Spiegellose Systemkamera, Systemkamera

Testbericht: Panasonic Lumix DMC-GH3

2013-02-13, aktualisiert 2013-02-25 Mit der spiegellosen Systemkamera Lumix GH3 nimmt Panasonic die etablierte DSLR-Konkurrenz aufs Korn. Dazu verpacken die Ingenieure die Kameratechnik in ein spritzwassergeschütztes Magnesiumgehäuse und statten die GH3 mit so ziemlich allem aus, was dem Fotografen und Videofilmer lieb und teuer ist. Doch eine endlose Ausstattungsliste alleine macht noch keine gute Kamera – dazu muss auch die Bildqualität stimmen. Wie es darum bestellt ist, musste Panasonics neues Flaggschiff im Testlabor von digitalkamera.de sowie im winterlichen Praxiseinsatz unter Beweis stellen.  (Martin Vieten)

Panasonic Lumix DMC-GH3 mit G Vario 14-140 mm [Foto: MediaNord]Ergonomie und Verarbeitung Bereits bei der ersten Kontaktaufnahme macht die Lumix GH3 unmissverständlich klar, dass sie sich für Höheres empfehlen möchte. Im Vergleich zur Vorgängerin ist das Gehäuse deutlich gewachsen und hat dabei fast 200 Gramm an Gewicht zugelegt. Als spiegellose Systemkamera ist die GH3 damit eine stattliche Erscheinung und kaum noch kompakter oder leichter als eine kleine DSLR vom Schlage einer Canon EOS 650D. Doch nimmt man die GH3 in die Hand, ist die Gewichtszunahme schnell vergessen. Dank ihres stark ausgeformten Griffs lässt sich die Kamera auch einhändig sicher halten. Dabei ist die Anfassqualität über jeden Zweifel erhaben: Panasonic hat die GH3 in ein sehr robustes Magnesium-Aluminium-Gehäuse gekleidet – da knarzt und knistert auch beim beherztem Zugriff nichts. Zudem ist das Gehäuse gegen Dunst und Spritzwasser abgedichtet, die Schnittstellen werden von robusten Gummiabdeckungen geschützt, Speicherkarten- und Akkufach liegen unter stabilen Klappen. Dabei ist die Akkuklappe weit genug vom korrekt angeordneten Stativgewinde entfernt, sodass der Energiespender auch bei angesetzter Stativplatte gewechselt werden kann. Der Akku reicht übrigens mit ca. 540 Bildern erfreulich weit. Wer mehr will, kann die GH3 mit dem optional erhältlichen Hochformatgriff DMW-BGGH3 ausstatten, der die Akkureichweite verdoppelt.

Wie es sich für eine Kamera mit hohen Ansprüchen gehört, wartet die GH3 mit gleich drei Wählrädern auf. Neu ist ein Einstellring auf der Rückseite, der gleichzeitig die Funktion einer Vierwege-Wippe übernimmt. Daumen und Fingerrad oben laufen angenehm stramm und mit klar definierten Rastpunkten – da verstellt sich nichts aus Versehen. Das gilt auch für die beiden Moduswahlräder auf der Topplatte. Das kleinere links schaltet zwischen Einzelbild- und Reihenaufnahmen um, mit dem größeren rechts wählt man die Betriebsart der Kamera. Schade, dass Panasonic das kleine Wählrad nur für vier Positionen nutzt, Platz für weitere Funktionen wäre noch reichlich vorhanden. Aber auch so wartet die GH3 mit einer Vielzahl dedizierter Panasonic Lumix DMC-GH3 mit G Vario 14-140 mm [Foto: MediaNord]Bedienelemente auf, mit deren Hilfe sie sich zügig konfigurieren lässt. So gibt es zum Beispiel Tasten für den direkten Zugriff auf ISO-Zahl, Belichtungskorrektur oder den Weißabgleich. Weitere Funktionstasten aktivieren die neue WiFi-Verbindung, bringen ein Schnellmenü aufs Display oder erlauben den direkten Zugriff auf den AF-Modus. Fünf dieser praktischen Helferlein sind zudem frei konfigurierbar und lassen sich mit einer Funktion nach Wahl belegen. So praktisch diese Tasten sind, so hätten sie doch gerne noch etwas größer ausfallen dürfen. Aber es gibt ja auch noch das berührungsempfindliche Display, über das sich die GH3 fast wie ein Smartphone mit Fingertippern und -gesten steuern lässt. Dabei setzt Panasonic nun auf ein sensitives Touchdisplay, das besonders empfindlich reagiert.

Das Display ist wie schon bei den Vorgängerinnen links mit einem Klapp- und Drehscharnier angeschlagen, das Sucherbild lässt sich aus praktisch jeder erdenklichen Position heraus kontrollieren – falls nötig, sogar beim frontalen Blick in die Linse. Bei der Auflösung des Displays knausert Panasonic etwas, sie bescheidet sich auf 614.000 Bildpunkte. In der Praxis macht sich diese Bescheidenheit indes kaum negativ bemerkbar, der Monitor zeigt ein hinreichend scharfes Bild und ist dank der eingesetzten OLED-Technik auch in heller Umgebung noch einigermaßen gut ablesebar. Nicht ganz so viel Freude bereitet der elektronische Sucher. Seine Austrittspupille liegt zu tief, sodass Brillenträger das Sucherbild schwerlich zur Gänze erfassen können. Dabei gibt der OLED-Sucher auf dem Papier durchaus eine gute Figur ab: Er löst mit rund 1,75 Millionen Bildpunkten sehr fein auf und ist mit einem Vergrößerungsfaktor von 0,67 (bezogen auf Kleinbild) fast so groß wie der Sucher einer Vollformatkamera. In der Praxis ist das Sucherbild dennoch deutlich kleiner, als es von der Papierform her zu erwarten wäre. Der Grund: Panasonic verwendet bei der GH3 einen EVF im 16:9-Format, zeigt darauf aber das Sucherbild mit dem Seitenverhältnis Panasonic Lumix DMC-GH3 [Foto: MediaNord]4:3 des Sensors an. So bleiben links und rechts breite Trauerbalken, die keinerlei Information zeigen. Wer mit der recht kleinen Sucheranzeige leben kann, wird jedoch nicht weiter enttäuscht: Der EVF der GH3 reagiert mit einer Verzögerung von nur 2,1 Millisekunden sehr viel schneller auf Veränderungen im Sucherbild als noch der Sucher der GH2 – Schlieren oder gar ein ruckelnder Bildaufbau bei Kameraschwenks sind dem EVF der GH3 völlig fremd. Selbst in sehr dunkler Umgebung zeigt das Sucherbild kaum Farbrauschen und ist damit bei schlechten Lichtverhältnissen einem klassischen DSLR-Sucher klar überlegen. 

