Vollformat-DSLR der Mittelklasse mit Spiegellos-Genen

Testbericht: Nikon D780

Seite 2 von 2, vom 2020-03-16 (Autor: Benjamin Kirchheim)Zur Seite 1 wechseln

Ausstattung

Auch wenn Nikon bei der D780 die Motivprogramme wegrationalisiert hat, ist ein Vollautomatikmodus vorhanden und dient damit als Notnagel im Eifer des Gefechts oder wenn man mal einem nicht so fachkundigen Fotografen die Kamera in die Hand drücken möchte. Die Effektprogramme wegzulassen, hat Nikon sich hingegen nicht getraut und so kann, wer möchte, seine Fotos "aufhübschen". Auch die Picture-Control-Funktion zur individuellen Anpassung der kamerainternen JPEG-Bildaufbereitung fehlt nicht.

In den Kreativprogrammen entfaltet die Nikon D780 hingegen ihr volles Potential. Die ISO-Automatik lässt sich beispielsweise detailliert konfigurieren, damit sie so arbeitet, wie man möchte. Zudem gibt es nicht nur eine umfangreiche Belichtungsreihenfunktion, sondern die Kamera nimmt auch Fokusreihen für ein späteres Stacking auf und Intervallaufnahmen stehen ebenfalls auf dem Programm – inklusive der Möglichkeit, direkt 4K-Zeitrafferfilme in der Kamera erstellen zu können.

  • Bild Der in der Nikon D780 verbaute Kleinbildsensor bietet mit seinen 24 Megapixeln Auflösung eine sehr hohe Bildqualität. Zudem sorgen 279 Hybrid-AF-Messfelder für einen schnellen Autofokus auch im Live-View. [Foto: MediaNord]

    Der in der Nikon D780 verbaute Kleinbildsensor bietet mit seinen 24 Megapixeln Auflösung eine sehr hohe Bildqualität. Zudem sorgen 279 Hybrid-AF-Messfelder für einen schnellen Autofokus auch im Live-View. [Foto: MediaNord]

Die wohl mächtigste "Waffe" der D780 ist aber – neben ihrer Bildqualität, doch dazu später mehr – das System aus Autofokus und Belichtungsmessung. Der Autofokus arbeitet mit 51 Phasen-Messfeldern, die allerdings allesamt recht mittig sitzen. Unterstützt wird der Autofokus vom Belichtungsmesser, der über 180.000 farbempfindliche RGB-Messpunkte verfügt. Dadurch ist die Kamera in der Lage, Objekte zu erkennen und zu verfolgen, sodass berechnet werden kann, welche Autofokusmessfelder anzusteuern sind. Die Auflösung reicht sogar, um Gesichter zu erkennen, für Augen hingegen nicht. Vor allem bei Sport- und Actionmotiven spielt der Autofokus seine Vorteile aus.

Die Serienbildfunktion klingt mit sieben Bildern pro Sekunde für heutige Verhältnisse nicht sehr spektakulär, ist aber für die meisten Fälle ausreichend. Auch wenn der Puffer theoretisch nur für knapp über 20 Fotos reicht, hält die Kamera mit schneller UHS-II-Speicherkarte diese hohe Serienbildrate je nach Dateiformat deutlich länger durch. In JPEG (höchste Qualität) konnten wir 100 und in Raw (14 Bit mit verlustfreier Kompression) 77 Fotos am Stück mit der hohen Serienbildrate aufnehmen. Dass in JPEG nach 100 Aufnahmen Schluss ist, liegt an einer Beschränkung der Kamera auf maximal 100 Serienbilder am Stück mit mechanischem Verschluss – vermutlich, um diesen zu schonen. Übrigens sind bis zu 1/8.000 Sekunde kurze Verschlusszeiten möglich.

Auch wenn es sich bei der Nikon D780 um eine DSLR handelt, möchte man die Vorteile von spiegellosen Systemkameras nicht mehr missen. Diese beschränken sich längst nicht nur auf eine Live-View und Videofunktion und so baut Nikon bei der D780 erstmals konsequent alles an Technik ein, die sich in der Z 6 bewährt hat. Sprich: Die D780 verfügt über 273 auf dem Bildsensor integrierte Phasen-AF-Sensoren, die einen 90 Prozent großen Bereich des Bildfelds abdecken. Dank der hohen Sensorauflösungen werden zudem Gesichter und auch Augen erkannt, womit die Live-View-Funktion gerade bei der Porträtfotografie – neben dem besseren Augenkontakt des Fotografen zum Model – seine Vorteile ausspielen kann. Der Fotograf kann dank des neigbaren Bildschirms auch viel unverkrampfter mit der Aufnahmehöhe der Kamera und damit der Perspektive und Bildwirkung spielen. Für Makrofotografen ergeben sich ebenfalls viel entspanntere Arbeitsmöglichkeiten, nicht zuletzt auch aufgrund der bereits erwähnten Fokusreihenaufnahmefunktion.

