Spiegelreflexkamera, Systemkamera

Testbericht: Nikon D7200

2015-05-21 Mit der D7000 brachte Nikon vor knapp fünf Jahren eine APS-C-DSLR, die zwar professionell ausgestattet war, sich aber eben nicht nur an Profi-Fotografen wandte. Die jüngste überarbeitete Version heißt Nikon D7200 und ist erst seit Kurzem auf dem Markt. Der hat sich allerdings mittlerweile drastisch verändert: Spiegellose Systemkameras machen den ausgewachsenen DSLRs das Leben schwer, zumal kaum noch eine aktuelle Digitalkamera mit wirklichen Innovationen glänzen kann. Schafft es die Nikon D7200 dennoch ebenso zu begeistern wie vor Jahren die D7000 und dann deren Nachfolgerin D7100? digitalkamera.de geht nicht nur dieser Frage im ausführlichen Labor- und Praxistest nach.  (Martin Vieten)

  • Bild Nikon hat es bei der D7200 bei einer Auflösung von 24 Megapixeln auf einem APS-C-Sensor belassen, der schnellere Bildprozessor Expeed 4 sowie der vergrößerte Pufferspeicher sorgen aber für einen länger andauernde Bildserien ohne Unterbrechung. [Foto: MediaNord]

    Nikon hat es bei der D7200 bei einer Auflösung von 24 Megapixeln auf einem APS-C-Sensor belassen, der schnellere Bildprozessor Expeed 4 sowie der vergrößerte Pufferspeicher sorgen aber für einen länger andauernde Bildserien ohne Unterbrechung. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Stativgewinde der Nikon D7200 sitzt ordnungsgemäß in der optischen Achse, wenn auch etwas weit hinten, wodurch die Kamera auf dem Stativ etwas frontlastig wird. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Nikon D7200 sitzt ordnungsgemäß in der optischen Achse, wenn auch etwas weit hinten, wodurch die Kamera auf dem Stativ etwas frontlastig wird. [Foto: MediaNord]

  • Bild Unter dem ausgeprägten Handgriff, dank dem die Nikon D7200 hervorragend in der Hand liegt, verbergen sich die NFC- sowie die WLAN-Antenne, womit sich die D7200 drahtlos fernsteuern lässt. [Foto: MediaNord]

    Unter dem ausgeprägten Handgriff, dank dem die Nikon D7200 hervorragend in der Hand liegt, verbergen sich die NFC- sowie die WLAN-Antenne, womit sich die D7200 drahtlos fernsteuern lässt. [Foto: MediaNord]

Hinweis

Parallel zu dieser kurzen Version, die ungefähr dem Umfang und Inhalt unserer bisherigen "Kompakt-Tests" entspricht, gibt es eine ausführliche Version in Form einer PDF-Datei als Bezahlinhalt ("Paid Content"). Die ausführliche Version erklärt viele Details noch genauer und ausführlicher und enthält darüber hinaus

  • viele zusätzliche Fotos
  • 5 Labortest-Diagramme mit erklärenden Bildunterschriften
  • noch umfangreicherer Steckbrief mit vielen weiteren Messwerten (Blitzleitzahl, Serienbildgeschwindigkeit u. a.)
  • einen Vergleich mit drei Konkurrenzmodellen
  • einen Link zu exklusiven Testbildern (ISO-Reihe unseres Testaufbaus, auch im Rohdatenformat)

Die 32 Seiten sind lesefreundlich im DIN-A5-Format gesetzt und eignen sich ideal zum Lesen auf Tablet-Computern ab 7 Zoll Bilddiagonale und können bei Bedarf auch ausgedruckt werden. Das PDF-Dokument ist DRM-frei und kann auf jedem Gerät angezeigt werden, das PDF-Dateien darstellen kann. Wenn Sie sich (z. B. vor dem Kauf) noch genauer oder detaillierter über die Nikon D7200 informieren möchten, sollten Sie unseren ausführlichen Testbericht für 1,90 Euro kaufen. Sie unterstützen damit übrigens auch die Arbeit der Redaktion!

>>> Hier geht's direkt zur PDF-Version <<<

Ergonomie und Verarbeitung

Nikon hat das Gehäuse-Design der D7200 so belassen, wie es schon von der D7000 und D7100 bekannt ist. Mit ihren Abmessungen von 136 x 106 x 76 mm (B x H x T) fällt sie für eine ausgewachsene DSLR eher schmächtig aus. Das Gewicht von rund 750 Gramm (betriebsbereit mit Akku und Speicherkarte, aber ohne Objektiv) ist durchaus noch tragbar, zumal die Kamera wirklich gut in der Hand liegt. Damit die D7200 einigermaßen leicht bleibt, besteht ihr Gehäuse aus einer hochwertigen Magnesium-Legierung. Dieses Material hat nicht nur ein geringes spezifisches Gewicht, dadurch wird die Kamera zudem ausgesprochen solide; sie ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Da mag man Nikon gerne nachsehen, dass die Schnittstellen an der linken Kameraseite von fummelig zu schließenden Gummiklappen geschützt werden – dicht ist diese Lösung wenigstens. Auf der rechten Seite hat Nikon die Schächte für gleich zwei SD-Speicherkarten unter einer solide schließenden Klappe untergebracht.

Keine Überraschung auch an der Unterseite der Nikon D7200. Der Akku wird wie gehabt von unten in den Handgriff geschoben, er liefert jetzt Energie für gut 1.100 Aufnahmen (gemessen nach CIPA-Standard) und hat damit rund zehn Prozent mehr Reichweite als bei der D7100. Das Stativgewinde sitzt in der optischen Achse, weit genug vom Akkuschacht entfernt, so dass der Energiespender also auch bei angesetzter Schnellwechselplatte ausgetauscht werden kann.

