Z 50 im Retro-Kleid

Die neue Nikon Z fc soll junge Retro-Generation ansprechen

2021-06-29 Mit der Nikon Z fc bringt der japanische Tradionshersteller knapp acht Jahre nach der Df seine zweite Retro-Kamera auf den Markt. Anders als die digitale Vollformat-Spiegelreflexkamera Df ist die Nikon Z fc eine spiegellose APS-C-Systemkamera. Sie basiert weitgehend auf der Nikon Z 50, bringt aber neben dem neuen Retro-Design auch einige Detailverbesserungen mit. Die moderne Kamera, die der legendären analogen Spiegelreflexkamera FM2 erstaunlich ähnelt, soll unter anderem auch Vlogger besser ansprechen als die Z 50.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Das Design sowie die Größe der neuen Nikon Z fc lehnen sich stark an das der Nikon FM2 von 1982 an. Der Nikon-Schriftzug der 1980er wurde sogar 1:1 kopiert. [Foto: Nikon]

    Das Design sowie die Größe der neuen Nikon Z fc lehnen sich stark an das der Nikon FM2 von 1982 an. Der Nikon-Schriftzug der 1980er wurde sogar 1:1 kopiert. [Foto: Nikon]

  • Bild Technisch entspricht die Nikon Z fc weitgehend der Z 50. Das betrifft insbesondere den 20 Megapixel auflösenden APS-C-Sensor mit seinen 209 Phasen-AF-Punkten und der 4K-Videoaufnahmefähigkeit. [Foto: Nikon]

    Technisch entspricht die Nikon Z fc weitgehend der Z 50. Das betrifft insbesondere den 20 Megapixel auflösenden APS-C-Sensor mit seinen 209 Phasen-AF-Punkten und der 4K-Videoaufnahmefähigkeit. [Foto: Nikon]

"Alte" Fotografen, die sich eine Retro-Kamera als Erinnerung an frühere Zeiten kaufen, reichen als Zielgruppe für ein langfristig erhältliches Produkt nicht aus, wie die Nikon Df gezeigt hat. Sie wurde zur Markteinführung zwar erfolgreich verkauft, doch die Marktsättigung trat recht schnell ein und die Verkäufe dümpelten dahin. Daher geht Nikon mit der Z fc einen etwas anderen Weg und möchte nicht nur ältere Zielgruppen ansprechen, sondern dank moderner Funktionen auch jüngere Fotografinnen und Fotografen, für die Retro ebenfalls ein Trend ist. So verfügt die Z fc etwa über einen schwenk- und drehbaren Touchscreen, der sich auch als Video-Kontrollmonitor sowie zur Aufnahme von Selfies eignet. WLAN und Bluetooth sind selbstverständlich an Bord und dank der USB-C-Schnittstelle kann der Akku auch im Betrieb geladen werden.

Technisch basiert die Nikon Z fc derweil im Wesentlichen auf der Z 50. Ihr APS-C-Sensor löst 20 Megapixel auf und muss ohne Bildstabilisator auskommen. Der Sensor bietet 209 Phasen-Autofokus-Messpunkte, erreicht elf Serienbilder pro Sekunde und ermöglicht 4K-Videoaufnahmen. Aufgrund der Schwenk- und Drehfunktion fällt der Touchscreen mit einer Diagonale von 7,5 Zentimetern etwas kleiner aus, löst aber dennoch 1,04 Millionen Bildpunkte auf und zeigt dank 3:2-Seitenverhältnis im Fotomodus ein großes Livebild ohne Trauerränder. Der elektronische Sucher löst weiterhin 2,36 Millionen Bildpunkte auf, hat jedoch ein rundes Okular.