Im Live-View gibt es noch weitere Vorteile wie eine Belichtungs- und Weißabgleichsvorschau, Live-Histogramm, Fokuslupe und Peaking und so weiter. Sogar die Serienbildfunktion wird bei aktiviertem Livebild leistungsfähiger. Hier nimmt die Nikon D780 mit elektronischem Verschluss sogar zwölf Serienbilder pro Sekunde ohne künstliche Beschränkung der Serienbildanzahl und sogar mit Autofokus- und Belichtungsnachführung auf. Bei der höheren Serienbildrate wirkt dann allerdings das Speicherkarteninterface trotz schnellem UHS II als Nadelöhr. In Raw bricht die Serienbildgeschwindigkeit bereits nach 35 Aufnahmen von zwölf auf etwa vier Serienbilder pro Sekunde ein, in JPEG sind 43 Bilder in schneller Bildfolge (12,3 fps) möglich, bevor die D780 langsamer wird.

  • Bild Das Stativgewinde der Nikon D780 sitzt ordnungsgemäß in der optischen Achse. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Nikon D780 sitzt ordnungsgemäß in der optischen Achse. [Foto: MediaNord]

Aber auch die Videofunktion profitiert vom leistungsfähigen Live-View samt zuverlässiger, pumpfreier Autofokus-Nachführung. Ohne digitalen Bildstabilisator kann die gesamte Sensorbreite mit 6K-Oversampling für die Videoaufnahme benutzt werden, die in guter Qualität bei 4K-Auflösung bei maximal 30 Bildern pro Sekunde gespeichert wird. Bei Full-HD sind sogar 120 Bilder pro Sekunde für bis zu fünffache Zeitlupen (bei 24p-Ausgabe) möglich. Die Clip-Länge ist in 4K allerdings auf 20 und in Full-HD auf knapp 30 Minuten beschränkt. Via HDMI-Recording lässt sich diese Beschränkung allerdings umgehen. Kopfhörer- und Mikrofonanschluss samt Aussteuerung, Timecode, Fokuspeaking und manueller Belichtungskontrolle bietet die D780 ebenfalls. Auch eine HDR-Videofunktion nach HLG-Standard sowie eine flache Tonwertkurve (N-Log) für die spätere Gradation fehlen nicht.

Den integrierten Blitz hat Nikon bei der D780 leider eingespart. Für viele ist das nicht schlimm, schließlich bietet ein kleiner Pop-Up-Blitz weder eine tolle Ausleuchtung noch eine hohe Reichweite. Aber für manche Anwendungen ist er als Aufheller oder Steuergerät für externe Blitzgeräte doch ein wertvolles Ausstattungsmerkmal. Es wirkt sogar ein wenig so, als hätte Nikon den Blitz im letzten Moment eingespart, denn die Blitztaste liegt weiterhin links vom Sucherbuckel. Damit lässt sich dann der aufgesteckte Blitz kontrollieren, falls man das nicht sowieso viel bequemer am Blitzdisplay erledigt. Das TTL-System von Nikon bietet ansonsten alle denkbaren Möglichkeiten und Nikon bietet auch ein umfangreiches Blitzprogramm an. Die Blitzsynchronzeit beträgt übrigens 1/200 Sekunde, wobei das Blitzsystem auch eine Highspeed-Synchronisation bietet.

Ein praktisches Feature der Wiedergabefunktion ist das Doppeltippen auf ein Bild, wodurch der angetippte Bereich zur Schärfekontrolle direkt auf 100 Prozent vergrößert wird. Ein weiteres Doppeltippen zeigt wieder das gesamte Bild an. Auch Bildbearbeitungsfunktionen innerhalb der Kamera gibt es bei der D780. Für ambitionierte Anwender wichtig ist natürlich der eingebaute Rohdatenkonverter, mit dem sich direkt in der Kamera JPEG-Bilder erstellen lassen. Aber auch JPEG-Bilder lassen sich bearbeiten, sei es zum Beschneiden, Verkleinern oder sogar zum Anwenden von Filtereffekten. Selbst Videos lassen sich in der Wiedergabe schneiden, was sich allerdings auf das Wählen des Anfangs- und Endpunkts beschränkt.

