Lichtstarkes Duo als Basis der "Trinity"-Reihe

Canon kündigt RF 15-35mm F2.8 L IS USM und RF 24-70mm F2.8 L IS USM an

2019-08-28 Mit den drei durchgehend F2,8 lichtstarken Zooms RF 15-35 mm F2.8 L IS USM, RF 24-70 mm F2.8 L IS USM und RF 70-200 mm F2.8 L IS USM will Canon auch für sein spiegelloses R-System die klassischen "Trinity"-Objektive auf den Markt bringen. Den Anfang machen das 15-35 sowie das 24-70 mm, das 70-200 soll Ende des Jahres folgen. Mit dem 15-35 mm vergrößert Canon nicht nur den Blickwinkel gegenüber dem 16-35 mm für DSLRs, sondern stellt damit auch das weitwinkligste Zoom mit normalem Filtergewinde vor.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Das Canon RF 15-35 mm F2.8 L IS USM bietet trotz des großen Bildwinkels von 110 Grad diagonale ein normales 82mm-Front-Filtergewinde. [Foto: Canon]

    Das Canon RF 15-35 mm F2.8 L IS USM bietet trotz des großen Bildwinkels von 110 Grad diagonale ein normales 82mm-Front-Filtergewinde. [Foto: Canon]

  • Bild Als erstes Canon-Weitwinkelzoom bietet das RF 15-35 mm F2.8 L IS USM einen optischen Bildstabilisator. Auch der Nano-USM-Fokusantrieb kommt erstmals bei einem lichtstarken Vollformatzoom zum Einsatz. [Foto: Canon]

    Als erstes Canon-Weitwinkelzoom bietet das RF 15-35 mm F2.8 L IS USM einen optischen Bildstabilisator. Auch der Nano-USM-Fokusantrieb kommt erstmals bei einem lichtstarken Vollformatzoom zum Einsatz. [Foto: Canon]

Bei der Konstruktion spiegelloser Objektive haben Ingenieure die Wahl, ob sie eine bestehende DSLR-Konstruktion bei gleicher Größe mit einer besseren optischen Rechnung ausstatten oder bei gleicher Qualität die Größe verringern. Bei Canon hat man sich für ersteres entschieden und so verspricht der japanische Digitalkamera-Marktführer, die Bildqualität auf ein neues Niveau zu heben. Zusammen mit einer entsprechenden spiegellosen Systemkamera sind die Objektive aber dennoch kleiner als wenn man ein DSLR-Objektiv adaptiert.

Das RF 15-35 mm F2.8 L IS USM bietet trotz des großen Bildwinkels von 110 Grad diagonal ein klassisches Front-Filtergewinde, das 82 Millimeter Durchmesser besitzt. Zudem handelt es sich um das erste derartige Objektiv von Canon mit optischem Bildstabilisator, bis zu fünf Blendenstufen längere Belichtungszeiten sollen dadurch ermöglicht werden. Die aufwändige optische Konstruktion setzt sich aus 16 Linsen zusammen, die in zwölf Gruppen angeordnet sind. Dabei sitzt direkt an der Front ein doppel-asphärisches Element, zwei zusätzliche asphärische Linsen und zwei UD-Linsen sollen Bildfehler wie Verzeichnung und Farbsäume minimieren und für eine hohe Auflösung bis an den Bildrand bereits ab Offenblende sorgen. Beim direkten Vergleich, den Canon uns und anderen Journalisten präsentierte, waren die Auflösungsverbesserungen vor allem am Bildrand im Vergleich zu den DSLR-Pendants von Canon deutlich zu sehen. Des Weiteren kommt bei je einer Linse die ASC- (Air Sphere Coating) und bei einer die SWC-Vergütung (Sub Wavelength structure Coating) zum Einsatz, um Reflexionen im Objektiv, die zu Blendenreflexen, Kontrastverlust und Geisterbildern führen können, effektiv zu minimieren.

Beiden Objektiven gemeinsam ist neben dem bereits erwähnten optischen Bildstabilisator für bis zu fünf Blendenstufen längeren Belichtungszeiten als ohne der Nano-USM-Fokusantrieb, der leistungsstärker und gleichzeitig kleiner ausfällt als der klassische Ultraschallantrieb. Auch Videografen profitieren von dem leisen und gleichmäßig arbeitenden Fokus. Des Weiteren können Videografen übrigens die Click-Funktion der RF-Objektive sowie des EOS-Adapters mit Steuerring beim Canon-Service für einen leisen Betrieb deaktivieren lassen. Auch die beiden neuen Zooms verfügen über einen entsprechenden Steuerring. Ebenso gemeinsam ist ihnen der Staub- und Spritzwasserschutz sowie die schmutzabweisende Fluor-Vergütung der Front- und Hinterlinsen. Des Weiteren sind in den Objektiven Informationen für den DLO des Kamera-Bildprozessors gespeichert. Damit sollen sich noch vorhandene optische Fehler digital weiter minimieren lassen, sofern man die entsprechende Funktion in der Kamera aktiviert.

  • Bild Das Canon RF 24-70 mm F2.8 L IS USM ist nicht nur bei der Bildqualität optimiert worden, sondern bietet ebenfalls einen Nano-USM-Antrieb, zusätzlich wurde das für Videofilmer störende Fokusatmen minimiert. [Foto: Canon]

    Das Canon RF 24-70 mm F2.8 L IS USM ist nicht nur bei der Bildqualität optimiert worden, sondern bietet ebenfalls einen Nano-USM-Antrieb, zusätzlich wurde das für Videofilmer störende Fokusatmen minimiert. [Foto: Canon]

Das Canon RF 24-70mm F2.8 L IS USM soll ebenfalls eine hohe Abbildungsleistung über den gesamten Brennweiten- und Bildbereich bieten. Seine optische Konstruktion setzt sich aus 21 Linsen zusammen, die in 15 Gruppen angeordnet sind. Drei asphärische Linsen, drei UD-Linsen sowie eine Linse mit ASC-Vergütung sollen Abbildungsfehler und Reflexionen minimieren. Canon betont beim 24-70mm zudem das minimierte Fokusatmen bei Videoaufnahmen. Interessant ist auch die variable Naheinstellgrenze von bis zu minimal 21 Zentimetern, die im Optimalfall einen guten maximalen Abbildungsmaßstab von 1:3,3 ermöglicht.

Das Canon RF RF 15-35 mm F2.8 L IS USM und das Canon RF 24-70 mm F2.8 L IS USM sollen ab September 2019 zu einem Preis von jeweils knapp 2.500 Euro erhältlich sein.

Hersteller Canon Canon
Modell RF 15-35 mm 2.8L IS USM RF 24-70 mm 2.8L IS USM
Preis (UVP) 2.499,00 EUR 2.499,00 EUR
Bajonett Canon RF Canon RF
Brennweitenbereich 15-35 mm 24-70 mm
Lichtstärke (größte Blende) F2,8 (durchgängig) F2,8 (durchgängig)
Kleinste Blendenöffnung F22
Linsensystem 16 Linsen in 12 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
21 Linsen in 15 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
KB-Vollformat ja ja
Anzahl Blendenlamellen 9 9
Naheinstellgrenze 280 mm 210 mm
Bildstabilisator vorhanden ja ja
Autofokus vorhanden ja ja
Wasser-/Staubschutz ja ja
Filtergewinde 82 mm 82 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 89 x 127 mm 82 x 126 mm
Objektivgewicht 840 g 900 g

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.