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E-1-Nachfolgerin, E-410, E-510, mju 780 und SWD-Linsen von Olympus

2007-03-05 Neues von der E-1-Nachfolgerin, eine E-410 (10,9 Megapixel, neuer Prozessor, Live View), eine E-510 (alle E-410-Features + CCD-Shift-Bildstabilisator), ein Tele-Konverter für FourThirds-Objektive, vier neue 4/3- bzw. Zuiko-Digital-Objektive (davon drei mit Ultraschall-Antrieb) und eine mju 780 – was Olympus heute präsentiert, ist mehr als die zwei bis drei in Aussicht gestellten digitalen Spiegelreflexkameramodelle, die vorige Woche auf der firmeneigenen Homepage schemenhaft in einem "Teaser" (mit Stichtag 5. März 2007) zu sehen waren.  (Yvan Boeres)

Olympus P1[Foto: Olympus] Mit der heutigen Ankündigung nimmt die E-1-Nachfolgerin etwas konkretere Züge an. Konnte man auf der Photokina im Herbst vergangenen Jahres (Ende September 2006) bereits ein so genanntes "Mock-Up" des lang ersehnten Olympus-Flaggschiffs sehen (siehe weiterführende Links), zeigen die jetzt veröffentlichten Produktbilder eine Kamera, die sich vom Aussehen her nur noch unwesentlich bis gar nicht mehr vom Serienmodell unterscheiden dürfte. Dabei verraten die Produktbilder mehr über die neue Profi-DSLR, als Olympus es in der offiziellen Pressemitteilung tut. Darin findet man nämlich keine technischen Daten oder Informationen zur Grundausstattung der Kamera, sondern erfährt lediglich, dass sie "im Laufe des Jahres" vorgestellt wird; auf der besonders aufschlussreichen Rückenansicht der Kamera kann man zumindest erkennen, dass die E-1-Nachfolgerin wohl livebild-fähig sein wird, diese Funktionalität über einen dreh- und schwenkbaren Bildschirm so richtig zur Geltung bringen wird, (leider) weiter über einen 3-Punkt-Autofokus verfügen könnte (sollte das Piktogramm unter der Messfeldwahl-Taste so bleiben) und natürlich auch mit dem SuperSonic-Wave-Filter (Sensor-Entstaubung durch Ultraschallvibrationen) ausgestattet sein wird. Weiter auf den verschiedenen Bildern zu erkennen: ein Status-Display, ein anmontierter Multifunktionshandgriff (Batterie-/Akkugriff und Hochformatgriff in einem), ein Verriegelungshebel für das Speicherkartenfach, zwei Funktionstasten (Fn), ein vorderes und hinteres Einstellrad, eine PC-Synchronbuchse (für den Anschluss von Studioblitzgeräten o. ä.), ein eingebauter Miniaturblitz und die DSLR-typischen Ausstattungsmerkmale wie ein optischer Sucher mit Prismengehäuse, ein TTL-Blitzschuh oder der Wechselobjektiv-Anschluss. Über die weiteren Eckdaten der Kamera kann man nur weiter spekulieren. Geht man von der Logik aus, dass das Profimodell nichts weniger bietet als das nächst kleinere Modell und dass dies die im folgenden Abschnitt präsentierte E-510 ist, müsste auch hier eine mechanische Bildstabilisierungseinheit (so viel sei schon vorab über die E-510 offenbart) mit an Bord sein. Ansonsten muss die – ohnehin schon arg strapazierte – Geduld der Olympus-Fans vermutlich noch ein letztes Mal auf die Probe gestellt werden, doch angesichts des hier Gesehenen wird sich das lange Warten wohl letzten Endes lohnen.

