Neun spiegellose Systemkameras

Vergleichstest: Die besten Systemkameras für 2.000 €

2022-05-15 In der Preisklasse bis 2.000 Euro tummeln sich eine Menge Systemkameras unterschiedlicher Sensorgrößen. Hier konkurrieren Flaggschiffmodelle mit Four-Thirds- oder APS-C-Sensor mit Vollformat-Einstiegsmodellen, aber auch mancher, wenn auch nicht mehr taufrischer, Vollformat-Mittelklassekamera. Wir haben klassenübergreifend die aus unserer Sicht besten Kameras – inklusive Objektiv – für 2.000 Euro herausgesucht und vergleichen sie intensiv miteinander. Neun Stück sind es insgesamt geworden. Dabei wird klar: Es gibt nicht DIE beste Kamera, sondern jede hat ihre Vor- und Nachteile und man sollte die Kamera auch anhand der geplanten Anwendung aussuchen.  (digitalkamera.de Redaktion)

Vergleichstest-Inhaltsverzeichnis

Die besten Systemkameras für 2.000 € (Übersichtsseite)
  1. Fujifilm X-T4
  2. Canon EOS R
  3. Panasonic Lumix DC-GH5 II
  4. Sony Alpha 7 III
  5. Nikon Z 5
  6. Sony Alpha 7C
  7. Sony Alpha 6600
  8. Nikon Z 6
  9. Panasonic Lumix DC-S5

Angesichts gestörter Lieferketten ist es derzeit nicht einfach, überhaupt eine Kamera zu bekommen oder festzulegen, welche Kamera in den Preisrahmen fällt und welche nicht. Im Verlauf unserer Recherchen haben sich die Preise immer wieder stark geändert, Kameras waren mal lieferbar, dann wieder nicht. Daher kann es sein, dass einzelne Kameras zum Zeitpunkt, an dem Sie diesen Test lesen, nicht lieferbar sind oder mit Objektiv etwas mehr als 2.000 Euro kosten.

  • Bild Unsere neun Systemkamera-Favoriten bis 2.000 Euro in größenrichtiger Darstellung. [Foto: MediaNord]

    Unsere neun Systemkamera-Favoriten bis 2.000 Euro in größenrichtiger Darstellung. [Foto: MediaNord]

Zwar bekommt man auch bereits für unter 1.000 Euro Kameras mit guter Bildqualität, muss dafür jedoch oft zahlreiche Kompromisse eingehen, angefangen bei der Gehäusequalität bis hin zur Performance. Verdoppelt man hingegen das Budget, bekommt man eine große Auswahl richtig guter Kameras mit hochwertiger Verarbeitung, mehr oder weniger schneller Serienbildfunktion, vielen Bedienelementen und reichhaltiger Ausstattung. Man hat hier die Qual der Wahl zwischen etwas langsameren Vollformatkameras (bei denen auch die Objektive gut ins Geld und Gewicht gehen) oder Kameras mit etwas kleinerem APS-C- oder Four-Thirds-Sensor, die dafür mit hoher Serienbildgeschwindigkeit und kompakten Objektiven aufwarten. Auch bei der Videofunktion sind die kleineren Sensoren meistens im Vorteil und bieten bei 4K-Auflösung flüssigere 60 Bilder pro Sekunde statt nur 30. Beim kreativen Potential muss man hingegen keine Einbußen hinnehmen, auch Kameras mit APS-C- oder Four-Thirds-Sensor bieten mit lichtstarken Objektiven Potential für das kreative Spiel mit der Schärfe und Unschärfe. Zudem sind sie bei der Tele- und Makrofotografie sogar im Vorteil, weil sie im Vergleich zu einem Kleinbildformat-Sensor einen kleineren Bildausschnitt aufnehmen und somit quasi alles vergrößert darstellen.