  • Bild Mit Mikrofon- und Kopfhöreranschluss, Fernauslösebuchse, USB-C samt Ladefunktion sowie Mini-HDMI bietet die Nikon D780 alle nötigen Schnittstellen. [Foto: MediaNord]

    Mit Mikrofon- und Kopfhöreranschluss, Fernauslösebuchse, USB-C samt Ladefunktion sowie Mini-HDMI bietet die Nikon D780 alle nötigen Schnittstellen. [Foto: MediaNord]

Das eingebaute WLAN arbeitet in der für Konsumenten entwickelten Snapbridge-Funktion mit Bluetooth zusammen. Nützlich ist dabei vor allem die ständige, energiesparende Bluetooth-Verbindung zum Smartphone für das Geotagging, denn so spart man sich ein GPS als Zubehör. Aber auch Fernsteuermöglichkeiten samt Live-View bietet die App, zudem lassen sich Bilder auf das Smartgerät übertragen. Kauft man sich den mit über 1.000 Euro sehr teuren WLAN-Adapter WT-7 passend zur D780 als Originalzubehör, so stehen umfangreichere Steuermöglichkeiten zur Verfügung inklusive Bildupload ins Netzwerk und Fernsteuerung über 200 Meter Entfernung via Webbrowser, also auch vom Smartgerät aus. Fernsteuern (sogenanntes Tethering) lässt sich die Kamera aber auch ohne WLAN via USB-Kabel vom Rechner aus.

Bildqualität

Von einer modernen Vollformat-DSLR wie der Nikon D780 kann man zurecht eine piekfeine Bildqualität mit hoher Pixelschärfe, klaren Kanten, geringem Rauschen und differenzierter Farb- und Helligkeitswiedergabe erwarten. Dass es dafür auch ein entsprechend hochwertiges Objektiv braucht (oder mehrere, schließlich besteht der Vorteil einer DSLR vor allem darin, für die Aufnahmesituation ein möglichst gut geeignetes Objektiv einsetzen zu können), sollte selbstverständlich sein. Wir haben die Nikon D780 daher mit dem "Referenz"-Zoom AF-S Nikkor 24-70 mm F2.8E ED in unserem Labor auf ihre Bildqualität getestet. Alle Messwerte mit Diagrammen und deren Erläuterung können unserem kostenpflichtigen Labortest entnommen werden, der über die weiterführenden Links erreichbar ist. Mit einem Kauf wird übrigens unsere redaktionelle Arbeit an kostenfreien Testberichten wie diesem direkt unterstützt. Die folgenden Betrachtungen beruhen im Wesentlich auf diesem Labortest.

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass das über 2.000 Euro teure Objektiv durchaus nicht frei von Bildfehlern ist beziehungsweise Nikon diese nicht standardmäßig völlig in der kamerainternen Bildaufbereitung beseitigt. Am augenscheinlichsten ist die recht deutliche Verzeichnung mit fast 3,5 Prozent Tonnenform im Weitwinkel und bis zu fast zwei Prozent Kissenform im Tele. Wer möchte, kann aber auch die standardmäßig deaktivierte kamerainterne Verzeichnungskorrektur aktivieren. Die Randabdunklung hingegen kompensiert die D780 zwar etwas, aber nicht völlig. Das zeigt sich vor allem bei Offenblende mit bis zu 1,3 Blendenstufen Lichtverlust in den Bildecken. Immerhin ist der Verlauf sehr sanft, so dass dies nicht ganz so stark auffällt. Ein Abblenden von ein bis zwei Blendenstufen reduziert die Randabdunklung deutlich. Wer möchte, kann hier ebenfalls die standardmäßig auf "Normal" stehende Vignettierungskorrektur der Kamera auf "Stark", aber auch auf "Moderat" oder "Aus" stellen. Farbsäume zeigen sich hingegen fast gar nicht. Sie liegen im Durchschnitt nahe der Nulllinie und selbst im Maximum an den Bildrändern erreichen sie kaum einen Pixel Ausdehnung.

Bei der Auflösung gibt sich das Objektiv im Bildzentrum bei 50 Prozent Kontrast und damit auch die Kamera keine Blöße. Nahezu unabhängig von der Brennweite und Blende bewegt sie sich zwischen 57 und 60 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm), was für einen 24 Megapixel-Sensor ein guter Wert ist (die kamerainterne Beugungskorrektur ist standardmäßig und damit auch im Labortest aktiviert). Die Grenzauflösung bei zehn Prozent Kontrast erreicht mit rund 84 lp/mm das theoretische Auflösungsmaximum des Bildsensors. Am Bildrand sieht es hingegen anders aus. Bei 50 Prozent Kontrast ist der Auflösungsverlust immens. Je kleiner die Brennweite und offener die Blende, desto schlimmer. Bei 24 Millimetern sind es bei F2,8 am Bildrand nur 20 lp/mm. Die maximale Randauflösung wird bei 70 Millimetern auf F16 abgeblendet mit 54 lp/mm erreicht.

