Vollformat-Einsteiger-Spiegellose

Nikon Z 5 als Erweiterung des Z-Systems präsentiert

2020-07-21 Mit der Z 5 präsentiert Nikon eine neue spiegellose Vollformatkamera als Einsteigermodell unterhalb der Z 6 und Z 7. Dabei muss der Käufer nicht auf die entscheidenden Merkmale wie eine hohe Bildqualität mit 24 Megapixeln Auflösung, eine 4K-Videofunktion, den Sensor-Shift-Bildstabilisator, ein gedichtetes, ergonomisches Magnesiumgehäuse, einen hochauflösenden elektronischen Sucher oder einen neigbaren Touchsceen verzichten. Die Z 5 bietet sogar einige Vorteile wie die USB-C-Dauerstromversorgung und zwei zum schnellen UHS II kompatible SD-Speicherkartenfächer.  (Benjamin Kirchheim)

Einige kleinere Abstriche muss man bei der Z 5 dennoch in Kauf nehmen, diese verstecken sich eher im Detail. So verzichtet die Z 5 etwa auf das Status-LCD auf der Kameraoberseite und die Serienbildfunktion nimmt maximal lediglich 4,5 Bilder pro Sekunde auf.

Der 36 mal 24 Millimeter große Kleinbildsensor der Nikon Z 5 löst 24,3 Megapixel auf und ist zur Bildstabilisierung beweglich gelagert. Der Stabilisator arbeitet auf fünf Achsen (Kippen und Schieben jeweils horizontal und vertikal sowie Drehungen) und kann mit dem optischen Stabilisator eines angesetzten Objektivs kombiniert werden. Der Bildsensor deckt einen Empfindlichkeitsbereich von ISO 100 bis 51.200 ab, mit Erweiterung reicht er sogar von ISO 50 bis 102.400.

Das Gehäuse der Z 5 besteht aus einer Magnesiumlegierung und ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Es besitzt einen ausgeprägten, ergonomischen Handgriff. Die Stromversorgung erfolgt über den Lithium-Ionen-Akku EN-EL15c, der zum EN-EL15b der Z 6 und Z 7 kompatibel ist. Auch der Akkugriff MB-N10 ist kompatibel, dieser bietet allerdings keinen Hochformatgriff und keine Bedienelemente, sondern nimmt lediglich zwei Akkus zur Verlängerung der Betriebsdauer auf.

Beim rückwärtigen Bildschirm handelt es sich um einen acht Zentimeter großen TFT-Touchscreen, der nach oben und unten geneigt werden kann, für Selfies eignet er sich jedoch nicht. Der elektronische Sucher löst 3,69 Millionen Bildpunkte auf und vergrößert 0,8-fach. Das Autofokussystem arbeitet mit 273 auf dem Bildsensor untergebrachten Phasen-AF-Sensoren, zudem werden Gesichter, Augen und Tiere (Hund und Katzen) erkannt, auch eine Trackingfunktion für Serienaufnahmen fehlt nicht.

Videos nimmt die Z 5 in 4K-Auflösung mit 1,7-fachem Crop bei maximal 30 Bildern pro Sekunde auf, in Full-HD sind 60 Bilder pro Sekunde möglich. Der Autofokus arbeitet bei Videoaufnahmen zwar mit Gesichts-, aber ohne Augenerkennung. Zudem geizt die Kamera nicht mit Schnittstellen. Neben Mini-HDMI gibt es auch einen Mikrofoneingang sowie einen Kopfhörerausgang (jeweils 3,5 mm Klinke). Die USB-C-Schnittstelle kann bei der Z 5 nicht nur zum Laden des Akkus verwendet werden, sondern auch zur Dauerstromversorgung der Kamera. Der optionale Batteriefachadapter zum Netzteilanschluss funktioniert ebenfalls. Drahtlos nimmt die Nikon Z 5 via Bluetooth und WLAN Verbindung mit Smartphones und Tablets auf. So können energiesparend GPS-Daten an die Kamera übertragen werden, auch eine Fernsteuerung via App (SnapBridge) ist möglich, genauso wie die Bildübertragung.

Auch die Kritik am CFexpress-Single-Speicherkartenfach, das bei der Z 6 und Z 7 zum Einsatz kam, hat Nikon sich zu Herzen genommen. In der Z 5 kommt das bewährte und weit verbreitete SD-Kartenformat zum Einsatz, und zwar gleich mit zwei Steckplätzen. Außerdem sind beide zu SDHC, SDXC, UHS I und dem schnellen UHS II kompatibel.

Ab Ende August 2020 soll die Nikon Z 5 im Set mit dem neuen Kitobjektiv Z 24-50 mm F4-6.3 (Vorstellung siehe weiterführende Links) zu einem Preis von rund 1850 Euro erhältlich sein. Umgerechnet auf 19 Prozent Mehrwertsteuer entspricht das einer UVP von knapp 1.900 Euro. Auch ein Set mit 24-50 und FTZ-Bajonettadapter will Nikon anbieten, der Preis soll bei knapp 2.000 Euro (mit 16 Prozent Mehrwertsteuer) beziehungsweise 2.050 Euro (mit 19 Prozent Mehrwertsteuer) liegen.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 45, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.