Robuster, spritzwassergeschützter 36-Megapixler für 2000 Euro

Präsentation der K-1 als erste Vollformat-DSLR von Pentax

2016-02-17 Darauf haben treue Pentax-Fans sehr lange warten müssen: Mit der K-1 bringt Ricoh im April 2016 die ersehnte Vollformat-DSLR mit Pentax-K-Bajonett auf den Markt. Dabei handelt es sich nicht um ein schlichtes Me-too-Produkt, sondern die Ingenieure bei Ricoh haben sich mal wieder einiges einfallen lassen, um die K-1 zu einem einzigartigen Produkt zu entwickeln. So besitzt die K-1 ein äußerst kompaktes wie robustes, gegen Spritzwasser geschütztes Leichtmetallgehäuse und bietet zum bisher niedrigsten Preis einen 36-Megapixel-Sensor.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Die Pentax K-1 ist die erste Vollformat-DSRL des japanischen Herstellers. Sie bietet 36 Megapixel Auflösung in einem robusten, abgedichteten Metallgehäuse. [Foto: Pentax]

    Die Pentax K-1 ist die erste Vollformat-DSRL des japanischen Herstellers. Sie bietet 36 Megapixel Auflösung in einem robusten, abgedichteten Metallgehäuse. [Foto: Pentax]

  • Bild Das pfiffige Gelenk erlaubt es, den Monitor der Pentax K-1 in der optischen Achse um 90 Grad nach oben und unten sowie um 35 Grad nach links und rechts zu schwenken. Außerdem kann der Monitor um 35 Grad gedreht werden. [Foto: Pentax]

    Das pfiffige Gelenk erlaubt es, den Monitor der Pentax K-1 in der optischen Achse um 90 Grad nach oben und unten sowie um 35 Grad nach links und rechts zu schwenken. Außerdem kann der Monitor um 35 Grad gedreht werden. [Foto: Pentax]

Der 36 x 24 Millimeter große CMOS-Sensor kommt ohne Tiefpassfilter aus und besitzt fast 5 µm große Pixel, die eine maximale Lichtempfindlichkeit von ISO 204.800 erlauben. Zur Bildstabilisierung ist der Sensor beweglich gelagert. Die Stabilisierung über fünf Achsen gleicht Kippen in vier Richtungen (Achse 1 und 2), paralleles Verschieben in vier Richtungen (Achse 3 und 4) sowie Rotationsbewegungen (Achse 5) aus, womit bis zu fünf Lichtwertstufen längere Belichtungszeiten ohne Verwackelungsunschärfen möglich sein sollen. Dabei erkennt die Kamera Schwenks und schaltet die Bildstabilisierung automatisch entsprechend um.

Des Weiteren kann der magnetisch gelagerte Sensor dazu benutzt werden, mittels 1,5 Millimeter weiter Verschiebung in gewissen Grenzen einen Shift-Effekt zu erreichen, um stürzende Linien zu verringern. Auch eine Drehung des Sensors zum Horizontausgleich um bis zu ein Grad ist möglich. Zudem sorgt die Astrotracer-Funktion dafür, dass die Kamera bei Nachtaufnahmen des Sternenhimmels die Erdrotation ausgleicht und Sterne damit punktförmig abbildet. Darüber hinaus lässt sich mittels Sensorbewegungen eine Simulation eines Tiefpassfilters in zwei Stufen einschalten, um ganz wie bei einem echten Tiefpassfilter unerwünschte Moiréeffekte zu unterdrücken. Schließlich erlaubt die Sensorbewegung sogar eine Mehrfachaufnahme, bei der jeder Pixel Viermal aufgenommen wird. Dabei wird der Sensor um jeweils einen Pixel verschoben, womit keine Farbinterpolation mehr aus den Informationen der benachbarten Pixel erforderlich ist. Bewegungen werden dabei automatisch erkannt und nur unbewegte Motivteile herangezogen, sodass ein scharfes Bild entsteht. Selbstverständlich besitzt der Sensor ein Staubschutzsystem Dust Removal II, das Staub schlecht anhaften lässt und ihn bei der automatischen Reinigung abschüttelt.

  • Bild Der magnetisch gelagerte Bildsensor der Pentax K-1 erlaubt eine Bildstabilisierung auf fünf Achsen. [Foto: Pentax]

    Der magnetisch gelagerte Bildsensor der Pentax K-1 erlaubt eine Bildstabilisierung auf fünf Achsen. [Foto: Pentax]

Das neu entwickelte Autofokussystem SAFOX VII verwendet 33 Messfelder, 25 davon sind Kreuzsensoren. Die Messfelder decken einen 20 Prozent größeren Bereich ab als die bisherigen Systeme. Der Arbeitsbereich geht bis -3 LW und bis zu F2,8 lichtstarke Objektive sollen mit genauester Fokussierung unterstützt werden. Die Belichtungsmessung erfolgt mittels eines RGB-Sensors mit 86.000 Pixeln. Das erlaubt nicht nur eine Messung der Helligkeit, sondern mit Hilfe des Bildprozessors Prime IV auch eine Echtzeitanalyse von Farben und Bewegungen. Der bis zu 1/8.000 Sekunde schnelle Verschluss ermöglicht bis zu 4,4 Serienbilder pro Sekunde für 70 JPEG- oder 17-Raw-Aufnahmen in Folge. Im APS-C-Format sind 6,5 Serienbilder pro Sekunde für 100 JPEG- oder 50 Raw-Aufnahmen möglich. Das Raw-Format arbeitet mit 14 Bit Farbtiefe und noch in der Kamera können JPEG- oder TIF-Bilder aus den Raw-Aufnahmen entwickelt werden.

Videos nimmt die K-1 maximal in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) mit 30 Voll- oder 60 Halbbildern pro Sekunde (30p/ 60i) auf. Die Aufnahmelänge ist auf 25 Minuten oder aber 4 Gigabyte Dateigröße begrenzt, je nachdem, was zuerst erreicht wird. Der Tonpegel lässt sich aussteuern und ein Windgeräuschfilter hinzuschalten. Ein externes Mikrofon lässt sich ebenso anschließen wie ein Kopfhörer zur Tonkontrolle.

Die Pentax K-1 bietet 13 Voreinstellungen für die Farbabstimmung, etwa Schwarzweiß, Porträt, Umkehrfilm oder Crossentwicklung. Hinzu kommen diverse SW-Filter und Farbtonungen. Zudem stehen neun Aufnahmefilter und bei der Bearbeitung in der Wiedergabefunktion sogar 21 Filter mit 44 Einstellparametern zur Verfügung. Intervallaufnahmen erlaubt die K-1 mit bis zu 2.000 Bildern. Auch Mehrfachbelichtungen sind mit bis zu 2.000 Aufnahmen möglich, wobei die additive Mehrfachbelichtung nur die hellen Bildteile hinzufügt und damit die Aufzeichnung von Sternensturen oder anderen, sich über längere Zeit entwickelnden Leuchtspuren erlaubt. Selbstverständlich erlaubt die K-1 Belichtungsreihen und bietet auch eine HDR-Funktion. Das integrierte WLAN erlaubt nicht nur eine drahtlose Bildübertragung auf Smartgeräte, sondern auch eine Fernsteuerung der Kamera inklusive Livebildübertragung ist per WLAN möglich. Zudem erlaubt die optionale Software Pentax Image Transmitter 2 eine Fernsteuerung der Kamera vom Rechner aus (Tethering).

Fortsetzung auf Seite 2

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 40, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.