Dass der Markt inzwischen von spiegellosen Systemkameras dominiert wird, deren Vorteile gegenüber Spiegelreflexkameras die Nachteile wie etwa einen höheren Stromverbrauch überwiegen, wird beim Blick auf die Kameraauswahl klar, die nur aus spiegellosen Systemkameras besteht. Inzwischen sind selbst teure Profi-Kameras für Sportfotografen spiegellos – und das sogar bei traditionellen Herstellern wie Canon und Nikon, die bis zuletzt am Klappspiegel festgehalten haben. Die spiegellosen Systemkameras sind mechanisch einfacher aufgebaut und dadurch kompakter, zudem lassen sich viel einfacher große elektronische Sucher bauen als komplizierte Spiegelreflexsucher. Darüber hinaus lässt sich mit einem beweglichen Bildschirm viel flexibler fotografieren. Bei Videoaufnahmen funktioniert ein klassischer Spiegelreflexsucher ohnehin nicht.

Bei allen neun Kameras kann man das Objektiv wechseln, denn das ist charakteristisch für eine Systemkamera. Diese Möglichkeit sollte man auch nutzen und sich mit der Zeit gute Objektive für seine bevorzugten Motive zur Kamera dazukaufen. Zum Einstieg sind aber auch die einfachen Set-Objektive, selbst wenn sie nicht die beste Bildqualität liefern, "gut genug", um erste Erfahrungen zu sammeln und herauszufinden, ob einem die Qualität reicht oder man doch bessere oder speziellere Objektive benötigt. Einige der Set-Objektive sind zudem schön kompakt und erleichtern das Mitnehmen der Kamera in der (Jacken-)Tasche.

Die Gehäuse der ausgewählten Kameras sind in dieser Preisklasse ausnahmslos sehr hochwertig. Die größeren Unterschiede zwischen den Kameras sind auch weniger bei der Bildqualität zu finden, denn die ist bei allen Kameras gut bis sehr gut, als bei ihrer Ausstattung, den Fähigkeiten des Autofokus, der Serienbildgeschwindigkeit, der Videofunktion und nicht zuletzt dem Bedienkonzept.

Jede Kamera hat in bestimmten Bereichen Stärken, ist in anderen dafür vielleicht etwas schwächer. Oder eine Kamera kann als Allrounder alles auf sehr hohem Niveau, aber es gibt es in jedem Bereich einzelne Modelle, die irgend etwas besser können, aber dafür anderes weniger gut. Wer keine oder kaum Videos aufnimmt, der braucht keine gute Videofunktion. Wer keine Actionmotive fotografiert, braucht nicht die ausgefeiltsten Autofokus-Algorithmen und die schnellste Serienbildfunktion.

  • Bild Das Gehäuse der Nikon Z 5 besteht auf der Ober- und Vorderseite aus einer Magnesiumlegierung. [Foto: Nikon]

    Das Gehäuse der Nikon Z 5 besteht auf der Ober- und Vorderseite aus einer Magnesiumlegierung. [Foto: Nikon]

Gehäusequalität

Die Gehäusequalität spielt in dieser Kameraklasse quasi keine Rolle mehr – und das nicht, weil die Verarbeitung so schlecht wäre, sondern weil alle neun Kameras ein Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung besitzen und zudem gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet sind, auch wenn die Qualität der Dichtungen und die Angaben der Hersteller etwas abweichend sind. So verspricht Sony beispielsweise "nur" einen Feuchtigkeitsschutz. Am robustesten dürften unserer Einschätzung nach die Fujifilm X-T4 und Panasonic Lumix DC-GH5 II sowie S5 sein, zumal diese beiden Hersteller auch einen Frostschutz bis -10 °C versprechen. Dicht dahinter dürften die Modelle von Nikon und Canon folgen, danach die von Sony. Nicht vergessen sollte man aber, auch beim Objektiv auf entsprechende Dichtungen zu achten, was vom Modell abhängt. Wenn das Objektiv nicht gedichtet ist – und vor allem an der Schnittstelle zur Kamera, also dem Bajonett, nicht – dann nützt auch die am besten gedichtete Kamera nichts.

