Aus dem digitalkamera.de-Testlabor

Bildqualität der Samsung Objektive 16-50 2-2.8 und 3.5-5.6 getestet

2014-08-16 Samsung bietet neuerdings gleich zwei Standardzooms mit 16-50 Millimeter Brennweite an, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das NX Lens 16-50 mm F3.5-5.6 Power Zoom ED OIS kommt als kompaktes Standardzoom der NX3000 zum Einsatz, während das lichtstarke NX Lens 16-50 mm F2-2.8 S ED OIS vor allem anspruchsvolle Anwender der NX30 ansprechen sollte. Es ist das aktuell lichtstärkste Standardzoom in diesem Brennweitenbereich, ist aber trotzdem nicht größer als beispielsweise das Sony 16-50 mm mit einer durchgehenden Lichtstärke von "nur" F2,8. Beide Samsung-Linsen wurden auf ihre Bildqualität getestet.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Obwohl sie denselben Brennweitenbereich abdecken, sind das Samsung NX Lens 16-50 mm F3.5-5.6 Power Zoom ED OIS und das Samsung NX Lens 16-50 mm F2-2.8 S ED OIS zwei ungleiche Geschwister. [Foto: MediaNord]

    Obwohl sie denselben Brennweitenbereich abdecken, sind das Samsung NX Lens 16-50 mm F3.5-5.6 Power Zoom ED OIS und das Samsung NX Lens 16-50 mm F2-2.8 S ED OIS zwei ungleiche Geschwister. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Samsung NX Lens 16-50 mm F3.5-5.6 Power Zoom ED OIS dient als besonders kompaktes Setobjektiv der Samsung NX3000. [Foto: MediaNord]

    Das Samsung NX Lens 16-50 mm F3.5-5.6 Power Zoom ED OIS dient als besonders kompaktes Setobjektiv der Samsung NX3000. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Samsung NX Lens 16-50 mm F2-2.8 S ED OIS hingegen ist ein lichtstarkes Standardzoom, das beispielsweise hervorragend zur Samsung NX30 passt. [Foto: Samsung]

    Das Samsung NX Lens 16-50 mm F2-2.8 S ED OIS hingegen ist ein lichtstarkes Standardzoom, das beispielsweise hervorragend zur Samsung NX30 passt. [Foto: Samsung]

Das Samsung NX Lens 16-50 mm F3.5-5.6 Power Zoom ED OIS dient als kompaktes Standardzoom für die NX3000. Wie der Name schon verrät, handelt es sich um ein Motorzoomobjektiv, beim Einschalten der Kamera fährt es automatisch auf Betriebslänge aus, der Objektivdeckel muss hingegen manuell abgenommen werden. Das Objektiv verfügt über einen Stellring sowie Zoomtasten und die bei Samsung inzwischen zum Standard gewordene iFn-Taste, die verschiedene Einstellungen aufruft, die dann bequem mit dem Objektivring verstellt werden können. Die jeweils eingestellte Brennweite wird auf dem Kameradisplay eingeblendet und so kann die Brennweite exakter eingestellt werden als mit einer groben Skala an einem mechanischen Zoomring. Der Autofokus des Objektivs arbeitet schnell und leise.

Bei der Bildqualität ist als erstes festzuhalten, dass die Bildschärfe von der Mitte bis zum Bildrand bei allen Blenden und Brennweiten für einen einwandfrei scharfen Ausdruck in 20 mal 30 Zentimeter Größe reicht. Die Randabdunklung ist weniger als 30 Prozent Lichtverlust und weichem Verlauf vernachlässigbar, das entspricht weniger als einer halben Blendenstufe Lichtverlust selbst in den äußersten Ecken. Die Verzeichnung ist insgesamt gering, aber durchaus vorhanden. So gibt es im Weitwinkel eine tonnenförmige Verzeichnung von einem Prozent, in Telestellung sind es 0,5 Prozent Kissenform, bei mittlerer Brennweite ist keine Verzeichnung messbar. Auch dies sind gute Ergebnisse. Auch die Farbsäume sind insgesamt gering, leicht sichtbar werden sie allenfalls bei Offenblende im Weitwinkel im Bereich der Bildrändern und bei mittlerer Brennweite etwas abgeblendet. Ans Eingemachte geht es bei der absoluten Auflösung bei 50 Prozent Kantenkontrast. Hier erreicht das Objektiv bei allen Brennweiten bei der jeweils besten Blende eine ordentliche Auflösung von über 50 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm). Im Weitwinkel ist der Auflösungsverlust am Bildrand jedoch auch nicht ohne, hier werden mehr als 33 Prozent weniger Auflösung erreicht als im Zentrum. Auf F5,6 abgeblendet ergibt sich hier die besten Auflösungsleistung mit 49 lp/mm im Zentrum und 39 lp/mm am Bildrand und somit nur noch knapp über 20 Prozent Auflösungsverlust. Ähnliche Werte ergeben sich auch bei mittlerer Brennweite, nur dass hier die Auflösung von F4,5 bis F8 praktisch konstant bleibt, ab F11 sorgt die Beugung für leichte Auflösungsverluste im Zentrum, ab F16 sinkt auch die Randauflösung. In Telestellung liegt der Auflösungsverlust zum Bildrand unter 10 Prozent und ist damit vernachlässigbar, abgeblendet auf F8 ergibt sich die höchste Auflösung bei dieser Brennweite von 51 lp/mm im Zentrum und 47 lp/mm am Bildrand.