Olympus P1[Foto: Olympus]Hatte Olympus mit der E-330 im Einsteigerbereich bisher nur eine liveview-fähige digitale Spiegelreflexkamera im Programm, bekommt diese jetzt mit der E-410 und E-510 Gesellschaft. Wenn der Live-View und ein paar andere Neuerungen nicht wären, würde man auch behaupten können, dass Olympus einfach nur das Mini-DSLR-Modell E-400 und dessen nicht viel größere Schwester E-500 genommen und deren 8-Megapixel-CCD durch einen höher auflösenden 10,9-Megapixel-Sensor (10 MP netto) ersetzt hätte. Nun ist aber mal der Bildwandler der E-410 und E-510 ein so genannter LiveMOS-Sensor (bei der E-330 kam schon ein solcher mit 7,5 Mio. Pixeln zum Einsatz), und das bedeutet für die Praxis, dass man den 6,3cm-Bildschirm der beiden FourThirds-Kameras auch zum Anvisieren der Motive (als Alternative zum optischen Sucher) mit Belichtungs-, Weißabgleichs- und Schärfenkontrolle benutzen kann – und das neuerdings sowohl bei manueller als auch bei automatischer Fokussierung. War der erste, in Zusammenarbeit mit Panasonic entstandene, LiveMOS-Sensor von Olympus für seine Größe (17,3 x 13 mm) einigermaßen rauscharm, kann man sich fragen, wie sein 10,9-Megapixel-Nachfolger mit der höheren Auflösung bzw. den kleineren Pixelelementen klar kommt. Die Frage beantwortet Olympus in seiner offiziellen Pressemitteilung nur indirekt, indem darauf hingewiesen wird, dass bei der Entwicklung der E-410 und E-510 auf eine noch größere Leistung und eine effektivere Rauschunterdrückung geachtet wurde; dafür verantwortlich ist der jüngste TruePic-Turbo-Prozessor dritter Generation, der jetzt beweisen muss, was sich so an Bildqualität aus dem neuen LiveMOS-Sensor herausholen lässt.

Der TruePic Turbo III ist schnell genug, damit die E-410 und E-510 bei höchster Auflösung maximal drei Bilder pro Sekunde im Serienbildmodus einfangen können. Bei Aufnahmen im RAW/ORF-Format können dann immerhin bis zu sieben Bilder hintereinander geschossen werden; bei JPEG-Aufnahmen in mittlerer Kompression (SQ-Modus) kennt der Serienbildmodus keine feste Bildgrenze, und die Aufnahme hört im Fall spätestens dann auf, wenn die Speicherkarte (wahlweise eine xD-Picture Card oder jede Art von CompactFlash-Karte) voll ist. Von ihren Vorgängerinnen übernehmen die E-410 und E-510 alle Grundeigenschaften. Dazu gehören die HyperCrystal-Technologie des 2,5"-Bildschirms für besonders gute Abbildungseigenschaften (u. a. Betrachtungswinkel von 170° h/v), die komplette Kompatibilität mit dem herstellerübergreifenden FourThirds-System (Wechselobjektive, Blitzgeräte, weiteres Systemzubehör), der eingebaute Pop-Up-Blitz (LZ 10), der so genannte SuperSonic-Wave-Filter (Sensor-Entstaubung durch Ultraschallvibrationen), die erweiterte Mehrfeldmessung (ESP-Technologie mit 49 Messfeldern) und die vielen Sonderfunktionen. So kann man auch in der neuesten DOlympus P1[Foto: Olympus]SLR-Generation von Olympus den Weißabgleich mit nur einem Tastendruck vornehmen, auf eine Abblend-Taste/Funktion zurückgreifen, automatische Belichtungsreihen anfertigen, sich detaillierte Aufnahmeinformationen (inkl. Histogramm) im Wiedergabemodus anzeigen lassen, den Schärfepunkt speichern (AF-Lock) und die Kamera(s) sowohl als Fortgeschrittener als auch als Einsteiger (für diesen gibt es u. a. zahlreiche Motivprogramme sowie eine auf die wichtigsten/nötigsten Parameter reduzierte Informationsanzeige) bedienen; charakteristisch für viele Olympus-Kameras sind z. B. auch die aufspielbaren Menüsprachen (als Ergänzung für die 15 Bordsprachen) oder noch die RAW-Data-Edit-Funktion (zur nachträglichen Umwandlung/Behandlung von RAW-Bildern noch in der Kamera).

