Verbesserte Sucher und Hybrid-Autofokus

Fujifilm erneuert Premium-Kompaktkamera-X-Serie mit X20 und X100S

2013-01-08 Fujifilm erneuert mit den Modellen X100S und X20 seine Premium-Kompaktkameralinie. Beide besitzen einen verbesserten Sucher: Der optischen Sucher der X20 besitzt nun ein transparentes LCD für Statuseinblendungen, der Hybridsucher der X100S löst nochmals höher auf. Darüber hinaus besitzen die X20 und X100Seinen neuen X-Trans-CMOS-Sensor. Auch den Autofokus hat Fujifilm deutlich verbessert. So kommt nun ein Hybrid-System aus Phasen- und Kontrastautofokus zum Einsatz, der die Fokussierzeiten deutlich verkürzen soll.  (Benjamin Kirchheim)

Fujifilm FinePix X100S [Foto: Fujifilm]Die Fujifilm X100S behält das bewährte klassische Gehäusekonzept der X100 genauso bei wie das Konzept mit APS-C-großem Sensor, lichtstarkem Festbrennweitenobjektiv und optisch-elektronischem Hybridsucher. Technisch jedoch hat der japanische Hersteller die Premium-Kompaktkamera deutlich weiter entwickelt. So kommt ein neuer, 16,3 Megapixel auflösender APS-C-Sensor mit X-Trans-Technologie zum Einsatz. Ein gegenüber dem üblichen Bayer-Filter geänderter Farbfilter sorgt für eine scheinbar zufälligere Verteilung der Pixel, ähnlich wie die des analogen Korns. Dadurch kann auf den auflösungsmindernden Tiefpassfilter verzichtet werden, da gar nicht erst Moirés entstehen können, die unterdrückt werden müssten. Außerdem besitzt die X100S einen leistungsfähigeren Bildverarbeitungsprozessor EXR II, der nun in der Lage ist, Beugungsunschärfen und chromatische Aberrationen aus den Fotos heraus zu rechnen. Das Rauschverhalten soll im Vergleich zur Vorgängerin um 30 Prozent verbessert worden sein.

Neu ist auch der Phasen-Kontrast-Hybrid-Autofokus. Je nach Situation ermittelt die Kamera die Schärfe mittels üblicher Kontrastmessung auf dem Sensor oder funktioniert bestimmte Pixel zu einem Phasensensor um. Die Phasenerkennung arbeitet besonders schnell, die Kontrasterkennung ist dafür genauer. Fujifilm will damit Fokussierzeiten von 0,08 Sekunden nach CIPA-Standard erreichen. Welche Messmethode gerade zum Einsatz kommt, entscheidet die Kamera, bei dunklen Umgebungen etwa arbeitet der Kontrastautofokus besser. Auch die manuelle Fokussierung ist nun dank zweier Hilfen einfacher: Entweder wird eine Peaking-Funktion aktiviert, die Fujifilm FinePix X100S [Foto: Fujifilm]Kontrastkanten farbig markiert. So kann der Fotograf auf einen Blick erkennen, wo die Schärfe liegt. Oder aber die Kamera simuliert mit Hilfe der Phasenmesssensoren einen Schnittbildindikator auf dem Monitor. Nun gilt es für den Fotografen, wie bei einem klassischen Schnittbildindikator im Motiv unterbrochene Linien deckungsgleich zu bekommen, denn genau dort sitzt dann der Fokus.

Nicht nur den Autofokus konnte Fujifilm beschleunigen, sondern ein neuer Prozessor ermöglicht mit seiner höheren Taktfrequenz eine Einschaltzeit von weniger als einer halben Sekunde, auch zwischen zwei Aufnahmen vergeht lediglich diese kurze Zeit. Serienbilder nimmt die X100S mit einer Frequenz von maximal sechs Bildern pro Sekunde auf, bei voller Auflösung sogar 29 Aufnahmen am Stück. Der Hybridsucher ist bereits aus der X100 bekannt. Er kombiniert die Vorteile eines hellen optischen Suchers mit 0,5-facher Vergrößerung mit denen eines elektronischen. Wahlweise können Informationen transparent in den optischen Sucher eingeblendet werden, etwa der Leuchtrahmen für den Bildausschnitt, oder der Fotograf schaltet ganz auf die elektronische Anzeige um. Diese löst nun äußerst feine 2,36 Millionen Bildpunkte auf, was beispielsweise besonders beim manuellen Fokussieren hilfreich ist oder etwa bei Makroaufnahmen, da der elektronische Sucher den Bildausschnitt zu 100 Prozent und ohne Parallaxenfehler zeigt. Verwendet man nur den optischen Sucher, kann die Akkuleistung durch einen Energiesparmodus verdoppelt werden. Beim rückwärtigen 2,8-Zoll-Bildschbirm mit 7,1 Zentimeter Diagonale bleibt es hingegen bei 460.000 Bildpunkten Auflösung.

