Kompakte und preisgünstige, hochauflösende Vollformat-Kamera

61 Megapixel auflösende Sigma fp L und Ansteck-EVF vorgestellt

2021-03-25 Mit der Sigma fp L stellt der japanische Objektivspezialist eine höher auflösende Version der seit 2019 erhältlich Sigma fp vor. Während das sehr kompakte, spritzwassergeschützte Metallgehäuse identisch ist, gibt es im Inneren und beim Bedieninterface zahlreiche Neuerungen. Der Kleinbildsensor bietet mit 61 Megapixeln nicht nur eine deutlich höhere Auflösung, sondern ermöglicht dank integrierten Phasen-AF-Sensoren auch eine schnellere Fokussierung als die fp.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Die Sigma fp L besitzt ein L-Bajonett, womit sich nicht nur Sigma-Objektive (hier ein 35 mm) verwenden lassen, sondern auch Objektive der Systempartner Leica und Panasonic. [Foto: Sigma]

    Die Sigma fp L besitzt ein L-Bajonett, womit sich nicht nur Sigma-Objektive (hier ein 35 mm) verwenden lassen, sondern auch Objektive der Systempartner Leica und Panasonic. [Foto: Sigma]

  • Bild Trotz des sehr kompakten Gehäuses besitzt die Sigma fp L einen großen Kleinbildsensor mit 61 Megapixel Auflösung. [Foto: Sigma]

    Trotz des sehr kompakten Gehäuses besitzt die Sigma fp L einen großen Kleinbildsensor mit 61 Megapixel Auflösung. [Foto: Sigma]

  • Bild Auf der Rückseite der Sigma fp L befindet sich ein 8 cm großer Touchscreen mit 2,1 Millionen Bildpunkten Auflösung. Eine Besonderheit sind die Direktwahltasten für den Farbmodus und die Tonwerteinstellungen. [Foto: Sigma]

    Auf der Rückseite der Sigma fp L befindet sich ein 8 cm großer Touchscreen mit 2,1 Millionen Bildpunkten Auflösung. Eine Besonderheit sind die Direktwahltasten für den Farbmodus und die Tonwerteinstellungen. [Foto: Sigma]

Das Gehäuse der neuen Sigma fp L ist äußerlich absolut identisch zur fp. Sie ist mit 112,6 mal 69,9 mal 45,3 Millimeter die kompakteste Kleinbildkamera am Markt. Trotz des robusten, zum Spritzwasserschutz mit Dichtungen versehenen Gehäuses wiegt die fp L nur 427 Gramm, was fünf Gramm mehr sind als die fp. Auch die Anordnung der Anschlüsse und Bedienelemente ist absolut identisch.

Die große Neuheit verbirgt sich im Inneren: Der 36 mal 24 Millimeter große Kleinbildsensor löst 61 statt 24 Megapixel auf. Dabei handelt es sich wie bei der fp um einen rückwärtig belichteten Sensor, der eine höhere Lichtausbeute bietet als ein normaler frontseitig belichteter Bildsensor. Obwohl andere Hersteller bei dieser Auflösung auf einen auflösungsmindernden Tiefpassfilter verzichten, haben sich die Sigma-Ingenieure für den Einsatz eines solches Filters, wenn auch nur in einer ganz schwachen Version, entschieden. Dies soll Moirés und Artefakte verringern und somit unterm Strich für eine natürlichere Bildwiedergabe sorgen.

Des Weiteren nutzt Sigma die hohe Auflösung zur Bereitstellung eines Crop-Zooms, das direkt über den rückwärtigen Touchscreen aktiviert werden kann. Bei einem 2-fachen Zoomfaktor beträgt die Auflösung immer noch 15,1 Megapixel, selbst beim Maximum von 5-fach bleibt mit 2,4 Megapixeln noch mehr als Full-HD-Auflösung übrig.

Für die meisten nützlicher dürften indes die auf dem Sensor integrierten Phasen-Autofokus-Sensoren sein, womit die Fokusgeschwindigkeit deutlich steigen soll. Ebenfalls in der Praxis hilfreich ist die Möglichkeit, die Kameraeinstellungen abspeichern und später wieder laden zu können. Dies wird über QR-Codes realisiert, die sich damit einfach mit anderen Fotografen teilen lassen. Des Weiteren betont Sigma die Möglichkeit, über Direktwahltasten die Farb- und Tonwertabstimmung anpassen zu können. Hier gibt es mit "Powder Blue" und "Duotone" zwei neue Optionen, so dass nun 15 Farbeffekte zur Verfügung stehen.