  • Bild Die Nikon D7200 besitzt ein robustes Gehäuse, das aus einer Magnesiumlegierung besteht. Die DSLR liegt gewohnt hervorragend in der Hand. [Foto: MediaNord]

    Die Nikon D7200 besitzt ein robustes Gehäuse, das aus einer Magnesiumlegierung besteht. Die DSLR liegt gewohnt hervorragend in der Hand. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der rückwärtige Bildschirm der Nikon D7200 weiß mit seiner Größe, Helligkeit und Detailauflösung zu überzeugen, ist aber im Gegensatz beispielsweise zur D5500 oder D750 fest verbaut. [Foto: MediaNord]

    Der rückwärtige Bildschirm der Nikon D7200 weiß mit seiner Größe, Helligkeit und Detailauflösung zu überzeugen, ist aber im Gegensatz beispielsweise zur D5500 oder D750 fest verbaut. [Foto: MediaNord]

  • Bild Ein beleuchtbares Statusdisplay sorgt auf der Oberseite der Nikon D7200 stets für die nötige Übersicht der wichtigsten aktuellen Aufnahmeeinstellungen. [Foto: MediaNord]

    Ein beleuchtbares Statusdisplay sorgt auf der Oberseite der Nikon D7200 stets für die nötige Übersicht der wichtigsten aktuellen Aufnahmeeinstellungen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Nikon D7200 bietet gleich zwei zu SD, SDHC und SDXC kompatible Speicherkartenschächte mit zahlreichen Wahlmöglichkeiten zum getrennten Speichern von JPEG und Raw oder Fotos und Filmen. [Foto: MediaNord]

    Die Nikon D7200 bietet gleich zwei zu SD, SDHC und SDXC kompatible Speicherkartenschächte mit zahlreichen Wahlmöglichkeiten zum getrennten Speichern von JPEG und Raw oder Fotos und Filmen. [Foto: MediaNord]

Beim Blick durch den Sucher der D7200 kommt Freude auf. Das Sucherbild ist klar und hell, ein Verdienst der aufwändigen Pentaprismenkonstruktion sowie der BriteView-Einstellscheibe. Auf Wunsch lässt sich ein feines Gitternetz ins Sucherbild einblenden, die Belichtungswage zeigt auf Knopfdruck an, ob die Kamera in der Horizontalen exakt ausgerichtet ist. Die Austrittspupille liegt mit 19,5 Millimeter recht nah am Auge, Brillenträger bekommen dadurch schnell Schwierigkeiten, das Sucherbild komplett zu erfassen. Wer daher beim Blick durch den Sucher auf seine Brille verzichten möchte, wird sich über die Dioptrienkorrektur freuen.

Auf der rechten Schulter der D7200 thront wie schon bei den Vorgängerinnen ein üppiges Statusdisplay. Beim rückwärtigen Hauptmonitor bleibt ebenfalls alles beim Alten – im Guten wie im Schlechten. Gut ist, dass das Display mit rund 1,2 Millionen Bildpunkten (Subpixel) sehr hoch auflöst und es dank einer spezielle RGBW-Matrix sehr hell leuchten kann. Weniger schön: das Display ist weiterhin fest verbaut, es lässt sich weder klappen noch schwenken. Immerhin zeigt das Display der D7200 selbst bei sehr schräger Draufsicht ein unverfälschtes Bild, kippende Farben sind ihm fremd.

Auf den ersten Blick wirkt die D7200 etwas planlos mit Knöpfen, Schaltern und Drehreglern übersät. Doch Nikon hat die meisten Bedienelemente sehr griffgünstig angeordnet. Standardmäßig ist die Kamera so eingerichtet, dass eine Taste gedrückt gehalten werden muss, während man mit der anderen Hand ein Einstellrad dreht, um den entsprechenden Parameter zu ändern. Das schützt vor versehentlichem Verstellen, verkompliziert andererseits die Bedienung. Glücklicherweise lässt sich das Verhalten vieler Tasten auf Schalter umstellen – dann reicht es, sie einmal anzutippen, um anschließend die entsprechenden Parameter zu verstellen.

Nikon hat das Programmwählrad auf der linken Kameraschulter sowie den Einstellring für den Aufnahmemodus direkt darunter ebenfalls gegen ungewolltes Verstellen gesichert. Einige Funktionstasten können mit Funktionen nach Wahl belegt werden. Rechts oben auf der Kamera befindet sich wie gewohnt der Auslöser, der vom ringförmigen Hauptschalter umschlossen wird. Zwischen Auslöser und Schulterdisplay fanden dann noch zwei kleine Knöpfe für die Belichtungskorrektur und die Wahl des Messmodus‘ Platz.

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Wer noch nie eine Nikon-DSLR in der Hand hatte, wird von den Möglichkeiten im Hauptmenü der D7200 schier erschlagen. Das liegt nicht nur an der bloßen Anzahl der Befehle, sondern auch an einer etwas eigenwilligen Untergliederung. Die meisten Einstellungen ändert man im Individual-Menü, das in Abschnitte wie „Autofokus“, „Belichtung“ oder „Belichtungsreihen und Blitz“ unterteilt ist. Diese Untermenüs bestehen teilweise aus langen Listen, die man durchscrollen muss. Orientierung verschafft man sich mit der ?-Taste, die ausführliche Erklärungstexte aufs Display bringt.

