Ein bisschen Retro

Pentax KP APS-C-Spiegelreflexkamera vorgestellt

2017-01-26 Mit der Pentax KP bringt Ricoh im Februar 2017 eine neu konzipierte APS-C-DSLR auf den Markt, die 300 Euro teurer als das bisherige APS-C-Flaggschiffmodell K-3 II ausfällt. Der 24-Megapixel-Sensor erreicht bis zu ISO 819.200 und ist selbstverständlich zur Bildstabilisierung beweglich gelagert. Die KP ist in jeder Dimension um ein bis zwei Millimeter kompakter als die K-3 II, besitzt aber dennoch ein hochwertiges Magnesiumgehäuse, das wie bei allen Pentax-DSLRs gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet ist. Das modulare Griffkonzept mit drei unterschiedlichen Größen hat allerdings eine halbierte Akkulaufzeit zur Folge.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Die neue Pentax KP besitzt ein Magnesiumgehäuse, das mittels 67 Dichtungen spritzwasser- und staubdicht ist. [Foto: Pentax]

    Die neue Pentax KP besitzt ein Magnesiumgehäuse, das mittels 67 Dichtungen spritzwasser- und staubdicht ist. [Foto: Pentax]

  • Bild Der SLR-Sucher der Pentax KP arbeitet mit einem hochwertigen Glas-Pentaprisma, deckt 100 Prozent des Bildfelds ab und vergrößert 0,95-fach (0,63-fach entsprechend Kleinbild). [Foto: Pentax]

    Der SLR-Sucher der Pentax KP arbeitet mit einem hochwertigen Glas-Pentaprisma, deckt 100 Prozent des Bildfelds ab und vergrößert 0,95-fach (0,63-fach entsprechend Kleinbild). [Foto: Pentax]

  • Bild Der Bildschirm der Pentax KP lässt sich um 90 Grad nach oben sowie um 45 Grad nach unten klappen. [Foto: Pentax]

    Der Bildschirm der Pentax KP lässt sich um 90 Grad nach oben sowie um 45 Grad nach unten klappen. [Foto: Pentax]

Pentax hat die KP rund um einen 24 Megapixel auflösenden APS-C großen CMOS-Sensor der neuesten Generation gebaut. Dieser kommt ohne Tiefpassfilter aus und erlaubt nun bis zu ISO 819.200. Der Sensor ist in einem Elektromagnetfeld beweglich gelagert, womit Pentax neben der fünf Blendenstufen effektiven Bildstabilisation auf fünf Achsen allerlei Zusatzfeatures realisiert. Dazu gehört etwa die Tiefpassfiltersimulation durch Mikrobewegungen des Sensors, um Moirés zu unterdrücken oder die Pixel Shift Resolution Funktion, die den Sensor bei vier Aufnahmen um jeweils einen Pixel verschiebt, wodurch die Farbauflösung und Detailschärfe bei gleichzeitig geringerem Rauschen steigen sollen. Des Weiteren gibt es eine Horizontkorrektur, eine (minimale) Shift-Funktion sowie die Astrotracerfunktion. Hierbei wird der Sensor bei langen Belichtungen von Sternen zum Ausgleich der Erdrotation bewegt, wofür allerdings das optionale Aufsteck-GPS O-GPS1 nötig ist. Im Gegensatz zur K-3 II besitzt die KP nämlich kein eingebautes GPS, kann dafür aber wiederum mit einem eingebauten Blitz dienen, der auch als Master für das drahtlose TTL-Blitzen dienen kann.

Neu ist zudem die Möglichkeit, einen bis zu 1/24.000 Sekunde kurzen, erschütterungsfreien elektronischen Verschluss zu nutzen. Dieser kann bei der Spiegelvorauslösung oder der Live-View-Funktion aktiviert werden. Allerdings ist dieser nicht in Kombination mit dem Bildstabilisator möglich. Die längste elektronische Verschlusszeit liegt bei 30 Sekunden. Der mechanische Verschluss erlaubt hingegen Belichtungszeiten von 20 Minuten bis 1/6.000 Sekunde. Videos nimmt die Pentax KP maximal in Full-HD-Auflösung bei 24 bis 60 Bildern pro Sekunde auf. Der Ton gelangt dabei in Stereo auf die Audiospur. Optional besteht die Möglichkeit, ein externes Stereomikrofon anzuschließen. 4K-Videos kann die Pentax KP hingegen nur aus einer Intervallaufnahmesequenz erstellen.

Der SLR-Sucher basiert auf einem hochwertigen Glas-Pentaprisma und zeigt 100 Prozent des aufzunehmenden Bildes. Die Suchermattscheiben können gewechselt werden, Pentax bietet beispielsweise welche mit Gitterlinien als Zubehör an. Die 0,95-fache Suchervergrößerung entspricht einer kleinbildäquivalenten Suchervergrößerung von 0,63-fach. Der rückwärtige 7,5-Zentimeter-Bildschirm löst 920.000 Bildpunkte auf und ist um 90 Grad nach oben sowie 45 Grad nach unten klappbar, was bodennahe und Über-Kopf-Perspektiven ermöglicht.