Entsprechend des Gehäusematerials fühlen sich alle Kameras hochwertig an, zudem kommen bei allen großzügige Gummiapplikationen für eine bessere Griffigkeit zum Einsatz. Auch über einen Handgriff verfügen alle Modelle, jedoch sind diese unterschiedlich groß und ergonomisch. Am kleinsten sind die Griffe der Fujifilm X-T4, Sony Alpha 7C und 6600. Die ergonomischsten Griffe haben die Modelle von Nikon, Canon und Panasonic. Die Sony Alpha 7 III bewegt sich knapp dahinter. Ebenfalls nicht zu verachten ist die Möglichkeit, einen Multifunktions-Handgriff anschließen zu können. Er verlängert oft den Querformatgriff um einige Millimeter und bietet zudem einen Hochformatgriff samt Bedienelementen und einen zusätzlichen Akku für längere Laufzeit. Multifunktions-Handgriffe gibt es für die Fujifilm X-T4, die Canon EOS R, die Panasonic GH5 II und S5 sowie die Sony Alpha 7 III. Für die Nikon Z 5 und Z 6 gibt es hingegen nur einen reinen Batteriegriff mit Verlängerung für den Handgriff, aber ohne Hochformatgriff und Hochformatauslöser. Für die Sony Alpha 7C und 6600 gibt es keinen Zusatzgriff – zumindest nicht von Sony selbst.

Sensortypen

In unserem Testfeld sind neben dem Four-Thirds-Sensor des Micro-Four-Thirds-Systems auch APS-C-Sensoren sowie Kleinbildsensoren (Vollformat) zu finden. Der Four-Thirds-Sensor der Panasonic GH5 II misst 17,3 x 13 Millimeter, der APS-C-Sensor der Fujifilm X-T4 und Sony Alpha 6600 misst 23,6 x 15,8 Millimeter und der Kleinbildsensor ist mit 36 x 24 Millimetern am größten. Grundsätzlich ermöglichen die größeren Sensoren bei gleicher Pixelzahl größere Pixelflächen und damit geringeres Bildrauschen und einen höheren Dynamikumfang. Neben der Sensorgröße ist aber auch entscheidend, wie viele Pixel darauf liegen – im Testfeld sind es zwischen 20 und 30 Megapixel – und welche Technologien beim Sensorbau, aber auch bei den Bildaufbereitungsalgorithmen zum Einsatz kommen. So bedeutet ein größerer Sensor nicht unbedingt eine viel höhere Bildqualität, nicht einmal die Auflösung in Megapixeln entscheidet darüber, wie viel (sichtbare) Details letztlich in der Bilddatei landen, denn auch das hängt von der Bildaufbereitung ab, aber nicht nur, sondern auch noch vom verwendeten Objektiv.

Welche Kamera also nun die beste Bildqualität hat, hängt vom Anwendungsfall ab. Die eine Kamera löst etwas höher auf, dafür bietet eine andere genauere Farben oder rauscht etwas weniger. In unseren Tests gewichten wir die verschiedenen Bildqualitätsparameter inklusive dem beim Test verwendeten Objektiv. Unter diesen Voraussetzungen haben die Sony Alpha 7C und 6600 laut unseren Tests die höchste Bildqualität, die Panasonic GH5 II hat die niedrigste. Dabei spielt es aber eine entscheidende Rolle, dass Sony eine sehr aggressive Bildaufbereitung verwendet, wodurch die Sensorauflösung besonders gut genutzt wird. Das zeigt sich bei der Alpha 7 III und 6600 im Besonderen, denn sie erreichen mit ihren 24-Megapixel-Sensoren dieselbe gemessene Maximalauflösung wie die Canon EOS R mit ihren 30 Megapixeln. Panasonic macht hingegen genau das Gegenteil, die Bildaufbereitung ist ausgesprochen zurückhaltend, die Bilder wirken sehr natürlich, aber dadurch auch etwas weich. Wirklich schlecht ist die Bildqualität bei keiner Kamera und verwendet man das Rohdatenformat statt des unseren Tests zugrundeliegende JPEG-Dateiformat, lässt sich aus jeder Kamera noch einmal mehr Bildqualität herausholen und die eine oder andere Schwäche ausbügeln. Die beiden Nikon-Modelle etwa haben etwas ungenaue Farben, vor allem die Z 6. Auf den Detailseiten der einzelnen Kameras gehen wir näher auf die Details der Bildqualität ein.