Leider auch mit aus der Vergangenheit übernommen wurden der 3-Punkt-Autofokus und das Blitzsystem. Die automatische Scharfstellung dürfte zwar durch die neuen Ultraschall-Objektive (mehr dazu später in dieser Meldung) den endgültigen Geschwindigkeits-"Kick" bekommen, doch mit Ausnahme der Nikon D40 gibt es kein aktuelles DSLR-Modell mehr, was mit so wenig AF-Messfeldern daherkommt. Das ansonsten sehr präzise und polyvalente Blitzsystem unterstützt seinerseits immer noch keine drahtlose TTL-Steuerung; schade, dass es Olympus beim AF und Blitzen wieder einmal versäumt hat, seine DSLRs komplett auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Anders sieht es bei der Datenübertragung aus. Die E-410 und E-510 sind nun endlich mit einer USB-2.0-Highspeed-Schnittstelle ausgestattet, was angesichts der zirka 12 MBytes großen Dateien, die bei den RAW-Aufnahmen jeweils anfallen, anders auch nicht akzeptabel gewesen wäre. Eine weitere Neuerung gibt es ausschließlich bei der E-510: Den im Kameragehäuse integrierten Bildstabilisator! Der LiveMOS-Sensor der E-510 kann also Verwacklungen durch gegenläufige Bewegungen verringern bzw. ausgleichen, wobei es im FourThirds-System auch Objektive mit optischem Bildstabilisator gibt (z. B. das Leica D Vario-Elmarit 14-50 mm F/2.8-3.5 ASPH), über die man auch mit der E-410 in den Genuss verwacklungsfreier Bilder kommen kann. Abgesehen vom eingebauten Stabilisator unterscheiden sich die E-410 und E-510 noch in ein paar anderen Punkten. So lässt sich die E-410 dank entsprechender Motivprogramme und eines optional erhältlichen Unterwassergehäuses (PT-E03) auch unter Wasser einsetzen, was mit der E-510 nicht so ohne Weiteres möglich ist. Dafür kann die E-510 – im Gegensatz zur E-410 – neben automatischen Belichtungsreihen (AEB) auch automatische Fokusreihen (AFB) und automatische Weißabgleich-Reihen (AWB) anfertigen und den aktuellen Stand der Einstellungen für bis zu zwei Benutzer speichern (MyMode). Auch übernimmt die E-510 die Gehäuseform und den Akkutyp (BLM-1) der E-500, während die E-410 die Form und Größe sowie den Akku (BLS-1) der E-400 behält. Die beiden neuen E-Modelle unterscheiden sich natürlich auch im Preis. Kommt die E-410 im Juni (2007) mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 800 EUR samt Set-Objektiv auf den Markt, will Olympus die E-510 einen Monat später (Juli 2007) mit einem offiziellen Listenpreis von knapp 900 EUR (UVP) mit Standard-Zoom in den Handel bringen. Die technischen Daten sowie weitere Informationen zu Technik, Funktion und Ausstattung der zwei FourThirds-Kameras sind in den dazugehörigen digitalkamera.de-Datenblättern zusammengefasst (siehe weiterführende Links).

 Olympus E-510 [Foto: Olympus] Olympus E-410 [Foto: Olympus]