Wenig hat Panasonic bei den Menüs geändert, deren Layout weiterhin etwas grobschlächtig ist. So sind die Befehle und Symbole einerseits gut lesbar, benötigen anderseits jedoch viel Platz auf der Anzeige – darunter leidet die Übersichtlichkeit. Hinzu kommt, dass Panasonic das Hauptmenü zwar in mehrere Register aufteilt, die Befehlslisten darin erstrecken sich indes über mehrere Bildschirmseiten – auch das ist nicht gerade übersichtlich. Glücklicherweise muss man nicht allzu häufig den Gang ins Hauptmenü antreten, da sich häufig verwendete Paramater auch über das Quick-Menü aufrufen lassen. Zudem erlaubt es die GH3, drei individuelle Einstellungs-Sets zu definieren, die sich dann bequem über das Moduswählrad abrufen lassen.

Ausstattung Panasonic hat der GH3 praktisch alles mit in die Wiege gelegt, was dem anspruchsvollen Fotografen lieb und teuer ist. Aber auch weniger ambitionierte Fotografen kommen mit der Kamera ganz auf ihre Kosten. So bietet die GH3 nicht weniger als 21 Motivprogramme – da sollte für nahezu jede Gelegenheit die passende Grundeinstellung dabei sein. Wem selbst die Wahl eines Motivprogramms zu aufwändig ist, überlässt dies der intelligenten Vollautomatik der GH3. Schön, dass man Panasonic Lumix DMC-GH3 mit G Vario 14-140 mm [Foto: MediaNord]dieser Vollautomatik nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist – sie akzeptiert vielmehr die Vorgabe einer beliebigen Zeit-/Blendenkombination oder lässt eine Belichtungskorrektur zu. Für Fotos nach Maß lassen sich verschiedene Bildstile aufrufen oder Parameter wie Schärfe, Kontrast etc. gleich ganz individuell einstellen. Hinzu kommen noch 14 Kreativ-Modi für verfremdete Aufnahmen à la „Spielzeugkamera“ oder „Retro-Look“. Selbstverständlich hat die GH3 auch eine Gesichtserkennung an Bord, neu hinzugekommen ist zudem eine HDR-Automatik. Sie nimmt drei unterschiedlich belichtete Fotos auf, die die Kamera dann zu einem Bild mit perfekt durchgezeichneten Tiefen und Lichtern vereint. Das dauert zwar eine Weile, doch die GH3 bleibt währenddessen aufnahmebereit.

Für anspruchsvolle Fotografen und Spezialanwendungen hält die GH3 einige Sonderfunktionen bereit, die in ihrer Klasse selten anzutreffen sind. Dazu gehört etwa eine echte Intervallfunktion, die bis zu 9999 Fotos nach einem festgelegten Zeitplan aufnimmt. Großzügig zeigt sich die GH3 ferner bei Belichtungsreihen – sie ermöglichst bis zu sieben Aufnahmen bei einer maximalen Spreizung von 1 EV. Ganz professionell lässt sich für die ISO-Automatik eine Obergrenze festlegen. Zudem gibt es eine intelligente ISO-Automatik, die schnelle Motivbewegungen erkennt und die Empfindlichkeit dann derart einstellt, dass Aufnahmen ohne Bewegungsunschärfe möglich werden. Sogar an eine Taste zur Vorabkontrolle der Schärfentiefe hat Panasonic gedacht, diese software-gesteuerte Abblendtaste liegt allerdings etwas unglücklich auf dem Kamerarücken. Auf Wunsch blendet die GH3 ein Live-Histogramm ins Sucherbild ein und ermöglicht so bereits vorab eine perfekte Belichtungskontrolle. Pfiffig ist dabei, dass sich die Histogramm-Anzeige im Sucherbild verschieben lässt und so nicht zwangsläufig über einer bildwichtigen Motivpartie zu liegen kommt.

 Panasonic Lumix DMC-GH3 – Aufnahmemenü [Foto: MediaNord]
 Panasonic Lumix DMC-GH3 – Schnellmenü [Foto: MediaNord]
 Panasonic Lumix DMC-GH3 – Bracketingeinstellungen [Foto: MediaNord]
 Panasonic Lumix DMC-GH3 – Info-Display [Foto: MediaNord]
 Panasonic Lumix DMC-GH3 – Individualmenü [Foto: MediaNord]
 Panasonic Lumix DMC-GH3 – Bildwiedergabe mit Info [Foto: MediaNord]
Die GH3 zeigt gegenüber Studiofotograden ein großes Herz: Nicht nur, dass sie mit einer PC-Synchronbuchse zum Anschluss eines Studioblitzes aufwartet – auch die Live-View-Vorschau auf das Aufnahmeergebnis lässt sich abschalten. Das ist wichtig, damit die Kamera kein schwarzes Sucherbild zeigt, wenn sie mit einer ihr unbekannten Studioblitzanlage verbunden ist. Im Team mit einem Systemblitzgerät oder auf sich und ihren Bordblitz allein gestellt gibt sich die GH3 ebenfalls keine Blöße. Zwar beträgt die kürzeste Synchronzeit etwas lange 1/160 Sekunde, aber in Verbindung mit einem externen Systemblitz (z. B. DMW-FL500) ist auch Highspeed-Synchronisation möglich. Das neue Blitzgerät DMW-FL360L kann die GH3 sogar drahtlos ansteuern, dabei stehen alle weiteren Blitzfunktionen wie Synchronisation auf den zweiten Vorhang, Langzeitsynchronisation etc. weiterhin zur Verfügung. Das Drahtlosblitz-Steuersystem ist übrigens kompatibel zu Olympus. Die Intensität des Blitzlichts lässt sich an der GH3 unabhängig von der Belichtung des Umgebungslichts regeln. Schön auch, dass der Bordblitz weit genug nach oben springt, um keine hässlichen Schatten in den Bildecken hervorzurufen.