  • Bild Sensorgrößen im Vergleich – von Four Thirds bis Vollformat. [Foto: MediaNord]

    Sensorgrößen im Vergleich – von Four Thirds bis Vollformat. [Foto: MediaNord]

Von der Sensorgröße abhängig ist aber auch der sogenannte Cropfaktor. Bei Four Thirds beträgt er 2, bei APS-C 1,5. Multipliziert man die Brennweite des Objektivs mit diesem Crop-Faktor, ergibt sich die kleinbildäquivalente Brennweite. Für die Bildwirkung eines 50mm-Kleinbildobjektivs braucht man bei Four Thirds nur 25 Millimeter Brennweite und bei APS-C 33 Millimeter. Für ein 200mm-Tele benötigt man bei APS-C ein Objektiv mit 133 Millimeter und bei Four Thirds mit 100 Millimeter und so weiter. Das bedeutet aber auch, dass entsprechende Objektive kleiner und günstiger gebaut werden können. Vor allem wer mit sehr viel Tele fotografiert, muss bei einer Vollformatkamera sehr große Objektive für sehr viel Geld kaufen und schwer herumschleppen.

Ein weiterer Unterschied zwischen den Sensoren besteht beim Seitenverhältnis. Während die APS-C-Sensoren wie der Kleinbildsensor ein Seitenverhältnis von 3:2 besitzen, handelt es sich beim Four-Thirds-Sensor um ein Seitenverhältnis von 4:3. Damit ist der Four-Thirds-Sensor dichter am quadratischen Format, APS-C und Kleinbild hingegen dichter am Breitbildformat. Das macht auch bei Videoaufnahmen einen Unterschied, die im 16:9-Seitenverhältnis aufgenommen werden. Hier sind die 3:2-Sensoren im Vorteil, weil sich der Bildausschnitt nicht ganz so stark verkleinert. Einen größeren Einfluss auf den Bildausschnitt haben allerdings die Kameras selbst, denn nicht alle nutzen die gesamte Sensorbreite für Videoaufnahmen.

Weitere Unterschiede gibt es bei den auf den Bildsensoren integrierten Autofokus-Sensoren, die in bei unseren getesteten Kameras nur bei APS-C- und Kleinbildsensoren zu finden sind. Doch dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Autofokus

Beim Autofokus greifen wie auch bei der Aufbereitung der Bilddaten verschiedene Technologien ineinander. Dabei spielt sowohl die Hardware eine große Rolle als auch die Software, denn moderne Algorithmen können mehr als nur zwischen "scharf" und "unscharf" unterscheiden. Sie erkennen Motivdetails sowie Muster und mit der richtigen Hardware ebenfalls, ob sich ein Motiv auf die Kamera zubewegt oder von ihr weg.

Für letzteres sind so genannte Phasen-Sensoren notwendig. Vereinfacht gesagt bricht sich bei denen das Licht an zwei Prismen. Anhand der Stärke und Unterschiede der Lichtbrechung kann berechnet werden, ob sich das Motiv im Fokus befindet und wenn nicht, in welcher Richtung und wie weit ungefähr das Motiv von der Schärfeebene entfernt ist oder eben auch, in welche Richtung es sich bewegt. Für den letzten Feinschliff sind die Sensoren jedoch nicht genau genug, hier kommt der Kontrast-Autofokus zum Einsatz. Wenn ein Motivdetail nämlich scharf auf dem Sensor abgebildet wird, ist auch sein Kontrast am höchsten. So kann die Kamera äußerst exakt fokussieren.

Alle APS-C- und fast alle Vollformat-Kameras im Testfeld verfügen sowohl über einen Kontrast- als auch einen Phasen-Autofokus. Nur bei Panasonic ist letzterer nicht zu finden. Die Kombination der beiden Systeme nennt man auch Hybrid-Autofokus. Dabei setzt Canon auf das sogenannte DualPixel-System. Hier ist jeder Pixel des Bildsensors in zwei Subpixel unterteilt, was Canon Dual-Pixel nennt. Jeder Pixel arbeitet somit auch als Autofokus-Sensor. Selbstverständlich muss der Anwender nicht entscheiden, welchen der 30 Millionen Autofokus-Sensoren er verwenden möchte, sondern im Benutzerinterface stehen "nur" einige Autofokus-Felder zur Auswahl. Die Fujifilm X-T4 besitzt 2,16 Millionen Phasen-Autofokus-Sensoren, aber wie bei Canon werden diese zu bestimmten Messfeldern zusammengefasst, zumindest dann, wenn man sie gezielt auswählen möchte. Die anderen Kameras bieten einige hundert Phasen-Messsensoren, was in der Praxis mehr als ausreichend ist.

