Aus dem digitalkamera.de-Testlabor

Lumix G X Vario PZ 14-42 mm und G X Vario PZ 45-175 mm getestet

2012-01-22 Mit der neuen Powerzoom-Objektivserie Lumix G X verspricht Panasonic eine Qualität wie bei Leica-Objektiven, will diese jedoch statt mit guter optischer Rechnung durch eine gute digitale Korrektur erreichen. Ob dieses in unseren Augen sehr vage Versprechen tatsächlich gelingen kann, haben wir an beiden Vertretern der neuen Objektivserie im hauseigenen Labor getestet. Das Lumix G X Vario PZ 14-42 mm F3.5-5.6 Asph. ist darüber hinaus das erste Pancake-Standardzoom und zeichnet sich durch seine im ausgeschalteten Zustand geringe Bautiefe aus. Das Lumix G X Vario PZ 45-175 mm F4-5.6 Asph hingegen fällt deutlich länger aus.  (Benjamin Kirchheim)

Panasonic Lumix G X Vario PZ 14-42 mm 3.5-5.6 ASPH Power OIS [Foto: Panasonic]Im Labortest enttäuscht das schnuckelige und leichte Pancake-Powerzoom leider mit einer recht schwachen Randauflösung (siehe Diagramm aus dem Labortest unten). Abblenden nähert diese zwar der Auflösung im Bildzentrum an, aber erreicht wird diese bei weitem nicht, auch nicht bei mittlerer oder langer Brennweite. Am langen Brennweitenende kommt hinzu, dass die Bildauflösung selbst im Bildzentrum nicht allzu hoch ist. Die Messungen erfolgten an der 16 Megapixel auflösenden Lumix DMC-G3, die mit ihrer hohen Pixelintegration durchaus gehobene Ansprüche an das Objektiv stellt. Doch selbst auf einem A4 großen Abzug bleibt die Panasonic Lumix G X Vario PZ 14-42 mm 3.5-5.6 ASPH Power OIS [Foto: Panasonic]Randauflösung enttäuschend, denn auch in diesem Format sind Randunschärfen vor allem im Weitwinkel mit dem bloßen Auge erkennbar. Trotz elektronischer Kompensation bleiben außerdem Verzeichnungen übrig, die mit einem Prozent Tonnenform im Weitwinkel und einem halben Prozent Kissenform im Tele glücklicherweise nicht so stark auffallen. Die Randabdunklung ist im Weitwinkel bei offener Blende am stärksten, bleibt mit etwa 40 Prozent Lichtverlust am Bildrand aber noch im Rahmen. Dabei fällt allerdings auf, dass die Abdunklung erst nahe am Bildrand beginnt und steil ansteigt; ein Zeichen dafür, dass hier die Grenzen des Bildkreises erreicht sind. Die chromatischen Aberrationen (Farbquerfehler) hat Panasonic dagegen gut im Griff. Im Mittel sind sie nicht sichtbar und selbst in maximaler Ausprägung, die Richtung Bildrand erreicht wird, sind die Farbsäume nur ganz leicht sichtbar.

Panasonic Lumix G X Vario PZ 45-175 mm 4.0-5.6 ASPH Power OIS [Foto: Panasonic]Auch das Teleobjektiv kämpft mit einer etwas schwachen Randauflösung, zeigt sich aber insgesamt deutlich besser als das Pancake. Aber auch hier ist die Auflösung insgesamt im Telebereich am geringsten. Das ist schade, denn die "lange Tüte" kauft man sich eigentlich hauptsächlich wegen der Telebrennweite. Die Verzeichnung hingegen liegt bei allen gemessenen Brennweiten bei Null. Die Randabdunklung spielt nur bei kurzer Brennweite und offener Blende eine Rolle und ist ähnlich stark wie beim Pancake-Zoom. Im Unterschied zu diesem ist der Helligkeitsverlauf allerdings sehr sanft. Leicht abgeblendet oder gezoomt ist nahezu keine Vignettierung mehr messbar. Bei den Farbsäumen hingegen fallen die mittlere Brennweite aufgeblendet und die lange Brennweite vor allem abgeblendet auf. Das Maximum ist jeweils deutlich in Bildern der Größe 20 x 30 Zentimeter sichtbar.

Letztlich zeigen die Labortests, dass eine elektronische Kompensation an eine eine hochwertige optische Rechnung nicht herankommt. Dennoch bleibt festzuhalten, dass eine elektronische Verbesserung der Bildqualität, sofern der Anwender nicht in RAW fotografieren und dies lieber selbst bewerkstelligen möchte, durchaus wünschenswert ist. Richtig überzeugend wirkt vor allem das Pancake-Zoom nicht, denn die optische Leistung, vor allem die Randauflösung, lässt doch zu Wünschen übrig. Die Randunschärfen sind der Preis, den man für die äußerst flache und handliche Bauform zahlen muss. Selbst das Telezoom ist überraschend schwach am Bildrand, aber besser als das Pancake. Für Videoanwendungen, aber auch für eine millimetergenaue Einstellung der Brennweite sind die Motorzooms einem mechanischen Zoom haushoch überlegen und hier liegt auch die Hauptanwendung dieser Objektive. Sie stellen also keinen Ersatz für die normalen Objektive dar, sondern eine sinnvolle Ergänzung.

