Lichtstarkes Vollformat-Telezoom und APS-C-Ultraweitwinkelzoom

Tamron legt SP 70-200mm F2.8 VC und 10-24mm F3.5-4.5 Di II VC neu auf

2017-02-07 Mit zwei sehr unterschiedlichen Objektiven möbelt Tamron sein Objektivprogramm auf. Das SP 70-200mm F2.8 Di VC USD G2 löst das entsprechende gut viereinhalb Jahre alte Vorgängermodell ab und bringt Verbesserungen beim Bildstabilisator, der optischen Konstruktion sowie dem Autofokus mit. Das 10-24mm F3.5-4.5 Di II VC HLD löst hingegen ein gut neun Jahre altes "Urgestein" ab. Das APS-C-Ultraweitwinkel-Zoom besitzt eine neue optische Konstruktion, erstmals mit Bildstabilisator, einen Spritzwasser- und Staubschutz sowie einen neu entwickelten Autofokus. Beide Neuvorstellungen werden nur noch mit Canon- und Nikon-Anschluss erhältlich sein.  (Benjamin Kirchheim)

Die Vorstellung der beiden Objektive erfolgt übrigens im Rahmen der WPPI Expo statt, einer Hochzeits- und Porträt-Ausstellung und Konferenz in Las Vegas (siehe weiterführende Links), auch wenn die Objektive eigentlich eher für andere Motivwelten prädestiniert sind. Unabhängig davon, ob man sich jetzt eher für ein lichtstarkes Vollformat-Telezoom oder ein APS-C-Ultraweitwinkel-Zoom interessiert, bieten beide Objektive viele spannende Neuerungen.

Tamron SP 70-200mm F2.8 Di VC USD G2 Telezoom-Objektiv

Das Tamron SP 70-200mm F2.8 Di VC USD G2 basiert mit seinen 23 Linsen in 17 Gruppen auf der optischen Konstruktion des Vorgängermodells. Die umfassende Überarbeitung soll jedoch für eine wesentlich höhere Auflösung sowie Kontrastwiedergabe sorgen. XLD (eXtra Low Dispersion) und LD (Low Dispersion) Elemente sollen vor allem die für Teleobjektive typischen chromatischen Aberrationen minimieren. Der deutlich verbesserte Bildstabilisator soll sogar führend in seiner Klasse sein. Ermöglicht werden bis zu fünf Blendenstufen längere Belichtungszeiten als ohne Stabilisator. Dafür sorgt das dreiachsige Spulensystem mit verbesserter Leistungsfähigkeit und verkürzter Reaktionszeit. Der Stabilisator bietet drei Modi: Der erste, über die TAP-in-Konsole (eine optionale USB-Docking-Station für Firmwarupdates und Anpassungen von Einstellungen) anpassbare Modus ist für normale Aufnahmen geeignet, das Sucherbild wird stabilisiert. Der zweite Modus ist für Mitzieher gedacht, er gleicht nur vertikale Verwackelungen aus. Der dritte Modus sorgt für eine maximale Bildstabilisierung während der Aufnahme, jedoch wird das Sucherbild nicht stabilisiert.

  • Bild Das Tamron SP 70-200 mm F2.8 Di VC USD G2 verfügt über Verbesserungen bei der optischen Konstruktion, dem Bildstabilisator sowie Autofokus. [Foto: Tamron]

    Das Tamron SP 70-200 mm F2.8 Di VC USD G2 verfügt über Verbesserungen bei der optischen Konstruktion, dem Bildstabilisator sowie Autofokus. [Foto: Tamron]

Ebenfalls verbessert haben will Tamron den Autofokus. Dieser arbeitet mit einem Ultraschall-Ringmotor, der über eine herausragende Reaktionsgeschwindigkeit verfügen soll. Zwei sehr leistungsfähige Mikrochips und ein verbesserter Autofokus-Algorithmus tragen ihren teil zur beschleunigten Innenfokussierung bei. Über den Fokusring kann übrigens jederzeit manuell in die Fokussierung eingegriffen werden. Für ein schönes Bokeh sollen die neun Blendenlamellen mit ihrer nahezu kreisrunden Öffnung sorgen. Gegenüber dem Vorgängermodell konnte Tamron zudem die Naheinstellgrenze von 1,3 auf 0,95 Meter verkürzen, was einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:6,1 ermöglicht.

  • Bild Dichtungen sorgen beim Tamron SP 70-200 mm F/2.8 Di VC USD G2 für einen Wetterschutz, die Fluor-Vergütung der Frontlinse ist schmutzabweisend. [Foto: Tamron]

    Dichtungen sorgen beim Tamron SP 70-200 mm F/2.8 Di VC USD G2 für einen Wetterschutz, die Fluor-Vergütung der Frontlinse ist schmutzabweisend. [Foto: Tamron]

Die Objektivkonstruktion ist gegen Spritzwasser und Staub geschützt, die Fluor-Vergütung der Frontlinse weist Wasser und Schmutz ab. Die optimierte eBand-Vergütung wiederum soll Reflexionen und Geisterbilder unterdrücken. eBand steht für Extended Bandwidth & Angular Dependency und Verbindet eine Mehrschicht- mit einer Nanovergütung. Ebenfalls interessant ist die mitgelieferte, Arca-Swiss-kompatible Stativschelle. Ab März 2017 soll das Tamron SP 70-200mm F2.8 Di VC USD G2 erhältlich sein, wobei der Preis noch nicht feststeht. Leider kommt das Objektiv nur noch wahlweise mit Canon- oder Nikon-Anschluss auf den Markt, wobei Nikon-Fotografen beachten sollten, dass das Objektiv eine elektromagnetische Blendensteuerung besitzt, die nicht mit älteren Kameras kompatibel ist.

