Modellpflege mit Fokus auf Vlogger und Streamer

Panasonic Lumix DC-GH5 II tritt die Nachfolge der GH5 an

2021-05-25 Mit der Panasonic Lumix DC-GH5 II betreibt der japanische Elektronikriese eher Modellpflege mit speziellen Erweiterungen für bestimmte Anwendungsbereiche als ein echtes Nachfolgemodell zu präsentieren. Eine GH6 befindet sich jedoch in Entwicklung (siehe separate Newsmeldung). Die GH5 II ist ein klassischer Foto-Video-Hybrid, der aber auch den Anforderungen von YouTube, Vlogs und dem Livestreaming besser gerecht werden will als die GH5. Dank eines leistungsfähigeren Prozessors sind nun etwa gleichzeitige Aufnahme auf SD-Speicherkarte und Ausgabe via HDMI möglich. Es gibt sogar eine WLAN-Livestream-Funktion via PC oder Smartphone.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild V-Log L ist bei der Panasonic Lumix DC-GH5 II nun vorinstalliert. Sie beherrscht C4K 60p 4:2:0 mit 10 Bit Farbtiefe ohne Crop. Dank besserem Wärmemanagement sollen längere Aufnahmen am Stück möglich sein. [Foto: Panasonic]

    V-Log L ist bei der Panasonic Lumix DC-GH5 II nun vorinstalliert. Sie beherrscht C4K 60p 4:2:0 mit 10 Bit Farbtiefe ohne Crop. Dank besserem Wärmemanagement sollen längere Aufnahmen am Stück möglich sein. [Foto: Panasonic]

  • Bild Der neue Bildschirm der Panasonic Lumix DC-GH5 II soll eine bessere Farbdarstellung und eine höhere Helligkeit bieten. [Foto: Panasonic]

    Der neue Bildschirm der Panasonic Lumix DC-GH5 II soll eine bessere Farbdarstellung und eine höhere Helligkeit bieten. [Foto: Panasonic]

  • Bild Zwar löst der Micro-Four-Thirds-Bildsensor der Panasonic Lumix DC-GH5 II weiterhin "nur" 20 Megapixel auf, dank einer AR-Vergütung soll er aber weniger Licht reflektieren. [Foto: Panasonic]

    Zwar löst der Micro-Four-Thirds-Bildsensor der Panasonic Lumix DC-GH5 II weiterhin "nur" 20 Megapixel auf, dank einer AR-Vergütung soll er aber weniger Licht reflektieren. [Foto: Panasonic]

Zwar lag der Fokus der Weiterentwicklungen bei der GH5 II klar bei den Videofunktionen, doch auch Fotografen profitieren von einigen Neuerungen. Zwar löst der Micro-Four-Thirds-Bildsensor (17,3 x 13 mm) weiterhin "nur" 20 Megapixel auf, aber tatsächlich handelt es sich um einen neuen Sensor mit 25 Prozent höherem Dynamikumfang, der dank einer AR-Beschichtung weniger Licht reflektieren soll. Das sorgt für weniger Streulicht und eine höhere Bildqualität vor allem in Gegenlichtsituationen. Selbstverständlich ist der Bildsensor zur Bildstabilisierung beweglich gelagert, der Dual-IS ermöglicht mit entsprechenden Objektiven bis zu 6,5 Blendenstufen längere Belichtungszeiten.

Beim Autofokus setzt Panasonic weiterhin auf einen Kontrastautofokus mit DFD-System zur Phasen-AF-ähnlichen Beschleunigung mit 225 Messfeldern. Der DFD-AF vergleicht zwei leicht unterschiedlich fokussierte Bilder und errechnet anhand dessen ähnlich wie ein Phasen-AF die Fokusentfernung, um diese direkt anfahren und mittels des Kontrast-AFs feinjustieren zu können. Der Autofokus arbeitet ab -4 EV und bietet neben einer Gesichtserkennung auch die Erkennung von Augen, Köpfen und Körpern samt Tracking bei bis zu neun Serienbildern pro Sekunde (mit AF-S sind zwölf Bilder pro Sekunde möglich). Gegenüber der GH5 soll die Erkennung doppelt so schnell und bereits ab halber Größe erfolgen.

