Kleine Systemkamera mit toller Bildqualität

Fujifilm X-E4 im Vergleichstest

2021-12-13 26 Megapixel auf einem von Fujifilm entwickelten X-Trans-Sensor sind die Grundlage für die sehr gute Bildqualität der Kamera. Das alles hat Fujifilm in einem kompakten, neoklassichen Sucherkamera-Gehäuse untergebracht. Neben den "üblichen" Foto- und Videofunktionen sorgen vor allem die Filmsimulationen für nostalgische, analoge Stimmung.  (digitalkamera.de Redaktion)

Fujifilm X-E4 Testbericht als Premium-VersionUnseren ausführlichen Einzeltest zur Fujifilm X-E4 gibt es auch als E-Book mit erweitertem Informationsumfang. Das PDF zum Herunterladen enthält gegenüber dieser Online-Version zusätzlich eine übersichtliche Tabelle mit detaillierten Einzelbewertungen sowie zwei Diagramme, in denen die Stärken und Schwächen der Kamera gut vergleichbar visualisiert werden. Zudem stellen wir vier andere Kameras als mögliche Alternativen vor und erklären welche Vor- und Nachteile diese gegenüber der Fujifilm X-E4 haben. mehr …

  • Bild Die X-E4 ist die kompakteste Systemkamera von Fujifilm. Technisch entspricht sie der X-S10 und bietet damit viel Technologie für den Preis, etwa eine 4K-Videofunktion oder einen schnellen Phasen-Autofokus. [Foto: MediaNord]

    Die X-E4 ist die kompakteste Systemkamera von Fujifilm. Technisch entspricht sie der X-S10 und bietet damit viel Technologie für den Preis, etwa eine 4K-Videofunktion oder einen schnellen Phasen-Autofokus. [Foto: MediaNord]

Im Kit nur mit einer Festbrennweite Die Fotos auf dieser Seite zeigen die Fujifilm X-E4 mit dem Zoom-Objektiv XC 15-45 mm F3.5-5.6 OIS PZ, einem preisgünstigen 3-fach-Zoom-Objektiv, das Fujifilm mit zahlreichen anderen Kameras anbietet, z. B. der X-T200 oder der X-T30 II. Mit der X-E4 gibt es aber so ein Paket nicht, sondern Fujifilm verkauft die X-E4 ausschließlich zusammen mit dem sehr kompakten Pancake-Objektiv XF 27 mm F2.8 R WR (siehe Foto weit unten auf dieser Seite). Das ist zweifellos eine sehr stimmige Kombination, die wir Ihnen auch empfehlen würden. Viele Händler bieten dieses Set für knapp unter 1.000 Euro an, weshalb wir die X-E4 mit in diesen Vergleichstest aufgenommen haben. Lesen Sie hierzu bitte unbedingt noch unsere Objektivempfehlungen am Ende dieser Seite.

Im Januar 2021 stellte Fujifilm mit der X-E4 das Nachfolgemodell der X-E3 vor. Mit nur 364 Gramm und Abmessungen von 121 x 73 x 33 Millimetern (B x H x T) gehört sie zu den kleinsten spiegellosen Systemkameras auf dem Markt. Das Gehäuse ist sauber verarbeitet und besitzt eine Topplatte aus einer Magnesiumlegierung.

Als Aufnahmesensor besitzt die X-E4 einen von Fujifilm entwickelten X-Trans-4-Sensor mit 26 Megapixeln Auflösung. Damit liegt die X-E4 vom Sensor her auf gleichen Niveau wie das Flaggschiffmodell X-T4. Neben dem besonderen Farbfilter des Sensors besitzt dieser auch noch Phasen-AF-Sensoren direkt auf seiner Oberfläche. Diese sind auf 100 Prozent der Fläche verteilt. Insgesamt stehen 425 Messpunkte zur Verfügung, die Einzeln, in Rastern oder automatisch ausgewählt werden können. Fast schon selbstverständlich stehen eine Gesichtserkennung, Motivverfolgung und mehr zur Verfügung. Der Autofokus bewies sich im Test als schnell und präzise.

Aufgrund des kleinen Gehäuses muss man bei der X-E4 auf viele Einstellräder und Tasten verzichten. Der bis in die Selfie-Position bewegliche, 7,5 Zentimeter große Touchscreen ist sehr hell. Leider wurde die Touchfunktion nicht konsequent in die Menünavigation integriert und so muss man eine Mischbedienung aus Touchscreen und Einstellrad oder den Steuerknüppel einsetzen. Dank umfangreicher Anpassungsoptionen lassen sich Tasten umprogrammieren und eigene Menüs anlegen.