Tamron 10-24mm F3.5-4.5 Di II VC HLD Ultraweitwinkel-Zoom

Beim neuen Tamron 10-24mm F3.5-4.5 Di II VC HLD handelt es sich um eine grundlegende Überarbeitung des 10-24mm F3.5-4.5 Di II LD Aspherical. Der kleinbildäquivalente Brennweitenbereich des APS-C-Zooms liegt bei 15-36 Millimeter (Nikon-Variante) beziehungsweise 16-38 Millimeter (Canon-Variante), für andere Anschlüsse wird es auch dieses Objektiv leider nicht geben. Die Nikon-Variante verfügt über eine elektromagnetische Blendensteuerung, die das Objektiv mit älteren DSLRs nicht kompatibel ist. Zur TAP-in-Konsole ist das 10-24 ebenfalls selbstverständlich kompatibel.

  • Bild Das Design des Tamron 10-24 mm F3.5-4.5 Di II VC HLD lehnt sich an der SP-Serie an. Die Neukonstruktion beitzt nun einen Bildstabilisator und einen neuen Autofokusantrieb. [Foto: Tamron]

    Das Design des Tamron 10-24 mm F3.5-4.5 Di II VC HLD lehnt sich an der SP-Serie an. Die Neukonstruktion beitzt nun einen Bildstabilisator und einen neuen Autofokusantrieb. [Foto: Tamron]

Der optische Aufbau besteht aus 16 Linsen, die in elf Gruppen angeordnet sind. Dabei kommen ein LD- sowie ein XLD-Element sowie eine asphärische und eine hybrid-asphärische Linse zum Einsatz, um optische Fehler über den gesamten Zoombereich zu korrigieren, ohne die Abmessungen des Objektivs zu vergrößern. Zudem sorgt die BBAR-Vergütung (Broad-Band Anti-Reflection) für die Unterdrückung von Streulicht und Reflexionen im Objektiv.

  • Bild Auch das Tamron 10-24 mm F3.5-4.5 Di II VC HLD wird mittel Dichtungen vor dem Eindringen von Staub und Spritzwasser geschützt, die Fluor-Vergütung der Frontlinse wirkt schmutzabweisend. [Foto: Tamron]

    Auch das Tamron 10-24 mm F3.5-4.5 Di II VC HLD wird mittel Dichtungen vor dem Eindringen von Staub und Spritzwasser geschützt, die Fluor-Vergütung der Frontlinse wirkt schmutzabweisend. [Foto: Tamron]

Die äußere Konstruktion lehnt sich an der professionellen SP-Serie an. So sorgen Dichtungen für den Schutz vor Spritzwasser und Staub, die Fluor-Vergütung der Frontlinse ist schmutzabweisend. Ebenfalls neu ist der optische Bildstabilisator mit einer Effektivität von vier Blendenstufen nach CIPA-Standard, was längere verwackelungsfreie Belichtungszeiten aus der Hand erlaubt. Das HLD im Objektivnamen steht für den neuen Autofokusmotor High/Low Torque Modular Drive, der sich sehr gleichmäßig und schnell bewegt. Die automatische Innenfokussierung kann jederzeit über den Fokusring manuell korrigiert werden, ohne vorher in den manuellen Fokusmodus wechseln zu müssen. Der Preis für das neue Tamron 10-24mm F3.5-4.5 Di II VC HLD steht ebenfalls noch nicht fest, die Markteinführung soll aber ebenfalls im März 2017 stattfinden.

Hersteller Tamron Tamron
Modell 10-24 mm F3.5-4.5 Di II VC HLD SP 70-200 mm F2.8 Di VC USD G2
Preis (UVP) k. A. k. A.
Bajonett
Canon EF
Canon EF-S
Nikon F
Canon EF
Nikon F
Brennweitenbereich 10-24 mm 70-200 mm
Lichtstärke (größte Blende) F3,5 bis F4,5 F2,8 (durchgängig)
Kleinste Blendenöffnung F29 F22
Linsensystem 16 Linsen in 11 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
23 Linsen in 17 Gruppen
inkl. ED Linse(n)
KB-Vollformat nein ja
Anzahl Blendenlamellen 7 9
Naheinstellgrenze 240 mm 950 mm
Bildstabilisator vorhanden ja ja
Autofokus vorhanden ja ja
Wasser-/Staubschutz ja ja
Filtergewinde 77 mm 77 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 84 x 85 mm 88 x 194 mm
Objektivgewicht 440 g 1.500 g

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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 39, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.