  • Bild Beim Hybrid-Autofokus sitzen auf dem Bildsensor Phasen-Messsensoren, die die Fokuslage des Motivs messen können. [Foto: Fujifilm]

    Beim Hybrid-Autofokus sitzen auf dem Bildsensor Phasen-Messsensoren, die die Fokuslage des Motivs messen können. [Foto: Fujifilm]

Panasonic setzt dagegen einzig einen Kontrast-Autofokus ein, geht aber auch da einen Sonderweg. Der so genannte DFD-Autofokus vergleicht zwei unscharfe, minimal unterschiedlich fokussierte Bilder miteinander und errechnet anhand der Objektivcharakteristik, wo sich die Schärfeebene befindet und springt direkt zu dieser. Dadurch verfügen die Panasonic-Kameras über einen äußerst schnellen Autofokus, der aber nur mit Panasonic-Objektiven in dieser hohen Geschwindigkeit funktioniert, denn bei anderen AF-Objektiven kennt die Kamera die Objektivcharakteristik nicht und muss mit einem reinen Kontrastautofokus auskommen. Aber keine Sorge, langsam wird deswegen nicht fokussiert.

Der Kontrastautofokus hat aber einen Nachteil: Er erkennt nicht, wenn sich ein Motiv in eine Richtung von der Kamera entfernt oder auf sie zubewegt, sondern er merkt nur, dass das Bild nicht mehr scharf ist. Um es wieder in den Fokus rücken zu können, muss der Kontrastautofokus minimal hin und her pumpen, was bei Videoaufnahmen in 4K bei großformatiger Betrachtung auffallen kann. Ein Phasen-Autofokus kann hier souveräner nachfokussieren. Auch bei Serienbildaufnahmen funktioniert die Nachfokussierung mit einem Hybrid-Autofokus in der Regel besser als mit dem DFD-Autofokus von Panasonic.

Weitere Unterschiede bestehen bei den Algorithmen, die man wiederum grob in zwei Bereiche unterteilen kann. Einer ist das Erkennen von wichtigen Motivdetails, auf die Fotografen potentiell gerne fokussieren wollen. In erster Linie sind das Gesichter, in zweiter Instanz aber auch die Augen, denn bei Porträts soll nicht auf die Nasenspitze scharfgestellt werden, sondern auf wenigstens eines der beiden Augen. Alle neun Kameras erkennen neben Gesichtern auch Augen sowie Tiere. Zudem erkennen die Panasonic-Kameras auch Köpfe und Körper, was dann von Vorteil ist, wenn das Gesicht nicht zu erkennen ist. Darüber hinaus beherrschen beide Panasonic-Kameras so genanntes Deep Learning, bei dem der Autofokus mit der Zeit hinzulernt und immer besser wird.

Der zweite Bereich sind die Algorithmen zur Autofokus-Nachführung und Verfolgung von Motiven bei Serienbildaufnahmen, die neben der Fokustechnologie maßgeblichen Einfluss haben. Hier lässt sich nicht so leicht sagen, welche Algorithmen wirklich besser arbeiten, zu verschieden sind Motive, Lichtbedingungen und auch die Objektive, die hier einen großen Einfluss haben. Aber anhand der Serienbildgeschwindigkeit mit Autofokus- und Belichtungsnachführung kann man doch Unterschiede ausmachen. In dieser Preisklasse ist bei manchem Modell aber nicht einmal der Autofokus der "Flaschenhals" bei Serienbildaufnahmen, sondern die Geschwindigkeit, mit der der Bildsensor ausgelesen werden kann und der Kameraprozessor in der Lage ist, diese Daten in der Geschwindigkeit zu verarbeiten. Auch die Speichergeschwindigkeiten spielen eine Rolle sowie die Größe des Zwischenspeichers. So ist die Nikon Z 6 zwar bei Serienbildern sehr schnell, aber der Puffer ist nach wenigen Sekunden voll. Die Sony-Modelle bieten einen deutlich größeren Puffer, speichern aber viel langsamer, so dass man bei vollem Puffer lange warten muss, bis dieser wieder vollständig geleert ist. Zum Glück bleiben die Kameras währenddessen weiterhin aufnahmebereit.