Auf den ersten Blick vermisst man bei der GH3 vielleicht einen GPS-Empfänger, der Aufnahmen mit deren Ortskoordinaten versieht. Doch die GH3 kann darauf ohne Not verzichten, wartet sie doch mit pfiffigen WLAN-Fähigkeiten auf. Die lassen sich unter Anderem einsetzen, um die Ortskoordinaten von einem Smartphone zu beziehen, auf dem die kostenlose App „Lumix Link“ (erhältlich für Android und iOS) installiert ist. Spielen GH3 und ein Smartphone erst einmal im Team, ergeben sich zudem eine Reihe weiterer Möglichkeiten: So lässt sich die Kamera via Smartphone fernauslösen, wobei dessen Display das Sucherbild zeigt. Oder die GH3 überträgt jede Aufnahme sogleich in den Speicher des Smartphones, von wo aus sie dann ins Internet weitegeleitet werden können. Selbstredend, dass sich die GH3 via WiFi nicht nur mit einem Smartphone verbindet, sondern auch mit anderen Geräten im WLAN, etwa einem PC, TV-Gerät oder Drucker.

An der sehr kompletten Ausstattung der GH3 gibt es kaum etwas zu kritisieren. Wie aber sieht es mit der Leistungsfähigkeit der Kamera aus? Wenn Serienbilder gefordert sind, geht die GH3 flott zur Sache: In JPEG sprintet sie mit 5,9 Fotos pro Sekunde (fps) los, im Raw-Format sind es sogar 6,3 fps. Deutlich eindrucksvoller ist jedoch, wie lange die GH3 dieses Tempo durchhält: Bei JPEG-Aufnahmen fällt sie erst nach 88 Fotos oder knapp 15 Sekunden in den gemächlichen Dauerlauf mit 2,4 fps. Zeichnet man in Raw auf, ist der Spurt deutlich kürzer, jetzt fällt die Kamera bereits nach 18 Aufnahmen in einen gemächlichen Trab mit nur noch 1,6 Fotos pro Sekunde. Wer es besonders flott mag, kann im SH-Modus Reihen mit 20 fps aufnehmen – allerdings sinkt dann die Bildgröße auf rund vier Megapixel, Raw-Aufnahmen sind nicht möglich. Auf Wunsch führt die GH3 auch bei schnellen Serienbildaufnahmen die Schärfe nach, wobei der Fokus Priorität erhält und die Bildrate gegebenenfalls entsprechend sinkt.

Der flotte Autofokus (mehr dazu im Abschnitt „Objektiv“) überzeugt vor allem auch bei Video-Aufnahmen. Auf Wunsch führt die GH3 die Schärfe beim Filmdreh nach, wobei sie sich durch Kameraschwenks nicht aus dem Konzept bringen lässt. Vielmehr wartet sie für einen Wimpernschlag, bis sie das neue Motiv erfasst hat und stellt erst dann die Schärfe neu ein. Dass sie dabei den korrekten Fokuspunkt bisweilen ein, zwei Mal flott überfährt, fällt kaum auf – dazu währt dieses Fokuspumpen zu kurz. Die Schärfe kann beim Videodreh allerdings auch halbautomatisch nachgeführt werden – entweder durch kurzes Antippen des Auslösers oder noch smarter mit einem Fingertipper aufs berührungsempfindliche Display. Video-Profis wird jedoch weitaus mehr freuen, dass die GH3 selbst bei Full-HD-Auflösung nicht nur im AVCHD- sondern auch im QuickTime-Format speichert. Dessen Vorteil gegenüber der gängigen AVCHD-Komprimierung: Jedes Bild wird einzeln komprimiert, die Aufnahmen müssen also nicht zeitaufwändig dekodiert werden, wenn sie nachträglich bearbeitet werden sollen. Den Filmton nimmt die GH3 in Stereo auf, wahlweise über die integrierten Mikros, aber auch mit einem externen Mikrofon, das sich per Mini-Klinke anschließen lässt. Ganz im Sinne anspruchsvoller Videofilmer erlaubt es die GH3 dabei, den Ton manuell auszusteuern, zum Monitoring der Tonaufnahme lässt sich sogar ein Kopfhörer an die Kamera anschließen. Wer separate Bild- und Tonaufnahmen nachträglich perfekt miteinander synchronisieren möchte, lässt die GH3 SMPTE-kompatible Timecodes aufzeichnen. Und last but not least nimmt die Kamera auch in Zeitraffer und Zeitlupe auf – da bleibt in Sachen Videographie kaum noch ein Wunsch offen.

Objektiv Panasonic gilt gemeinsam mit Olympus als der Hersteller, der das Segment der spiegellosen Systemkameras aus der Taufe gehoben hat. Fast fünf Jahre ist das nun her und entsprechend groß ist das Angebot an Objektiven für die GH3 und alle Kameras nach dem Micro-Four-Thirds-Standard (MFT) inzwischen – zumal Objektive von Panasonic und Olympus problemlos auch an MFT-Kameras des jeweils anderen Herstellers verwendet werden können. Wir hatten die Panasonic Lumix DMC-GH3 [Foto: MediaNord]GH3 vorwiegend mit dem Objektiv Lumix G Vario HD 14-140 mm 4-5.8 Asph OIS im Einsatz; eine Kombination, die so auch im Set angeboten wird. Das Zehnfachzoom deckt bezogen auf Kleinbild einen Brennweitenbereich von 28 bis 280 Millimeter ab, womit es in der Praxis zum idealen Begleiter für alle Fälle avanciert. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass das Objektiv bezogen auf seinen Brennweitenbereich mit einem Gewicht von einem knappen Pfund recht leicht ist und zudem noch kompakt. Dennoch hat Panasonic nicht zu sehr gespart. OK, der Objektivtubus ist aus Kunststoff, aber das Bajonett ist aus Edelstahl gefertigt. Speziell abgedichtet ist es indes nicht, am Set-Objektiv endet also der Spritzwasserschutz der GH3. Im Innern des Zooms kümmern sich gleich 17 Linsen in 13 Gruppen um eine möglichst perfekte Abbildung – mehr dazu im Abschnitt Bildqualität.

