Spiegelloses Vollformat-Reisezoom

Tamron 28-200 mm F2.8-5.6 Di III RXD für Sony-E-Mount angekündigt

2020-06-11 Mit dem Tamron 28-200 mm F2.8-5.6 Di III RXD kündigt der japanische Objektiv-Spezialist erstmals ein Reisezoom für spiegellose Vollformat-Systemkameras an. Dabei fällt der Zoomfaktor mit 7,1-fach relativ moderat aus, dafür ist die Lichtstärke für ein solches Zoom zumindest im Weitwinkel ziemlich gut.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Tamron 28-200 mm 2.8-5.6 Di III RXD (Modell A071). [Foto: Tamron]

    Tamron 28-200 mm 2.8-5.6 Di III RXD (Modell A071). [Foto: Tamron]

Laut Tamron steht das neue 28-200 mm F2.8-5.6 Di III RXD in langer Tradition, bereits 1992 brachte Tamron mit dem AF 28-200 mm F3.8-5.6 Aspherical ein Vollformat-Reisezoom auf den Markt. Während Tamron für APS-C-Kameras sogar ein 22,2-fach-Zoom von 18-400 mm (27-600 mm entsprechend Kleinbild) anbietet, lag der Fokus beim Vollformatzoom bei der Lichtstärke, Kompaktheit und Abbildungsleistung. Das 575 Gramm leichte Objektiv misst weniger als zwölf Zentimeter in der Länge, der Durchmesser beträgt unter 7,5 Zentimeter und das Filtergewinde misst lediglich 67 Millimeter. Sogar gegen Spritzwasser und Staub ist das Objektiv abgedichtet und die Frontlinse ist dank der Fluorvergütung schmutzabweisend.

Die optische Konstruktion besteht aus 18 Elementen, die in 14 Gruppen angeordnet sind. Ein Arsenal an Speziallinsen, darunter Glass Molded Aspherical, LD- und XLD-Elemente sowie Hybridasphären sollen optische Fehler minimieren und über den gesamten Zoombereich für eine hohe Abbildungsleistung sorgen. Als Linsenvergütung kommt die BBAR-Beschichtung zum Einsatz, um Reflexionen und Geisterbilder zu minimieren. Die Blende besteht indes nur aus sieben Lamellen.

Der RXD-Schrittmotor soll für eine leise, schnelle und präzise Fokussierung sorgen. Die kompakte Motoreinheit trägt laut Tamron einen Teil zu den relativ geringen Objektivabmessungen bei. Die Naheinstellgrenze variiert über den Zoombereich von 19 Zentimeter im Weitwinkel bis 80 Zentimeter im Tele. Der maximale Abbildungsmaßstab von 1:3,1 wird im Weitwinkel erreicht, im Tele beträgt er 1:3,8. Damit eignet sich das Objektiv auch gut für Nahaufnahmen.

Das Tamron 28-200 mm F2.8-5.6 Di III RXD besitzt einen Sony-E-Anschluss und eignet sich damit vor allem für die Alpha-7- und Alpha-9-Kameraserien von Sony. Da mit Ausnahme der ersten Generation alle spiegellosen Vollformat-Alpha-Modelle über einen Sensor-Shift-Bildstabilisator verfügen, ist das Fehlen eines optischen Bildstabilisators im Tamron-Zoom verschmerzbar. Zudem betont der japanische Objektivspezialist die volle Sony-Kompatibilität, was den Augen-AF, den Hybrid-Autofokus, den Direct Manual Focus (direktes Eingreifen in die automatische Fokussierung durch das Drehen des Fokusrings), die elektronische Objektivkorrektur (Verzeichnung, Randabdunklung und Farbsäume) durch die Bildaufbereitung in der Kamera sowie Firmwareupdates direkt über die Kamera einschließt.

Der Zoomring besitzt übrigens einen Lock-Schalter, damit das Objektiv beim Transport nicht versehentlich ausfährt. Die Fokussierung erfolgt hingegen intern. Ab Mitte bis Ende Juni 2020 soll das Tamron 28-200 mm F2.8-5.6 Di III RXD zu einem Preis von knapp 1.100 Euro erhältlich sein. Erfahrungsgemäß fallen die Straßenpreise bei Tamron übrigens schnell um 25 bis 40 Prozent, so dass der Straßenpreis eher im Bereich von 660 bis 830 Euro liegen dürfte.

Hersteller Tamron
Modell 28-200 mm 2.8-5.6 Di III RXD (A071)
Unverbindliche Preisempfehlung 1.099,00 €
Bajonett Sony E
Brennweitenbereich 28-200 mm
Lichtstärke (größte Blende) F2,8 bis F5,6
Kleinste Blendenöffnung F32
Linsensystem 18 Linsen in 14 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen
KB-Vollformat ja
Anzahl Blendenlamellen 7
Naheinstellgrenze 190 mm
Bildstabilisator vorhanden nein
Autofokus vorhanden ja
Wasser-/Staubschutz ja
Filtergewinde 67 mm
Abmessungen (Durchmesser x Länge) 74 x 117 mm
Objektivgewicht 575 g

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 42, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.