Ausstattung

Die D7200 soll sowohl in der Hand des kundigen Fotografen wie auch dem weniger versierten Anwender gute Ergebnisse liefern. Für letztere gibt es eine Vielzahl nützlicher Automatiken. Zunächst einmal die Vollautomatik, die per AUTO auf dem Programmwählrad einfach aufzurufen ist. Sie erledigt wirklich alles selbst und erlaubt konsequenterweise kaum Eingriffsmöglichkeiten. Alternativ bietet die D7200 die gezielte Vorgabe eines Szenen-Programms wie etwa „Landschaft“, „Portrait“ oder „Strand/Schnee“. Bei diesen hat man dann wenigstens rudimentäre Anpassungsmöglichkeiten. Sogar eine HDR-Automatik hat Nikons jüngster Spross an Bord, sie funktioniert indes nur im PASM-Modus, ein schnell einstellbares Motivprogramm für HDR-Fotos fehlt der D7200. Auch mit einer Panorama-Funktion kann sie nicht aufwarten.

Dem anspruchsvollen Fotografen bietet die D7200 so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Ihr Empfindlichkeitsbereich reicht von ISO 100 bis ISO 102.400, die beiden höchsten Stufen zeichnen allerdings nur in Schwarzweiß auf. Hinzu kommt eine ausgefuchste ISO-Automatik, die die Vorgabe der längsten zulässigen Belichtungszeit erlaubt und auch im Modus M funktioniert. Ein weiteres Schmankerl: Für die Belichtungssteuerung lässt sich ein fester Korrekturwert vorgeben, damit die D7200 knapper oder reichlicher belichtet als von Nikon vorgesehen. Nötig ist das eigentlich nicht, denn in der Praxis belichtet die D7200 zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Zur Verbesserung der Tiefenzeichnung bei kontrastreichen Motiven hilft „Active D-Lighting“. Selbstverständlich kann die D7200 auch Belichtungsreihen aufnehmen, Intervallaufnahmen sind ebenfalls möglich. Keine Wünsche offen lässt das ausgefeilte Blitzsystem von Nikon, das die D7200 in allen Spielarten wie Langzeitsynchronisation, Vorblitz zur Reduktion roter Augen drahtlose Blitzsteuerung beherrscht.

Gegenüber der Vorgängerin hat Nikon bei der D7200 den Autofokus verbessert, dessen Empfindlichkeit nun hinab bis -3 LW reicht. Gebelieben ist es bei einem unangenehm grell-weißen AF-Hilfslicht, das in dunkler Umgebung das Motiv beleuchtet, sich glücklicherweise aber auch abschalten lässt. Ausgestattet mit dem Objektiv AF-S 18-105 mm 3.5-5.6 DX G ED VR erweis sich der Autofokus der D7200 im Testlabor von digitalkamera.de mit einer Auslöseverzögerung von 0,32 bis 0,53 Sekunden als etwas langsam. Richtig lahm dagegen arbeitet er im Live-Modus, hier braucht die D7200 mit 1,5 bis 2,1 Sekunden quälend lange, bis sie scharf gestellt und ausgelöst hat.

  • Bild Nikon hat die D7200 mit zahlreichen Tasten und Drehrädern für eine möglichst direkte Bedienung versehen. Dazu gehören das Programmwählrad, der Wähler für den Auslösemodus oder etwa die zwei Drehräder zur Einstellung verschiedener Aufnahmeparameter. [Foto: MediaNord]

    Nikon hat die D7200 mit zahlreichen Tasten und Drehrädern für eine möglichst direkte Bedienung versehen. Dazu gehören das Programmwählrad, der Wähler für den Auslösemodus oder etwa die zwei Drehräder zur Einstellung verschiedener Aufnahmeparameter. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Gummikappen über den zahlreichen Schnittstellen der Nikon D7200 gewinnen zwar keinen Schönheitspreis, sorgen aber für den nötigen Spritzwasser- und Staubschutz, den auch das ganze Gehäuse besitzt. [Foto: MediaNord]

    Die Gummikappen über den zahlreichen Schnittstellen der Nikon D7200 gewinnen zwar keinen Schönheitspreis, sorgen aber für den nötigen Spritzwasser- und Staubschutz, den auch das ganze Gehäuse besitzt. [Foto: MediaNord]

Bei den Videofunktionen der D7200 hat sich im Vergleich zur Vorgängerin wenig getan. Wichtigste Neuerung: Die D7200 filmt mit bis zu 60 Vollbildern je Sekunde, bei der D7100 war die Bildrate noch auf 60i begrenzt. Allerdings sind die Bildraten 60p und 50p nur verfügbar, wenn das Bildfeld 1,3x (18 x 12) ausgewählt ist – die Kamera nutzt dann noch weniger der Sensorfläche, als beim Beschnitt von 3:2 auf 16:9 ohnehin nötig wäre. Bei spontanen Videoschnappschüssen störte im Praxistest der lahme Autofokus. Nicht nur, dass er die Schärfe beim Schwenk von nah auf fern sehr gemächlich nachführt – vielfach kam es dabei auch noch zu deutlichem, wenn auch kurzem Schärfepumpen. Zudem gelangen in ruhiger Umgebung Fokusgeräusche sowie die Geräusche des optischen Bildstabilisators vernehmbar auf die Tonspur.

Neu hinzugekommen ist bei der D7200 die drahtlose Datenübertragung per WiFi an ein Smartphone oder Tablet, auf dem die App Nikon „Wireless Mobile Utility“ (kostenlos für Android und iOS erhältlich) installiert ist. Deren Funktionsumfang ist bislang jedoch bescheiden. Im Wesentlichen beschränkt er sich darauf, Aufnahmen von der D7200 aufs Smartgerät herunterzuladen und die Kamera mit Livebildübertragung lediglich auszulösen.

