Spiegelreflexkamera, Systemkamera

Testbericht: Nikon D7200

2015-05-21 Mit der D7000 brachte Nikon vor knapp fünf Jahren eine APS-C-DSLR, die zwar professionell ausgestattet war, sich aber eben nicht nur an Profi-Fotografen wandte. Die jüngste überarbeitete Version heißt Nikon D7200 und ist erst seit Kurzem auf dem Markt. Der hat sich allerdings mittlerweile drastisch verändert: Spiegellose Systemkameras machen den ausgewachsenen DSLRs das Leben schwer, zumal kaum noch eine aktuelle Digitalkamera mit wirklichen Innovationen glänzen kann. Schafft es die Nikon D7200 dennoch ebenso zu begeistern wie vor Jahren die D7000 und dann deren Nachfolgerin D7100? digitalkamera.de geht nicht nur dieser Frage im ausführlichen Labor- und Praxistest nach.  (Martin Vieten)

  • Bild Nikon hat es bei der D7200 bei einer Auflösung von 24 Megapixeln auf einem APS-C-Sensor belassen, der schnellere Bildprozessor Expeed 4 sowie der vergrößerte Pufferspeicher sorgen aber für einen länger andauernde Bildserien ohne Unterbrechung. [Foto: MediaNord]

    Nikon hat es bei der D7200 bei einer Auflösung von 24 Megapixeln auf einem APS-C-Sensor belassen, der schnellere Bildprozessor Expeed 4 sowie der vergrößerte Pufferspeicher sorgen aber für einen länger andauernde Bildserien ohne Unterbrechung. [Foto: MediaNord]

  • Bild Das Stativgewinde der Nikon D7200 sitzt ordnungsgemäß in der optischen Achse, wenn auch etwas weit hinten, wodurch die Kamera auf dem Stativ etwas frontlastig wird. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde der Nikon D7200 sitzt ordnungsgemäß in der optischen Achse, wenn auch etwas weit hinten, wodurch die Kamera auf dem Stativ etwas frontlastig wird. [Foto: MediaNord]

  • Bild Unter dem ausgeprägten Handgriff, dank dem die Nikon D7200 hervorragend in der Hand liegt, verbergen sich die NFC- sowie die WLAN-Antenne, womit sich die D7200 drahtlos fernsteuern lässt. [Foto: MediaNord]

    Unter dem ausgeprägten Handgriff, dank dem die Nikon D7200 hervorragend in der Hand liegt, verbergen sich die NFC- sowie die WLAN-Antenne, womit sich die D7200 drahtlos fernsteuern lässt. [Foto: MediaNord]

Hinweis

Parallel zu dieser kurzen Version, die ungefähr dem Umfang und Inhalt unserer bisherigen "Kompakt-Tests" entspricht, gibt es eine ausführliche Version in Form einer PDF-Datei als Bezahlinhalt ("Paid Content"). Die ausführliche Version erklärt viele Details noch genauer und ausführlicher und enthält darüber hinaus

  • viele zusätzliche Fotos
  • 5 Labortest-Diagramme mit erklärenden Bildunterschriften
  • noch umfangreicherer Steckbrief mit vielen weiteren Messwerten (Blitzleitzahl, Serienbildgeschwindigkeit u. a.)
  • einen Vergleich mit drei Konkurrenzmodellen
  • einen Link zu exklusiven Testbildern (ISO-Reihe unseres Testaufbaus, auch im Rohdatenformat)

Die 32 Seiten sind lesefreundlich im DIN-A5-Format gesetzt und eignen sich ideal zum Lesen auf Tablet-Computern ab 7 Zoll Bilddiagonale und können bei Bedarf auch ausgedruckt werden. Das PDF-Dokument ist DRM-frei und kann auf jedem Gerät angezeigt werden, das PDF-Dateien darstellen kann. Wenn Sie sich (z. B. vor dem Kauf) noch genauer oder detaillierter über die Nikon D7200 informieren möchten, sollten Sie unseren ausführlichen Testbericht für 1,90 Euro kaufen. Sie unterstützen damit übrigens auch die Arbeit der Redaktion!

