Lichtstarker Weitwinkel-Ersteindruck

Panasonic Lumix DMC-LX3 nicht nur enthüllt, sondern ausprobiert

2008-07-22 Fans der Panasonic LX-Baureihe (LX1 bzw. LX2) glaubten diese schon eingestellt, war doch lange Zeit kein Nachfolgemodell der leistungsfähigen Taschenkamera in Sicht. Doch die Panasonic-Ingenieure haben die lange Zeit sinnvoll genutzt und mit der LX3 mehr als nur eine leicht verbesserte Kamera vorgestellt – Panasonic konzentriert sich ganz auf den Weitwinkel. Das Universalzoom der LX2 (28-112 mm) wurde durch ein lichtstarkes 2,0-2,8/24-60mm-Objektiv ersetzt, statt Megapixelrennen gibt es einen verbesserten 10-Megapixel-Sensor. Wir hatten die Möglichkeit, ein Vorserienmodell der Kameras im Praxiseinsatz zu erproben. Unsere Eindrücke nach dem Klick.  (Benjamin Kirchheim)

Panasonic Lumix DMC-LX3 [Foto: MediaNord]Technisch hat Panasonic die LX-Reihe mit der LX3 auf den aktuellsten Stand gebracht (siehe auch Meldung von heute Morgen sowie das Datenblatt in den weiterführenden Links). Dazu gehören die erweiterten Automatiken, verbesserte Gesichtserkennung, Venus-Engine IV mit verbesserter Rauschunterdrückung, AF-Tacking, HD-Videoaufzeichnung und noch viel mehr. Doch viel interessanter als die technischen Spielereien und "intelligenten" Automatiken sind die Ambitionen der Kamera, ein kompakter Begleiter für Fotoenthusiasten zu sein. Dazu gehören neben Möglichkeiten, die Kamera manuell bedienen zu können, auch ein umfangreiches Zubehörprogramm in Form von optischen Aufsätzen oder Blitzgeräten und selbstverständlich eine herausragende Bildqualität.

Um das zu garantieren, setzt Panasonic nicht auf das Megapixelrennen (aktuell ist ein neuer 15-Megapixel-Senor "hipp"), sondern auf Panasonic Lumix DMC-LX3 [Foto: MediaNord]moderate 10 Megapixel auf einem relativ großen 1/1,63" CCD-Chip. Dieser verfügt über optimierte Pixel, d. h. bei gleicher Sensorauflösung wurde der Raum zwischen den Pixeln verkleinert und die lichtempfindliche Fläche vergrößert. Darüber hinaus greift Panasonic noch zu einem anderen Trick: Der Sensor löst physikalisch 11 Megapixel auf, von denen aber je nach gewähltem Seitenverhältnis nur 10 (bei 4:3), 9,5 (bei 3:2) oder 9 (bei 16:9) Megapixel genutzt werden. Die Umschaltung erfolgt – wie von der LX1 und 2 bereits bekannt – mittels Schalter am Objektiv. Sinn der Sache ist, den diagonalen Blickwinkel bei jedem Seitenverhältnis konstant zu halten – so muss der Fotograf nicht mehr wie bei der LX1 und 2 in Bezug auf die Brennweite ständig umrechnen. Somit stehen die echten 24 mm Weitwinkel des lichtstarken Objektivs (1:2,0 bei 24 mm und 1:2,8 bei 60 mm) immer zur Verfügung.

Panasonic Lumix DMC-LX3 [Foto: MediaNord]Den extremen Weitwinkel hat Panasonic sich insbesondere bei der LX3 auf die Fahnen geschrieben. Hatte die LX2 noch ein recht universelles 28-112mm-Objektiv, verzichtet die LX3 gänzlich auf den Telebereich und hört bei der Normalbrennweite von 60 mm bereits auf. Dafür kann man sich von dem Objektiv mit nur 2,5-fachem Zoomfaktor beste Bildqualität versprechen, was allerdings die Messlabore erst noch nachweisen müssen. Erste von uns gemachte Testbilder, die wir aufgrund des Vorserienstatus der Kamera nicht veröffentlichen dürfen, sehen aber vielversprechend aus. Man sollte dabei immer im Hinterkopf behalten, dass es sich um eine Kompaktkamera mit einem im Vergleich zu DSLRs kleinem Sensor handelt – man ist also auch bei der LX3 gut beraten, die Empfindlichkeit nicht zu hoch zu schrauben, auch wenn sie Einstellungen bis ISO 3.200 bzw. im High-ISO-Modus sogar bis zu ISO 6.400 erlaubt.