Video

Nicht jeder möchte mit seinem "Fotoapparat" auch Videos aufnehmen, und doch ist diese Funktionalität mit den Jahren zunehmend wichtiger geworden. Das liegt vor allem daran, dass Fotokameras im Vergleich zu professionellen Videokameras deutlich günstiger sind und dennoch das kreative Potential und die Bildqualität großer Bildsensoren sowie den Einsatz von Wechselobjektiven bieten. Nicht zuletzt die sozialen Netzwerke, die es jedem erlauben, Videos zu veröffentlichen, haben diesen Trend befeuert. Dabei haben die Kamerahersteller jedoch Jahre gebraucht, um auf diese Anforderungen zu reagieren und die nötigen Funktionen einzubauen.

Alle Kameras beherrschen 4K-Videoaufnahmen, aber es gibt dabei Unterschiede, etwa bei der Bildwiederholrate oder der bei Videoaufnahmen verwendeten Sensorbreite. Die maximale Videoaufnahmelänge am Stück beträgt bei den meisten Kameras knapp 30 Minuten. Positiv fallen hier die Panasonic-Modelle auf, die keine Aufnahmezeitbegrenzung besitzen. Dass die S5 bei 50 und 60 Bildern pro Sekunde trotzdem nur 30 Minuten am Stück aufnimmt, hat vor allem mit dem Wärmemanagement zu tun. Apropos Bildwiederholrate: Neben den beiden Panasonic-Modellen kann nur die Fujifilm X-T4 4K-Videos bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen, alle anderen erreichen maximal 30 Bilder pro Sekunde.

Alle Kameras bieten einen Clean-HDMI-Ausgang. Das bedeutet, dass sämtliche Bildschirmeinblendungen über HDMI abgeschaltet werden können, so dass man das Videosignal extern für Aufzeichnungen verwenden kann. Auch ist es möglich, mittels HDMI-Grabber, der das HDMI-Signal auf USB umsetzt, die Kameras als qualitativ sehr hochwertige Webcams zu "missbrauchen". Ein Livestreaming ist so ebenfalls denkbar, oder der Anschluss an einen Videomischer, mit dem sich mehrere Videoquellen zum Beispiel für Online-Veranstaltungen umschalten lassen. Doch Vorsicht: Die Canon EOS R und Nikon Z 6 lassen sich nicht per USB mit Strom versorgen! Für diese kann man aber Netzteile samt "Akku-Dummies" kaufen, die statt des Akkus in das Batteriefach eingesetzt werden. Sowas geht aber ordentlich ins Geld, sodass man stattdessen oft besser zu einer der anderen Kameras greift, die sich allesamt einfach dauerhaft per USB mit Strom versorgen lassen.

Zum Thema "Kamera als Webcam benutzen": Für die Canon EOS R, Fujifilm X-T4, Nikon Z 5 und Z 6, Panasonic S5 sowie Sony Alpha 7 III und 6600 gibt es je eine Software-Lösung, mit der sich die Kameras per USB als Webcam verwenden lassen, allerdings nur in einfacher HD-Auflösung und ohne Ton vom Kameramikrofon. Die Panasonic GH5 II und Sony Alpha 7C hingegen lassen sich direkt per USB als Webcam oder zum Livestreaming verwenden. Insbesondere Die GH5 II eignet sich hierfür, denn bei ihr funktioniert das sogar in 4K-Auflösung und bei Verwendung eines USB-LAN-Netzwerk-Adapters sogar mit 60 statt 30 Bildern pro Sekunde.

Zu einem guten Video gehört nicht nur das Bild, sondern auch der Ton. Hier gibt es keine großen Unterschiede, denn alle Kameras besitzen 3,5mm-Klinkenbuchsen zum Anschluss von Mikrofon und Kopfhörer. Die Sony Alpha 7C besitzt sogar ein digitales Mikrofon-Interface, das über den Multifunktions-Blitzschuh zur Verfügung gestellt wird. Panasonic dagegen kann mit einem XLR-Adapter als optionales Zubehör aufwarten.