>>> Hier geht's direkt zur PDF-Version <<<

Ergonomie und Verarbeitung

Nikon hat das Gehäuse-Design der D7200 so belassen, wie es schon von der D7000 und D7100 bekannt ist. Mit ihren Abmessungen von 136 x 106 x 76 mm (B x H x T) fällt sie für eine ausgewachsene DSLR eher schmächtig aus. Das Gewicht von rund 750 Gramm (betriebsbereit mit Akku und Speicherkarte, aber ohne Objektiv) ist durchaus noch tragbar, zumal die Kamera wirklich gut in der Hand liegt. Damit die D7200 einigermaßen leicht bleibt, besteht ihr Gehäuse aus einer hochwertigen Magnesium-Legierung. Dieses Material hat nicht nur ein geringes spezifisches Gewicht, dadurch wird die Kamera zudem ausgesprochen solide; sie ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Da mag man Nikon gerne nachsehen, dass die Schnittstellen an der linken Kameraseite von fummelig zu schließenden Gummiklappen geschützt werden – dicht ist diese Lösung wenigstens. Auf der rechten Seite hat Nikon die Schächte für gleich zwei SD-Speicherkarten unter einer solide schließenden Klappe untergebracht.

Keine Überraschung auch an der Unterseite der Nikon D7200. Der Akku wird wie gehabt von unten in den Handgriff geschoben, er liefert jetzt Energie für gut 1.100 Aufnahmen (gemessen nach CIPA-Standard) und hat damit rund zehn Prozent mehr Reichweite als bei der D7100. Das Stativgewinde sitzt in der optischen Achse, weit genug vom Akkuschacht entfernt, so dass der Energiespender also auch bei angesetzter Schnellwechselplatte ausgetauscht werden kann.

  • Bild Die Nikon D7200 besitzt ein robustes Gehäuse, das aus einer Magnesiumlegierung besteht. Die DSLR liegt gewohnt hervorragend in der Hand. [Foto: MediaNord]

    Die Nikon D7200 besitzt ein robustes Gehäuse, das aus einer Magnesiumlegierung besteht. Die DSLR liegt gewohnt hervorragend in der Hand. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der rückwärtige Bildschirm der Nikon D7200 weiß mit seiner Größe, Helligkeit und Detailauflösung zu überzeugen, ist aber im Gegensatz beispielsweise zur D5500 oder D750 fest verbaut. [Foto: MediaNord]

    Der rückwärtige Bildschirm der Nikon D7200 weiß mit seiner Größe, Helligkeit und Detailauflösung zu überzeugen, ist aber im Gegensatz beispielsweise zur D5500 oder D750 fest verbaut. [Foto: MediaNord]

  • Bild Ein beleuchtbares Statusdisplay sorgt auf der Oberseite der Nikon D7200 stets für die nötige Übersicht der wichtigsten aktuellen Aufnahmeeinstellungen. [Foto: MediaNord]

    Ein beleuchtbares Statusdisplay sorgt auf der Oberseite der Nikon D7200 stets für die nötige Übersicht der wichtigsten aktuellen Aufnahmeeinstellungen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Nikon D7200 bietet gleich zwei zu SD, SDHC und SDXC kompatible Speicherkartenschächte mit zahlreichen Wahlmöglichkeiten zum getrennten Speichern von JPEG und Raw oder Fotos und Filmen. [Foto: MediaNord]

    Die Nikon D7200 bietet gleich zwei zu SD, SDHC und SDXC kompatible Speicherkartenschächte mit zahlreichen Wahlmöglichkeiten zum getrennten Speichern von JPEG und Raw oder Fotos und Filmen. [Foto: MediaNord]

Beim Blick durch den Sucher der D7200 kommt Freude auf. Das Sucherbild ist klar und hell, ein Verdienst der aufwändigen Pentaprismenkonstruktion sowie der BriteView-Einstellscheibe. Auf Wunsch lässt sich ein feines Gitternetz ins Sucherbild einblenden, die Belichtungswage zeigt auf Knopfdruck an, ob die Kamera in der Horizontalen exakt ausgerichtet ist. Die Austrittspupille liegt mit 19,5 Millimeter recht nah am Auge, Brillenträger bekommen dadurch schnell Schwierigkeiten, das Sucherbild komplett zu erfassen. Wer daher beim Blick durch den Sucher auf seine Brille verzichten möchte, wird sich über die Dioptrienkorrektur freuen.