  • Bild Beim rückwärtigen Bildschirm der Fujifilm X-E4 handelt es sich um einen Touchscreen, der sich erstmals in dieser Kameraserie nach unten und nach oben (sogar um 180 Grad für Selfies oder als Kontrollmonitor) klappen lässt. [Foto: MediaNord]

    Beim rückwärtigen Bildschirm der Fujifilm X-E4 handelt es sich um einen Touchscreen, der sich erstmals in dieser Kameraserie nach unten und nach oben (sogar um 180 Grad für Selfies oder als Kontrollmonitor) klappen lässt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das sehr gut verarbeitete Gehäuse der Fujifilm X-E4 besteht im oberen und unteren Bereich (hier: Silber) aus Metall. Dazwischen befindet sich großzügig mit nicht besonders rutschfestem Gummi beklebter Kunststoff. [Foto: MediaNord]

    Das sehr gut verarbeitete Gehäuse der Fujifilm X-E4 besteht im oberen und unteren Bereich (hier: Silber) aus Metall. Dazwischen befindet sich großzügig mit nicht besonders rutschfestem Gummi beklebter Kunststoff. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der APS-C-Sensor der Fujifilm X-E4 löst 26 Megapixel auf. Dank des X-Trans-Farbfilters benötigt er keinen Tiefpassfilter zum Unterdrücken von Moirés. Seine Stärke liegt vor allem bei der sehr guten Farbwiedergabe. [Foto: MediaNord]

    Der APS-C-Sensor der Fujifilm X-E4 löst 26 Megapixel auf. Dank des X-Trans-Farbfilters benötigt er keinen Tiefpassfilter zum Unterdrücken von Moirés. Seine Stärke liegt vor allem bei der sehr guten Farbwiedergabe. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Fujifilm X-E4 bietet klassische Einstellräder, wobei sich über das Belichtungszeitenrad auch die Programmautomatik aktivieren lässt. [Foto: MediaNord]

    Die Fujifilm X-E4 bietet klassische Einstellräder, wobei sich über das Belichtungszeitenrad auch die Programmautomatik aktivieren lässt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Sehr ungünstig platziert hat Fujifilm das Stativgewinde der X-E4. Am besten holt man sich den passenden Griff mit Arca-Swiss-Aufnahme, der zudem die Handhabung der Kamera verbessert. [Foto: MediaNord]

    Sehr ungünstig platziert hat Fujifilm das Stativgewinde der X-E4. Am besten holt man sich den passenden Griff mit Arca-Swiss-Aufnahme, der zudem die Handhabung der Kamera verbessert. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Fujifilm X-E4 bietet drei Schnittstellen: Eine 3,5 mm Klinkenbuchse für ein Fernauslösekabel oder Stereomikrofon, eine USB-C-Buchse zur Sturmversorgung, zum Datenaustausch und (per Adapter) für einen Kopfhörer sowie Micro-HDMI für das Videosignal. [Foto: MediaNord]

    Die Fujifilm X-E4 bietet drei Schnittstellen: Eine 3,5 mm Klinkenbuchse für ein Fernauslösekabel oder Stereomikrofon, eine USB-C-Buchse zur Sturmversorgung, zum Datenaustausch und (per Adapter) für einen Kopfhörer sowie Micro-HDMI für das Videosignal. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Fujifilm X-E4 besitzt im Gegensatz zum Vorgängermodell keinerlei Griffsteg, das genarbte Gummi ist auch nicht besonders rutschfest. [Foto: MediaNord]

    Die Fujifilm X-E4 besitzt im Gegensatz zum Vorgängermodell keinerlei Griffsteg, das genarbte Gummi ist auch nicht besonders rutschfest. [Foto: MediaNord]

Trotz des kleinen Gehäuses bietet die Fujifilm der X-E4 einen integrierten elektronischen Sucher. Dieser ist allerdings recht klein und kann vor allem von Brillenträgern nicht besonders gut eingesehen werden. Immerhin lassen sich geringe Fehlsichtigkeiten mit dem Dioptrien-Ausgleich korrigieren.

Die Akkulaufzeit ist mit 460 Aufnahmen sehr ordentlich, zudem wird der Akku über die USB-C-Schnittstelle geladen, was auch mit einer Powerbank oder einem einfachen USB-Netzteil ohne Schnellladefunktion klappt. Eine Dauerstromversorgung ist hingegen nicht über USB möglich.

