Aus dem digitalkamera.de-Testlabor

Panasonic Lumix DMC-GX1 im Labor auf Bildqualität getestet

2012-02-04 Bei der Panasonic Lumix DMC-GX1 handelt es sich um eine besonders kompakte Systemkamera, die gehobene Hobbyfotografenansprüche erfüllen will. Bedienung, Ausstattung und Ergonomie sind entsprechend ausgelegt. Ob aber auch gehobene Bildqualitätsansprüche von dieser Systemkamera erfüllt werden, habe wir im hauseigenen Testlabor mit DxO-Messverfahren untersucht. Als Objektiv kam dabei das Standardzoom Lumix G X Vario PZ 14-42 mm F3.5-5.6 Asph. zum Einsatz.  (Benjamin Kirchheim)

Panasonic Lumix DMC-GX1 [Foto: MediaNord]Das angenehm flache Pancke-Zoom weist leider einige Schwächen auf, vor allem die Auflösung fällt im Weitwinkel zum Bildrand hin sichtbar ab, in Telestellung ist sie insgesamt etwas schwach. Die Verzeichnung hingegen geht in Ordnung. An der Lumix DMC-G3 haben wir ein anderes Exemplar des Objektivs schon vor einiger Zeit getestet (siehe weiterführende Links) und kamen zu recht ähnlichen Ergebnissen. Insgesamt scheint das an der GX1 getestete Objektiv etwas schärfer zu zeichnen als an der G3, was aber durchaus nicht an einer Serienstreuung liegen muss, sondern wahrscheinlicher in der besseren Bildaufbereitung der GX1, die schließlich ein paar Monate neuer und damit weiter entwickelt ist als die G3.

Sehr präzise zeigt sich die GX1 beim manuellen Weißabgleich und bei der Einhaltung der eingestellten ISO-Empfindlichkeit, gerade letztere werden von mancher Konkurrenzkamera sehr frei interpretiert. Farben hingegen weichen im Mittel vom vorgesehenen Wert zwar tolerierbar ab, bei einigen Farbwerten jedoch ist die Abweichung mit bloßem Auge erkennbar, das gilt vor allem für Orange und Lila: Diese Farbtöne sind zu stark gesättigt. Erstaunlich rasant zeigte sich im Labor der Autofokus. Mit 0,16 bis 0,2 Sekunden ist er sehr schnell und schlägt jede DSLR mit Setobjektiv um Längen. Wenn man Panasonic Lumix DMC-GX1 [Foto: MediaNord]bedenkt, dass darin bereits eine Auslöseverzögerung von 0,06 bis 0,08 Sekunden eingerechnet ist, erstaunt der Wert umso mehr. Das bedeutet, dass der Autofokus nur rund 0,1 Sekunden zum Scharfstellen braucht (siehe Diagramm aus dem Labortest unten).

Immer wieder interessant ist auch das Rauschen, dessen Unterdrückung und der damit einhergehende Texturverlust. Das Farbrauschen spielt visuell kaum eine Rolle, das Helligkeitsrauschen hingegen wird ab ISO 3.200 sichtbar, bei der höchsten Empfindlichkeit von ISO 12.800 sogar stark. Die Korngröße ist dabei mit rund 2 Pixeln aber noch recht fein und auf einem A4 großen Abzug kaum auszumachen. Bis ISO 400 sind die Aufnahmen dabei sehr detailreich, bei ISO 800 gibt es minimalen Texturverlust, schon ab ISO 1.600 wird das Bild weicher. Hier schlägt die Rauschunterdrückung gnadenlos zu. Immerhin sinkt die Schärfe selbst bei höchster Empfindlichkeit nicht vollends ab, so dass die Aufnahmen zwar weich, aber nicht völlig detaillos wirken. Der Signal-Rauschabstand wiederum ist bei ISO 160 und 200 gut, bei ISO 400 noch OK, sinkt dann bei ISO 800 aber schon rapide ab. Die Eingangsdynamik hingegen zeigt sich sehr uneinheitlich. Die Panasonic Lumix DMC-GX1 [Foto: MediaNord]starke Bildaufbereitung ab ISO 800 führt hier und bei ISO 1.600 zu einem visuellen Dynamikgewinn, ab ISO 3.200 fällt die Dynamik dann aber unter die gerade noch als gut geltenden 9 Blendenstufen ab.

Insgesamt liefert die GX1 eine durchaus gute Bildqualität, bei höheren Empfindlichkeiten muss man aber Einschränkungen hinnehmen, die die Bildaufbereitung auch nicht in allen Belangen befriedigend kaschieren kann. Wem hohe Bildqualität in Form von hoher Auflösung bis in die Ecken wichtig sind, sollte sich nach höherwertigen Zooms (das 14-45 ist beispielsweise nach wie vor erhältlich und deutlich besser) oder gar Festbrennweiten umsehen, beispielsweise das F1,7 lichtstarke und dennoch kompakte 20 Millimeter oder das hervorragende Olympus 45 Millimeter F1,8 (siehe weiterführende Links).

Panasonic Lumix DMC-GX1 mit Panasonic Lumix G X Vario PZ 14-42 mm 3.5-5.6 Asph.

Auslöseverzögerung

Im digitalkamera.de-Testlabor werden mit Hilfe der Software Analyzer von DXOMARK verschiedene Bildqualitätsparameter gemessen. Der Labortest mit klar gestalteten und leicht verständlichen Diagrammen, Erklärungstexten in Form einer ausführlichen PDF-Datei zum Download kostet je nach Umfang 0,49 bis 1,49 EUR im Einzelabruf für eine Kamera und 0,49 bis 0,69 EUR für ein Objektiv. Flatrates, die den Zugriff auf das gesamte Labortest-Archiv erlauben, sind ab 2,08 EUR pro Monat buchbar. Eine Flatrate hat keine automatische Verlängerung und wird im Voraus für einen festen Zeitraum gebucht und bezahlt.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.