Panasonic Lumix DMC-LX3 [Foto: MediaNord]LX1- und LX2-Besitzer werden sich bei der LX3 gleich "heimisch" fühlen. Denn wer sich die LX3 anschaut bzw. sie in die Hand nimmt wird feststellen, dass sich von den Formen, der Verarbeitung und der Bedienung kaum etwas geändert hat. Größer geworden ist der Bildschirm, der im 3:2-Format daher kommt, mit 460.000 Bildpunkten recht fein auflöst und auch von der Blickwinkelunabhängigkeit und der Helligkeit (mit automatischer Regelung) überzeugen konnte. Das 3:2-Seitenverhältnis fühlte sich entsprechend bei der Kamera auch am besten an; es ist das "klassische" Kleinbild-Seitenverhältnis und kommt ohne schwarze "Trauerränder" auf dem Kameramonitor aus. Dieser ist in hellen Umgebungen brauchbar, aber manchmal wünscht man sich doch den guten alten Sucher zurück – und auch an diese Leute hat Panasonic gedacht. Für den Blitzschuh gibt es einen optionalen optischen Panasonic Lumix DMC-LX3 [Foto: MediaNord]Aufstecksucher, der allerdings nur für die Brennweite von entsprechend 24 mm geeignet ist – Panasonic glaubt, diese Brennweite würde bei der Kamera (bzw. bei ambitionierten Anwendern im Allgemeinen) ohnehin am meisten Verwendung finden.

Der Aufsteckschuh dient jedoch nicht nur als Sucherhalter, sondern verfügt auch über TTL-Kontakte – Panasonics Blitze der FourThird-Kameras sind kompatibel (und damit vermutlich auch die von Olympus, was Panasonic weder bestätigen noch dementieren wollte). Ein für die LX3 besonders geeigneter und kompakter Blitz mit einer Leitzahl von 22 soll später folgen. Doch damit sind die Erweiterungsmöglichkeiten der Kamera noch nicht ausgeschöpft: Mittels Tubusadapter lässt sich optisches Zubehör anschließen, das Panasonic ebenfalls im Programm hat. Dazu gehören neben einem Polfilter auch ein Neutraldichtefilter (auch ND- oder Graufilter genannt) sowie ein Schutzfilter. Die Krönung dürfte aber der 0,75-fache Weitwinkelkonverter sein, mit dem die Kamera auf eine extrem weitwinklige Brennweite von entsprechend 18 mm kommt – ein Telekonverter ist hingegen nicht angekündigt und würde auch nicht ganz so viel Sinn machen. An einer Stelle hat Panasonic bei Panasonic Lumix DMC-LX3 [Foto: MediaNord]den Erweiterungsmöglichkeiten allerdings gespart: Es gibt keinen Anschluss für einen Kabelfernauslöser.

Bedientechnisch orientiert sich die Kamera stark an der LX1 bzw. LX2. Man muss sagen: leider, denn bei einer solchen Kamera wären ein bis zwei Einstellräder sicher angebracht, um damit Belichtungs- und andere Einstellungen vornehmen zu können. Stattdessen verfügt die Kamera auf der Rückseite u. a. über fünf Tasten, die wie ein Steuerkreuz angeordnet sind. Mal rufen sie Direkteinstellungen auf, mal dienen sie zur Navigation z. B. in den Menüs. Darüber hinaus gibt es einen Minijoystick –  und "Mini" ist nicht untertrieben. Er ist etwas fummelig bedienbar und dient mal zur Navigation (z. B. in den Menüs) und dann wieder zum Einstellen von Kameraparametern – statt Bedienrädchen. Man muss sich schon ein wenig daran gewöhnen, dass oft dieser ungenaue Joystick statt der präziseren und größeren Navi-Keys benutzt werden muss – wer von der LX1 oder LX2 kommt, wird es aber nicht anders gewohnt sein.

Fazit Die Panasonic Lumix DMC-LX3 ist eine äußerst interessante Digitalkamera vor allem für ambitionierte Weitwinkelfans. Die Bildqualität des Vorserienmodells ist vielversprechend. Schade ist allerdings, dass das Objektiv aufgrund der fehlenden Telebrennweite nicht mehr so universell einsetzbar ist wie noch bei der LX2 und dass das Bedienkonzept nicht zielgruppengerecht weiter entwickelt wurde. Dennoch hat uns die Kamera viel Spaß gemacht, und sie wird für rund 550 EUR bereits im August sicher Freunde finden.

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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 39, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.