  • Bild Der 7,5 Zentimeter große Touchscreen der Nikon Z fc löst 1,04 Millionen Bildpunkte auf. Der elektronische Sucher mit klassisch rundem Okular löst 2,36 Millionen Bildpunkte auf. [Foto: Nikon]

    Der 7,5 Zentimeter große Touchscreen der Nikon Z fc löst 1,04 Millionen Bildpunkte auf. Der elektronische Sucher mit klassisch rundem Okular löst 2,36 Millionen Bildpunkte auf. [Foto: Nikon]

  • Bild Der Bildschirm der Nikon Z fc lässt sich zum Schutz verkehrt herum anklappen. Auf der Rückseite besitzt er ein zur Belederung passendes Design. [Foto: Nikon]

    Der Bildschirm der Nikon Z fc lässt sich zum Schutz verkehrt herum anklappen. Auf der Rückseite besitzt er ein zur Belederung passendes Design. [Foto: Nikon]

  • Bild Der Bildschirm der Nikon Z fc lässt sich seitlich schwenken und drehen, so dass er als Kontrollmonitor zum Vlogging und für Selfies verwendet werden kann. [Foto: Nikon]

    Der Bildschirm der Nikon Z fc lässt sich seitlich schwenken und drehen, so dass er als Kontrollmonitor zum Vlogging und für Selfies verwendet werden kann. [Foto: Nikon]

Zugunsten des Designs verzichtet Nikon auf den integrierten Pop-Up-Blitz. Das wirkt sich positiv auf die CIPA-Akkulaufzeit aus, die von 300 auf 320 Aufnahmen steigt. Der verbaute Akku ist mit dem EN-EL25 aber derselbe wie in der Z 50. Aufgrund des Designs, das sich sehr stark an die analoge Nikon FM2 von 1982 anlehnt, fehlt der Handgriff und so musste der Akku quer verbaut werden. Dadurch fällt die Nikon Z fc mit 13,5 Zentimetern gut einen Zentimeter breiter aus als die Z 50. Sie ist mit 9,4 Zentimetern auch etwas höher als die 7,3 Zentimeter hohe Z 50 und auch die Tiefe ist trotz des fehlenden Griffs mit 4,4 Zentimetern ebenfalls etwas gewachsen, wenn auch nur einen halben Zentimeter.

Interessanterweise entsprechen die Dimensionen fast genau dem analogen Vorbild FM2. Sogar der Nikon-Schriftzug lehnt sich an der FM2 an. Das Gehäuse der Nikon Z fc besteht größtenteils aus einer Magnesiumlegierung und fällt mit 395 Gramm genau fünf Gramm schwerer aus als die Z 50. Beim ersten Anfassen fühlte es sich in unseren Händen aber nicht so hochwertig an wie eine Nikon FM2 – kein Wunder, wiegt letztere doch mit 540 Gramm deutlich mehr. Die Z fc ist in Silber lackiert und mit einer großzügigen, schwarzen, genarbten Gummi-Belederung versehen, die allerdings nicht ganz so griffig ausfällt wie beim analogen Vorbild.

  • Bild Auf der Oberseite besitzt die Nikon Z fc drei Alu-Einstellräder für ISO-Empfindlichkeit, Belichtungszeit und Belichtungskorrektur. Ein Mini-LCD zeigt zudem den eingestellten Blendenwert an. [Foto: Nikon]

    Auf der Oberseite besitzt die Nikon Z fc drei Alu-Einstellräder für ISO-Empfindlichkeit, Belichtungszeit und Belichtungskorrektur. Ein Mini-LCD zeigt zudem den eingestellten Blendenwert an. [Foto: Nikon]

Als Zubehör soll es ab September 2021 eine Grifferweiterung GR-1 für knapp 130 Euro geben. Sie sollte die Ergonomie deutlich verbessern, denn wirklich gut ist diese mangels Griffsteg und Daumenmulde nicht. Hier stand bei der Z fc eindeutig das Design im Vordergrund. Übrigens ist das Gehäuse wie bei der Z 50 mit einem leichten Spritzwasser- und Staubschutz versehen. Es verfügt also über Dichtungen, aber am Akku- und Speicherkartenfach beispielsweise befindet sich keine. Unterstrichen werden soll die Robustheit mit einem für mindestens 100.000 Auslösungen ausgelegten Verschluss.

