Highend-Coolpix

Nikon Coolpix P6000 mit GPS, Weitwinkel, RAW, Blitzschuh und mehr

2008-08-07 Es kommt wieder Bewegung in das Kompaktdigitalkamera-Segment. Nachdem die Hersteller in letzter Zeit nichts anderes vorzuzeigen hatten als Kameras mit immer höheren Pixelzahlen und/oder immer zoomstärkeren Objektiven, häufen sich in den letzten Tagen die Ankündigungen immer interessanterer Kameraneuheiten im Kompaktbereich. Nach Panasonic mit der Lumix DMC-LX3 und nach der gestrigen Ankündigung des Micro-FourThirds-Systems (was in gewisser Weise auch zu einer neuen Art Kompaktkameras führt) kommt jetzt die Nikon Coolpix P6000. Die ist zwar eine Kompaktdigitalkamera in "klassischer" Bauweise, d. h. mit kleinem Bildsensor und fest eingebautem Objektiv, weist aber ein paar interessante Ausstattungsmerkmale auf.  (Yvan Boeres)

Nikon Coolpix P6000 [Foto: Nikon]Eines davon dürfte der integrierte GPS-Empfänger der Coolpix P6000 sein. Damit können die Fotos mit so genannten "Geotags" versehen werden, d. h. den Bilddateien werden die Positionsinformationen angehängt. Zum Thema Geotagging wurde bereits auf digitalkamera.de ein ausführlicher Hintergrundartikel veröffentlicht, so dass wir uns hier erlauben, auf den entsprechenden Artikel (siehe weiterführende Links) zu verweisen.

Die Coolpix P6000 kann aber nicht nur mitprotokollieren, wo überall mit ihr Fotos gemacht wurden, und das auf einer Karte anzeigen, sondern kann die Bilder auch einfach und schnell ins Internet hochladen. Zwar nicht drahtlos, aber immerhin über einen eingebauten Ethernet-Anschluss. Laut Nikon braucht man die Kamera einfach über ein Netzwerkkabel mit dem Rechner verbinden (eine entsprechende Buchse bieten die meisten Arbeitsplatzrechner, Laptops/Notebooks und Router bzw. DSL-Modems), und die Bilder sollten dann – wohl ganz ähnlich wie bei den Coolpix-Modellen mit eingebauten WLAN/WiFi-Modul – ganz automatisch auf Nikons Online-Bildercommunity "my Picturetown" hochgeladen werden.

Doch nun zu den reinen fotografischen Fähigkeiten der Nikon-Neuheit, die nicht minder interessant sind. Ließen die Coolpix-Modelle P5000 und P5100 ein bisschen mehr Weitwinkel vermissen, geht die Vierfachzoom-Optik der P6000 bis auf umgerechnet 28 mm (entspr. Kleinbild) herunter. Andere Kompakte wie die kürzlich angekündigte Panasonic Lumix DMC-LX3, die Ricoh GX200 oder noch die Samsung NV24 HD sind da mit ihrer Anfangsbrennweite von umgerechnet 24 mm noch etwas weitwinkelfreudiger, aber mit dem optional erhältlichen Weitwinkel-Konverter kommt die Coolpix P6000 auf immerhin 22 mm. Nach oben, d. h. zum Tele-Bereich hin, erstreckt sich die vom Objektiv abgedeckte Brennweite bis zu umgerechnet 112 mm, wobei die Lichtstärke von F2,7 (am Weitwinkel-Ende) auf F5,9 (am Tele-Ende) abnimmt. Übrigens stecken im Objektiv nicht nur zwei ED-Linsen (die eine besonders hohe Abbildungsleistung/Bildqualität versprechen), sondern auch ein optischer Bildstabilisator; in der offiziellen deutschen Pressemitteilung ist jedenfalls die Rede von einem VR-System mit beweglicher Linsengruppe. Verloren gegangene Objektivdeckel gehören bei der Coolpix P6000 der Vergangenheit an, besitzt die Optik doch einen eingebauten Objektivschutzvorhang.

Nikon Coolpix P6000 [Foto: Nikon]Um die Eignung für die anspruchsvolle Fotografie zu unterstreichen, lässt die Coolpix P6000 die Aufnahme von Bildern im RAW- bzw. NRW-Format, die manuelle Scharfstellung, die Einstellung von Verschlusszeit und/oder Blende (neben der Programmautomatik und den 15 Motivprogrammen stehen eine Zeitautomatik, eine Blendenautomatik und die manuelle Belichtungssteuerung zur Verfügung), das Aufrufen verstellbarer Bildparameter-Sets (bei Nikon "Picture Control" genannt), das Montieren externer Systemblitzgeräte mit iTTL-Unterstützung sowie die Fernauslösung der Kamera per optionaler Fernbedienung ML-L3 zu. Etwas im Widerspruch zu den gehobenen Ansprüchen steht die Verwendung eines winzigen 1/1,7-CCDs mit rund 13,5 Millionen Pixeln als Bildsensor. Mal sehen, was der mit an Bord gebrachte Expeed-Prozessor daraus macht – vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Coolpix P6000 sich bei voller Auflösung an Lichtempfindlichkeitsstufen von bis zu entspr. ISO 6.400 heran traut!

Fast schon Standard bzw. Tradition sind bei den Coolpix-Modellen die Gesichtserkennung (Porträt-AF mit Erkennung von bis zu zwölf einzelnen Gesichtern), die automatische Erkennung und Retusche roter Augen (erweiterte Rot-Augen-Korrektur), der elektronische Kontrastausgleich mit lichterschonender Schattenaufhellung (D-Lighting) und die BSS-, d. h. Best-Shot-Selector-Funktion (aus einer automatischen Aufnahmereihe sucht die Kamera ganz von selbst das schärfste Bild aus). Die Coolpix P6000 bietet dies auch an – darüber hinaus findet man bei ihr auch die u. a. von der Coolpix P80 her bekannte Vignettierungskorrektur. Lobenswerterweise gehört die Coolpix P6000 zu den wenigen Kompaktdigitalkameras, die noch über einen optischen (Durchblick-)Sucher verfügen. Dieser steht dem 6,8cm-Bildschirm (2,7"-TFT-LCD) zur Seite, der mit 230.000 Pixeln auflöst. Sonst zu erwähnen wären zum Beispiel noch die besondere Konstruktion des eingebauten Miniaturblitzgeräts (Pop-Up-Mechanismus), die sechs Farbeinstellungen (als elektronischer Ersatz für Farbfilter), das ergonomisch betonte Design mit ausgeprägtem Griffwulst und die etwas bescheidene Videofunktion (max. 640 x 480 Bildpunkte entspr. VGA mit Bildwiederholrate von 30 Bildern pro Sekunde und zuschaltbarer Tonaufzeichnung) mit Zeitraffer-Option. Die Nikon Coolpix P6000 soll noch vor der Photokina (offizieller Markteinführungstermin: Mitte September) mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von knapp 500 EUR in den Handel kommen; weitere Details zu Technik, Funktion und Ausstattung der Nikon-Neuheit lassen sich im entsprechenden digitalkamera.de-Datenblatt (siehe weiterführende Links) nachlesen.

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