PMA 2006

Panasonic enthüllt 4/3-DSLR Lumix DMC-L1 mit Leica-Wechseloptik

2006-02-26 Olympus bekommt prominenten Beistand: Heute hat Panasonic auf der US-Fotofachmesse PMA seine erste, mit dem Four-Thirds-Standard kompatible, digitale Spiegelreflexkamera vorangekündigt. Die Lumix DMC-L1 ist – nach der Olympus E-330 – die zweite voll liveviewfähige Four-Thirds-DSLR auf dem Markt. Doch was noch viel mehr Aufsehen erregen dürfte, ist die dazu gehörige Wechseloptik. Denn für die Qualität des D Vario-Elmarit 2,8-3,5/14-50mm bürgt nicht nur der Name Leica, sondern das an alle Kameras des Four-Thirds-Systems anschließbare Zoomobjektiv integriert auch noch einen optischen Bildstabilisator.  (Yvan Boeres)

Noch ist die Panasonic Lumix DMC-L1 nicht auf dem Markt, und es sind auch nur die Eckdaten der Kamera bekannt gegeben worden, doch die Meldung dürfte trotzdem für Furore sorgen. Und das nicht alleine wegen der Kamera, sondern auch wegen der Leica-Optik, die sie begleitet.

Doch zuerst zur Kamera. Die Lumix DMC-L1 könnte die "Zwillingsschwester" der Olympus E-330 sein. Wie diese verfügt sie über einen so genannten Live-MOS-Sensor im Four-Thirds-Format mit einer Auflösung von 7,5 Millionen Pixeln, der in der Lage ist, alternativ zum optischen Sucherbild (die L1 macht ebenfalls von einem Porroprismensucher Gebrauch) eine elektronische Vorschau auf dem rückseitigen Farbbildschirm der Kamera zu erzeugen. Laut Panasonic wurde der Bildsensor mit Hilfe der hauseigenen y Maicovicon-Technologie (sprich: Nu-Maicovicon) entwickelt. Damit dürfte auch endgültig bestätigt sein, dass der Bildwandler der Olympus E-330 – wie von uns bereits vermutet – aus dem Hause Panasonic bzw. Matsushita stammt. Der Sensor soll übrigens die hervorragende Qualität von CCDs (u. a. in Sachen Dynamik und Gradation) mit der energiesparenden Arbeitsweise von CMOS-Sensoren verbinden – was erste Beispielaufnahmen der Olympus E-330 ja schon ziemlich eindrucksvoll beweisen.

Was die Panasonic Lumix DMC-L1 ebenfalls mit der Olympus E-330 (und anderen E-Modellen) gemeinsam hat, ist der eingebaute Ultraschall-Staubschutzfilter. Ob das TTL-Blitzsystem der beiden Kameras miteinander kompatibel ist, haben wir noch nicht in Erfahrung bringen können. Wo sich die beiden Kameras auf jeden Fall voneinander unterscheiden, ist im Aussehen, in der Handhabung, in der Signalverarbeitung, in Sachen LC-Bildschirm und in punkto Speichermedien. So besitzt die L1 ein eigenes (an die DMC-LC1 angelehntes) Design, stellt einen Blendenring am Objektiv zur Verfügung (für die Brennweiteneinstellung und die manuelle Scharfstellung gibt es weitere Einstellringe an der Linse), macht von einem Venus-Engine-Prozessor neuester Generation (3. Generation) Gebrauch und stellt Bilder und Menüs auf einem fest verbauten bzw. unbeweglichen 2,5"-Bildschirm (mit 207.000 Bildpunkten) dar. Die Aufnahmen werden auch nicht auf xD- und CF-Karten, sondern auf SD-Karten gespeichert; wobei die L1 das FAT32-Dateisystem (für Speicherkapazitäten oberhalb der 2-GByte-Grenze) unterstützt. Die Stromversorgung erfolgt über einen proprietären Lithiumionenakku; dass dem die "Puste" bzw. der Strom nicht so schnell ausgeht, soll u. a. das Verdienst der Venus Engine III sein, die – laut Panasonic – um die 20% weniger Strom verbraucht als die Venus Engine II (und zudem auch noch für weitgehend rauschfreie Bilder, kurze Reaktionszeiten und schnelle Bildfolge sorgen soll).

Doch nun zum weiteren "Clou" dieser Ankündigung. Mit dem D Vario-Elmarit 2,8-3,5/14-50mm steigt Leica in das Four-Thirds-System mit ein. Es wurde zwar schon längere Zeit darauf spekuliert, aber Leica hatte bisher weder offiziell noch inoffiziell seine Beteiligung am 4/3-Standard bekanntgegeben. Mit der Ankündigung des neuen Leica-Objektivs dürfte das 4/3-System – über die hoch gelobte Qualität der Zuiko-Digital-Optiken von Olympus hinaus – noch weiter an Prestige gewinnen. Das Leica D Vario-Elmarit 2,8-3,5/14-50mm besteht aus 16 Linsen inklusive zwei Asphären in 12 Gruppen und deckt einen Brennweitenbereich von umgerechnet 28 bis 100 mm ab. Das "D" in der Typenbezeichnung kennzeichnet die für das neue digitale System optimierte Konstruktion; der Name Leica soll für optische Höchstleistungen bürgen. Die Leica-Optik ist auch das erste 4/3-kompatible Objektiv mit eingebautem optischem Bildstabilisator (Panasonic Mega-O.I.S.-System). Nun können also sowohl Panasonic- als auch Olympus-Kunden vom Komfort eines solchen Systems profitieren.

Wann die Panasonic Lumix DMC-LC1 und das Leica D Vario-Elmarit 2,8-3,5/14-50mm auf den Markt kommen, ist noch nicht bekannt. Bei der PMA-Vorstellung handelt es sich erst um eine Vorankündigung; weitere Details (z. B. Preis, Markteinführungstermin, ausführliche technische Daten) sollen erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden. Doch die Ankündigung dieser beiden Produkte dürfte die Messe-Sensation schlechthin sein, und auch wenn man wohl bis zur Photokina oder bis zum Herbst auf die Kamera und/oder auf das Objektiv wird warten müssen, haben Panasonic und Leica jetzt schon dem Four-Thirds-System kräftigen Schub vermittelt.

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