Bildqualität

Wie schon ihre Vorgängerin ist die Nikon D7200 mit einem Sensor im APS-C-Format ausgestattet, der 24 Megapixel auflöst. Arbeitete in der D7100 noch ein Bildbearbeitungsprozessor vom Typ Expeed 3, bereitet in der D7200 nun der neuere Prozessor Expeed 4 die Sensorsignale auf. Ob das reicht, die bereits sehr gute Bildqualität der D7100 nochmals zu überflügeln? digitalkamera.de hat es im Labor (der ausführliche Labortest ist kostenpflichtig über die weiterführenden Links abrufbar) sowie in der Praxis getestet.

Bis ISO 800 liefert die D7200 durchweg sehr gute bis hervorragende Ergebnisse, das bestätigt auch das Testlabor von digitalkamera.de. Der Signal-Rauschabstand ist zwar mit einem Wert von knapp 40 dB nur gerade noch gut, das Luminanzrauschen bleibt aber dennoch bis ISO 800 absolut unauffällig. Allerdings schärft der Expeed 4 gerade bei niedrigen ISO-Werten sehr kräftig nach, was sich entsprechend bei der Messung der Texturschärfe niederschlägt. Sie ist bei ISO 100 mit einem Wert von 1,15 schon zu hoch und liegt erst bei ISO 800 beim Optimalwert 1. ISO 800 ist auch der Wert, bis zu dem die D7200 eine sehr hohe Eingangsdynamik von hohen 10,5 EV verkraftet.

Wird die Empfindlichkeit höher als ISO 800 geschraubt, kann die D7200 nicht verhehlen, dass sie mit einem APS-C-Sensor auskommen muss, der zudem hoch integriert ist. Jenseits der ISO 800 sinkt der Signal-Rauschabstand kräftiger, ab ISO 6.400 knickt die Kurve nochmals nach unten ab. Bei ISO 3.200 erscheinen die JPEGs aus der Kamera weich und detailarm, ein Eindruck, der sich bei ISO 6.400 nochmals sichtbar verstärkt. Wird die Empfindlichkeit abermals eine ISO-Stufe höher gesetzt, kommt es zu massiven Strukturverlusten. Bei ISO 12.800 geht zudem die Fähigkeit der D7200 rapide zurück, Helligkeitsunterschiede zu differenzieren, die Eingangsdynamik beträgt jetzt nur noch schlechte 8 EV.

Das getestete Set-Objektiv AF-S DX Nikkor 18–105 mm VR erfüllt die Erwartungen an ein preisoptimiertes Standardzoom, ruft aber das Potential der D7200 sicherlich nicht ab. Es löst abgeblendet auf F11 sehr hoch auf, auch an den Bildrändern. Bei der Messung der Verzeichnung gibt das AF-S DX Nikkor 18–105 mm VR leider keine derart überzeugende Vorstellung ab. Bei langer und mittlerer Brennweite verzeichnet es stark kissenförmig, im Weitwinkel extrem tonnenförmig. Vignettierung und chromatische Aberrationen sind dagegen weniger ein Problem.

Fazit

Mit der D7200 entwickelt Nikon die erfolgreiche D7100 im Detail weiter, bahnbrechende Neurungen hat die D7200 indes nicht zu bieten. Aber die vielen kleinen Detailverbesserungen können durchaus überzeugen. Der Autofokus arbeitet jetzt auch bei widrigen Lichtverhältnissen so flott, wie man es von einer anspruchsvollen DSLR erwartet. Videos zeichnet sie jetzt auch mit den Frameraten 50p und 60p auf, allerdings nur mit 1.3x-Crop. Neu hinzugekommen ist die WiFi-Schnittstelle inklusive NFC, die Möglichkeiten der dazugehörigen App sind allerdings (noch) überschaubar. Die Bildqualität der 24-Megapixel-Kamera ist bis ISO 800 hervorragend, bis ISO 3.200 mehr als brauchbar – unterm Strich bietet sie die beste Bildqualität ihrer Klasse. Und das Gehäuse liegt wie eh und je gut in der Hand, das Sucherbild beeindruckt. Trotz des insgesamt sehr guten Eindrucks, den die D7200 im Test hinterließ, gibt es weiterhin ein paar Kritikpunkte: Im Live-View-Modus stellt die Kamera viel zu langsam scharf, für schnelle Schnappschüsse ist das unbrauchbar. Schade auch, dass Nikon weiterhin am fest verbauten Monitor auf dem Kamerarücken festhält.

Kommentare

13 Kommentare aus dem alten Forum anzeigen

auchkeineahnung 2015-05-21

Ich frage mich manchmal echt, ob Nikon selbst weiß, wer eigentlich die Zielgruppe für solch eine Kamera ist?!??

 

Ein Hochrüsten von der D7100 lohnt sich wohl kaum. Und auch D7000-Nutzer sollten wohl in besseres Glas investieren, da billige Linsen der D7200 nicht gerecht werden. **

Und Neueinsteiger in diesem Segment dürften wohl kaum zur D7200 greifen. 

Eher noch zur D5500 wenns schon unbedingt eine DSLR sein muss. Die hat fast keine Nachteile gegenüber der D7200. 

Wenn sie wenigstens besser für Sport oder Natur geeignet wäre, aber da gibts bessere und billigere Alternativen v.A. bei Canon aber auch Sony.

Wenns unbedingt eine (Nikon-)DSLR sein muss, dann entweder eine D5500 oder gleich eine D750.

 

Alle anderen werden sich an günstigeren Spiegellosen mit erweitertem Funktionsumfang orientieren. Da stört höchstens noch die Objektivvielfalt, aber MFT hat eine äußerst umfangreiche Objektivvielfalt, und Sony wird da sicherlich noch nachlegen.

Und ich denke, dass Sony bald einen Nachfolger für die A6000 rausbringt, der die D72000 das Fürchten lehren wird.