Bei der Bedienung will Nikon einen guten Kompromiss aus vielen Bedienrädern aber nicht zu überfrachteten Bedienelementen gefunden haben. Ähnlich wie bei der Df lassen sich ISO-Empfindlichkeit, Belichtungszeit und Belichtungskorrektur mit Drehrädern einstellen, aber auch zwei Multifunktionsräder sind vorhanden, um beispielsweise die Drittelstufen zu erreichen oder aber die Belichtungszeit und ISO direkt einstellen zu können. Der Aufnahmemodus von der Vollautomatik bis hin zur manuellen Belichtungskontrolle wird über einen Hebel unter dem ISO-Rad eingestellt.

  • Bild Mit der ab September 2021 für knapp 130 Euro erhältlichen Grifferweiterung GR-1 dürfte die Nikon Z fc an Ergonomie gewinnen. [Foto: Nikon]

    Mit der ab September 2021 für knapp 130 Euro erhältlichen Grifferweiterung GR-1 dürfte die Nikon Z fc an Ergonomie gewinnen. [Foto: Nikon]

  • Bild Exklusiv mit der Nikon Z fc kommt das Z DX 28 mm F2.8 SE als Setobjektiv auf den Markt. Später wird das Objektiv als auch "normale" Version (ohne SE) einzeln erhältlich sein. [Foto: Nikon]

    Exklusiv mit der Nikon Z fc kommt das Z DX 28 mm F2.8 SE als Setobjektiv auf den Markt. Später wird das Objektiv als auch "normale" Version (ohne SE) einzeln erhältlich sein. [Foto: Nikon]

Die oberen Bedienräder der Z fc sind aus Aluminium gefräst und auf der Oberseite schwarz eloxiert, die Beschriftungen sind eingraviert. Über Blendenringe verfügen die Nikon-Z-Objektive zwar nicht, aber der Fokusring kann als Blendenring verwendet werden. Die Blende wird dann auf einem winzig kleinen Top-Display angezeigt, das neben zwei Ziffern auch Warnhinweise anzeigen kann.

Der Einschalter sitzt sehr bequem unter dem Auslöser und lässt sich so perfekt bedienen. Der Auslöser gleicht ebenfalls dem analogen Pendant, wobei Nikon jedoch im Gegensatz zu Fujifilm auf ein Gewinde für einen echten Drahtauslöser verzichtet. Stattdessen gibt es optional eine Bluetooth-Fernbedienung. Überhaupt erinnert die Nikon stark an Fujifilm mit seiner X-T-Reihe, bei der Fujifilm den Retro-Look der 80er Jahre auf die Spitze getrieben hat.

  • Bild Für knapp 1.300 Euro soll die Nikon Z fc als Vlogger-Kit erhältlich sein, das neben dem Objektiv und der Kamera auch ein Mikrofon sowie einen Dreibein-Handgriff enthält.. [Foto: Nikon]

    Für knapp 1.300 Euro soll die Nikon Z fc als Vlogger-Kit erhältlich sein, das neben dem Objektiv und der Kamera auch ein Mikrofon sowie einen Dreibein-Handgriff enthält.. [Foto: Nikon]

  • Bild Die im Nikon Z fc Vlogger Kit enthaltene Bluetooth-Fernbedienung ML-L7 lässt sich magnetisch am Dreibein-Griff befestigen. [Foto: Nikon]

    Die im Nikon Z fc Vlogger Kit enthaltene Bluetooth-Fernbedienung ML-L7 lässt sich magnetisch am Dreibein-Griff befestigen. [Foto: Nikon]

Von der Nikon Z fc geistern im Internet (siehe Twitter) Bilder mit bunten Belederungen in Weiß, Sand-Beige, Grau, Bernstein-Braun, Pink und Mintgrün umher, zu denen sich Nikon Europa aber nicht äußert. Unserer Vermutung nach sind diese noch in der Diskussion und kommen womöglich später und nur nach Asien, wo die junge Generation in der breiten Masse wesentlich farbenfroher unterwegs ist als in Europa. Wahrscheinlich würde hierzulande ohnehin eine schwarze Version der Z fc besser ankommen.