Neben den fotografischen Funktionen mit Programm- und Halbautomatiken (Motivprogramme gibt es hingegen nicht) bietet die Kamera einen umfangreichen Videomodus. Die Besonderheit hierbei ist, dass die Kamera aus einem 6K-Video von Sensor auf 4K "herunterrechnet". Diese auch als Oversampling bezeichnete Funktion sorgt für verbesserte Details, Kontraste und Farben. 4K-Videos können sowohl im DCI-Format (17:9) als auch im klassischem 16:9 aufgezeichnet werden. Allerdings ist bei 30 Bildern pro Sekunde Schluss. Lediglich bei FullHD lassen sich Bildwechselfrequenzen von bis zu 60 Bildern pro Sekunde wählen. Zudem gibt es einen CleanHDMI-Ausgang für den Anschluss eines externen Rekorders und auch eine Klinkenbuchse für ein externes Stereomikrofon ist vorhanden.

Zu den Besonderheiten der Fujifilm-Kameras gehören die Filmsimulationen, die teilweise von echtem, analogem Fujifilm-Analogfilm-Material inspiriert sind. Sie können den Fotos das gewisse Etwas verleihen, ohne dabei auf Effekthascherei zurückgreifen zu müssen. Die von uns im Labor gemessene Auflösung der X-E4 ist selbst mit dem XC 15-45 mm gut, wobei optische Fehler des Objektivs vom integrierten Lens Modulation Optimizer (LMO) gut auskorrigiert werden. Die Bildqualität ist insgesamt bis ISO 1.600 gut und sehr farbtreu.

  • Bild Standardmäßig wird die Fujifilm X-E4 im Kit mit dem XF 27 mm F2.8 R WR verkauft. Auf Kleinbild umgerechnet ergibt das eine praxisgerechte 40,5mm-Brennweite. [Foto: MediaNord]

    Standardmäßig wird die Fujifilm X-E4 im Kit mit dem XF 27 mm F2.8 R WR verkauft. Auf Kleinbild umgerechnet ergibt das eine praxisgerechte 40,5mm-Brennweite. [Foto: MediaNord]

Objektivempfehlungen Die schön flache Festbrennweite XF 27 mm F2.8 R WR ergibt zusammen mit der kleinen Fujifilm X-E4 eine sehr stimmige Kombination – das dürfte der Grund sein, warum Fujifilm ausschließlich diese Kombination anbietet und sonst nur die Kamera ohne Objektiv. Wenn Sie dennoch ein Standard-Zoom-Objektiv für die X-E4 suchen, haben Sie die Wahl zwischen dem (oben auf den Fotos abgebildeten) preisgünstigen und besonders flachen XC 15-45 mm F3.5-5.6 OIS PZ oder dem deutlich besseren, lichtstärkeren, aber auch größeren und schwereren Fujifilm XF 18-55 mm F2.8-4 R LM OIS. Hinsichtlich Größe und Gewicht passt das XC 15-45 mm F3.5-5.6 OIS PZ zur X-E4 eindeutig besser. Qualitativ ist hingegen das XF 18-55 mm F2.8-4 R LM OIS weit vorn.

Kommentar

Von digitalkamera.de-Herausgeber Jan-Markus Rupprecht.

Ganz oben hatten wir erwähnt, dass es die Fujifilm X-E4 im Kit mit einem Objektiv offiziell nur zusammen mit der flachen Pancake-Festbrennweite XF 27 mm F2.8 R WR gibt und diese Kombination bei vielen Händlern knapp in den 1.000-Euro-Preisrahmen dieses Vergleichstests fällt. Das ist eigentlich erstaunlich, denn das hochwertige Objektiv kostet einzeln normalerweise rund 450 Euro, sodass in dem Paket für die Kamera allein (den "Body" bzw. das "Gehäuse") dann rechnerisch gerade einmal 550 Euro anfallen. Das wiederum ist ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass der X-E4-Body, wenn man ihn einzeln kauft, zum Zeitpunkt dieses Test überall ca. 880 Euro kostet. Natürlich sind Bundles immer etwas preisreduziert, aber in diesem Fall ist es wirklich krass: Rechnen Sie von der Kamera für 880 Euro hoch, dann bekommen Sie für 120 Euro Aufpreis ein 450-Euro-Objektiv. Da muss ich leider sagen: Wer nur den Body allein kauft, dem ist nicht zu helfen.