Auf der rechten Schulter der D7200 thront wie schon bei den Vorgängerinnen ein üppiges Statusdisplay. Beim rückwärtigen Hauptmonitor bleibt ebenfalls alles beim Alten – im Guten wie im Schlechten. Gut ist, dass das Display mit rund 1,2 Millionen Bildpunkten (Subpixel) sehr hoch auflöst und es dank einer spezielle RGBW-Matrix sehr hell leuchten kann. Weniger schön: das Display ist weiterhin fest verbaut, es lässt sich weder klappen noch schwenken. Immerhin zeigt das Display der D7200 selbst bei sehr schräger Draufsicht ein unverfälschtes Bild, kippende Farben sind ihm fremd.

Auf den ersten Blick wirkt die D7200 etwas planlos mit Knöpfen, Schaltern und Drehreglern übersät. Doch Nikon hat die meisten Bedienelemente sehr griffgünstig angeordnet. Standardmäßig ist die Kamera so eingerichtet, dass eine Taste gedrückt gehalten werden muss, während man mit der anderen Hand ein Einstellrad dreht, um den entsprechenden Parameter zu ändern. Das schützt vor versehentlichem Verstellen, verkompliziert andererseits die Bedienung. Glücklicherweise lässt sich das Verhalten vieler Tasten auf Schalter umstellen – dann reicht es, sie einmal anzutippen, um anschließend die entsprechenden Parameter zu verstellen.

Nikon hat das Programmwählrad auf der linken Kameraschulter sowie den Einstellring für den Aufnahmemodus direkt darunter ebenfalls gegen ungewolltes Verstellen gesichert. Einige Funktionstasten können mit Funktionen nach Wahl belegt werden. Rechts oben auf der Kamera befindet sich wie gewohnt der Auslöser, der vom ringförmigen Hauptschalter umschlossen wird. Zwischen Auslöser und Schulterdisplay fanden dann noch zwei kleine Knöpfe für die Belichtungskorrektur und die Wahl des Messmodus‘ Platz.

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Wer noch nie eine Nikon-DSLR in der Hand hatte, wird von den Möglichkeiten im Hauptmenü der D7200 schier erschlagen. Das liegt nicht nur an der bloßen Anzahl der Befehle, sondern auch an einer etwas eigenwilligen Untergliederung. Die meisten Einstellungen ändert man im Individual-Menü, das in Abschnitte wie „Autofokus“, „Belichtung“ oder „Belichtungsreihen und Blitz“ unterteilt ist. Diese Untermenüs bestehen teilweise aus langen Listen, die man durchscrollen muss. Orientierung verschafft man sich mit der ?-Taste, die ausführliche Erklärungstexte aufs Display bringt.

Ausstattung

Die D7200 soll sowohl in der Hand des kundigen Fotografen wie auch dem weniger versierten Anwender gute Ergebnisse liefern. Für letztere gibt es eine Vielzahl nützlicher Automatiken. Zunächst einmal die Vollautomatik, die per AUTO auf dem Programmwählrad einfach aufzurufen ist. Sie erledigt wirklich alles selbst und erlaubt konsequenterweise kaum Eingriffsmöglichkeiten. Alternativ bietet die D7200 die gezielte Vorgabe eines Szenen-Programms wie etwa „Landschaft“, „Portrait“ oder „Strand/Schnee“. Bei diesen hat man dann wenigstens rudimentäre Anpassungsmöglichkeiten. Sogar eine HDR-Automatik hat Nikons jüngster Spross an Bord, sie funktioniert indes nur im PASM-Modus, ein schnell einstellbares Motivprogramm für HDR-Fotos fehlt der D7200. Auch mit einer Panorama-Funktion kann sie nicht aufwarten.