Das Zehnfachzoom ist mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet, der sich mit einem Schalter am Objektiv schnell ein- und abschalten lässt. Während es im Weitwinkelbereich noch mit F4 leidlich lichtstark ist, lässt die Lichtstärke im Telebereich doch spürbar nach. Dennoch hat der prinzipiell etwas langsamere Kontrast-AF der GH3 kein Problem, zügig scharf zu stellen. Im Gegenteil: Fokussieren und Auslösen dauerten im Testlabor zwischen 0,3 und 0,4 Sekunden. Besonders praktisch: Der Fokuspunkt lässt sich mit einem Fingertipper auf das Panasonic Lumix DMC-GH3 mit G Vario 14-140 mm [Foto: MediaNord]berührungsempfindliche Display auf die gewünschte Motivpartie legen. Stellt man manuell scharf, schaltet die GH3 automatisch eine Fokuslupe ein, sobald man am Entfernungsring dreht. Eine Funktion, die Kontrastkanten in der Schärfeebene markiert (Fokus-Peaking) bietet die GH3 indes nicht. Dafür ist der Fokusantrieb des Set-Objektivs leise, sodass er auch bei Videoaufnahmen nicht stört. Der Zoomring läuft angenehm gleichmäßig, doch ganz geräuschlos lässt sich die Brennweite nicht verstellen. Aber für Videofilmer, die Zoomfahrten aufnehmen möchten, hat Panasonic ja noch spezielle Power-Zooms im Angebot, bei denen die Brennweite motorisch verstellt wird.

Bildqualität An der GH3 ist fast alles neu – auch der Bildsensor. Zwar liefert er wie schon der Sensor der GH2 Bilder mit einer Auflösung von 4.608 x 3.456 Pixel. Doch während die GH-Topmodelle bislang mit einem Überformat-Sensor ausgestattet waren, bei dem sich die Bildauflösung auch bei anderen Seitenverhältnissen als dem nativen 4:3 kaum änderte, ist der Bildwandler der GH3 deutlich konventioneller ausgelegt: Schaltet man bei ihr auf das Seitenverhältnis 3:2 oder 16:9 um, wird das Bild einfach entsprechend Panasonic Lumix DMC-GH3 mit G Vario 14-140 mm [Foto: MediaNord]beschnitten. Dabei sinkt die Auflösung auf 14 oder gar nur zwölf Megapixel. Aber letztendlich zählt nur das Bildergebnis – wie das aussieht musste die GH3 im Testlabor von digitalkamera.de sowie im ausgedehnten Praxiseinsatz offenlegen. Wie immer gibt es das komplette und ausführlich dokumentierte Testprotokoll gegen ein kleines Entgelt zum Download – siehe weiterführende Links am Ende dieses Testberichts.

Bei der GH3 steht den einzelnen Sensorzellen auf dem Bildwandler weniger Platz zur Verfügung als auf einem Sensor im APS-C-Format. Je kleiner die Sensorzellen sind, desto weniger lichtempfindlicher sind sie und umso mehr steigt die Gefahr, dass sich Bildrauschen breit macht. In dieser Hinsicht konnte die Vorgängerin nicht ganz überzeugen. Die GH3 macht es nun deutlich besser: Zwar sinkt auch bei ihr der Signal-Rauschabstand bereits bei rund ISO 1.200 unter die kritische Grenze von 35 dB – im Gegenzug wird Luminanzrauschen ab ISO 1.600 sichtbar und steigt dann immer weiter an. Aber das besonders lästige Farbrauschen hat die Kamera bis hinauf zu hohen ISO 12.800 fest im Griff. Ebenso wichtig ist, dass das Rauschen bis in höchste ISO-Sphären sehr feinkörnig bleibt und damit visuell weit weniger stört als grobes Korn. Die GH3 kann indes nicht verhehlen, dass ihre Rauschunterdrückung einiges zu den ordentlichen Werten beiträgt. So geht die Texturschärfe bereits ab ISO 200 zurück, zunächst nur leicht, jenseits der ISO 3.200 Panasonic Lumix DMC-GH3 mit G Vario 14-140 mm  [Foto: MediaNord]dann kräftig – die Rauschminderung der GH3 lässt mit den Störpixeln zunehmend feine Bilddetails verschwinden. Nötig wäre das nicht, wie parallel aufgezeichnete Raw-Dateien zeigen: Das sehr feinkörnige Helligkeitsrauschen der GH3 stört bis hinauf zu ISO 6.400 kaum, bei zurückhaltender Rauschunterdrückung lassen sich so manche Details retten, die die JPEG-Aufbereitung der Kamera standardmäßig untergehen lässt. Glücklicherweise kann man die Stärke der Rauschunterdrückung in der GH3 sehr weit von -5 bis +5 einstellen, sodass jeder Fotograf hier die für seinen Geschmack und seine Vorlieben geeignete Balance zwischen Bildrauschen und Details finden kann.

Mustergütig zeigt sich die GH3 in Sachen Eingangsdynamik. Die Kamera verarbeitet zwischen ISO 200 und ISO 3.200 einen sehr hohen Kontrastumfang von elf Blendenstufen – ein hervorragendes Ergebnis. Die Bildaufbereitung hat Panasonic eher zurückhaltend abgestimmt (sie lässt sich indes via Bildstil ganz an den eigenen Geschmack anpassen). So schärft die Kamera nur moderat nach, was unschöne Schärfeartefakte wirksam vermeidet. Die Tonwertkurve tendiert hingegen eher Richtung „knackig“, aber auch das kann angepasst werden. Nicht ganz so gut zeigt sich die GH3 bei der Ausgabedynamik – die Wiedergabe feinster Tonwertabstufungen geht bereits jenseits der ISO 400 rasch in den Keller. Wer Wert auf fein abgestufte Tonwerte legt, sollte Panasonic Lumix DMC-GH3 Speicherkartenfach und Akkufach [Foto: MediaNord]höhere ISO-Einstellungen besser meiden. Einen kleinen Ausreißer leistet sich die GH3 bei der Farbtreue, Cyan-Töne verschiebt sie Richtung Magenta, Orange gibt sie zu rot wieder.

Während die GH3 mit ihrem neuen Sensor eine sicht- und messbar bessere Figur abgibt, als ihre Vorgängerin, bleibt beim Objektiv alles beim Alten. Das Lumix G Vario HD 14-140 mm 4-5.8 Asph OIS kann an Panasonics neuem Flaggschiff nicht ganz überzeugen. Insbesondere in Telestellung bleiben Schärfe und Auflösung hinter den Erwartungen zurück. Am langen Ende erzielt es eine maximale Auflösung von kümmerlichen 22,6 Linienpaaren pro Millimeter (lp/mm) – selbst ein doppelt so hoher Wert wäre gerade einmal gut. Zu den Bildrändern hin geht die Auflösung nochmals um mehr als die Hälfte zurück – damit eignet sich das Objektiv in maximaler Telestellung bestenfalls noch, um ein zentral angeordnetes Hauptmotiv vor einem weiter entfernten Hintergrund freizustellen. Wesentlich besser schlägt sich in dieser Hinsicht das Lumix G Vario 100-300 mm 4-5.6 Mega O.I.S. bei vergleichbarer Brennweite, das sich ebenfalls mit der GH3 im Testlabor von digitalkamera.de einfand. Immerhin bildet das 14-140 weitgehend verzeichnungsfrei ab, sieht man einmal von der moderaten tonnenförmigen Verzeichnung am kurzen Ende ab. Auch die Vignettierung geht in Ordnung, eine Randabdunklung ist zwar messbar aber kaum sichtbar.