Panasonic Lumix G X Vario PZ 14-42 mm 3.5-5.6 Asph. mit Panasonic Lumix DMC-G3 (v6.0)

Auflösung MTF


Lumix DMC-G3

F3,5F4,0F4,9F5,6F8,0F11,0F16,0F22,0
14 mm Bildmitte37,3 lp/mm37,5 lp/mm40,6 lp/mm37,5 lp/mm34,9 lp/mm31,2 lp/mm24,5 lp/mm
14 mm Bildrand18,6 lp/mm18,5 lp/mm23,5 lp/mm23,1 lp/mm21,9 lp/mm19,2 lp/mm15,1 lp/mm
25 mm Bildmitte28,4 lp/mm34,2 lp/mm37,8 lp/mm36,0 lp/mm30,8 lp/mm24,3 lp/mm
25 mm Bildrand18,7 lp/mm21,1 lp/mm27,2 lp/mm25,7 lp/mm22,3 lp/mm18,4 lp/mm
42 mm Bildmitte25,8 lp/mm27,5 lp/mm25,9 lp/mm21,3 lp/mm18,5 lp/mm
42 mm Bildrand17,3 lp/mm21,5 lp/mm21,8 lp/mm18,6 lp/mm15,8 lp/mm


Lumix DMC-GX1

F3,5F4,0F5,0F5,6F8,0F11,0F16,0F22,0
28 mm Bildmitte40,3 lp/mm40,4 lp/mm38,7 lp/mm39,1 lp/mm37,8 lp/mm32,6 lp/mm25,0 lp/mm
28 mm Bildrand24,2 lp/mm24,4 lp/mm25,5 lp/mm24,9 lp/mm23,7 lp/mm20,1 lp/mm15,6 lp/mm
50 mm Bildmitte30,8 lp/mm33,1 lp/mm31,4 lp/mm35,3 lp/mm32,9 lp/mm25,2 lp/mm
50 mm Bildrand23,7 lp/mm27,6 lp/mm30,1 lp/mm28,3 lp/mm24,3 lp/mm18,8 lp/mm
84 mm Bildmitte27,8 lp/mm28,2 lp/mm30,6 lp/mm27,8 lp/mm22,3 lp/mm
84 mm Bildrand17,9 lp/mm20,0 lp/mm23,0 lp/mm21,5 lp/mm17,4 lp/mm


Lumix DMC-GF5

F3,5F4,0F4,9F5,6F8,0F11,0F16,0F22,0
28 mm Bildmitte35,4 lp/mm35,8 lp/mm36,0 lp/mm34,5 lp/mm32,4 lp/mm29,6 lp/mm24,5 lp/mm
28 mm Bildrand22,9 lp/mm24,1 lp/mm26,2 lp/mm24,8 lp/mm23,8 lp/mm21,0 lp/mm16,2 lp/mm
50 mm Bildmitte30,3 lp/mm31,1 lp/mm32,2 lp/mm33,5 lp/mm30,2 lp/mm24,7 lp/mm
50 mm Bildrand25,0 lp/mm26,3 lp/mm28,3 lp/mm27,0 lp/mm24,2 lp/mm19,4 lp/mm
84 mm Bildmitte28,8 lp/mm28,8 lp/mm29,2 lp/mm26,9 lp/mm21,9 lp/mm
84 mm Bildrand19,8 lp/mm25,2 lp/mm26,3 lp/mm24,2 lp/mm19,1 lp/mm

Im digitalkamera.de-Testlabor werden mit Hilfe der Software Analyzer von DXOMARK verschiedene Bildqualitätsparameter gemessen. Der Labortest mit klar gestalteten und leicht verständlichen Diagrammen, Erklärungstexten in Form einer ausführlichen PDF-Datei zum Download kostet je nach Umfang 0,49 bis 1,49 EUR im Einzelabruf für eine Kamera und 0,49 bis 0,69 EUR für ein Objektiv. Flatrates, die den Zugriff auf das gesamte Labortest-Archiv erlauben, sind ab 2,08 EUR pro Monat buchbar. Eine Flatrate hat keine automatische Verlängerung und wird im Voraus für einen festen Zeitraum gebucht und bezahlt.

Hersteller Panasonic Panasonic
Modell Lumix G X Vario PZ 14-42 mm 3.5-5.6 Asph. Lumix G X Vario PZ 45-175 mm 4-5.6 Asph
Unverbindliche Preisempfehlung 429,00 € 449,00 €
Bajonett Micro Four Thirds Micro Four Thirds
Brennweitenbereich 14-42 mm 45-175 mm
Lichtstärke (größte Blende) F3,5 bis F5,6 F4 bis F5,6
Kleinste Blendenöffnung F22 F22
Linsensystem 9 Linsen in 4 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
14 Linsen in 10 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
KB-Vollformat nicht relevant nicht relevant
Anzahl Blendenlamellen 7 7
Naheinstellgrenze 200 mm 900 mm
Bildstabilisator vorhanden ja ja
Autofokus vorhanden ja ja
Wasser-/Staubschutz nein nein
Filtergewinde 37 mm 46 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 61 x 27 mm 62 x 90 mm
Objektivgewicht 210 g

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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.