 

Es ist schön, dass Nikon wieder mal die beste APS-C-Bildqualität liefert, aber sie werden bald den Anschluss an innovativere Marken wie Sony verlieren.

Entweder sie bringen "bald" DIE Hammer-APS-C-Kamera raus (z.B. D8000 oder so) oder ich sehe schwarz für Nikons Consumer-Kameras.

 

_________

 

** Als mögliche Zielgruppe fallen mir höchstens D7000-Nutzer mit umfangreichen Nikon-Objektivsortiment ein. --> Ob sich das für Nikon lohnt???

 

 

hans.claudia 2015-05-22

Normal 0 21 false false false DE-CH X-NONE X-NONE

Ich bin vor 16 Monaten von Nikon auf Sony umgestiegen. Es war mein grösster Fehler. Heute bin ich soweit dass ich mir ernsthaft überlege, ob ich wieder zurück soll.

Wo sind die Alternativen bei Sony für Sport oder andere schnelle Sachen. Spiegellos bedeutet noch lange nicht schnell. Das musste ich gerade bei der Alpha 7II auch feststellen. Auch der modifizierte Autofokus gleicht einer Schlaftablette gegenüber einer D3 oder D4 von Nikon, geschweige der S Versionen. Auch die Trefferquote war bei  Nikon einiges höher. Zudem hat es Sony immer noch nicht begriffen, dass Objektive für die Alpha 7 Modelle fehlen. Das mit dem Adapter, ist wirklich nicht die Lösung, und der Vorteil vom Gewicht, ist sehr klein. 98 Prozent bei Reuters arbeiten mit Canon und Nikon. Sony hat es und wird es nicht schaffen, im Professionellen Bereich Fuss zu fassen. Kein richtiges System, dafür eine Apotheke. Zudem zeigen Umfragen bei Canon, Sport und Tierfotografen wollen den Sucher und kein Display.

Ich hatte bei Nikon auch eine DX- D7100. Gerade bei guten Lichtverhältnissen bis ISO 640 habe ich sie oft eingesetzt. Ich kann mir gut vorstellen neben dem FX- Format, dass viele jetzt zusätzlich die D7200 in der Tasche haben. Schon wegen der verbesserten ISO.

Was ich an der Sony sehr schätze, sind die Zeiss- Autofokus Objektive. Aber Zeiss Objektive gibt es ja bekanntlich auch mit andern Anschlüssen. Und es ist auch kein Geheimnis, nicht jedes Zeiss, ist Spitze.

auchkeineahnung 2015-05-23

Wieso vergleichst du jetzt eine D7200 mit einer A7II oder D4?

Die A77II ist bis auf den kleinen Puffer wohl sehr gut fuer Sport und Tier geeignet.

So richtig konntest du jetzt auch keine Zielgruppe fuer die 7200 nennen. Oder meinst du als relevante Zielgruppe eine D7200 als Zweitbody fuer FX-Besitzer? Ich kann mir nicht vorstellen,  dass sich das fuer Nikon lohnt.

Touri 2015-05-25

[quote user="auchkeineahnung"]Wieso vergleichst du jetzt eine D7200 mit einer A7II oder D4?

Die A77II ist bis auf den kleinen Puffer wohl sehr gut fuer Sport und Tier geeignet.

Hallo,

werden da zwei völlig unterschiedliche Kameras mit ähnlicher Bezeichnung verwechselt?

Die A7II ist eine spiegellose Kamera mit FF-Sensor. Laut dpreview langsamer beim AF als eine A6000.
Die A77II ist eine SLT (Kamera mit Spiegel) und von der Baugröße mit eine SLR vergleichbar.

[quote user="auchkeineahnung"]Zielgruppe fuer die 7200

Die einen optischen Sucher bevorzugen werden solche Kameras kaufen. 

Christian

auchkeineahnung 2015-05-26

Also von mir nicht. Ich glaube aber, dass hans.claudia die a77II nicht kennt.

Mag sein, dass der optische Sucher ein Argument ist, aber wer einmal laenger mit einem professionellem EVF gearbeitet hat, duerfte einen optischen nicht vermissen.

Im Vergleich ist die D5500, selbst mit schlechterem Sucher, die sinnvollere Kamera.

 Wenn Nikon nicht bald eine Profi-APS-C rausbringt, sehe ich schwarz.

Sandix 2015-05-27

Der Markt für APSC-Profi-DSLRs (2000 Euro) bricht vielleicht gerade weg. Früher mochten Tele-Fotografen (z.B. Tierfotografen) ganz gerne einen APSC-Zweitbody, wegen der höheren Pixeldichte und dadurch "mehr Reach" (mehr Cropping-Reserve).  Heute wird das gerade obsolet, bei Auflösungen von 36-50 MP im KB-Umfeld.

Wie in meinem Vorpost geschrieben, die D7200 hat ja den Profi-AF aus der 6000-Euro-D4. Besser geht's nimmer.  Jetzt könnte man höchstens noch die Serienbildrate hochpushen, für die Leichtathleten-Dokumentatoren, oder die Kolibri-Fotografen ;)  Und das Gehäuse größer mit mehr Metall.  Aber der Anteil Interessenten, die für sowas 2000,- statt 1000,- ausgeben wollen, wird mittlerweile gegen null gehen?

Verständlich, warum es mangels Bedarf keinen D400-Nachfolger mehr geben wird. Andererseits währen die Profit-Margen einer 2000-Euro-APSC schön saftig, ganz sicher ist es deshalb nicht, dass nicht doch noch ein D400-Nachfolger kommen könnte.  Aber verkaufen wird sie sich nicht mehr.

auchkeineahnung 2015-05-27

@sandix: ein paar deiner punkte kann ich nachvollziehen, andere nicht. 

