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Olympus kompakte E-420 tritt die Nachfolge der E-410 an

2008-03-05 Mit der E-420 stellt Olympus eine preisgünstige, kleine und leichte Kamera als Weiterentwicklung der E-410 vor. Die Kamera löst 10 Megapixel auf und ist kompatibel zum umfangreichen FourThirds-System. Vor allem beim LiveView, den Olympus einst mit der E-330 in die DSLR-Welt (mit Wechselobjektiven) einführte, gibt es eine wichtige Weiterentwicklung: Es gibt nun einen Kontrast-Autofokus auf Sensorebene, so dass die E-420 wie eine Kompaktkamera scharf stellen kann – sogar eine Gesichtserkennungsfunktion ist integriert.  (Benjamin Kirchheim)

Olympus E-420 [Foto: Olympus]Um den Kontrast-Autofokus im LiveView nutzen zu können, muss man allerdings erst seine Objektive einem Firmwareupdate unterziehen, was nach der Installation der Olympus Master Software und dem Anschließen der Kamera samt Objektiv an den Rechner aber bei vorhandenem Internetanschluss kein Problem darstellt. Einzig das heute vorgestellte 25mm-Pancake-Objektiv und die Kit-Objektive der E-420 benötigen dieses Update nicht. Ob die E-420 mit aktiviertem Kontrast-AF auch lautlos auslösen kann, geht aus der Pressemeldung leider nicht hervor – das werden wir aber spätestens beim digitalkamera.de-Kameratest herausfinden. Als Anzeige für den LiveView, das Menü, den Info-Bildschirm und die Bildwiedergabe dient der rückwärtige, 2,7 Zoll große LCD-Monitor, der 230.000 Bildpunkte auflöst (was einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln entspricht). Er ist mit der Technologie HyperChristal II ausgestattet, die nicht nur ein kontrastreiches und helles Bild auch bei Sonneneinstrahlung verspricht, sondern auch einen Betrachtungswinkel von 176° horizontal und vertikal. Neben der Helligkeit kann auch die Farbbalance des Bildschirms eingestellt werden. Außer dem LiveView gibt es auch einen klassischen Spiegelsucher, der 0,92-fach vergrößert und über einen Dioptrienausgleich von -3 bis +1 verfügt.

Für genügend Power bei der Rechenleistung sorgt der TruePic III Bildprozessor, der nicht nur für die Gesichtserkennung und die automatische Schattenaufhellung SAT (Shadow Adjustment Technology) sorgt, sondern auch 3,5 Bilder pro Sekunde verarbeiten kann. Bis zu acht RAW-Bilder passen dabei in den Zwischenspeicher. Dieser wird wahlweise auf xD- oder CompactFlash-Speicherkarten geleert. Für den Staubschutz sorgt der bekannte Supersonic Wave Filter, der den Tiefpassfilter vor dem Sensor in Ultraschallschwingungen versetzt und dem Staub so keine Chance lässt. Leider ist jedoch keine Sensorshift-Bildstabilisation mit an Bord, die bleibt den "größeren" Kameras im E-System vorbehalten. Die E-420 misst nur 129,5 x 91 x 53 mm bei einem Gewicht von lediglich 380 g.

Olympus E-420 mit 25mm Objektiv [Foto: Olympus]Mit der E-3 hat Olympus das Blitzsystem um einen Drahtlosmodus erweitert, der auch von der E-420 unterstützt wird. Mit dem integrierten Blitzgerät lassen sich so die externen Blitzgeräte FL-36R und FL-50R in bis zu drei Gruppen drahtlos zünden. Ob dabei auch der Blitzkanal auswählbar ist, gibt Olympus nicht an. Im üblichen Bereich liegt die kürzeste Blitzsynchronisationszeit von 1/180 Sekunde. Ohne Blitz ist 1/4.000 Sekunde die minimale und 60 Sekunden die maximale Verschlusszeit, im Bulbmodus sind Belichtungen von bis zu 30 Minuten möglich. Die Empfindlichkeit lässt sich von ISO 100 bis 1.600 regeln. Inklusive der automatischen, halbautomatischen und voll manuellen Modi stehen dem Benutzer insgesamt 28 Aufnahmeprogramme zur Verfügung, so dass dem Einsteiger die Wahl des passenden Motivprogramms nicht immer einfach fallen sollte – wer die Wahl hat, hat die Qual.

Ende April 2008 soll die E-420 in verschiedenen Kits auf den Markt kommen, der Body alleine soll rund 500 EUR kosten. Zusammen mit dem 14-42mm-Objektiv steigt der Preis auf rund 600 EUR, im Doublezoomkit mit zusätzlichem 40-150mm-Teleobjektiv gehen 700 EUR über den Ladentisch. Für denselben Preis kann man die Kamera auch mit dem neuen 25mm-Pancake erwerben, so dass man über eine besonders leistungsstarke, kompakte Kamera verfügen kann.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.