Ultraweitwinkel-Zoom

Sigma 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary im Test

2022-08-24 Das Sigma 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary wurde im Juni 2022 vorgestellt. Das Ulltraweitwinkel-Zoom ist für spiegellose Systemkameras mit Kleinbildsensor konstruiert und mit L-Mount sowie Sony-E-Bajonett erhältlich. Es besitzt eine durchgängige Lichtstärke und ist mit einer Länge von 10,5 Zentimetern kein wirklich kurzes Zoom-Objektiv. Wir haben das durchgängig F2,8 lichtstarke Zoom-Objektiv im Testlabor an der 60 Megapixel auflösenden Sigma fp L auf seine optische Qualität getestet.  (Harm-Diercks Gronewold)

  • Bild Das 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary kommt ohne Blendenring aus, lediglich ein AF-MF-Schalter bietet etwas Funktionalität. [Foto: Sigma]

    Das 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary kommt ohne Blendenring aus, lediglich ein AF-MF-Schalter bietet etwas Funktionalität. [Foto: Sigma]

Ergonomie und Verarbeitung

Mit einem Gewicht von etwa 450 Gramm und einer maximalen Länge von rund 10,5 Zentimetern sowie einem Durchmesser von etwa 7,7 Zentimetern ist das Sigma 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary zwar etwas leichter als das perfekt an den Brennweitenbereich anschließende 28-70 mm F2.8 DG DN Contemporary (Testbericht siehe weiterführende Links), aber dennoch minimal größer. Dank seiner Bauweise verändert das 16-28 mm seine Baulänge weder beim Zoomen noch beim Fokussieren. Zudem dreht sich das 72 Millimeter große Filtergewinde beim Fokussieren nicht mit, was den Einsatz von drehbaren Polarisationsfiltern um einiges erleichtert.

Zwar besteht das Bajonett des 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary aus Metall, das Gehäuse ist jedoch aus Kunststoff gefertigt, der aber gut verarbeitet wirkt und dank der matten Oberfläche eine gewisse Eleganz versprüht. Auch wenn es am Bajonett eine winzige Gummilippe gibt, ist das 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary nicht gegen Spritzwasser und Staub geschützt.

Zum Lieferumfang des 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary gehören die obligatorischen Deckel sowie eine Streulichtblende in Blütenform. Die Streulichtblende lässt sich für den Transport umgedreht am Außenbajonett befestigen. Der Fokusring bleibt dabei leider nicht mehr sinnvoll zugänglich.

Fokus- und Zoom

Das Sigma 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary besitzt zwei Drehringe. Der Zoomring ist mit 30 Millimetern der breitere und dank der 20 Millimeter breiten Gummiriffelung auch schön griffig. Er ist mechanisch mit einigen der optischen Elemente verbunden und durchfährt mit lediglich einer viertel Umdrehung des gesamten Brennweitenbereich. Dank der fein gestaffelten, aufgedruckten Brennweitenskala (16, 18, 20, 22, 24 und 28 Millimeter) sowie der angenehmen Leichtgängigkeit lässt sich der gewünschte Bildwinkel gezielt einstellen.

  • Bild Die Länge des 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary ändert sich beim Zoomen nicht. [Foto: Sigma]

    Die Länge des 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary ändert sich beim Zoomen nicht. [Foto: Sigma]

Der mit 20 Millimetern schmalere Fokusring besitzt lediglich eine 15 Millimeter breite Kunststoff-Riffelung und ist wie bei allen modernen Autofokus-Objektiven nicht mehr mechanisch mit der Fokuseinheit im Inneren des Objektivs verbunden. Vielmehr dient der Ring als Signalgeber, um den Motor im Objektiv, mit Umweg über die Kameraelektronik, zu steuern. Die Fokusänderungen erfolgen dabei in sehr feinen Schritten und die Bewegung des Rings fühlt sich sanft und präzise an.

Dank des AF-MF-Schalters kann das Objektiv die Kamera anweisen, die manuelle Fokussierung zu aktivieren und die vordefinierten Hilfsfunktionen wie Fokuspeaking und/oder Fokuslupe zu aktivieren. Es ist also nicht notwendig, den manuellen Fokus über das Kameramenü zu aktivieren.

Die manuelle Fokussierung arbeitet nicht linear, wodurch die Änderung der Fokusdistanz abhängig von der Drehgeschwindigkeit ist und nicht vom Drehwinkel. Ist man im Besitz des optionalen USB-Docks von Sigma, kann man das Verhalten von nicht linearem Fokus auf linearen Fokus ändern. Bei dieser Fokussierung ist der Drehwinkel für den Fokusabstand ausschlaggebend. Für Fotografen eignet sich der nicht lineare Fokus besser, weil er schnelle Fokusänderungen ohne viel Drehen ermöglicht.

Die lineare Fokussierung ist dagegen für Videoaufzeichnungen besser geeignet, da man volle Kontrolle über den Fokusabstand hat und auch Fokusmarken einsetzen kann. "Fokus Breathing" oder auch Fokus-Atmen, das sich als Änderung des Bildausschnitts durch das Fokussieren bemerkbar macht, tritt beim 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary im gesamten Brennweitenbereich nur in ganz geringem Ausmaß auf.

  • Bild An der Sigma fp L sieht das 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary ziemlich wuchtig und unhandlich aus, doch der Schein trügt. [Foto: MediaNord]

    An der Sigma fp L sieht das 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary ziemlich wuchtig und unhandlich aus, doch der Schein trügt. [Foto: MediaNord]

Der geringste Aufnahmeabstand beträgt in der Praxis über den gesamten Brennweitenbereich etwa 24,5 Zentimeter ab Sensorebene, womit die Herstellerangabe von 25 Zentimetern minimal unterboten wird. Während das horizontale Bildfeld bei 16 Millimetern Brennweite etwa 32 Zentimeter breit ist, ist es bei 28 Millimetern Brennweite nur noch etwa 18 Zentimeter breit. Der Vergrößerungsfaktor des 16-28 mm F2.8 DG DN Contemporary beträgt 0,11-fach bei 16 Millimetern Brennweite und 0,2-fach bei 28 Millimetern Brennweite, was einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:5 entspricht und damit minimal besser ist als der von Sigma versprochene Wert 1:5,6.

Fortsetzung auf Seite 2

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Autor

Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 51, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.