Fazit Mit der Lumix GH3 wird das Segment der spiegellosen Systemkameras erwachsen. Die Kamera hat mit ihrer Vorgängerin nicht mehr viel gemeinsam, das Gehäuse ist voluminöser geworden, aber auch hochwertiger und robuster – und damit auch deutlich schwerer. Die Ausstattungsliste ist derart lang, dass selbst sehr anspruchsvolle Fotografen kaum eine Lücke darin finden werden. Die GH3 kommt immer schnell zur Sache, das gilt nicht nur für die recht hohe Serienbildrate sondern auch für ihren Autofokus. Dank neuem Sensor liefert die GH3 eine sichtbar bessere Bildqualität als ihre Vorgängerin, bis etwa ISO 1.600 ist sie auf Augenhöhe mit der etablierten APS-C-Konkurrenz. Bei höherer ISO-Empfindlichkeit fordert der Sensor im Micro-Four-Third-Format indes seinen Tribut in Form zunehmenden Rauschens und Detailverlust durch die Rauschunterdrückung, wobei sich Aufnahmen bis ISO 6.400 durchaus sehen lassen können. Allerdings muss sich die GH3 damit abfinden, dass das Set-Objektiv Lumix G Vario HD 14-140 mm 4-5.8 Asph OIS nicht mit ihr mithalten kann. Es löst nur mäßig auf, in Telestellung ist die Randauflösung gar inakzeptabel. Kritik muss sich auch die Ergonomie der Kamera gefallen lassen. Der elektronische Sucher liegt zu tief, für Brillenträger ist er kaum zu gerbrauchen. Zudem ist er im 16:9-Format ausgeführt, sodass ein ordentlicher Teil bei der Anzeige eines 4:3-Sucherbildes einfach brachliegt. Löblich ist dagegen, dass Panasonic die GH3 mit fünf frei konfigurierbaren Funktionstaste versehen hat – sie dürften indes gerne noch etwas größer ausfallen. Unterm Strich empfiehlt sich die GH3 für alle, die bei Foto- und Video-Aufnahmen keine Kompromisse eingehen wollen, dazu ein noch kompaktes Kamerasystem wünschen und auf einem prall gefüllten Geldbeutel sitzen.  

Kommentare

18 Kommentare aus dem alten Forum anzeigen

bernd-ax 2013-02-13

Liebes Testteam, ich habe mich als durchaus ernsthafter Interessent für diese Kamera natürlich über den Test gefreut. Das Feature der Zusammenarbeit mit Smartphones wird woanders kaum erwähnt und erscheint sehr sehr interessant. Die App müßte ja zumindest ab Android 4.0 sicher laufen und dürfte dann wohl auch einige Zeit zukunftssicher sein. Schade finde ich, dass keine Aussage zu den beiden hochwertigen Objektiven 12-35 mm und 35 - 100 mm getroffen werden. Und die stehen wiederum m.E. nicht mehr in einem Konkurrenzverhältnis zu dem Motorzoom, das speziell für Videos gedacht ist. Ein bißchen dürftig fand ich die Aussagen zur Bildqualität, die sich fast nur mit rein technischen Werten und den Schwächen des 14 - 140 mm Objektivs befassen. Andere Tests kommen hier mit Bildern und Detailangaben zur guten Schärfeleistung der Kamera selbst bei hohen ISO-Werten rüber. Wenn außerdem das Vario 100-300 mm wirklich besser ist, käme man mit allen Objektiven, Akku, Karte und Tasche auf fast 4000,00 €. Zwar viel Geld, aber angesichts des Preises einer Canon 6 D z.B. mit dem neuen 28 - 300 mm auch nicht in Utopia angesiedet, so dass ich den Seitenhieb mit dem prall gefüllten Geldbeutel nicht ganz angemessen finde. LG - Bernd

Benjamin Kirchheim 2013-02-13

Hallo Bernd,

auf die Smartphone-Funktionen werden wir in einem Fototipp noch zurück kommen, so wie wir es aktuell mit dem Nikon WU-1a und WU-1b getan haben. Da schauen wir uns dann die Funktionalität mit der GH3 und einer Kompaktkamera von Panasonic an.

Das 12-35 und 35-100 haben wir schon deutlich vor der GH3 ausführlich getestet, das kannst Du alles hier nachlesen:
http://www.digitalkamera.de/Meldung/Panasonic_Lumix_G_X_Vario_2_8_12-35_mm_im_Bildqualitaets-Labortest/7754.aspx
http://www.digitalkamera.de/Meldung/Panasonic_Lumix_G_Vario_35-100_mm_F2_8_im_Bildqualitaetstest/7977.aspx

Bzgl. Preis kann ich den Tester insofern schon verstehen, dass es für eine Micro-Four-Thirds-Kamera schon recht viel Geld ist, die anderen Modelle bei Panasonic sind deutlich preiswerter. Im Fazit ist immer ein gutes Stück persönliche Testermeinung mit drin, der Freiraum muss sein. Ich weiß aber auch von ihm persönlich, dass ihm die GH3 schon gut gefallen hat.

bernd-ax 2013-02-14

[quote user="Benjamin Kirchheim"]

Das 12-35 und 35-100 haben wir schon deutlich vor der GH3 ausführlich getestet, das kannst Du alles hier nachlesen:
http://www.digitalkamera.de/Meldung/Panasonic_Lumix_G_X_Vario_2_8_12-35_mm_im_Bildqualitaets-Labortest/7754.aspx
http://www.digitalkamera.de/Meldung/Panasonic_Lumix_G_Vario_35-100_mm_F2_8_im_Bildqualitaetstest/7977.aspx