Insgesamt liefert das Samsung NX Lens 16-50 mm F3.5-5.6 Power Zoom ED OIS eine gute Leistung ab und ist als günstiges Setobjektiv absolut zu empfehlen. Die optischen Fehler sind gut auskorrigiert, die Auflösung ist hoch und wird dem 20 Megapixel auflösenden Sensor der NX3000 gerecht. Bei größeren Posterdrucken machen sich im Weitwinkel und bei mittlerer Brennweite zwar die Auflösungsverluste am Bildrand bemerkbar, bei üblichen Bildgrößen bis 20 x 30 Zentimeter sind diese aber nicht sichtbar.

Von einem Objektiv wie dem Samsung NX Lens 16-50 mm F2-2.8 S ED OIS erwartet man sich trotz des guten Abschneidens des preiswerten Schwestermodells abseits der höheren Lichtstärke vor allem auch eine noch bessere Abbildungsleistung, am besten auch bei weit geöffneter Blende. Sowohl die Bildschärfe vom Zentrum zum Bildrand als auch die Randabdunklung geben ein ebenso gutes Bild ab wie beim 16-50 3.5-5.6 – alles andere wäre aber auch eine Schande für das hochwertig verarbeitete Objektiv gewesen, das dem ersten Anschein nach auch aus dem Hause Zeiss stammen könnte. Die spritzwassergeschützte Konstruktion wirkt absolut hochwertig, die Einstellringe laufen butterweich, der Autofokus arbeitet schnell, leise und präzise. Auch das Bokeh kann sich sehen lassen, es ist angenehm weich und in Telestellung eignet sich das Objektiv bei Offenblende gut auch zur Freistellung mit genügend Schärfebereich im Gesicht.

Die Verzeichnung hingegen ist zumindest im Weitwinkel beim 2-2.8 etwas stärker als beim 3.5-5.6: etwa 1,7 Prozent Tonnenform werden erreicht, was zwar schon sichtbar, aber noch nicht allzu störend ist. Bei mittlerer Brennweite ist das Objektiv hingegen verzeichnungsfrei, in Telestellung gibt es eine mehr mess- denn sichtbare 0,5-prozentige kissenförmige Verzeichnung. Deutlich unangenehmer sind die kräftigen Farbsäume, die bei kurzer und mittlerer Brennweite vor allem Richtung Randbereich auftreten. Abblenden lindert das Problem, lässt es aber nicht verschwinden. Hier ist man gut beraten, die Farbsäume mittels Bildbearbeitung zu entfernen, was kein größeres Problem darstellt. Bei der Auflösung ist auch beim 16-50 2-2.8 bei etwa 50 lp/mm das Maximum erreicht (siehe Diagramm aus dem Labortest unten), mehr gibt der 20-Megapixler zusammen mit der Samsung-Bildaufbereitung wohl nicht her. Mit jeweils um die 45 lp/mm ist die Offenblendauflösung bei allen drei Brennweiten gut, lässt sich durch Abblenden aber noch etwas steigern. Bis Blende F4 ist in allen drei Brennweiten ein Verlust der Randauflösung gegenüber dem Bildzentrum gut messbar, ab F5,6 sind die Verluste nur noch gering.

Bleibt festzuhalten, dass das Samsung NX Lens 16-50 mm F2-2.8 S ED OIS in erster Linie mit seiner Lichtstärke, der damit einhergehenden Freistell- und Available-Light-Potential, der hochwertigen Verarbeitung sowie dem schnellen Autofokus punktet. Die Bildqualität ist insgesamt gut, aber auch nicht überragend. Störend fallen vor allem die Farbsäume auf, bei Offenblende wird, mit Randverlusten, jeweils eine ordentliche Auflösung erreicht. Etwas abgeblendet ist die Auflösung bei gleicher Blende am Bildrand besser als bei kleinen 16-50 3.5-5.6.

