Generalüberholter Experten-Mini

Ricoh motzt Caplio GX100 zur GX200 auf

2008-06-24 Ricohs digitale Reise- und Reportagekamera für die Hemdtasche bekommt eine Nachfolgerin. Heute morgen ist mit der Ankündigung der GX200 die Kamera offiziell vorgestellt worden, die in die Fußstapfen der Caplio GX100 treten soll. Geblieben ist das Konzept einer extrem kompakten Kamera mit weitwinkelstarkem Zoom, umfangreichen Erweiterungsmöglichkeiten (Blitzschuh, Anschlussmöglichkeit für optisches Zubehör, aufsteckbarer Minisucher etc.) und semiprofi-gerechten Funktionen bzw. Einstellungen (u. a. RAW-Modus, Zeitautomatik, manuelle Belichtungssteuerung); neu sind die von 10 auf 12 Megapixel gesteigerte Auflösung, der etwas breitere Bildschirm und viele kleine, aber nicht ganz unwichtige Details.  (Yvan Boeres)

Ricoh GX200 [Foto: Ricoh] Im ausführlichen digitalkamera.de-Test der Ricoh Caplio GX100 (siehe weiterführende Links) waren wir zum Schluss gekommen, dass die kleine Reise- und Reportagekamera so ziemlich alles hat, was der Experte bzw. Kenner so braucht und eine Kamera ausmacht, die aus der Masse heraussticht, hatten uns aber aufgrund des – unserer Meinung nach – unangemessen kleinen und hoch auflösenden 10-Megapixel-CCDs ein Schwestermodell mit geringerer Auflösung und ein paar Detailverbesserungen gewünscht. Unsere Wünsche wurden nur zum Teil erfüllt, denn die neue GX200 wurde tatsächlich im Detail verbessert, aber die Auflösung wurde nicht verringert, sondern noch weiter erhöht. So wurden jetzt rund 12 Millionen Pixel auf den unverändert kleinen bzw. winzigen 1/1,7"-CCD "gequetscht", um auf eine maximale Bildgröße von 4.000 x 3.000 Bildpunkten zu kommen; Ricoh betont zwar, dass die Optik und die Elektronik (jetzt mit Smooth-Image-Engine-Prozessor dritter Generation) so verbessert wurden, dass man sogar mit einer Verbesserung der Bildqualität rechnen könne, aber da möchten wir mal skeptisch bleiben, bis unser Testlabor diese Aussage durch entsprechende Messwerte bestätigt.

Ricoh GX200 [Foto: Ricoh] Inwiefern die Optik verbessert wurde, geht auch nicht ganz klar aus der offiziellen Pressemitteilung hervor. Die Eckdaten des weitwinkelstarken Objektivs (24-72 mm/F2,5-4,4 entspr. Kleinbild, 1cm-Makro-Nahgrenze in Weitwinkel-Stellung) sind die Gleichen geblieben, wobei allerdings eine neue Vergütung für weniger Geisterbilder bei Gegenlichtaufnahmen sorgen soll und man neuerdings eine elektronische Verzeichnungskorrektur zuschalten kann. Auch gibt es einen neuen Telekonverter namens TC-1 im Zubehörprogramm, mit dem die Brennweite auf umgerechnet 135 mm erhöht werden kann; mit dem nach wie vor erhältlichen Weitwinkel-Konverter DW-6 kann die Brennweite weiterhin nach unten auf extrem weitwinklige 19 mm (entspr. KB) reduziert werden. Gleichermaßen pfiffig wie auch praktisch ist der neue Objektivdeckel LC-1, der sich wie die Blüte einer Blume öffnen lässt und so nicht abgenommen zu werden braucht, um mit der GX200 zu fotografieren.

Beim Festlegen des richtigen Bildausschnitts hilft nun eine elektronische "Wasserwaage" (wahlweise auch mit akustischem Bestätigungssignal), wie man sie bereits von der Schwesterkamera GR II her kennt. Die wird auf dem Kamerabildschirm oder im Ricoh GX200 [Foto: Ricoh]aufsteckbaren elektronischen Videosucher VF-1 eingeblendet; während der EVF von den technischen Daten her unverändert bleibt, wurde der GX200 ein neuer Bildschirm mit größerer Diagonale (2,7" entspr. 6,8 cm), höherer Auflösung (460.000 Bildpunkte) und ähnlich guter Blickwinkelunabhängigkeit (160° h/v) eingebaut. Was den Blitz betrifft, muss auch die GX200 mit einem einfachen Mittenkontakt-Blitzschuh auskommen. Das Privileg eines TTL-Blitzschuhs bleibt den Modellen der GR-Serie vorbehalten, aber ein paar Verbesserungen/Neuerungen gibt es trotzdem in Punkto Blitzen. So gibt es jetzt die von uns im Test der GX100 vermissten Funktionen zur Blitzbelichtungskorrektur und zum Festlegen des Zündzeitpunkts (entspr. Synchronisation auf den 1. oder 2. Verschlussvorhang); sogar an eine manuelle Teilleistungsstufe für das eingebaute Miniaturblitzgerät hat man bei der GX200 gedacht.