Ab Ende Juli 2021 soll die Nikon Z fc zu einem Preis von knapp 1.000 Euro erhältlich sein. Zudem wird es exklusiv mit der Z fc eine silberne Version des Z DX 16-50 mm F3.5-6.3 VR geben, der Preis des Sets beträgt gut 1.150 Euro. Wer ein zusätzliches (schwarzes) Telezoom Z DX 50-250 mm F4.5-6.3 VR möchte, muss knapp 1.390 Euro auf den Tisch legen. Darüber hinaus kommt das Z 28 mm F2.8, dessen Entwicklung Nikon vor vier Wochen angekündigt hatte (siehe weiterführende Links), zuerst in einer Special Edition im Retro-Look als Setobjektiv zur Z fc auf den Markt. Diese Kombination soll knapp 1.250 Euro kosten.

Zudem schnürt Nikon von der Z fc auch ein Vlogging-Kit. Für einen Preis von knapp 1.300 Euro sind neben der Z fc sowie dem silbernen 16-50 auch ein Sennheiser-Mikrofon sowie ein Handstativ samt magnetischer Aufnahme für die ebenfalls mitgelieferte Bluetooth-Fernbedienung ML-L7 enthalten. Bis zum 30. September sind diese Preise jedoch alle Schall und Rauch, denn als Einführungsangehot ist die Z fc bis dahin 100 Euro günstiger.

Wer möchte, kann zudem an einem Online-Launch-Event am heutigen Abend um 17 Uhr teilnehmen. Dort lassen die Fotografen Constantin Schiller und Gregor Renner gemeinsam mit Nikon-Experten ihre ersten Eindrücke zur Z fc Revue passieren, mit der die Fotografen bereits intensiv fotografieren durften. Zudem können Zuschauer per Chat Fragen zum Neuzugang der Z-Familie stellen, die im Livestream beantwortet werden sollen.


Passende Meldungen zu diesem Thema

Artikel-Vorschläge der Redaktion

Testbericht: Skylum Luminar AI

Testbericht: Skylum Luminar AI

Mit Luminar AI soll die neue Art der Bildbearbeitung vorgestellt werden, wir haben diese Aussage geprüft. mehr…

Kaufberatung: Welche Speicherkarte ist die richtige für meine Kamera?

Kaufberatung: Welche Speicherkarte ist die richtige für meine Kamera?

Wir erklären, welcher Speicherkartenstandard und welche Geschwindigkeitsklasse je nach Anwendung gebraucht wird. mehr…

Perfekt stabilisierte Videos mit dem ZHIYUN WEEBILL 2

Perfekt stabilisierte Videos mit dem ZHIYUN WEEBILL 2

Der Hersteller ZHIYUN hat mit dem WEEBILL 2 das perfekte Werkzeug für stabile Videoaufnahmen für euch! mehr…

Unglaublich günstige Angebote im neuen Flyer der FOTO GREGOR GRUPPE

Unglaublich günstige Angebote im neuen Flyer der FOTO GREGOR GRUPPE

Die Panasonic Lumix G81 mit 12-60mm Zoomobjektiv für nur 699 € ist das Titelseiten-Angebot der neuen Zeitungsbeilage. mehr…

Foto Koch Die News sponsert Foto Koch – Ihr Fotopartner mit dem gewissen Etwas! 100 Jahre jung, top modern und mit fairen Preisen.

News-Suche

von bis
Hersteller
Autor
Suche nach

Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 43, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.