Samsung NX Lens 16-50 mm F2-2.8 S ED OIS mit Samsung NX30

Auflösung MTF


NX30

F2,0F2,5F2,8F4,0F5,6F8,0F11,0F16,0F22,0
16 mm Bildmitte44,2 lp/mm50,5 lp/mm50,2 lp/mm47,2 lp/mm48,3 lp/mm46,5 lp/mm41,5 lp/mm33,3 lp/mm
16 mm Bildrand31,1 lp/mm33,5 lp/mm37,9 lp/mm40,9 lp/mm40,3 lp/mm37,7 lp/mm33,0 lp/mm26,0 lp/mm
29 mm Bildmitte43,7 lp/mm44,8 lp/mm49,4 lp/mm44,1 lp/mm44,1 lp/mm44,8 lp/mm40,7 lp/mm32,2 lp/mm
29 mm Bildrand36,6 lp/mm36,9 lp/mm41,5 lp/mm45,3 lp/mm46,9 lp/mm43,4 lp/mm36,7 lp/mm28,3 lp/mm
50 mm Bildmitte45,6 lp/mm46,7 lp/mm47,2 lp/mm48,6 lp/mm47,1 lp/mm40,4 lp/mm32,7 lp/mm
50 mm Bildrand36,4 lp/mm39,9 lp/mm44,1 lp/mm45,6 lp/mm42,7 lp/mm36,1 lp/mm29,1 lp/mm


NX1

F2,0F2,5F2,8F4,0F5,6F8,0F11,0F16,0F22,0
24 mm Bildmitte52,3 lp/mm53,1 lp/mm57,4 lp/mm56,6 lp/mm55,2 lp/mm51,6 lp/mm45,1 lp/mm38,3 lp/mm
24 mm Bildrand37,1 lp/mm34,2 lp/mm40,9 lp/mm46,9 lp/mm47,4 lp/mm41,8 lp/mm35,3 lp/mm29,0 lp/mm
42 mm Bildmitte54,4 lp/mm52,5 lp/mm59,4 lp/mm54,4 lp/mm52,2 lp/mm51,7 lp/mm45,8 lp/mm35,2 lp/mm
42 mm Bildrand43,3 lp/mm39,3 lp/mm48,8 lp/mm54,7 lp/mm56,3 lp/mm49,9 lp/mm42,0 lp/mm31,5 lp/mm
75 mm Bildmitte60,1 lp/mm57,6 lp/mm57,7 lp/mm55,8 lp/mm51,3 lp/mm45,0 lp/mm35,2 lp/mm
75 mm Bildrand39,2 lp/mm35,8 lp/mm40,7 lp/mm45,8 lp/mm46,3 lp/mm40,8 lp/mm32,3 lp/mm

Im digitalkamera.de-Testlabor werden mit Hilfe der Software DxO Analyzer verschiedene Bildqualitätsparameter gemessen. Der Labortest mit klar gestalteten und leicht verständlichen Diagrammen, Erklärungstexten sowie einer ausführlichen PDF-Datei zum Archivieren und Ausdrucken kostet 1,40 EUR im Einzelabruf für eine Kamera und 0,50 EUR für ein Objektiv. Flatrates, die den Zugriff auf das gesamte Labortest-Archiv erlauben, sind ab 2,08 EUR pro Monat buchbar. Eine Flatrate hat keine automatische Verlängerung und wird im Voraus für einen festen Zeitraum gebucht und bezahlt.

Hersteller Samsung Samsung
Modell NX Lens 16-50 mm F2-2.8 S ED OIS NX Lens 16-50 mm F3.5-5.6 Power Zoom ED OIS
Preis (UVP) 1.299,00 EUR 349,00 EUR
Bajonett Samsung NX Samsung NX
Brennweitenbereich 16-50 mm 16-50 mm
Lichtstärke (größte Blende) F2 bis F2,8 F3,5 bis F5,6
Kleinste Blendenöffnung F22 F22
Linsensystem 18 Linsen in 12 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
9 Linsen in 8 Gruppen
inkl. ED Linse(n)
KB-Vollformat nicht relevant nicht relevant
Anzahl Blendenlamellen 9 7
Naheinstellgrenze 300 mm 240 mm
Bildstabilisator vorhanden ja ja
Autofokus vorhanden ja ja
Wasser-/Staubschutz ja nein
Filtergewinde 72 mm 43 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 81 x 97 mm 65 x 31 mm
Objektivgewicht 622 g 111 g

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.