  • Bild Auf der Unterseite bietet die Sigma fp L ein Stativgewinde in der optischen Achse. In dem Fach daneben sind der Akku und die SD-Speicherkarte untergebracht (kompatibel zu SDHC, SDXC, UHS I und UHS II). [Foto: Sigma]

    Auf der Unterseite bietet die Sigma fp L ein Stativgewinde in der optischen Achse. In dem Fach daneben sind der Akku und die SD-Speicherkarte untergebracht (kompatibel zu SDHC, SDXC, UHS I und UHS II). [Foto: Sigma]

  • Bild Auch seitlich bietet die Sigma fp L ein Stativgewinde. Außerdem sind hier die USB-C-, die Micro-HDMI- und die Mikrofonschnittstelle zu finden. [Foto: Sigma]

    Auch seitlich bietet die Sigma fp L ein Stativgewinde. Außerdem sind hier die USB-C-, die Micro-HDMI- und die Mikrofonschnittstelle zu finden. [Foto: Sigma]

  • Bild Die Sigma fp L bietet an beiden Seiten Anschlussgewinde für Zubehör. [Foto: Sigma]

    Die Sigma fp L bietet an beiden Seiten Anschlussgewinde für Zubehör. [Foto: Sigma]

Die Sigma fp L ist wie das niedriger auflösende Modell von 2019 aber nicht nur eine Kamera zum Fotografieren, sondern sie richtet sich auch gezielt an Videografen. Die bekommen ein spezielles Benutzerinterface, das auf ihre Ansprüche zugeschnitten ist. Zudem kann die Sigma fp L dank des auf der Rückseite integrierten Kühlkörpers langanhaltende Videoaufnahmen (bis zu zwei Stunden am Stück) in 4K-Auflösung anfertigen. Die maximale Bildwiederholrate beträgt 24p bei DCI 4K, 30p bei UHD 4K und 120p bei Full-HD.

Intern kann die fp L Raw-Videos mit 12 Bit Farbtiefe in UHD im Format CinemaDNG aufnehmen. Genaugenommen sind es auf eine SD-Karte aber nur 8 Bit mit 25p, auf eine SSD jedoch tatsächlich 12 Bit mit 30p. Für externe Aufzeichnungen stehen gleich drei Raw-Formate mit 12 Bit DCI 4K zur Verfügung: CinemaDNG, ProResRAW und Blackmagic Raw.

War die Sigma fp Anfang 2020 noch die einzige Kleinbildkamera mit integrierter USB Video Class, so dass man sie per USB an einen Computer anstöpseln und als Webcam oder zum Streamen verwenden konnte, fehlte ihr doch eine USB-Dauerstromversorgung, so dass man zu einem externen Netzteil greifen musste. Mit diesem Manko räumt die Sigma fp L und kann per USB-C auch im Betrieb mit Strom versorgt werden.

Auf der Rückseite bietet die Sigma fp L einen acht Zentimeter großen Touchscreen mit 2,1 Millionen Bildpunkten Auflösung. Ein elektronischer Sucher fehlt ihr jedoch genauso wie der fp. Bisher bot Sigma nur einen Sucheraufsatz für den Bildschirm an. Doch nun kommt mit dem EVF-11 ein seitlich anschraubbarer Sucher für die fp und fp L auf den Markt. Die fp wird für dessen Funktion ein Firmwareupdate benötigen und auch zeitnah erhalten, auch das Speichern und Laden der Einstellungen mittels QR-Codes sowie die neuen Farbmodi sollen per Update kommen.

  • Bild Der externe Sucher Sigma EVF-11 wird seitlich angeschraubt und greift auf die USB-C- und die Micro-HDMI-Schnittstelle zu. [Foto: Sigma]

    Der externe Sucher Sigma EVF-11 wird seitlich angeschraubt und greift auf die USB-C- und die Micro-HDMI-Schnittstelle zu. [Foto: Sigma]

  • Bild Der seitlich an der Sigma fp L angebrachte EVF-11 bietet ein großes Sucherbild und kann sogar nach oben geklappt werden. [Foto: Sigma]

    Der seitlich an der Sigma fp L angebrachte EVF-11 bietet ein großes Sucherbild und kann sogar nach oben geklappt werden. [Foto: Sigma]

Beim Anschrauben greift der EVF-11 auf den USB-C- sowie den Micro-HDMI-Anschluss zurück. Das Sucherbild löst 3,68 Millionen Bildpunkte auf, die von einem OLED-Panel bereitgestellt werden. Er vergrößert mit einem Faktor von 0,83-fach sehr ordentlich. Der Augabstand beträgt 21 Millimeter und die Dioptrienkorrektur reicht von -4 bis +3 dpt. Er deckt selbstverständlich 100 Prozent des Bildfelds ab und lässt sich praktischerweise um 90 Grad nach oben klappen. Zudem bietet der EVF-11 eine Umschalttaste für Display/EVF und mit USB-C und 3,5 mm Klinke für Kopfhörer zwei externe Anschlüsse. Der 114 Gramm leichte Sucher misst ca. 92 mal 45 mal 56 Millimeter.

Ab April 2021 soll die Sigma fp L zu einem Preis von knapp 2.300 Euro erhältlich sein. Der externe Sucher EVF-11 soll gut 650 Euro kosten und ebenfalls ab April 2021 erhältlich sein. Beides im Set soll knapp 2.800 Euro kosten.

Präsentation der Sigma fp L


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 43, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.