 Danke Benjamin, da kann man per Suche natürlich auch selbst drauf kommen, ein Hinweis im Text des Textes oder den weiterführenden Links wäre natürlich ebenfalls nicht schlecht gewesen. Auch bei Dir kann ich so ein bißchen die Kritik am Preis für das MfT durchhören. Aber die Relation beim Preis muss doch die Abwägung gegen Funktionalität und Qualität sein. Und da wäre mal ein am Preis orientierter Vergleichstest ganz interessant, also z.B. die GH3 mit dem 12-35 gegen eine Canon 650D mit dem 14-40  und 6D mit dem einfachen 35-70 mm. Was produziert am Ende bessere Bilder? Aber das ist natürlich auch ein bißchen das Spiel mit den Äpfeln und den Birnen. Mein Urteil steht jetzt fest: Sobald mein Sparvertrag ausläuft gibts die GH3 mit 12-35, 35-100 und 100-300, bei den Objektiven allerdings nach und nach in der genannten Reihenfolge. LG - Bernd

Benjamin Kirchheim 2013-02-14

Vielen Dank, Bernd, die Links habe ich gleich mal eingebaut. Mit der GH3 machst Du sicher nichts verkehrt, schon gar nicht mit diesen Objektiven. Falls es noch ein Makro sein soll: Das von Olympus ist besser. Auch bei anderen Festbrennweiten hat Olympus einiges zu bieten wie 2,0/12mm, 1,8/45mm und 1,8/75mm. Bei Panasonic sind das 1,7/20mm und 1,4/25mm (Leica) empfehlenswert.

rideck 2013-02-13

In der Ausstattung gleichauf mit der OMD, obwohl sie eine deutlich bessere Videoqualität aufweist. Bildqualität 5% schlechter als bei der OMD, trotz gleichem Sensor - lässt mich schmunzeln. Vielleicht doch mal wieder etwas ausführlicher mit der Kamera ins freie Feld als solche Tests zu machen, kommt ja nicht viel bei raus.

Benjamin Kirchheim 2013-02-14

[quote user="rideck"]In der Ausstattung gleichauf mit der OMD, obwohl sie eine deutlich bessere Videoqualität aufweist. Bildqualität 5% schlechter als bei der OMD, trotz gleichem Sensor - lässt mich schmunzeln.

Man kann es sich einfach machen, oder mal etwas genauer die Labortestprotokolle anschauen. Zur Bildqualität gehört nicht nur der Sensor, sondern auch ein Objektiv. Die GH3 löst selbst bei bester Auflösung 20 % geringer auf als die OM-D. In Telestellung ist das 14-140 besonders schlecht und erreicht gerade mal 22 lp/mm, die OM-D schafft mit dem 12-50 fast 42 lp/mm.

Der Signal-Rauschabstand der OM-D ist besser. Die Texturschärfe der OM-D ist besser, sie zeigt also bei hohen ISO mehr Details. Das Rauschen der OM-D ist geringer. Die Eingangsdynamik der OM-D ist höher, insbesondere bei niedrigen ISO. Einzig bei ISO 1600 und 3200 ist die GH3 etwas besser.

Was jetzt nichts mit der Bildqualität zu tun hat: Der Autofokus der OM-D ist 0,1 Sekunden schneller, das sind gut 30 %.

rideck 2013-02-14

Hallo Benjamin, ich habe es mir sicher nicht einfach gemacht, ihr aber wohl schon, du schreibst es selbst:

"in Telestellung ist das 14-140 besonders schlecht und erreicht gerade mal 22 lp/mm, die OM-D schafft mit dem 12-50 fast 42 lp/mm."

Ohne gleiches Objektiv lässt sich da nicht sinnvoll vergleichen. Mein Tipp, führt einfach ein sehr gutes Referenzobjektiv ein, dass ich an den ganzen MFT-Kameras für die Tests verwenden könnt.

Der Signal-Rauschabstand fällt meines Erachtens so im Alltag nicht auf. Das eine höhere Texturschärfe trotz gleichen Sensors vorliegt spricht für eine Nachschärfung, die ich nicht unbedingt als positiv betrachte. Da so viel in der Qualität abzuziehen zielt an der Realität vorbei.

Gruß rideck

Benjamin Kirchheim 2013-02-14

Die Tests erfolgen mit Standardobjektiv, also dem, was die meisten Käufer kaufen. Oder wer erwirbt eine Kamera mit "Referenzobjektiv"? Wir haben lange genug Kameras mit Standardzoom und Makro getestet und die Abrufzahlen sprachen eine sehr eindeutige Sprache, was die Leser interessiert. Auch wenn das 14-140 ein anderes Standardobjektiv ist als das 12-50, bleiben 22 lp/mm ziemlich wenig.

Daneben ist das A und O einer Kamera ja gerade auch die interne Bildaufbereitung, sonst kann man ja gleich sagen: Gleicher Sensor, gleiche Bildqualität und kann das Testen sein lassen. So wie getestet, mit den Objektiven, direkt aus der Kamera, ist die OM-D E-M5 trotz (mutmaßlich) gleichen Sensors nach unseren Testkriterien besser.

Was der Leser für eigene Schlüsse zieht, bleibt ihm selbst überlassen.

bernd-ax 2013-02-14

[quote user="Benjamin Kirchheim"]

Die Tests erfolgen mit Standardobjektiv, also dem, was die meisten Käufer kaufen.

Hallo Benjamin, wertet ihr denn vor dem Test schon Verkaufszahlen aus?

Meine Gespräche haben ergeben, dass das Set mit dem 14-140 schon bisher wie Blei in den Vitrinen stand, und das wird kaum besser werden nach solchen Tests. Die Kamera hat in anderen Tests mit Referenzobjektiven jedenfalls absolut spitzenmäßig abgeschnitten.

Und wenn ich dann mal aus dem Oly Test zitieren darf: " Das 12-50-Millimeter-Setobjektiv ist zwar grundsätzlich gelungen, könnte aber gerne etwas lichtstärker sein, auch seine Bildqualität ist nicht perfekt, so dass man mit einer Festbrennweite noch mehr aus der Kamera heraus holen kann. Das Schlachten des Sparschweins zum Kaufen der OM-D E-M5 wird man kaum bereuen, selbst wenn man kein ambitionierter Fotograf ist, sondern vor allem Wert auf gutes Design, hochwertige Verarbeitung und gute Bildqualität legt, denn die OM-D weiß auch mit den Automatiken und kreativen Art-Filtern zu überzeugen."

... dann wird doch deutlich, dass inhaltlich und in der Wortwahl hier nicht ganz objektiv verglichen worden ist.