Dem anspruchsvollen Fotografen bietet die D7200 so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Ihr Empfindlichkeitsbereich reicht von ISO 100 bis ISO 102.400, die beiden höchsten Stufen zeichnen allerdings nur in Schwarzweiß auf. Hinzu kommt eine ausgefuchste ISO-Automatik, die die Vorgabe der längsten zulässigen Belichtungszeit erlaubt und auch im Modus M funktioniert. Ein weiteres Schmankerl: Für die Belichtungssteuerung lässt sich ein fester Korrekturwert vorgeben, damit die D7200 knapper oder reichlicher belichtet als von Nikon vorgesehen. Nötig ist das eigentlich nicht, denn in der Praxis belichtet die D7200 zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Zur Verbesserung der Tiefenzeichnung bei kontrastreichen Motiven hilft „Active D-Lighting“. Selbstverständlich kann die D7200 auch Belichtungsreihen aufnehmen, Intervallaufnahmen sind ebenfalls möglich. Keine Wünsche offen lässt das ausgefeilte Blitzsystem von Nikon, das die D7200 in allen Spielarten wie Langzeitsynchronisation, Vorblitz zur Reduktion roter Augen drahtlose Blitzsteuerung beherrscht.

Gegenüber der Vorgängerin hat Nikon bei der D7200 den Autofokus verbessert, dessen Empfindlichkeit nun hinab bis -3 LW reicht. Gebelieben ist es bei einem unangenehm grell-weißen AF-Hilfslicht, das in dunkler Umgebung das Motiv beleuchtet, sich glücklicherweise aber auch abschalten lässt. Ausgestattet mit dem Objektiv AF-S 18-105 mm 3.5-5.6 DX G ED VR erweis sich der Autofokus der D7200 im Testlabor von digitalkamera.de mit einer Auslöseverzögerung von 0,32 bis 0,53 Sekunden als etwas langsam. Richtig lahm dagegen arbeitet er im Live-Modus, hier braucht die D7200 mit 1,5 bis 2,1 Sekunden quälend lange, bis sie scharf gestellt und ausgelöst hat.

  • Bild Nikon hat die D7200 mit zahlreichen Tasten und Drehrädern für eine möglichst direkte Bedienung versehen. Dazu gehören das Programmwählrad, der Wähler für den Auslösemodus oder etwa die zwei Drehräder zur Einstellung verschiedener Aufnahmeparameter. [Foto: MediaNord]

    Nikon hat die D7200 mit zahlreichen Tasten und Drehrädern für eine möglichst direkte Bedienung versehen. Dazu gehören das Programmwählrad, der Wähler für den Auslösemodus oder etwa die zwei Drehräder zur Einstellung verschiedener Aufnahmeparameter. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Gummikappen über den zahlreichen Schnittstellen der Nikon D7200 gewinnen zwar keinen Schönheitspreis, sorgen aber für den nötigen Spritzwasser- und Staubschutz, den auch das ganze Gehäuse besitzt. [Foto: MediaNord]

    Die Gummikappen über den zahlreichen Schnittstellen der Nikon D7200 gewinnen zwar keinen Schönheitspreis, sorgen aber für den nötigen Spritzwasser- und Staubschutz, den auch das ganze Gehäuse besitzt. [Foto: MediaNord]

Bei den Videofunktionen der D7200 hat sich im Vergleich zur Vorgängerin wenig getan. Wichtigste Neuerung: Die D7200 filmt mit bis zu 60 Vollbildern je Sekunde, bei der D7100 war die Bildrate noch auf 60i begrenzt. Allerdings sind die Bildraten 60p und 50p nur verfügbar, wenn das Bildfeld 1,3x (18 x 12) ausgewählt ist – die Kamera nutzt dann noch weniger der Sensorfläche, als beim Beschnitt von 3:2 auf 16:9 ohnehin nötig wäre. Bei spontanen Videoschnappschüssen störte im Praxistest der lahme Autofokus. Nicht nur, dass er die Schärfe beim Schwenk von nah auf fern sehr gemächlich nachführt – vielfach kam es dabei auch noch zu deutlichem, wenn auch kurzem Schärfepumpen. Zudem gelangen in ruhiger Umgebung Fokusgeräusche sowie die Geräusche des optischen Bildstabilisators vernehmbar auf die Tonspur.