Den besten apsc-body haben, aber die billigsten objektive draufschrauben... die guten von nikon sind auch nicht billiger als die von anderen marken. Einen wasserabweisenden body einfordern, aber billige ungedichtedete objektive draufschrauben?

Der erfolg der x-t1 und von den teuren mfts zeigen meinermeinung schon, dass fuer apsc noch weiter luft nach oben waere.

Wieso hackt hier jeder auf sony rum? Die a600 hat KEINEN langsamen AF. Die A77II auch nicht. 

 

odin 2015-05-28

[quote user="auchkeineahnung"]Wieso hackt hier jeder auf sony rum? Die a600 hat KEINEN langsamen AF. Die A77II auch nicht.

Musst halt nicht so auf Nikon rumhacken ;  ...  dann hackt auch keiner auf deiner geliebten Sony rum.

 

Sandix 2015-05-29

[quote user="auchkeineahnung"]Den besten apsc-body haben, aber die billigsten objektive draufschrauben

Ich kenne natürlich auch den alten Standard-Rat: "Investiere in teures Glas und spare dafür eher lieber beim Body".

Aber meine eigene Erfahrung (mit meinen ersten People-Photo-Schritten) hat mich da total umgepolt!

Ich würde meiner eigenen Zielgruppe nämlich das Gegenteil raten: "Kauf dir ein strunz-billiges 50mm f/1.8, das ist gut genug.  Aber sieh zu, dass du beim Body den besten Autofokus kriegst, den du für Geld bekommen kannst".

Für die Landschaftsfotografie mit Zooms gilt natürlich nach wie vor, da nicht zu sparen, während der Body (insbes. der Autofokus) da nicht ganz so entscheidend ist.

Mit meinem nächsten Body will ich halt für beides gewappnet sein (insbes. zunehmend für People-Photo), deshalb ist die D7200 mit seinem Profi-Autofokus-System wohl ziemlich meine Zielgruppe.

Bin auf der Suche nach einem zuverlässigen "photographic Tool", dass mich in keiner Situation im Stich lässt.  Das ist mir wichtiger als die letzten Gimmicks zu haben oder nicht zu haben.
Mirrorless können einen bei heiklen AF-Situationen leider sehr schnell bzw. oft im Stich lassen.  Ob das doof ist oder nicht, kommt darauf an, was man fotografieren will (auch an die Zukunft denken, Interessensgebiete können sich verändern).


[quote user="auchkeineahnung"]Einen wasserabweisenden body einfordern, aber billige ungedichtedete objektive draufschrauben?
Ein "undichter" Body ist heikel bei Regen, weil er mit seinen Buttons so viele elektrische Kontakte nach außen trägt. Egal wie man ihn hält, irgendein Button ist immer in der frontalen "Angriffszone" des Regens.

Objektive sind da ja unkritisch.  Dort halte ich WR deshalb für marketingmäßig gehyped.  Ich habe derzeit einen WR-Body und schieße mit meinen non-WR-Objektiven auch bei (leichtem) Regen ohne Probleme bisher.  Was kann da schon groß passieren. Die werden halt außen nass und in der Stube außen wieder trocken.  Selbst richtig teure Profi-Objektive (wie das Sigma Art 50mm f/1.4 für 700-800 Euro) sind nicht ausdrücklich WR, soweit ich weiß. Wozu auch.

Ich glaube, viele glauben aufgrund der schieren Existenz von WR-Objektiven, dass normale Objektive kein Regen abkönnen würden. Das stimmt aber nicht. 

[quote user="auchkeineahnung"]Der erfolg der x-t1 und von den teuren mfts zeigen meinermeinung schon, dass fuer apsc noch weiter luft nach oben waere

Ja, seh ich genau so. APSC-Konzepte wie die Fuji X-T1 geben APSC richtig Rückenwind. Ich glaube deshalb heute nicht mehr daran, dass APSC von KB verdrängt werden wird, obwohl das "interessierte Kreise" ja immer sagen.

Fuji X-T1 beweist ja, nicht das Sensor-Format ist das Problem.  Sondern dass APSC bei anderen Herstellern bislang immer nur mit billig-Objektiven versorgt wurde. Und nur deshalb den Ruf der schlechteren Bildqualität bekommen hatte.

Fuji-X-Objektive sind zwar so teuer wie gute KB-Objektive, aber eben auch so gut. Das wird so langsam begriffen. Ich glaube, dass die Hauptzielgruppe der X-T1 Leute mit einer KB-Kamera und lockerer Brieftasche sind, die sich (zunächst als Zweitsystem) mal verkleinern wollen, ohne aber Bildqualität aufzugeben.


[quote user="auchkeineahnung"]Wieso hackt hier jeder auf sony rum
 Klang vielleicht so, aber im Grunde bin ich nur die völlig verkehrte Zielgruppe für Sony.

Mein Bruder dagegen hat eine Sony A7, und er ist auch die richtige Zielgruppe.  Er mag entschleunigtes Fotografieren (lange Beschäftigung mit statischen Motiven), kauft sich wenig Linsen aber dafür dann schonmal was richtig teures darunter (Zeiss).


Ich bin total anders. Im Urlaub will ich 10-300mm abgedeckt haben, profitiere deshalb stark von guter und günstiger Objektiv-Auswahl, und möchte desweiteren gut Street/People fotografieren können.  Da kommt Sony nicht wirklich in Frage, wegen des Objektivprogramms und wegen des Autofokus, und der Ergonomie, und der Gesamtkosten von dat'janze.

 

 

auchkeineahnung 2015-05-27

Also von mir nicht. Ich glaube aber, dass hans.claudia die a77II nicht kennt.

Mag sein, dass der optische Sucher ein Argument ist, aber wer einmal laenger mit einem professionellem EVF gearbeitet hat, duerfte einen optischen nicht vermissen.