Die Idee, ein Referenzobjektiv in die Testauswertung mit einzubeziehen, halte ich für gut, denn dann könnte man sich besser ein Bild über mögliche Kombinationen von Gehäusen und Objektiven machen. Auf jeden Fall vielen Dank für Deine geduldigen Zusatzerklärung und einen schönen Abend noch! LG - Bernd

rideck 2013-02-14

Nimm es mir nicht übel Benjamin, aber das wäre eine traurige Tatsache, wenn die Leute den Artikel nur aufrufen, wenn ihr euere Test mit Kit-Objektiv macht - kann ich nicht ganz glauben ;)

Wie auch immer bei der internen Aufbereitung gebe ich dir bedingt Recht, allerdings gehört da auch die Aufbereitung für Video mit rein und da ist die GH3 ungeschlagen in ihrer Klasse und sogar deutlich besser als die DSLR-Konkurrenz. Ein Kriterium welches zur Bildqualität dazu  gehört. Dies findet bei dir nur sehr leihenhaft Eingang und man merkt dass du dich noch nie richtig mit Video befasst hast. Auch das der neue Sensor kein Multiaspekt-Sensor wie bei der GH2 mehr ist taucht nicht einmal im Artikel auf. Aber wahrscheinlich auch etwas für was den Durchschnittsleser nicht interessiert. 

Verzeihe mir die Polemik aber da gehört ein wenig nachgebessert. Schönen Abend noch.

 

Gruß rideck

Benjamin Kirchheim 2013-02-14

[quote user="rideck"]das wäre eine traurige Tatsache, wenn die Leute den Artikel nur aufrufen, wenn ihr euere Test mit Kit-Objektiv macht

Es geht nicht um den kostenlosen Testbericht, sondern um die kostenpflichtigen Labortests. Eine Abrufrate von 10:1 zugunsten des Setobjektivs war keine Seltenheit.

Die Videoqualität können wir nicht messen, und sie steht bei einer Fotokamera nach wie vor bei uns nicht im Vordergrund. Für manche ist das zwar tatsächlich wichtig, aber für viele eben auch nicht.

Jan-Markus Rupprecht 2013-02-15

[quote user="rideck"]Auch das der neue Sensor kein Multiaspekt-Sensor wie bei der GH2 mehr ist taucht nicht einmal im Artikel auf.

Das steht im Abschnitt "Bildqualität" ganz zu Beginn: "An der GH3 ist fast alles neu – auch der Bildsensor. Zwar liefert er wie schon der Sensor der GH2 Bilder mit einer Auflösung von 4.608 x 3.456 Pixel. Doch während die GH-Topmodelle bislang mit einem Überformat-Sensor ausgestattet waren, bei dem sich die Bildauflösung auch bei anderen Seitenverhältnissen als dem nativen 4:3 kaum änderte, ist der Bildwandler der GH3 deutlich konventioneller ausgelegt: Schaltet man bei ihr auf das Seitenverhältnis 3:2 oder 16:9 um, wird das Bild einfach entsprechend beschnitten."

fxshot 2013-02-19

Ja, das empfinde ich auch als Rückschritt gegenüber dem Vorgängermodell:[quote user="Jan-Markus Rupprecht"]Doch während die GH-Topmodelle bislang mit einem Überformat-Sensor ausgestattet waren, bei dem sich die Bildauflösung auch bei anderen Seitenverhältnissen als dem nativen 4:3 kaum änderte, ist der Bildwandler der GH3 deutlich konventioneller ausgelegt: Schaltet man bei ihr auf das Seitenverhältnis 3:2 oder 16:9 um, wird das Bild einfach entsprechend beschnitten."

weil genau beim Umschalten auf "nicht native" Auflösung, z.B. das übliche 3:2-Format auch noch die Brennweite scheinbar verlängert wird. Das ist besonders ärgerlich im WW-Bereich.

Gibt es überhaupt irgendwo eine Möglichkeit, die Kameras nach dieser Option (Multiformat-Sensor) zu selektieren? hab bisher nix dazu gefunden...

Jan-Markus Rupprecht 2013-02-19

[quote user="fxshot"]Gibt es überhaupt irgendwo eine Möglichkeit, die Kameras nach dieser Option (Multiformat-Sensor) zu selektieren? hab bisher nix dazu gefunden...

Dieses Feature ist so extrem selten, dass wir dafür sicherlich keine Selektion bauen werden. Meines Wissens nach haben dies exakt folgende Modelle:  Lumix DMC-LX3   Lumix DMC-LX5   Lumix DMC-LX7 (alle von Panasonic) sowie die "bauähnlichen" Modelle von Leica (Leica D-Lux 4   D-Lux 5   D-Lux 6) und als Systemkameras nur die Panasonic  Lumix DMC-GH1 und  Lumix DMC-GH2 (GH3 leider nicht mehr, wie hier diskutiert). Die Modelle Lumix DMC-LX1 und Lumix DMC-LX2 bzw. Leica  D-Lux 2 und D-Lux 3 hatten einen reinen 16:9-Sensor, keinen Überformat-Sensor. Evtl. gab es auch noch FZ- und TZ-Modelle mit einem Überformat-Sensor, da sind wir uns aktuell nicht ganz sicher.

Als persönlicher Fan des 16:9-Formats in der Fotografie liegt mir dieses Thema ziemlich am Herzen. Aber wie man hört, bin ich damit weitgehend allen. Laut Panasonic gibt es keinerlei explizite Nachfrage nach einem Multiformat-Sensor und alle anderen Hersteller scheinen das auch so zu sehen. Ich kann mir das nur so erklären, dass das Thema "Bildseitenverhältnis" beim Verbraucher einfach noch überhaupt nicht angekommen ist. Die Kamera hat halt irgendein Seitenverhältnis. Egal. Das interessiert beim Kauf nicht. Und in dem Seitenverhältnis fotografiert man dann halt. Wobei es mich schon wundert. Denn eine Fotopräsentation von 4:3-Fotos auf einem HD-Fernseher oder einem (16:9-)Heimkino-Projektor ist ja nicht so der Hit, wenn links und rechts jeweils große schwarze Flächen bleiben und das Foto selbst nur gut 50 % der Bildschirmbreite einnimmt. Bei 16:9-Fotos geht bei solchen Ausgabegeräten hingegen sozusagen "die Sonne auf" (solange man damit nicht im Hochformat fotografiert).