Neu hinzugekommen ist bei der D7200 die drahtlose Datenübertragung per WiFi an ein Smartphone oder Tablet, auf dem die App Nikon „Wireless Mobile Utility“ (kostenlos für Android und iOS erhältlich) installiert ist. Deren Funktionsumfang ist bislang jedoch bescheiden. Im Wesentlichen beschränkt er sich darauf, Aufnahmen von der D7200 aufs Smartgerät herunterzuladen und die Kamera mit Livebildübertragung lediglich auszulösen.

Bildqualität

Wie schon ihre Vorgängerin ist die Nikon D7200 mit einem Sensor im APS-C-Format ausgestattet, der 24 Megapixel auflöst. Arbeitete in der D7100 noch ein Bildbearbeitungsprozessor vom Typ Expeed 3, bereitet in der D7200 nun der neuere Prozessor Expeed 4 die Sensorsignale auf. Ob das reicht, die bereits sehr gute Bildqualität der D7100 nochmals zu überflügeln? digitalkamera.de hat es im Labor (der ausführliche Labortest ist kostenpflichtig über die weiterführenden Links abrufbar) sowie in der Praxis getestet.

Bis ISO 800 liefert die D7200 durchweg sehr gute bis hervorragende Ergebnisse, das bestätigt auch das Testlabor von digitalkamera.de. Der Signal-Rauschabstand ist zwar mit einem Wert von knapp 40 dB nur gerade noch gut, das Luminanzrauschen bleibt aber dennoch bis ISO 800 absolut unauffällig. Allerdings schärft der Expeed 4 gerade bei niedrigen ISO-Werten sehr kräftig nach, was sich entsprechend bei der Messung der Texturschärfe niederschlägt. Sie ist bei ISO 100 mit einem Wert von 1,15 schon zu hoch und liegt erst bei ISO 800 beim Optimalwert 1. ISO 800 ist auch der Wert, bis zu dem die D7200 eine sehr hohe Eingangsdynamik von hohen 10,5 EV verkraftet.

Wird die Empfindlichkeit höher als ISO 800 geschraubt, kann die D7200 nicht verhehlen, dass sie mit einem APS-C-Sensor auskommen muss, der zudem hoch integriert ist. Jenseits der ISO 800 sinkt der Signal-Rauschabstand kräftiger, ab ISO 6.400 knickt die Kurve nochmals nach unten ab. Bei ISO 3.200 erscheinen die JPEGs aus der Kamera weich und detailarm, ein Eindruck, der sich bei ISO 6.400 nochmals sichtbar verstärkt. Wird die Empfindlichkeit abermals eine ISO-Stufe höher gesetzt, kommt es zu massiven Strukturverlusten. Bei ISO 12.800 geht zudem die Fähigkeit der D7200 rapide zurück, Helligkeitsunterschiede zu differenzieren, die Eingangsdynamik beträgt jetzt nur noch schlechte 8 EV.

Das getestete Set-Objektiv AF-S DX Nikkor 18–105 mm VR erfüllt die Erwartungen an ein preisoptimiertes Standardzoom, ruft aber das Potential der D7200 sicherlich nicht ab. Es löst abgeblendet auf F11 sehr hoch auf, auch an den Bildrändern. Bei der Messung der Verzeichnung gibt das AF-S DX Nikkor 18–105 mm VR leider keine derart überzeugende Vorstellung ab. Bei langer und mittlerer Brennweite verzeichnet es stark kissenförmig, im Weitwinkel extrem tonnenförmig. Vignettierung und chromatische Aberrationen sind dagegen weniger ein Problem.

