Mit 100 Grad Bildwinkel

Panasonic Lumix S 18 mm F1.8 macht aus dem F1.8-Quartett ein Quintett

2022-09-07 Mit dem Panasonic Lumix S 18 mm F1.8 präsentiert der japanische Elektronikriese – wie bereits im vergangenen Jahr versprochen – nach dem Lumix S 85 mm F1.8, 50 mm F1.8, 24 mm F1.8 und 35 mm F1.8 seine fünfte und gleichzeitig optisch aufwendigste Vollformat-Festbrennweite der F1,8er-Serie mit Leica-L-Mount. Allen Objektiven gemeinsam sind identische Abmessungen inklusive Filtergewinde und Platzierung der Bedienelemente. Aber auch die optische Abstimmung und die hohe hohe Bildqualität sollen identisch sein, so dass ein Wechsel der Objektive außer den Auswirkungen der Brennweite nicht weiter auffallen soll.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Mit einer Länge von 8,2 und einem Durchmesser von 7,4 Zentimetern ist das Panasonic S 18 mm F1.8 (S-S18) genauso groß wie das 24 mm F1.8, das 35 mm F1.8, das 50 mm F1.8 und das 85 mm F1.8. Auch das Filtergewinde ist mit 67 Millimetern identisch. [Foto: Panasonic]

    Mit einer Länge von 8,2 und einem Durchmesser von 7,4 Zentimetern ist das Panasonic S 18 mm F1.8 (S-S18) genauso groß wie das 24 mm F1.8, das 35 mm F1.8, das 50 mm F1.8 und das 85 mm F1.8. Auch das Filtergewinde ist mit 67 Millimetern identisch. [Foto: Panasonic]

Das Panasonic Lumix S 18 mm F1.8 soll sich gleichermaßen für Foto- und Videoanwendungen eignen. Vor allem aber letztere dürften die Hauptmotivation sein, eine ganze Objektivserie mit verschiedenen Brennweiten, aber identischen Gehäusen und gleicher Bildanmutung auf den Markt zu bringen, denn in einem Rigg lassen sich die Objektive dadurch besonders einfach wechseln und beim Schnitt der Videos bleibt die Bildanmutung (Farben, Schärfeverlauf, Bokeh) identisch – jedenfalls verspricht Panasonic das und es war auch ein erklärtes Entwicklungsziel der Objektive. Bei Fotos würde es dagegen nicht so sehr auffallen wie bei Videos, wenn die Objektive eine leicht andere Charakteristik hätten.

Entsprechend sind die Gehäuseabmessungen des Panasonic Lumix S 18 mm F1.8 mit einer Länge von 8,2 Zentimetern und einem Durchmesser von 7,4 Zentimetern sowie das Filtergewinde mit 67 Millimeter identisch zum 24, 35, 50 und 85 mm F1.8. Unterschiedlich sind aber der optische Aufbau und auch das Gewicht. Mit 340 Gramm ist das 18er nach dem 355 Gramm schweren 85er das zweitschwerste Objektiv der Serie. Gegen Spritzwasser und Staub sind alle drei Objektive geschützt, auch bei Frost bis -10 °C sollen sie noch einwandfrei funktionieren.

  • Bild Der elektronisch arbeitende Fokusring des Panasonic S 18 mm F1.8 (S-S18) kann über die Kamera von nicht-linearer auf lineare Reaktion umgestellt werden. Auch der Drehwinkel lässt sich wählen. [Foto: Panasonic]

    Der elektronisch arbeitende Fokusring des Panasonic S 18 mm F1.8 (S-S18) kann über die Kamera von nicht-linearer auf lineare Reaktion umgestellt werden. Auch der Drehwinkel lässt sich wählen. [Foto: Panasonic]

Dabei ist der optische Aufbau des Panasonic Lumix S 18 mm F1.8 der bislang aufwendigste. Er setzt sich aus 13 Linsen zusammen, die in zwölf Gruppen angeordnet sind. Nicht nur drei asphärische und drei ED-Linsen (Extra-Low Dispersion) sollen Bildfehler minimieren, sondern auch eine UED- (Ultra Extra-Low Dispersion) und eine UHR-Linse (Ultra High Refractive Index), die in dieser Kombination noch in keinem der vier bisherigen Objektive zum Einsatz kamen. Der große diagonale Bildwinkel von 100 Grad im selben Gehäuse zu realisieren wie die anderen, deutlich kleineren Bildwinkel, war sicherlich eine große Herausforderung. Die Blende besteht aus neun Lamellen, die für ein gleichmäßiges Bokeh sorgen sollen. Panasonic verspricht eine hohe Bildqualität mit hoher Auflösung im Bildzentrum und einem schönen Übergang zu einem weichen Bokeh.

  • Bild Das Panasonic S 18 mm F1.8 (S-S18) besitzt Dichtungen gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser. Auch Frost bis -10 °C soll kein Problem sein. [Foto: Panasonic]

    Das Panasonic S 18 mm F1.8 (S-S18) besitzt Dichtungen gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser. Auch Frost bis -10 °C soll kein Problem sein. [Foto: Panasonic]

Der Autofokus arbeitet mit einer Innenfokussierung und den üblichen 240 Hz für eine schnelle Kommunikation mit dem Lumix-S-Kameras. Auch hier gibt es Optimierungen für Videografen, denn das Fokusatmen soll minimiert worden sein und der Autofokus unhörbar arbeiten. Zudem bietet das 18er einen AF-MF-Schalter und der elektronische Fokusring soll sich (bei Lumix-S-Kameras mit aktuellem Firmwareupdate) zwischen linearer und nicht-linearer Reaktion umschalten lassen. Zudem kann eingestellt werden, wie weit der Fokusring beim manuellen Fokussieren gedreht werden muss, um den Fokus von der Naheinstellgrenze bis unendlich zu verstellen. Die Naheinstellgrenze liegt übrigens bei 18 Zentimetern, wodurch sich ein Abbildungsmaßstab von 1:5 ergibt. Das ist zwar etwas weniger als die 1:4,5 des S 35 mm F1.8, aber deutlich besser als die 1:6,7 bis 1:7,7 der anderen drei F1.8-Objektive.

Ab Oktober 2022 soll das Panasonic Lumix S 18 mm F1.8 erhältlich sein – hofft jedenfalls Panasonic, denn nach wie vor kommt es zu Lieferproblemen aus Asien. Der Preis steht dagegen noch nicht fest, dürfte aber vermutlich am oberen Ende liegen, wir rechnen mit bis zu 1.000 Euro. Die anderen Objektive bewegen sich zwischen 450 Euro (50er), 650-680 Euro (85er und 35er) bis hin zu 900 Euro (24er).

Hersteller Panasonic
Modell S 18 mm F1.8 (S-S18)
Unverbindliche Preisempfehlung k. A.
Bajonettanschluss L-Mount
Brennweite 18,0 mm
Lichtstärke (größte Blende) F1,8
Kleinste Blendenöffnung F22
KB-Vollformat ja
Linsensystem 13 Linsen in 12 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
Anzahl Blendenlamellen 9
Naheinstellgrenze 180 mm
Bildstabilisator vorhanden nein
Autofokus vorhanden ja
Wasser-/Staubschutz ja
Filtergewinde 67 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 74 x 82 mm
Objektivgewicht 340 g

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 44, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.