Im Vergleich ist die D5500, selbst mit schlechterem Sucher, die sinnvollere Kamera.

 Wenn Nikon nicht bald eine Profi-APS-C rausbringt, sehe ich schwarz.

MNeuhaus 2015-05-27

[quote user="hans.claudia"]Ich bin vor 16 Monaten von Nikon auf Sony umgestiegen. Es war mein grösster Fehler. Heute bin ich soweit dass ich mir ernsthaft überlege, ob ich wieder zurück soll.

Wenn Du wirklich von einer D4 auf eine A7 mit adaptierten Objektiven - für Sportfotografie - umgestiegen bist, dann wundert mich Dein Fazit nicht. Da hast Du definitiv die falsche Wahl getroffen.

 

Adabi 2015-09-30

[quote user="auchkeineahnung"]Es ist schön, dass Nikon wieder mal die beste APS-C-Bildqualität liefert, aber sie werden bald den Anschluss an innovativere Marken wie Sony verlieren.

Ja, das wäre schön, wird aber weder bei Canon noch bei Nikon passieren. Sonys Ökosystem ist im Vergleich zu den beiden Grossen viel zu klein. Bestenfalls wird Sony die beiden Platzhirsche ärgern. Da kann Sony noch so innovativ ihre treuen A-Mount Fans vor den Kopf stossen, die Marktanteile sprechen immer noch eine ganz andere Sprache.

[quote user="auchkeineahnung"]Und ich denke, dass Sony bald einen Nachfolger für die A6000 rausbringt, der die D72000 das Fürchten lehren wird

Da denkst du falsch. Erstens, weil es bereits die 77 II gibt und zweitens, weil niemand der in Richtung 7200 schaut, sich eine Kamera zulegen wird, die keinen richtigen Sucher und ein einschränktes Bedienkonzept hat. Ganz andere Zielgruppe.

[quote user="auchkeineahnung"]Alle anderen werden sich an günstigeren Spiegellosen mit erweitertem Funktionsumfang orientieren. Da stört höchstens noch die Objektivvielfalt, aber MFT hat eine äußerst umfangreiche Objektivvielfalt, und Sony wird da sicherlich noch nachlegen.

Ja, wer in 5 Jahren eine Kamera kaufen will, wird das hoffentlich hier lesen. Bis dahin gibt es dann auch hoffentlich Gehäuse in ordentlicher Grösse und mit professionellerer Bedienung. Soll ja nicht jeder mit der Kombination aus Minibody + Tele zufrieden sein.

Bis dahin wird es dann vielleicht auch genügend Zubehör geben. Vielleicht.

[quote user="auchkeineahnung"]Und Neueinsteiger in diesem Segment dürften wohl kaum zur D7200 greifen. 

Doch. Denn das Segment ist Oberklasse APS-C. Warum sollten also Neueinsteiger nicht zur D7200 greifen - so sie denn nicht Canon bevorzugen.

 

[quote user="auchkeineahnung"]Wenn sie wenigstens besser für Sport oder Natur geeignet wäre, aber da gibts bessere und billigere Alternativen v.A. bei Canon aber auch Sony.

Ja, Canon ist schneller, aber von der Bildqualität hinten an. Gleiches bei Sony durch die SLT Technik.

 

Ich wechsel übrigens schweren Herzens von Sony zu Nikon. Da nervt mich die Produktpolitik weniger, denn was in 5 oder 10 Jahren ist, darauf kann ich heute nicht warten. Sony sollte weniger Bodies und deutlich mehr Objektive raushauen - nicht nur für E-Mount, sondern auch für A-Mount. Wo etliche modernisiert werden müssten oder es in bestimmten Bereichen gar keine aktuellen Brennweiten gibt und man auf alte Minoltas ausweichen muss.

Wer sich nicht absolut sicher ist, was er tut und wohin sein Weg fototechnisch geht, sollte von allen Nischenherstellern die Finger lassen. Was nicht bedeutet, dass Olympus, Pentax, Fuji & Co. schlechte Kameras machen, man hält sich da nur nicht alle Wege offen.

 

 

 

 

Sandix 2015-05-26

Für meine Zielgruppe ist die D7200 vermutlich ziemlich interessant. Früher die übliche Urlaubs- und Ausflugsfotografie (Landschaften, Stadtszenen), jetzt zunehmend People/Hobbymodels geplant.

Die D5500 ist in mir wichtigen Belangen zu Nachteil-behaftet:

Essential:
- Die D5500 hat "nur" die 39 AF-Sensoren, die D7200 dagegen den Profi-AF mit 51 Sensoren, aus der 6000-Euro-D4. Äußerst nützlich für die People-Photo mit AF-C.

- Obendrein ist die Frame-Abdeckung besser. Insbes. hochkant bei Motiv-Platzierung gemäß Rule-of-the-thirds sehr nützlich. Hochkant ist wichtig für People-Photo.

- RAW-Puffer für Bursts: Die D5500 hat nur 6, die D7200 dagegen 18 Frames.

- Die D5000 hat kein HSS-Blitzen, somit keine Möglichkeit, tagsüber bei Peoplephoto/offenblendig einen HSS-fähigen Aufhellblitz zu nutzen, wenn die Verschlusszeiten in den 1000ern sind.