Begleitet werden die heutigen DSLR-News von einer weiteren, mindestens genauso wichtigen Ankündigung: nämlich der von neuen Objektiven mit Ultraschall-Antrieb. Damit gibt es nun endlich auch bei Olympus bzw. im FourThirds-System Optiken mit extrem schnellem und nahezu geräuschlosem Fokussiersystem. Die Supersonic-Wave-Drive (kurz: SWD) genannten Scharfstell-Motoren sind das Pendant zu den ähnlich funktionierenden Motoren anderer Hersteller (Canon USM, Nikon Silent Wave bzw. AF-S, Pentax SDM, Sigma HSM und KM/Sony SSM) und kommen vorerst in drei neuen Zuiko-Digital-Objektiven zum Einsatz. Dies sind das ED 12-60 mm 1:2,8-4,0 SWD (entspr. 24-120 mm bei KB), das ED 50-200 mm 1:2,8-3,5 SWD (entspr. 100-400 mm bei KB) sowie das ED 14-35 mm 1:2,0 SWD (entspr. 28-70 mm bei KB). Daneben wird es in Form des Zuiko Digital ED 70-300 mm 1:4,0-5,6 (entspr. 140-600 mm bei KB) noch ein Telezoom mit konventionellem AF-Antrieb und mit dem EC-20 einen 2-fach-Telekonverter geben; außer den aus den Produktbezeichnungen herauslesbaren Eckdaten ist nichts über die Objektiv-Neuheiten von Olympus bekannt, da in der offiziellen Pressemitteilung keine weiteren Angaben dazu gemacht werden.

 Olympus ZUIKO Digital 50-200mm 2.8-3.5  [Foto: Olympus] Olympus EC-20 Konverter [Foto: Olympus]
Olympus ZUIKO Digital 70-300mm 4-5.6 [Foto: Olympus]
 Olympus ZUIKO Digital 12-60mm 2.8-4 [Foto: Olympus]  Olympus ZUIKO Digital 14-35mm 2  [Foto: Olympus]  Olympus ZUIKO Digital 50-200mm 2.8-3.5 [Foto: Olympus]

Auch wenn Olympus vor gut einem Monat mehr als ein halbes Dutzend neuer Kompaktdigitalkameramodelle vorgestellt hat (siehe weiterführende Links), ist eine weitere Kompaktkamera auch heute mit dabei. Die mju 780 (µ780) kann man als zoomstärkeren Ableger der Ende Januar angekündigten mju 760 (µ760) bezeichnen. Aussehen, Auflösung wie auch ein großer Teil der Technik und des Funktionsumfangs sind gleich; so bleibt auch die mju 780 ein wetterfester "Edelmini" mit 7,4-Megapixel-Sensor (7,1 MP netto), "dualer Bildstabilisation" (mechanischer CCD-Shift-Stabilisator und/oder automatische Anwahl hoher LOlympus mju 780 [Foto: Olympus]ichtempfindlichkeitsstufenäquivalente bis entspr. ISO 1.600), mittelgroßem 6,3cm-Bildschirm (2,5"-HyperCrystal-LCD mit 230.000 Bildpunkten), BrightCapture-Technologie (sie sorgt dafür, dass man bei schwachem Licht sowohl etwas auf dem Monitor als auch nach der Aufnahme auf den Bildern erkennen kann), fünfundzwanzigsprachigem (25) Menü, internem 18-MBytes-Speicher (über xD-Karten erweiterbar), Hilfe-Funktion bzw. Guide-Taste und einer Vielzahl an Motivprogrammen. Während aber die neue mju 780 über eine Fünffachzoom-Optik (36-180mm/F3,3-5,0 entspr. KB) verfügt, wartet die kleine Schwester mju 760 mit einer vergleichsweise bescheidenen Dreifachzoom-Optik auf. Sonst hat die mju 780 der mju 760 noch die USB-2.0-Highspeed-Schnittstelle, die beleuchteten Tasten und die elektronische Schattenaufhellung (Shadow-Adjustment-Technologie) voraus. Dafür gibt es für die mju780 weder Motivprogramme noch ein optional erhältliches Schutzgehäuse für Unterwasseraufnahmen; kleinere Unterschiede gibt es noch beim Schärfe- und Verschlusszeitenbereich, bei der Stärke des Digitalzooms, bei den Weißabgleich-Funktionen (die µ780 besitzt eine Korrekturfunktion) und bei den Bildwiederholraten im Videomodus. Weitere Informationen zu Technik, Funktion und Ausstattung der mju 780 finden interessierte Leser im entsprechenden digitalkamera.de-Datenblatt (siehe weiterführende Links); die Markteinführung der Olympus mju 780 (UVP: ca. 350 EUR) soll Ende April stattfinden.

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