Vom neuen Bildschirm profitieren ebenfalls Foto- und Videografen gleichermaßen. Das 7,5 Zentimeter große LCD löst 1,84 Millionen Bildpunkte auf, bietet ein Seitenverhältnis von 3:2 (guter Kompromiss zwischen 4:3 für Fotos und 16:9 für Videos), ist touchfähig sowie dreh- und schwenkbar. Vor allem aber bietet der Bildschirm eine bessere Farbdarstellung und eine höhere Helligkeit. Der elektronische Sucher arbeitet weiterhin mit einem 3,69 Millionen Bildpunkte auflösenden OLED, einer 0,76-fachen kleinbildäquivalenten Vergrößerung und einer großen Austrittspupille von 21 Millimetern sowie einem weitreichenden Dioptrienausgleich von -4 bis +3 dpt.

  • Bild Wie auch schon die GH5S besitzt die Panasonic Lumix DC-GH5 II einen deutlich sichtbaren Videoaufnahmeknopf. [Foto: Panasonic]

    Wie auch schon die GH5S besitzt die Panasonic Lumix DC-GH5 II einen deutlich sichtbaren Videoaufnahmeknopf. [Foto: Panasonic]

Ebenfalls neu ist der nun leistungsfähigere Bildprozessor, zudem wurde das Wärmemanagement verbessert. Dank der höheren Leistungsfähigkeit muss man sich nun nicht mehr entscheiden, ob man ein Video intern auf einen der beiden UHS-II-fähigen SD/SDHC/SDXC-Kartenslots oder extern via HDMI aufzeichnen möchte, sondern man kann beides gleichzeitig machen. Das bessere Wärmemanagement ermöglicht längere Videoaufnahmen am Stück und V-Log L ist nun vorinstalliert, so dass man sich keinen zusätzlichen Softwareschlüssel mehr kaufen muss.

Die Videofunktion nutzt auch in C4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde die gesamte Sensorbreite. Die Farbtiefe beträgt maximal 10 Bit, Das Farbsubsampling liegt bei 4:2:0. Full-HD-Videoaufnahmen sind sogar mit bis zu 180 Bildern pro Sekunde möglich. Anamorphe 4:3-Videoaufnahmen sind in 4K mit 60p sowie in 6K mit 30p möglich. Wie das Video-Flaggschiff Lumix S1H bietet auch die GH5 II zwei Cinelike-Gamma-Voreinstellungen, die auch ohne V-Log L eindrucksvolle Looks erzeugen sollen. Für V-Log L lassen sich 35 verschiedene LUTs von der Panasonic-Website herunterladen.

Neu sind die kabellosen und kabelgebundenen Livestreaming-Fähigkeiten der Panasonic Lumix DC-GH5 II. Unter Verwendung eines Smartphones mit der App Lumix Sync sind drahtlose Livestreams möglich, aber auch für das Streaming im WLAN über einen PC kann die Kamera konfiguriert werden. Die Streamingplattform muss das RTMP/RTMPS-Protokoll unterstützen, was beispielsweise bei Facebook und YouTube der Fall ist. Die maximale Streamingqualität liegt bei Full-HD 60p mit 16 Mbps.

  • Bild Der von der GH5 bekannte Batteriegriff DMW-BGGH5 passt wie anderes GH5-Zubehör auch an die Panasonic Lumix DC-GH5 II. [Foto: Panasonic]

    Der von der GH5 bekannte Batteriegriff DMW-BGGH5 passt wie anderes GH5-Zubehör auch an die Panasonic Lumix DC-GH5 II. [Foto: Panasonic]

Kabelgebundenes Livestreaming ist zum Marktstart nur über die Software Lumix Webcam möglich, die allerdings nur eine geringe Auflösung und kein Kameraaudio unterstützt. Später soll ein Firmwareupdate für kabelgebundenes, hochauflösendes Livestreaming erfolgen (siehe unten).

Das Gehäuse der Panasonic Lumix DC-GH5 II ist robust gebaut und bietet nicht nur einen Spritzwasser- und Staubschutz, sondern die Kamera kann auch bei Frost bis -10 °C eingesetzt werden. Der bis zu 1/8.000 Sekunde schnelle mechanische Verschluss soll mindestens 200.000 Auslösungen standhalten. Trotz des relativ kleinen Micro-Four-Thirds-Bildsensors ist das Gehäuse mit Abmessungen von 13,9 mal 9,8 mal 8,7 Zentimeter ziemlich groß und mit 727 Gramm auch nicht gerade ein Leichtgewicht. Dank identischer Abmessungen zur GH5 passt aber viel Zubehör weiterhin, beispielsweise der Akkugriff BGGH5 oder der Stativgriff SHGR1, aber auch der XLR1-Mikrofonadapter und die Fernbedienung RS2 können weiterverwendet werden.