Weitere Nachteile der D5500:
- Kein Weather-Sealing bei der D5500, aber bei der D7200. Nützlich wenn man in Urlaub sich nicht von Getröpfel bis leichtem Regen abhalten lassen will. Viele Landschaften mit prachtvoller bis grandioser Natur werden leider nun mal von oben recht regelmäßig bewässert ;) 

- Schwenk-Rückdisplay.  Kameras machen 100.000-200.000 Auslösungen, aber Kupfer bricht nach 1.000-2.000 Biege-Vorgängen? Ein Haltbarkeits-Missverhältnis. Meine alte Bridge mit Schwenk-EVF (Minolta A2) hatte genau dieses Kupfer-Bruch-Problem aufgrund regelmäßiger Nutzung. Kein Wunder, warum Profi-Cams sowas nicht haben?

- Die D5500 hat "nur" 1/4000 statt 1/8000. Ich liege bei f/1.8 Offenblende regelmäßig in den vierstelligen Verschlusszeiten. Früher, als f/8-Knipser, war mir das noch egal.


Mirrorless kommt auch noch nicht in Frage:
- klein-krampfige Gehäuse zu unergonomisch, Retro-Look leider wichtiger als akzeptable Ergonomie, obwohl Ergonomie auch bei Mirrorless-Gehäusen möglich wäre (die Superzoom-Bridge-Cams machen's ja vor)

- Sony: Objektive entweder zu schlecht (Sonys) oder zu teuer (Zeiss), in jedem Fall ein recht mieses Preisleistungsverhältnis?
- zudem als KB-System auf große schwere Objektive angewiesen, dadurch nicht so reise-freundlich wie APSC-Systeme
- AF viel zu lahm, wie ein Vorredner schon gesagt hatte


- Fuji X-T1: Fand ich schon interessanter, obwohl auch klein-krämpfiges Gehäuse
- immerhin ist der AF dank einiger (zu weniger) Phasen-Felder nur noch "lahm" und nicht mehr "viel zu lahm" wie bei Sony
- Objektive im Prinzip lecker, aber VIEL zu teuer. 50mm f/1.x kostet 1000 Euro, statt ab 120 Euro wie bei Nikon.


- Olympus: lecker für die Street-Photo, da dank kleiner Sensoren sehr kompakt; jedoch mir zuwenig Bokeh und als Gesamtsystem (einschließlich Objektive wie alle Mirrorless zu unverschämt überteuert).


- Pentax: wird floppen und dann sterben, ist bei APSC zurückgefallen, und die KB ist das letzte Aufbäumen (ohne dass es einen Zielmarkt dafür gibt, außer ein paar wenigen Pentax-Altglas-Opas mit deren Analog-Ära-Objektiven).  Dann werden die Ricoh-Investoren den Stecker ziehen.  Stand heute: es gibt zu wenig attraktive (gute Qualität zu gutem Preis) Objektive im Angebot, keine Änderung in Sicht. Dritthersteller wenden sich langsam von Pentax ab.


- Canon DSLR: Ob Nikon oder Canon ist wirklich nur Geschmackssache, momentan finde ich die Performance der Nikon-Sensoren cooler, und die extreme Konfigurierbarkeit der Bodys und des Autofokuses.  Nikon verbaut in der D7200 meiner Vermutung nach einen neuen Toshiba-Sensor, obwohl ich weiß dass alle Welt einen Sony-Sensor vermutet.


Fazit: Bin noch nicht ganz entschlossen. 
Würde Fuji einen X-T1-Nachfolger bringen, der ergonomischer ist (Gehäuseform vergleichbar zu den Bridge-Cams statt retro) und mehr Phasen-AF-Sensoren hat, und würde Fuji auch seinen Profit-Objektiven einige Budget-Optionen (darunter günstige 1.8-Festbrennweiten) an die Seite stellen, wäre eine X-T2 schon sehr verführerisch!  Leider können Sigma, Tamron und Tokina hier ja nicht aushelfen.

So bleibt erst mal die D7200 in der engsten Auswahl.


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Hersteller
Modell

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 98 %
Ausstattung 12,5 % 100 %
Handhabung 12,5 % 90 %
Geschwindigkeit 12,5 % 91 %
Bildqualität 50,0 % 90 %
Gesamtnote 93 %

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerNikon
ModellD7200
SensorCMOS APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
24,7 Megapixel (physikalisch)
24,1 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,9 µm
Auflösung (max.)6.000 x 4.000 (3:2)
Video (max.)1.920 x 1.080 60p
ObjektivNikon AF-S 18-105 mm 3.5-5.6 DX G ED VR (Zoom-Objektiv)
SpiegelreflexsucherPrismensucher, 100 Prozent Bildfeldabdeckung, 0,94-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,63-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), 19 mm Augabstand, Dioptrienkorrektur von -2,0 bis 1,0 dpt, wechselbare Mattscheiben
Monitor3,2" (8,0 cm)
  Auflösung1.229.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreen
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Mini (Typ C)
Vollautomatikja
Motivautomatik
Motivprogramme16
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionnein
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (2.016 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitzeingebauter Blitz
  Synchronzeit1/320 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Nikon, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFCja
GPSextern
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Infrarotauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, UHS I)
  Slot 2
SD (SDHC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-25.600
  manuellISO 100-25.600
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder15 Kreuzsensoren
37 Liniensensoren
  GeschwindigkeitPhasen-Autofokus: 0,32 s bis 0,53 s
Live-View-Autofokus: 1,50 s bis 2,10 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen136 x 106 x 76 mm
Gewicht (betriebsbereit)748 g (nur Gehäuse)
1.168 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit1.110 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Robustes, griffgünstig geformtes Gehäuse
  • Großer Puffer für langanhaltende Bildserien
  • Überragender Ausstattungsumfang inklusive WiFi
  • Beste Bildqualität ihrer Klasse
  • Etwas unübersichtliches Menü und teilweise umständliche Bedienung
  • Videomodus 50p/60p nur bei 1,3x-Crop
  • Display weiterhin starr verbaut
  • Unzeitgemäß langsamer Autofokus im Live-View-Modus