  • Bild Dank des ausgeprägten Handgriffs und der griffigen Gummi-Belederung liegt die Nikon D780 sehr ergonomisch und sicher in der Hand. [Foto: MediaNord]

    Dank des ausgeprägten Handgriffs und der griffigen Gummi-Belederung liegt die Nikon D780 sehr ergonomisch und sicher in der Hand. [Foto: MediaNord]

Das Objektiv liefert also nicht über das gesamte Bildfeld optimale Ergebnisse ab. Und wie sieht es mit der Kamera aus? Die interne Bildaufbereitung schärft moderat und damit ohne große negative Auswirkungen nach. Auch die Tonwertkurve verläuft vor allem in den Mittentönen angesteilt, was für knackige Kontraste und Details sorgt. Das ist bei JPEG auch nicht verkehrt und sorgt dafür, dass man die Bilder aus der Kamera bei Bedarf direkt verwenden kann.

Dank der großen Pixel bewegt sich der Signal-Rauschabstand von ISO 50 bis 400 im guten Bereich von 40 bis 45 dB, erst oberhalb von ISO 6.400 wird die kritische Grenze von 35 dB unterschritten. Während Farbrauschen keine Rolle spielt, wird Helligkeitsrauschen oberhalb von ISO 6.400 langsam sichtbar und fällt ab ISO 51.200 und vor allem darüber sehr stak auf. Dabei bleibt das Rauschen mit maximal zwei Pixeln feinkörnig.

Bis ISO 400 kostet die Rauschunterdrückung praktisch keine Details, aber auch darüber sinkt die Detailwiedergabe nur ganz langsam. Selbst bei ISO 6.400 sind noch ausreichend Details in den Fotos auszumachen. ISO 12.800 kann man mit etwas stärkeren Einbußen durchaus noch verwenden. Darüber sinkt die Detailwiedergabe jedoch recht dramatisch, weiter sollte man die Signalverstärkung also nicht aufdrehen. Ab ISO 51.200 kann man auch im Raw-Format und einer gezielten, feinfühligen Bearbeitung keine Wunder mehr erwarten. Nikon hätte gut daran getan, keine höheren Empfindlichkeiten zuzulassen, aber ISO 102.400 und 204.800 lassen sich auch noch einstellen. Das mag auf dem Datenblatt gut aussehen, aber in der Praxis sind die Bildergebnisse bei diesen Empfindlichkeiten einfach nur noch grauenvoll.

Bei der Eingangsdynamik und dem Ausgangs-Tonwertumfang sowie der Farbwiedergabe kann die Nikon D780 wieder punkten, solange man es mit der ISO-Empfindlichkeit nicht übertreibt. Bei ISO 100 ist die Eingangsdynamik mit elf Blendenstufen am höchsten. Da ISO 50 per Signaldämpfung realisiert wird, liegt die Eingangsdynamik hier gut eine Blendenstufe darunter. Von der Dynamik her kann man da auch ISO 12.800 einstellen, denn hier sind es ebenfalls noch gut zehn Blendenstufen. Und wieder bricht der Messwert oberhalb von ISO 51.200 ein.

  • Bild Das Speicherkartenfach der Nikon D780 bietet zwei schnelle SDHD- und SDXC-kompatible SD-Speicherkartenplätze mit UHS-II-Unterstützung. Mit dem großen Lithium-Ionen-Akku lassen sich bei Verwendung des Suchers über 2.200 Fotos nach CIPA-Standard aufnehmen. [Foto: MediaNord]

    Das Speicherkartenfach der Nikon D780 bietet zwei schnelle SDHD- und SDXC-kompatible SD-Speicherkartenplätze mit UHS-II-Unterstützung. Mit dem großen Lithium-Ionen-Akku lassen sich bei Verwendung des Suchers über 2.200 Fotos nach CIPA-Standard aufnehmen. [Foto: MediaNord]

Der Ausgangs-Tonwertumfang ist bis ISO 800 sehr gut, bis ISO 400 ist er sogar mit fast 256 von 256 Abstufungen nahezu perfekt. Bis ISO 6.400 bleibt der Messwert mit über 160 Helligkeitsabstufungen gut, kritisch wird es wieder jenseits von ISO 51.200. Die Genauigkeit des manuellen Weißabgleichs der Nikon D780 ist mit einer Abweichung von unter einem Delta-a-b wirklich hervorragend und bis einschließlich ISO 6.400 unterscheidet sie über vier Millionen Farbnuancen. Sogar bis ISO 25.600 bleibt dieser Wert mit über zwei Millionen Farbstufen gut.