  • Bild Für Selfies oder Videoaufnahmen ohne Kameramann lässt sich der Bildschirm der Sony Alpha 6600 um 180 Grad nach oben klappen. [Foto: Sony]

    Für Selfies oder Videoaufnahmen ohne Kameramann lässt sich der Bildschirm der Sony Alpha 6600 um 180 Grad nach oben klappen. [Foto: Sony]

Sucher und Bildschirm

Alle Kameras dieses Vergleichstests verfügen über einen beweglichen Bildschirm mit Livebildanzeige sowie einen elektronischen Sucher. Dabei unterschieden sich die Sucher und Bildschirme teilweise deutlich. Die Sucher haben mindestens 2,36 Millionen Bildpunkte Auflösung. Das ist zwar schon ganz ordentlich, aber mehr ist besser. Die Kameras von Canon, Fujifilm und Nikon sowie die Panasonic GH5 II lösen 3,69 Millionen Bildpunkte auf. Die beiden Nikons haben die größten Sucherbilder, dicht gefolgt von der Sony Alpha 7 III. Im Mittelfeld bewegen sich die beiden Panasonic-Modelle, die Canon und die Fujifilm. Die Sucher der Sony Alpha 6600 und 7C sind deutlich kleiner, vor allem der Sucher der 7C ist fast schon winzig und hat eher Einsteigerniveau. Ein besonders kleiner Sucher bedeutet übrigens nicht automatisch, dass man ihn dafür besonders gut mit der Brille einsehen kann, wie die Sony Alpha 7C beweist. Alle Sucher schatten je nach verwendeter Brille mehr oder weniger ab, das sollte man nach Möglichkeit selbst ausprobieren. Am besten für Brillenträger geeignet haben wir den Sucher der Panasonic S5 empfunden.

Bei den Bildschirmen unterscheiden sich vor allem die Freiheitsgrade der Beweglichkeit, die Auflösungen und die maximale Leuchtdichte beziehungsweise Helligkeit. Die Größe der Bildschirme bewegt sich zwischen 7,5 und acht Zentimetern Diagonale. Die einzigen drei Kameras mit acht Zentimetern sind die Canon sowie die beiden Nikon-Modelle. Die Bildschirme der Sony Alpha 7 III, Nikon Z 5 und Z 6 sowie der Sony Alpha 6600 lassen sich lediglich nach oben und unten kippen, immerhin bietet letztere bis zu 180 Grad nach oben an, so dass im Gegensatz zu den anderen drei auch die Nutzung für Selfies oder als Video-Kontrollbildschirm möglich ist. Alle anderen fünf Kameras besitzen seitlich um 180 Grad schwenkbare, um 270 Grad um die Achse drehbare Bildschirme, die somit alle Freiheitsgrade bieten und sich auch für Selfies oder als Kontrollmonitor eignen.

Übrigens handelt es sich bei allen Bildschirmen um Touchscreens, jedoch sind diese nicht bei jeder Kamera konsequent in die Bedienung integriert. Einen Touch-Autofokus und das Blättern durch die Fotos in der Wiedergabe sowie das Vergrößern beherrschen zwar alle, aber die Kameramenüs der Sony-Modelle und der Fujifilm lassen sich nicht per Touch bedienen. Selbstverständlich muss man die Touch-Funktion nicht nutzen und kann sie oft sogar abschalten. Alle Kameras können auch komplett und bequem mit Tasten bedient werden.