Eine der wenigen Kritiken der GX100-Benutzer an ihrer Kamera waren die verhältnismäßig langen Speicherzeiten im RAW-Format. Bei der GX200 hat Ricoh diese nicht nur verkürzt, sondern aufgrund eines größeren Pufferspeichers können nun bis zu fünf RAW-Bilder in Serie aufgenommen werden. Außerdem ermöglicht die GX200 beim Fotografieren im RAW-Format das Durchführen automatischer Belichtungsreihen und die Wahl des quadratischen Aufnahmeformats 1:1. Zu den weiteren Neuerungen gehören unter anderem noch ein zusätzliches drittes Benutzerprogramm (MY3), eine zusätzliche zweite z. T. frei belegbare Funktionstaste (Fn2), ein Flächen-AF-Modus der nun nicht mehr an den Makro-Modus gebunden ist (das war uns im GX100-Test negativ aufgefallen), die automatische Bildausrichtung (Hoch-/Querformat) im Wiedergabemodus, eine Weißabgleich-Feinkorrekturfunktion in Diagramm-Form, erweiterte Einstellungen für Monochrom-Bilder (Voreinstellung von Farbton, Intensität, Kontrast und Schärfe), eine Funktion zur nachträglichen  Veränderung des Bildkontrasts und/oder der Bildhelligkeit uvm. Ebenfalls neu mit dabei: eine Override-Funktion (stößt man mit Zeitautomatik und Blendenvorwahl bei einem sehr hellen Motiv an die Ricoh GX200 [Foto: Ricoh]Steuerungsgrenze, verhindert eine automatische Shift-Funktion durch Verändern der Blende das Auftreten einer Überbelichtung) und das, was man bei anderen Kameras auch als Tonwertsprioritätsmodus bezeichnet (bei extrem kontrastreichen Motiven kann die Kamera die Belichtung und den Dynamikbereich so anpassen, dass eine adäquate Bildhelligkeit mit möglichst wenig über- oder unterbelichteten Partien resultiert).

Wie schon die GX100 wird auch die GX200 in zwei Sets angeboten: Im Standard-Set für knapp 500 EUR ist als Zubehör ein wieder aufladbarer Lithiumionen-Akku, ein Akkuladegerät, ein AV-Kabel, ein USB-Kabel, eine Software-CD, eine Handschlaufe und ein Objektivdeckel enthalten. Beim GX200 VF KIT für rund 100 EUR mehr gehört neben dem genannten Zubehör noch der elektronische Sucher zum Lieferumfang. Die GX200, deren ausführliche technische Daten im entsprechenden digitalkamera.de-Datenblatt zu finden sind (siehe weiterführende Links), soll im Juli 2008 auf den Markt kommen.

Artikel-Vorschläge der Redaktion

Was ist Clean HDMI und wofür braucht man das?

Was ist Clean HDMI und wofür braucht man das?

Mit Clean HDMI lassen sich Videos ohne Zeitbegrenzung aufnehmen und Kameras als Webcam oder zum Streaming einsetzen. mehr…

Mit dem Elgato Cam Link 4K die eigene Kamera zur Webcam machen

Mit dem Elgato Cam Link 4K die eigene Kamera zur Webcam machen

Wir klären darüber auf, worauf Sie beim Anschluss des Geräts und den Kameraeinstellungen achten sollten. mehr…

Mit dem Canon Summer bis zu 300 Euro sparen

Mit dem Canon Summer bis zu 300 Euro sparen

Die Aktion umfasst die Canon EOS R6 und sieben RF-Objektive sowie die autonome Kamera Canon PowerShot PX. mehr…

Fotoprojekt Räucherstäbchen

Fotoprojekt Räucherstäbchen

In diesem Fototipp stellen wir ein Fotoprojekt für schlechtes Wetter vor und legen die Grundlage für Experimente. mehr…

FOTOPROFI
Die News sponsert FOTOPROFI, ein familien­geführter Fachhändler mit 7 Standorten in Baden-Württemberg, einem Webshop und kompetenter Telefonberatung: +49 (0) 7121 768 100.

Calumet PhotographicDie Testberichte sponsert Calumet – Ihr Spezialist für alles was das Fotografen- und Videografenherz begehrt. Mit Filialen in Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart.

News-Suche

von bis
Hersteller
Autor
Suche nach