 Euro. Im Set mit dem in unserem Test zum Einsatz gekommenen FE 24-105 mm F4 G OSS wird die Sony Alpha 7 IV nur von wenigen Händlern angeboten. Es ist mit knapp 3.700 bis 3.800 Euro zudem deutlich teurer als mit dem FE 28-70 mm. Das Sony-FE-Objektivprogramm (nur die FE-Objektive leuchten den vollen Kleinbildkreis aus, die E-Objektive dagegen lediglich APS-C) umfasst derzeit üppige 42 Objektive und wird von Sony stetig weiter ausgebaut. Da das Bajonett bereits seit 2010 am Markt ist, gibt es zudem besonders viele Objektive von Drittherstellern wie beispielsweise Sigma, Tamron, Zeiss und Tokina. 143 Vollformat-Fremdobjektive mit E-Bajonett haben wir derzeit in unserer Datenbank, etwas weniger als die Hälfte davon verfügt sogar über einen Autofokus.

Fazit

Die Sony Alpha 7 IV eine deutliche Verbesserung gegenüber der 7 III. Den größten Sprung macht sie beim deutlich robusteren und griffigeren Gehäuse sowie dem besseren Bedienkonzept mit dem neuen Menü. Der Autofokus ist mit seinen Erkennungsfunktionen von Menschen und Tieren samt Vögeln inklusive Augen sehr gut. Der neue 33-Megapixel-Sensor ist gegenüber den bisherigen 24 Megapixel kein großer Sprung. Das höhere Auflösungspotential bleibt angesichts der zurückhaltenderen Bildaufbereitung etwas auf der Strecke. Dennoch ist die Bildqualität bis ISO 400 sehr gut und bis ISO 3.200 gut.

Kurzbewertung

  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 400, gut bis 3.200
  • Kompaktes und leichtes, robustes Gehäuse
  • Schneller und präziser Autofokus
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Sehr großes Objektivangebot
  • Recht niedrig auflösender Touchscreen
  • Wenig leistungsfähige Serienbildfunktion
  • Set-Objektiv mit hohem Auflösungs-Randabfall

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