bernd-ax 2013-04-05

Hallo, inzwischen habe ich mit der GH3 ein paar hundert Fotos geschossen und bin insgesamt sehr zufrieden oder besser gesagt sogar begeistert. Angesichts der gebotenen Schärfe und Auflösung der von mir verwendeten Objektive (12-35, 35-100 mm) vermisse ich die Native 16:9 Auflösung nicht. Bisher habe ich nur ein nennenwertes Problem, nämlich die Beherrschung des Autofocus in Situatioen, wo die gewünschten Bildebenen für die Schärfedifferenzierung eng beieinander liegen, also z.B. ein Kind in 6 m Entfernung als Hauptobjekt von einer 8 m entfernten Hecke. Das finde ich die Kreuzsensoren an der Canon-DSLR meiner Frau besser. Hat jemand einen Tipp, mit welcher Einstellung und welcher Displaydarstellung man zu den besten Ergebnissen gelangt? Na, vielleicht mach ich mal einen Erfahrungsaustausch für die GH3 auf. LG - Bernd

Benjamin Kirchheim 2013-04-05

[quote user="bernd-ax"]ein Kind in 6 m Entfernung als Hauptobjekt von einer 8 m entfernten Hecke

Hier würde ich tatsächlich mal die Gesichtserkennung probieren, die sollte das Kind statt der Hecke fokussieren.

JeCe 2013-04-19

Hallo,

ich habe aktuell folgende Fragen an die Erfahrenen:

(1) Weiß hier jemand, ob die GH3 ebenfalls den sogenannten "lautlosen Auslöser" (Silent Shutter-Funktion der LUMIX G5) hat?

(2) Kann man den optionalen Hochformatgriff ("Akkupack") mit normalen handelsüblichen Akkus bestücken oder muss man einen Panasonic-spezifischen Akku verwenden?

Danke & Grüße!

bernd-ax 2013-04-20

[quote user="JeCe"]... folgende Fragen ...

zu 1) Elektronischer Verschluss ist vorhanden und sehr leicht über belegbare Taste oder Quickmenü zugänglich;

zu 2) Laut Artikelbeschreibung verwendet der Batteriegriff denselben Akku wie das Gehäuse, was mir durchaus sinnvoll erscheint, denn der zweite Akku gehört für mich auch schon ohne Batteriegriff zur Grundausstattung. Es kann konfiguriert werden, ob zuerste der Body-Akku oder erst der Griff-Akku verwendet wird.

Ungefragt: Die beiden Zooms mit 2,8 durchgehender Anfangsblende, das 12-35 und das 35-100, sind beide sehr überzeugend in Schärfe und sonstigen Abbildungsleistungen.

LG - Bernd


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Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 97 %
Ausstattung 12,5 % 99 %
Handhabung 12,5 % 93 %
Geschwindigkeit 12,5 % 92 %
Bildqualität 50,0 % 87 %
Gesamtnote 91 %

Steckbrief

Steckbrief
Hersteller Panasonic
Modell Lumix DMC-GH3
Preis ca. 1.620 EUR**
Sensor Auflösung 16,05 Megapixel
Max. Bildauflösung 4.608 x 3.456
(Seitenverhältnis) (4:3)
Objektiv Lumix G Vario 1:4-5,8/14-140mm Asph. OIS
Filtergewinde 62 mm
Sucher elektronisch
  Auflösung 1.740.000
  Sichtfeld 100%
  Vergrößerung 0,67-fach
  Dioptrienausgleich ja
LCD-Monitor 3"
  Auflösung 614.000
  drehbar ja
  schwenkbar ja
  als Sucher ja
Videoausgang PAL/NTSC über AV und HDMI
  als Sucher ja
Programmautomatik ja
Blendenautomatik ja
Zeitautomatik ja
manuelle Belichtung ja
  BULB-Langzeit-
  belichtung
ja
Motivprogramme
  Porträt ja
  Kinder/Baby ja
  Landschaft ja
  Makro ja
  Sport/Action ja
  weitere 18
Belichtungsmessung    Mehrfeld, mittenbetont Integral, Spot
Blitz ja
  Leitzahl 11,2 (Messung)
  Blitzanschluss Systemblitzschuh
Fernauslöser Kabel
Intervallaufnahme ja
Speichermedium SD/SDHC/SDXC
Videomodus
  Format AVCHD (oder MOV)
  Codec MPEG4 (oder Motion-JPEG)
  Auflösung (max.) 1.920 x 1.080
  bei Bildfrequenz
50
Empfindlichkeit
  automatisch 200-3.200
(Obergrenze einstellbar)
  manuell ISO 200-25.600
Weißabgleich
  Automatik ja
  Sonne ja
  Wolken ja
  Leuchtstofflampe
  Glühlampe ja
  Sonstiges Schatten, Blitz, manuelle Farbtemperaturwahl, WB-Feinkorrektur
  Manuell ja
Autofokus
  Anzahl
  Messfelder
23
  AF-Hilfslicht rote LED
  Geschwindigkeit ca. 0,3-0,4 s
Sprachen Deutsch
  weitere 15
Einschaltzeit ca. 0,2 s
Einhandbedienung
(Zoom und Auslöser)
Gewicht
(Betriebsbereit)
550 g (nur Gehäuse)
1.062 g (mit Objektiv**)
Serienbildfunktion*
  Serienbildanzahl 88 (JPEG)
18 (RAW)
  Frequenz
    (Bilder/s)
5,9 (JPEG)
6,3 (RAW)
  Dauerlauf
    (Bilder/s)
2,4 (JPEG)
1,6 (RAW)
  mit Blitz
Zoom
  Zoomverstellung am Objektiv
  Zoomstufen stufenlos
  Zeit WW bis Tele
Speicher-
geschwindigkeiten*

  JPEG 1,25 s (7,9 MByte)
  RAW 1,9 s (12,7 MByte)
Auslösung während
d. Speicherns mögl.
ja
Akkulaufzeit ca. 540 Bilder (lt. CIPA)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"
* mit Panasonic 4 GB Class 10 SDHC Speicherkarte
** mit Objektiv Lumix G Vario 1:4-5,8/14-140mm Asph. OIS

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • WiFi-Konnektivität
  • Robustes Gehäuse, spritzwassergeschützt
  • Äußerst umfangreiche Ausstattung, auch für Video
  • Gute Bildqualität bis ISO 1.600 (jedoch nicht mit Kit-Objektiv)
  • Kein Fokus-Peaking
  • Teilweise fummelig kleine Tasten
  • Eklatante Auflösungsschwäche des Set-Objektivs im Telebereich
  • Sucher mit 16:9 Format, dadurch schwarze Balken