Mehr Auflösung, Griffkomfort und Geschwindigkeit

Canon führt das spiegellose EOS-M-System mit der EOS M3 weiter

2015-02-06 Lange war es still um das spiegellose EOS-M-System von Canon, die M2 gar kam nicht nach Deutschland. Doch nun bringt Canon mit der EOS M3 ein deutlich weiter entwickeltes Modell auf den Markt. Die M3 verfügt über einen APS-C-Sensor mit 24 Megapixel Auflösung und den verbesserten Hybris CMOS AF III, der sechsmal schneller sein soll als der recht langsame Autofokus der ersten M. Auch die Ergonomie hat Canon verbessert, der Bildschirm ist nun klappbar und der Blitzschuh verfügt über einen Sucheranschluss.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Die Canon EOS M3 besitzt einen um 45 Grad nach unten und 180 Grad nach oben klappbaren Touchscreen mit der aus den EOS DSLRs bekannten intuitiven Bedienung. [Foto: Canon]

    Die Canon EOS M3 besitzt einen um 45 Grad nach unten und 180 Grad nach oben klappbaren Touchscreen mit der aus den EOS DSLRs bekannten intuitiven Bedienung. [Foto: Canon]

Mit der EOS M3 will Canon vieles besser machen, was bei der EOS M nicht so gut am Markt ankam. So besitzt das weiterhin sehr kompakte Gehäuse nun eine kleine Griffwulst, die nicht nur die Griffigkeit der Kamera verbessert, auch der darauf platzierte Auslöser ist ergonomischer zu erreichen. Ihn umgibt weiterhin ein Einstellring. Auch auf der Rückseite hat sich etwas getan: Der 7,5 Zentimeter große Touchscreen ist nun nach unten und oben klappbar, nach oben sorgt der Schwenkbereich von 180 Grad sogar für die Möglichkeit, Selfies mit der EOS M3 aufzunehmen, nach unten ist der Monitor um 45 Grad kippbar. Dank der aus den EOS DSLRs bekannten intuitiven Touchbedienung lassen sich die wesentlichen Aufnahmeparameter sehr einfach anpassen. Wer möchte, kann aber auch die Tasten verwenden, selbst das zweite Einstellrad auf der Rückseite ist weiterhin vorhanden. Viele der Tasten lassen sich individuell belegen. Neu ist die Möglichkeit, einen elektronischen Sucher in den TTL-Systemblitzschuh zu schieben, es handelt sich um denselben Sucher wie bei der PowerShot G1 X.

Doch auch im Inneren hat sich einiges getan. Als Bildprozessor kommt nun der Digic 6 zum Einsatz. Der APS-C-Sensor löst nun 24 Megapixel auf und bietet Phasendetektionssensoren für den deutlich beschleunigten Hybris CMOS AF III. Dieser arbeitet mit 49 Messpunkten um den Faktor sechs schneller als der zugegebenermaßen sehr behäbige Autofokus der ersten EOS M. Dabei werden die Phasensensoren für ein schnelles Ansteuern der Schärfeebene verwendet, während die Kontrastmessung für die exakte Feinjustage sorgt. Wer manuell fokussieren möchte, erhält nun Unterstützung durch eine Peaking-Funktion, die Kontrastkanten in der Schärfeebene farbig hervorhebt.

  • Bild Die Canon EOS M3 bietet aber auch Tasten, einige davon konfigurierbar, sowie Einstellräder zum Anpassen der Aufnahmeparameter. [Foto: Canon]

    Die Canon EOS M3 bietet aber auch Tasten, einige davon konfigurierbar, sowie Einstellräder zum Anpassen der Aufnahmeparameter. [Foto: Canon]

Die Videofunktion der EOS M3 arbeitet mit Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080) bei wahlweise 24p, 25p oder 30p (Bildern pro Sekunde). Gespeichert wird im MP4-Format auf die SD-Speicherkarte. Der Hybrid CMOS AF III soll eine exakte Schärfenachführung garantieren, per Touch-AF lässt sich jederzeit während der Aufnahme eine Schärfeverlagerung bewerkstelligen. Darüber hinaus bietet die EOS M die Möglichkeit, ein externe Mikrofon anzuschließen, und sie erlaubt die Steuerung von Blende, Verschlusszeit und ISO-Empfindlichkeit bei Videos und Fotoaufnahmen. Der neue Sensor erlaubt übrigens eine maximale Empfindlichkeit von 12.800 ISO.

Dank eingebautem WLAN sowie NFC lässt sich die EOS M ganz einfach mit einem Smartphone oder Tablet verbinden. Mit der neuen Camera Connect App vereint Canon die beiden alten Apps für das EOS- und Kompaktkamerasystem. Die App erlaubt die Fernsteuerung der Kamera samt Livebildübertragung und Einstellung diverser Aufnahmeparameter. Ab April 2015 soll die Canon EOS M3 zu einem Preis von knapp 750 Euro erhältlich sein.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.