Falls Ihnen die kleine Fujifilm X-E4 sehr, aber das Pancake-Objektiv als Festbrennweite wirklich gar nicht zusagt, kaufen Sie trotzdem das Kit und geben sie das XF 27 mm F2.8 R WR Objektiv gleich wieder in Zahlung beim Kauf eines Objektivs Ihrer Wahl. Meine persönliche Empfehlung ist aber: Behalten Sie es und probieren Sie einmal, wie es sich mit einer solchen Festbrennweite "lebt" und fotografiert. Mit dem Objektiv ist die X-E4 so schön klein, dass Sie sie vielleicht manches Mal mitnehmen werden, wo Sie eine andere Kamera zuhause gelassen hätten. Mit der einen Brennweite können Sie vielleicht nicht alles fotografieren, aber vieles – und das in hervorragender Qualität.

Fazit

Die Fujifilm X-E4 ist eine hochwertig verarbeitete und kompakte spiegellose Systemkamera mit gutem Preis-Leistungsverhältnis. Sie kombiniert den Charme alter Fotoapparate mit der Moderne bis hin zu einem Touchscreen. Die X-E4 überzeugt mit ihrem großen fotografischen Funktionsumfang und dank Bluetooth und WLAN verbindet sie sich mit Smartphone, Tablet und Computer. Vor allem bei der Bildqualität weiß die X-E4, nicht zuletzt aufgrund der guten XF-Objektive, zu überzeugen. Der Sensor bietet eine hohe Auflösung bei geringem Rauschen, hohem Dynamikumfang und sehr guter Farbwiedergabe.

  • Kompaktes, hochwertiges Gehäuse
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Touchscreen mit Selfieposition
  • Sehr gute Bildqualität bis ISO 1.600
  • Ungesichertes Belichtungskorrekturrad
  • Ergonomie könnte besser sein (kein Griff)
  • Set-Objektiv ohne optischen Bildstabilisator
  • Nicht im Set mit einem Zoomobjektiv erhältlich

Alternative

Fujifilm X-T200

Die größten Unterschiede der X-T200 zur X-E4 sind in der Gehäuseform und in der Auflösung und Architektur des Bildsensors zu finden. Die X-T200 löst 24 Megapixel auf und die X-E4 26 Megapixel. Der Grund dafür ist, dass die X-T200 einen herkömmlichen CMOS-Sensor benutzt und nicht wie die X-E4 eine X-Trans-Sensor. Bei 4K Aufnahmen verzichtet die X-T200 auf die DCI-Auflösung von 4.096 x 2.160 Pixeln. Zudem ist das Display der X-T200 um 1,5 Zentimeter größer. Die X-T200 ist damit eine etwas kostengünstige Alternative zur X-E4 im klassischen SLR-Gewand.

Fujifilm X-T200 Datenblatt mit Links zu allen weiteren Informationen

Modell Fujifilm X-E4
Markteinführung Februar 2021
Sensor CMOS APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
26,1 Megapixel (effektiv)
Foto (max.) 6.240 x 4.160 (3:2)
Video (max.) 4.096 x 2.160 30p
Objektivanschluss
Fujifilm XF
Bildstabilisator elektronischer Bildstabilisator und kein optischer Bildstabilisator
Videosucher 100 % Bildfeldabdeckung, 2.360.000 Bildpunkte Auflösung, Vergrößerung 0,9-fach (bez. auf Sensor) bzw. 0,6-fach (KB-äquiv), Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
Monitor 3,0" (7,5 cm), 1.620.000 Bildpunkte, beweglich, Touchscreen
Autofokus Phasenvergleich, Kontrast
Serienbildfunktion max. 8,0 Bilder/s und max. 105 Aufnahmen in bester Qualität
Belichtungsreihe automatisch, max. 9 Aufnahmen (1/3-3 EV Schrittweite), mit interner HDR-Verarbeitung
eingebauter Blitz nein
AV-Anschlüsse AV-Ausgang: HDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Audioeingang: 3,5 mm Klinke (Stereo, 3-polig)
Audioausgang: USB-C
Blitzanschuh Fujifilm, Standard-Mittenkontakt
Speicher
Speicherkartenfach 1: SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Drahtlos WLAN, Bluetooth
GPS extern (dauerhafte Smartphone Verbindung)
USB-Typ USB 3.2 SuperSpeedPlus
USB-Stromversorgung USB-Ladefunktion und USB-Dauer-Stromversorgung
USB-Webcam-Funktion ja (Treiber notwendig)
Intervallaufnahme ja (Startzeit einstellbar), max. 999 Aufnahmen
CleanHDMI ja
Akkulaufzeit 460 Aufnahmen gem. CIPA-Standard (USB-Ladefunktion vorhanden)
Abmessungen 121 x 73 x 33 mm (B x H x T)
Gewicht 363 g (betriebsbereit, ohne Objektiv)

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