Fazit

Mit der D7200 entwickelt Nikon die erfolgreiche D7100 im Detail weiter, bahnbrechende Neurungen hat die D7200 indes nicht zu bieten. Aber die vielen kleinen Detailverbesserungen können durchaus überzeugen. Der Autofokus arbeitet jetzt auch bei widrigen Lichtverhältnissen so flott, wie man es von einer anspruchsvollen DSLR erwartet. Videos zeichnet sie jetzt auch mit den Frameraten 50p und 60p auf, allerdings nur mit 1.3x-Crop. Neu hinzugekommen ist die WiFi-Schnittstelle inklusive NFC, die Möglichkeiten der dazugehörigen App sind allerdings (noch) überschaubar. Die Bildqualität der 24-Megapixel-Kamera ist bis ISO 800 hervorragend, bis ISO 3.200 mehr als brauchbar – unterm Strich bietet sie die beste Bildqualität ihrer Klasse. Und das Gehäuse liegt wie eh und je gut in der Hand, das Sucherbild beeindruckt. Trotz des insgesamt sehr guten Eindrucks, den die D7200 im Test hinterließ, gibt es weiterhin ein paar Kritikpunkte: Im Live-View-Modus stellt die Kamera viel zu langsam scharf, für schnelle Schnappschüsse ist das unbrauchbar. Schade auch, dass Nikon weiterhin am fest verbauten Monitor auf dem Kamerarücken festhält.


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Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Testnoten

Note Anteil  Punkte
Verarbeitung 12,5 % 98 %
Ausstattung 12,5 % 100 %
Handhabung 12,5 % 90 %
Geschwindigkeit 12,5 % 91 %
Bildqualität 50,0 % 90 %
Gesamtnote 93 %

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerNikon
ModellD7200
SensorCMOS APS-C 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5)
24,7 Megapixel (physikalisch)
24,1 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,9 µm
Auflösung (max.)6.000 x 4.000 (3:2)
Video (max.)1.920 x 1.080 60p
ObjektivNikon AF-S 18-105 mm 3.5-5.6 DX G ED VR (Zoom-Objektiv)
SpiegelreflexsucherPrismensucher, 100 Prozent Bildfeldabdeckung, 0,94-fache Vergrößerung (Sensor-bezogen), 0,63-fache Vergrößerung (KB-Äquiv.), 19 mm Augabstand, Dioptrienkorrektur von -2,0 bis 1,0 dpt, wechselbare Mattscheiben
Monitor3,2" (8,0 cm)
  Auflösung1.229.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreen
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Mini (Typ C)
Vollautomatikja
Motivautomatik
Motivprogramme16
Programmautomatikja
Programmshiftja
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionnein
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (2.016 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/8.000 s
Blitzeingebauter Blitz
  Synchronzeit1/320 s
  BlitzanschlussBlitzschuh: Nikon, Standard-Mittenkontakt
WLANja
NFCja
GPSextern
Fernauslöserja, Kabelauslöser, Infrarotauslöser, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, UHS I)
  Slot 2
SD (SDHC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-25.600
  manuellISO 100-25.600
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder15 Kreuzsensoren
37 Liniensensoren
  GeschwindigkeitPhasen-Autofokus: 0,32 s bis 0,53 s
Live-View-Autofokus: 1,50 s bis 2,10 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen136 x 106 x 76 mm
Gewicht (betriebsbereit)748 g (nur Gehäuse)
1.168 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit1.110 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

Kurzbewertung

  • Beste Bildqualität ihrer Klasse
  • Überragender Ausstattungsumfang inklusive WiFi
  • Großer Puffer für langanhaltende Bildserien
  • Robustes, griffgünstig geformtes Gehäuse
  • Unzeitgemäß langsamer Autofokus im Live-View-Modus
  • Display weiterhin starr verbaut
  • Videomodus 50p/60p nur bei 1,3x-Crop
  • Etwas unübersichtliches Menü und teilweise umständliche Bedienung