Preisgünstige Vollformat-DSLR

Canon präsentiert die EOS 6D Mark II

2017-06-29 Mit der EOS 6D Mark II präsentiert Canon das lang erwartete Nachfolgemodell der EOS 6D, der einst günstigsten Vollformat-DSLR von Canon, die bei ihrer Vorstellung auf der Photokina 2012 die erste Canon-DSLR für weniger als 2.000 Euro war. Diese Preisgrenze knackt die 6D Mark II zwar nicht, bietet dafür aber beispielsweise einen neuen, 26,2 Megapixel auflösenden Vollformat-Sensor mit Dual Pixel CMOS AF. Der Bildschirm ist nun dreh- und schwenkbar sowie touchfähig und die Serienbildrate mit aktuellem Bildprozessor deutlich schneller.  (Benjamin Kirchheim)

Canon bleibt mit der 6D Mark II zwar der Größen- und Gewichtsklasse des Vorgängermodells treu, das 144 mal 111 mal 75 Millimeter große und 765 Gramm schwere Gehäuse ist weiterhin spritzwassergeschützt, hat sonst aber vieles überarbeitet. Herzstück ist der neue Vollformat-CMOS-Sensor mit 26,2 Megapixeln Auflösung und Dual Pixel CMOS AF. Er nimmt zwar weiterhin nur Full-HD-Videos auf, aber immerhin mit doppelter Bildrate von bis zu 60 Bildern pro Sekunde. 4K-Videos lassen sich nur mit der Zeitrafferfunktion erstellen. Neu ist auch das eingebaute Stereomikrofon, die 6D hatte nur Mono-Ton. Der externe Stereo-Mikrofonanschluss ist geblieben. Der ISO-Empfindlichkeitsbereich geht nun von ISO 100 bis 40.000, mit Erweiterung sind zusätzlich ISO 50, 51200 und 102.400 möglich.

Der Spiegelreflexsucher mit Pentaprisma vergrößert weiterhin 0,71-fach, besitzt mit 98 Prozent aber nun eine minimal größere Bildfeldabdeckung. Neu ist das Autofokusmodul mit 45 Kreuzsensoren. Das Vorgängermodell war noch mit einem mageren 11-Punkt-Autofokus ausgestattet, der lediglich über einen zentralen Kreuzsensor verfügte. Auch beim Bildprozessor handelt es sich um die neueste Generation Digic 7. Damit erreicht die 6D Mark II 6,5 Serienbilder pro Sekunde, womit sie zwar nicht super schnell, aber doch anständig schnell ist. Das mit dem Digic 5 ausgestattete Vorgängermodell brachte es auf lediglich 4,5 Serienbilder pro Sekunde.

Der rückwärtige Bildschirm misst 7,7 Zentimeter in der Diagonale und löst bei einem 3:2-Seitenverhältnis 1,04 Millionen Bildpunkte auf. Dabei handelt es sich im Gegensatz zum Vorgängermodell um einen Touchscreen, der zudem auch noch – erstmals in einer Vollformat-DSLR von Canon – dreh- und schwenkbar ist. Damit lässt sich der Monitor aus allen möglichen Perspektiven, egal ob bodennah oder über-kopf, ob Hoch- oder Querformat und sogar bei Selfies ablesen. Dank des Dual Pixel CMOS AF fokussiert die 6D Mark II zudem im Livebildbetrieb deutlich schneller als ihr Vorgängermodell. Auch Videoaufnahmen kommt der neue Autofokus zu Gute, der die Motiventfernung mit jedem Sensorpixel dank deren Splitfähigkeit messen kann. Dank des Touchscreens kann der Autofokus jederzeit per Fingertipper auf ein anderes Motivdetail gelegt werden.

Wie das Vorgängermodell verfügt die Canon EOS 6D Mark II über ein eingebautes GPS-Modul für das Geotagging der Bilder sowie WLAN zur Verbindung beispielsweise mit einem Smartphone. Neu hinzugekommen ist Bluetooth für eine noch einfachere und schnellere Verbindung. Dank der Drahtlosfunktionen lassen sich Bilder übertragen und die Kamera via App inklusive Livebildübertragung fernsteuern.

Ab Ende Juli 2017 soll die Canon EOS 6D Mark II zu einem Preis von knapp 2.100 Euro erhältlich sein. Damit ist sie 100 Euro teurer und liegt nicht mehr unterhalb der magischen Preisgrenze von 2.000 Euro, die es einst zu unterbieten galt. Längst ist die 6D jedoch auf dem freien Markt für weniger als 1.400 Euro zu haben. Wer ein Objektiv zu seiner vielleicht ersten Vollformat-DSLR braucht, kann zum 2.500 Euro teuren Set mit dem EF 24-105 mm F3,5-5,6 IS STM greifen. Als Zubehör zur 6D Mark II ist der Batteriegriff BG-E21 erhältlich, der zwei Akkus aufnimmt und damit die Aufnahmezeit verdoppelt. Zudem verbessert er die Handhabung im Hochformat.


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