Die Farbabweichung beträgt im Durchschnitt sechs bis acht Delta-a-b, was einer gerade noch geringen Abweichung entspricht. Einen so guten Wert erreichen nicht viele Kameras. In diesen Wert fließen viele Farben ein, die nahezu perfekt wiedergegeben werden, insbesondere solche mit hohem Grünanteil. Im Bereich von Magenta und Cyan gibt es dagegen die größten Farbabweichungen mit bis zu knapp 25 Delta-a-b. Interessant ist, dass dieses Maximum mit steigender Empfindlichkeit sogar leicht sinkt auf unter 20 Delta-a-b ab ISO 800 und weniger als 16 Delta-a-b bei ISO 25.600 und 51.200, darüber steigt die Maximalabweichung wieder. Der Durchschnittswert bleibt dagegen sehr konstant, was bedeutet, dass zwar die maximalen Abweichungen etwas sinken, aber dafür andere etwas steigen. Die Maximalabweichungen betreffen übrigens in erster Linie die Sättigung und weniger den Farbton an sich. Die einzige stärkere Ausnahme ist Cyan mit einer deutlichen Verschiebung Richtung Blau. Landschaftsfotografen dürfte das freuen, denn das sorgt für einen schönen, blauen Himmel.

Fazit

Die Nikon D780 ist nicht nur eine robuste, ergonomische, super ausgestattete Vollformat-DSLR mit sehr guter Bildqualität, sondern auch eine gelungene Symbiose aus DSLR und spiegelloser Systemkamera. Denn sobald man das Livebild aktiviert, profitiert man von allen Aufnahmevorteilen, die sich bei einer spiegellosen Systemkamera ergeben: Ein auf den Punkt genauer und dennoch schneller Autofokus samt Gesichts- und Augenerkennung, eine sehr schnelle Serienbildfunktion und selbstverständlich dank neigbarem Touchscreen eine flexiblere Wahl der Perspektive. Aber auch die Vorteile einer DSLR wie etwa der verzögerungsfreie, stromsparende Pentaprismensucher oder das äußerst griffige, robuste Gehäuse für ein ergonomisches Handling vor allem größerer, schwererer Objektive hat die Nikon D780 zu bieten. Hinzu kommt eine umfangreiche Ausstattung für Foto- und Videografen, die kaum Wünsche offenlässt. Dabei verliert man fast die wunderbare Bildqualität mit klarer Pixelschärfe und wenig Rauschen aus den Augen. Dabei sind es vor allem diese Bildergebnisse, die die Freude an der Kamera noch lange nach der eigentlichen Aufnahme währen lassen.


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Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerNikon
ModellD780
SensorCMOS Kleinbild 36,0 x 24,0 mm (Cropfaktor 1,0)
25,3 Megapixel (physikalisch)
24,5 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch5,9 µm
Auflösung (max.)6.048 x 4.024 (3:2)
Video (max.)3.840 x 2.160 30p
ObjektivNikon AF-S 24-70 mm 2.8E ED VR (Zoom-Objektiv)
SpiegelreflexsucherPrismensucher, 100 Prozent Bildfeldabdeckung, 0,7-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), Dioptrienkorrektur von -3,0 bis 1,0 dpt
Monitor3,2" (8,0 cm)
  Auflösung2.359.000 Bildpunkte
  kippbarja
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Mini (Typ C)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionnein
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung, Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitz
  Synchronzeit1/200 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Nikon, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFC
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung|kabelgebunden oder Aufsteck-Empfänger
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Bluetooth-Auslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
  Slot 2
SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-51.200
  manuellISO 50-204.800
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder51
15 Kreuzsensoren
36 Liniensensoren
273 Kontrastsensoren
  GeschwindigkeitPhasen-Autofokus: 0,19 s bis 0,22 s
Live-View-Autofokus: 0,21 s bis 0,26 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen144 x 116 x 76 mm
Gewicht (betriebsbereit)840 g (nur Gehäuse)
1.890 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit2.260 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Sehr hohe Bildqualität bis ISO 6.400
  • Ergonomisches, robustes Gehäuse
  • Schneller Autofokus und hohe Serienbildrate
  • Heller, hochauflösender, neigbarer Touchscreen
  • Großer Funktionsumfang
  • Für Brillenträger schlechter Suchereinblick
  • Bildschirm nicht in Selfie/Vlogger-Position klappbar
  • Kein eingebauter Blitz mehr