  • Bild Der 24 Megapixel auflösende APS-C-Sensor der Pentax KP ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert. [Foto: Pentax]

    Der 24 Megapixel auflösende APS-C-Sensor der Pentax KP ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert. [Foto: Pentax]

  • Bild 7,5 Zentimeter misst der Bildschirm der Pentax KP in der Diagonale, seine Auflösung beträgt 920.000 Bildpunkte. [Foto: Pentax]

    7,5 Zentimeter misst der Bildschirm der Pentax KP in der Diagonale, seine Auflösung beträgt 920.000 Bildpunkte. [Foto: Pentax]

  • Bild Beim Bedienkonzept setzt die Pentax KP auf austauschbare Griffe (hier die flachste der drei mitgelieferten Versionen) sowie viele konfigurierbare Drehschalter und Tasten. [Foto: Pentax]

    Beim Bedienkonzept setzt die Pentax KP auf austauschbare Griffe (hier die flachste der drei mitgelieferten Versionen) sowie viele konfigurierbare Drehschalter und Tasten. [Foto: Pentax]

  • Bild Die Pentax KP verzichtet zwar auf ein eingebautes GPS, das aufsteckbare O-GPS1 ist als optionales Zubehör erhältlich, dafür steckt im Prismenbuckel wieder ein Pop-Up-Blitz, der auch als Drahtlos-TTL-Master taugt. [Foto: Pentax]

    Die Pentax KP verzichtet zwar auf ein eingebautes GPS, das aufsteckbare O-GPS1 ist als optionales Zubehör erhältlich, dafür steckt im Prismenbuckel wieder ein Pop-Up-Blitz, der auch als Drahtlos-TTL-Master taugt. [Foto: Pentax]

  • Bild Der Pentax Batteriegriff D-BG7 passt an die KP und verlängert nicht nur die Akkulaufzeit, sondern erhöht auch die Ergonomie im Quer- sowie Hochformat. [Foto: Pentax]

    Der Pentax Batteriegriff D-BG7 passt an die KP und verlängert nicht nur die Akkulaufzeit, sondern erhöht auch die Ergonomie im Quer- sowie Hochformat. [Foto: Pentax]

Das robuste Gehäuse der Pentax KP besteht aus einer Magnesiumlegierung, 67 Dichtungen sollen Staub und Feuchtigkeit abhalten, auch Frost bis -10 Grad Celsius tut der Funktion der Kamera keinen Abbruch. Das Gehäuse ist etwas kompakter als beispielsweise das der K-3 II. Mit dem modularen Griffkonzept soll sich die Ergonomie den Bedürfnissen des Fotografen anpassen lassen. Drei verschieden große Griffstücke gehören zum Lieferumfang der KP. Dadurch ist allerdings der Akku geschrumpft, der aufgrund des stromsparenden DSLR-Konzepts dennoch für 400 Aufnahmen reicht. Zum Vergleich: die Pentax K-3 II nimmt 720 Bilder mit einer Akkuladung auf. Optional lässt sich die KP übrigens mit einem Batterie-Hochformatgriff ausstatten. Das Bedienkonzept wiederum soll größtmögliche Flexibilität bieten. Viele Knöpfe und Drehräder lassen sich mit individuellen Funktionen belegen, beispielsweise dem HDR-Aufnahmemodus. So übernimmt die KP etwa das Funktionsrad der K-1.

Der Phasen-Autofokus arbeitet mit 27 Messfeldern, wovon 25 als hochwertige Kreuzsensoren ausgeführt sind. Pentax will die Präzision nochmals verbessert haben. Im Live-View und bei Videos steht ein langsamerer Kontrastautofokus mit 3.445 Messfeldern zur Verfügung. Die Belichtungsmessung erfolgt mittels eines RGB-Farbsensors, der 86.000 Pixel auflöst. Dabei werden auch Bewegungen analysiert, um die Genauigkeit der Belichtungsmessung zu erhöhen. Das System ist sogar lernfähig und berücksichtigt in der Vergangenheit durch den Anwender vorgenommene Korrekturen.

  • Bild Ab Februar 2017 ist die Pentax KP in Silber und Schwarz zu einem Preis von knapp 1.300 Euro erhältlich. [Foto: Pentax]

    Ab Februar 2017 ist die Pentax KP in Silber und Schwarz zu einem Preis von knapp 1.300 Euro erhältlich. [Foto: Pentax]

  • Bild Zur KP passen laut Pentax am besten die Limited-Objektive. [Foto: Pentax]

    Zur KP passen laut Pentax am besten die Limited-Objektive. [Foto: Pentax]

Des Weiteren verfügt die Pentax KP über ein WLAN-Modul, womit nicht nur Bilder an Smartphones und Tablets mit der entsprechenden (kostenlosen) Android- beziehungsweise iOS-App übertragen werden können, sondern auch eine Fernsteuerung der Kamera möglich ist. Bereits ab Februar 2017 soll die Pentax KP in Schwarz und Silber-Schwarz erhältlich sein. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei knapp 1.300 Euro.

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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 39, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.