Neu ist hingegen die verbesserte Funktionalität der USB-C-Buchse, die nun ein Aufladen und eine Dauerstromversorgung der Kamera erlaubt. Der bereits aus der Lumix S5 bekannte neue Akku BLK22 hält dank höherer Kapazität länger durch als der alte BLS19. Der große HDMI-A-Anschluss für externe Videoaufzeichnungen mit 4:2:2 10 Bit ist geblieben. Drahtlos nimmt die GH5 II per Bluetooth 4.2 sowie Wi-Fi 5 (AC-WLAN auf 2,4 und 5GHz) Kontakt zu Smartphones, PCs und WLAN-Netzwerken auf.

  • Bild Das Gehäuse der Panasonic Lumix DC-GH5 II ist dank zahlreicher Dichtungen gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser geschützt. Auch bei Frost bis -10 °C soll die Systemkamera noch einwandfrei funktionieren. [Foto: Panasonic]

    Das Gehäuse der Panasonic Lumix DC-GH5 II ist dank zahlreicher Dichtungen gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser geschützt. Auch bei Frost bis -10 °C soll die Systemkamera noch einwandfrei funktionieren. [Foto: Panasonic]

Ab Juni 2021 soll die Panasonic Lumix DC-GH5 II für knapp 1.700 Euro erhältlich sein. Zudem soll es zwei Kits mit Objektiven geben. Darüber hinaus plant Panasonic eine Start-Promotion mit kostenlosem Zweitakku und einem F1.7 25mm-Objektiv, sie soll bis zum 31. Juli 2021 dauern.

Des Weiteren plant Panasonic bereits jetzt Firmwareupdates für die GH5 II und einige Lumix-G-Objektive. So soll die GH5 II später eine USB-Tethering-Funktion für Smartphones erhalten, um Videos live über 4G/5G streamen zu können. Die drahtlose Smartphone-Verbindung soll in Zukunft noch stabiler arbeiten und via USB soll ein kabelgebundenes RTP/RTSP IP-Streaming möglich sein (via USB am PC). Zudem plant Panasonic eine Live-View-Composite-Aufnahmefunktion für zusammengesetzte Langzeitbelichtungen.

Bereits am 8. Juni 2021, also pünktlich zum Marktstart der GH5 II, sollen einige Objektive Firmwareupdates erhalten, die die manuelle Fokusfunktion konfigurierbar machen. Dann lässt sich nicht nur wählen, ob der Fokusring linear oder nicht-linear arbeitet, sondern auch der lineare Fokusweg lässt sich in 30-Grad-Schritten zwischen 90 und 360 Grad einstellen. Folgende Objektive sollen das Update erhalten:

  • Panasonic Leica DG Vario-Elmarit 8-18 mm F2.8-4 ASPH (H-E08018)
  • Panasonic Leica DG Vario-Summilux 10-25 mm 1.7 (H-X1025)
  • Panasonic Leica DG Vario-Elmarit 12-60 mm F2.8-4 Asph Power (H-ES12060)
  • Panasonic Leica DG Vario-Elmarit 50-200 mm F2.8-4 Asph O.I.S. (H-ES50200)
  • Panasonic Leica DG Vario-Elmar 100-400 mm 4-6.3 Asph. Power OIS (H-RS100400)
  • Panasonic Leica DG Summilux 25 mm 1.4 II Asph. (H-XA025)
  • Panasonic Leica DG Elmarit 200 mm 2.8 Power OIS (H-ES200)
  • Panasonic Lumix G X Vario 12-35 mm 2,8 ASPH. Power OIS (H-HSA12035)
  • Panasonic Lumix G Vario 12-60 mm 3.5-5.6 Asph Power OIS (H-FS12060)
  • Panasonic Lumix G X Vario 12-35 mm 2,8 ASPH. Power OIS (H-HSA35100)
  • Panasonic Lumix G Vario 45-200 mm F4-5.6 II Power O.I.S. (H-FSA45200)
  • Panasonic Lumix G Vario 100-300 mm F4-5.6 II Power O.I.S. (H-FSA100300)

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 43, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.