Das bewährte 23-Millimeter-Objektiv der X100s bietet eine hohe Lichtstärke von F2. Durch den APS-C-Sensor entspricht es vom Bildwinkel einem 35-Millimeter-Objektiv an Kleinbild. Das Objektiv besitzt eine Blende mit neun Lamellen sowie einen einschwenkbaren Neutraldichtefilter, der das Licht um drei Blendenstufen reduziert. Dadurch kann auch in hellen Umgebungen eine Fujifilm FinePix X100S [Foto: Fujifilm]große Blendenöffnung zum Freistellen des Motivs vor dem Hintergrund verwendet werden. Des Weiteren verfügt das Objektiv über einen manuellen Blendenring, so dass eine klassische Bedienung zusammen mit dem Belichtungszeit- und Belichtungskorrekturrad möglich ist. Ergänzt wird das klassische Bedienkonzept von einem Quick-Menü, das schnellen Zugriff auf wichtige Kameraeinstellungen bietet. Das klassisch anmutende Gehäuse besteht aus Druckguss-Magnesium und ist großflächig mit einem lederähnlichen Gummi beklebt, das deutlich langlebiger als Leder sein soll. Kreative Fotografie unterstützt die Fujifilm X100S mit Filmsimulationsmodi sowie einigen Filtereffekten und einer Mehrfachbelichtungsfunktion, die zwei Aufnahmen zu einer vereint. Auch den Videomodus hat Fujifilm "aufgebohrt". Dieser nimmt nun 60 Bilder pro Sekunde in Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln auf und speichert sie mit einer hohen Bitrate von 36 MBit/s.

Ab Februar 2013 soll die Fujifilm X100S für knapp 1.200 EUR in der Farbe Schwarz-Silber erhältlich sein. Als Zubehör bietet Fujifilm eine Metall-Sonnenblende, einen Weitwinkelkonverter, TTL-Blitzgeräte sowie eine Leder-Bereitschaftstasche an, bei der ohne Demontage der Lithium-Ionen-Akku und die SD/SDHC/SDXC-Speicherkarte gewechselt werden können.

Fujifilm FinePix X20 [Foto: Fujifilm]Auch bei der Fujifilm X20 kommt die X-Trans-Technologie zum Einsatz, die für eine höhere Bildqualität sorgen soll. Nur dass der Sensor der X20 mit 2/3" deutlich kleiner ausfällt als in der X100S, jedoch größer als in fast allen üblichen Kompaktkameras. Die Auflösung liegt bei zwölf Megapixeln. Auch in der X20 werkelt der neue EXR II Prozessor, der für eine höhere Leistungsfähigkeit und Bildqualität sorgt. Des Weiteren verfügt die X20 über den neuen Hybrid-Autofokus mit einer Kombination aus auf dem Sensor integrierten Phasensensoren und einer Kontrastmessung. Unter optimalen Bedingungen soll die Fokussierung nur noch 0,06 Sekunden benötigen. Die Einschaltzeit sowie die Zeit zwischen zwei Bildern soll nun nur noch eine halbe Sekunde betragen, Serienbilder werden mit einer Frequenz von zwölf Bildern pro Sekunde aufgenommen. Neu ist auch die Fokus-Peaking-Funktion, Fujifilm FinePix X20 [Foto: Fujifilm]die beim manuellen Fokussieren Kontrastkanten farbig hervorhebt, so dass die Scharfstellung noch einfacher von Statten geht.

Als eine der wenigen Kompaktkameras verfügt die Fujifilm X20 über einen optischen Sucher, der durch seinen hochwertigen Aufbau ein besonders helles und großes Bild bietet, so dass man auch in Umgebungen, die die Verwendung des Monitors als Sucher erschweren, ein klares Bild sieht. Zudem verfügt der Sucher im Gegensatz zum Vorgängermodell X10 über ein hochtransparentes LCD-Element, über das Aufnahmeinformationen wie Belichtungszeit, Blende, ISO-Empfindlichkeit und anderes angezeigt werden können. In hellen Umgebungen sind die Anzeigen schwarz, in dunklen zur besseren Ablesbarkeit grün. Auch das AF-Messfeld wird beim Fokussieren im Fujifilm FinePix X20 [Foto: Fujifilm]Sucher angezeigt. Ein Augensensor sorgt für die automatische Umschaltung zwischen Monitor und optischem Sucher. Der 2,8-Zoll-Bildschirm löst bei 7,1 Zentimetern Diagonale 460.000 Bildpunkte auf.

Das F2,0 bis F2,8 lichtstarke Objektiv besitzt einen manuellen Zoomring, mit dem auch die Kamera eingeschaltet wird. Der Brennweitenbereich reicht auf Kleinbild umgerechnet von 28 bis 112 Millimeter, es handelt sich also um ein optisches Vierfachzoom. Auch bei der X20 soll die Q-Menü-Taste die Bedienung der Funktionen vereinfachen, für die die Kamera keine Tasten und Rädchen besitzt. Des Weiteren verfügt die Fujifilm X20 über eine Full-HD-Videofunktion mit 60 Bildern pro Sekunde und optional manueller Fokussierung, einen Panoramamodus, Filmsimulationsmodi, Kreativfiltereffekte, einen 1-Zentimeter-Super-Makro-Modus sowie eine Mehrfachbelichtungsfunktion. Ab Februar 2013 soll die Fujifilm X20 in Schwarz oder Silber-Schwarz zu einem Preis von knapp 550 EUR erhältlich sein. Als Zubehör bietet Fujifilm aufsteckbare TTL-Blitzgeräte, ein neues externes Stereomikrofon, eine Gegenlichtblende sowie eine Ledertasche an.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.