Die in der Summe besten Bildschirme bieten die Panasonic-Modelle. Beide Touchscreens lösen 1,84 Millionen Bildpunkte auf und sie sind mit einer Leuchtdichte von 940 cd/m² (GH5 II) und 1.040 cd/m² (S5) mit Abstand die hellsten. Die Nikon Z 6 und Canon EOS R bieten mit 2,1 Millionen Bildpunkten die höchste Auflösung, sind mit einer Leuchtdichte von 740 cd/m² (Z 6) beziehungsweise sogar nur 650 cd/m² (EOS R) aber nicht die hellsten, auch wenn diese Helligkeit in den meisten Situationen ausreichend ist. Den mit Abstand dunkelsten Bildschirm hat die Nikon Z 5, die Leuchtdichte beträgt gerade einmal 510 cd/m². Mit einer Auflösung von 1,04 Millionen Bildpunkten löst er auch mit am gröbsten auf. Eine schlechtere Auflösung bieten nur die drei Sony-Kameras mit 0,92 Millionen Bildpunkten. Die Alpha 7 III und 7C besitzen einen identischen Bildschirm, denn auch die Leuchtdichte ist mit 650 cd/m² gleich. Der Bildschirm der Sony Alpha 6600 ist mit einer Leuchtdichte von ca. 740 cd/m² immerhin etwas heller. Sowohl von der Leuchtdichte (870 cd/m²) als auch der Auflösung (1,62 Millionen Bildpunkte) bewegt sich der Touchscreen der Fujifilm X-T4 in beiden Disziplinen auf dem dritten Platz hinter den Panasonic-Kameras.

  • Bild Bei einem modernen Bildstabilisator, hier der Dual IS 2 von Panasonic, arbeiten der optische Stabilisator des Objektivs und der Sensor-Shift-Bildstabilisator der Kamera zusammen, um eine noch bessere Effektivität zu erreichen. [Foto: Panasonic]

    Bei einem modernen Bildstabilisator, hier der Dual IS 2 von Panasonic, arbeiten der optische Stabilisator des Objektivs und der Sensor-Shift-Bildstabilisator der Kamera zusammen, um eine noch bessere Effektivität zu erreichen. [Foto: Panasonic]

Bildstabilisator

Ein Bildstabilisator ist ein wichtiges Ausstattungsmerkmal, verhindert er doch verwackelte Fotos bei längeren Brennweiten und/oder längeren Belichtungszeiten. Während bei Videoaufnahmen auch digitale Bildstabilisatoren sehr effektiv sein können, sind für Fotos optische Bildstabilisatoren essentiell. Hier unterscheidet man grundsätzlich zwei Systeme: Bildstabilisatoren mit beweglichen Linsen im Objektiv und Bildstabilisatoren mit beweglich gelagertem Aufnahmesensor. Letzterer bietet die Vorteile, auch leichte Drehbewegungen ausgleichen zu können und mit jedem angesetzten Objektiv zu funktionieren. Zudem sind die Sensor-Shift-Bildstabilisatoren bei Brennweiten von bis zu ca. 100 Millimetern effektiver als Objektiv-basierte. Letztere sind ein Ausstattungsmerkmal des Objektivs und vor allem bei längeren Brennweiten sehr effektiv. Bei Panasonic, Nikon und Fujifilm arbeiten beide Stabilisatoren sogar gemeinsam und kombinieren so nicht nur die Vorteile beider Systeme miteinander, sondern stabilisieren mit den beiden Stabilisatoren auch noch längere Belichtungszeiten als mit nur einem. Die Sony-Modelle kombinieren die Stabilisatoren zwar auch, werden dadurch aber nicht effektiver als mit einem alleine. Alle Kameras mit Ausnahme der Canon EOS R besitzen einen Sensor-Shift-Bildstabilisator.

Objektive

Günstige Set-Objektive sind nicht zu unrecht verschrien. Alle Set-Objektive der hier getesteten Kameras haben Schwächen, vor allem bei der Randauflösung, viele aber auch bei der Verzeichnung. Dennoch sind manche Objektive etwas besser als andere, was wir auf der jeweiligen Detailseite herausarbeiten.

Auf jeden Fall sollte man sich bewusst sein, dass man sich mit dem Kauf der Kamera auch auf einen Objektivanschluss und die dafür verfügbaren Objektive festlegt. Immerhin gibt es in jedem System mindestens 20 Autofokus Objektive. Die einzige Ausnahme ist die Panasonic Lumix DC-S5, bei der es erst ein Dutzend Objektive sind. Aber hier ist Panasonic auch nur einer von drei Partnern in der L-Mount-Allianz. Zählt man die kompatiblen Objektive der Partner Leica und Sigma hinzu, sind es fast 50 Objektive. Noch deutlicher wird der Partner-Vorteil im Micro-Four-Thirds-System, wo Panasonic, Olympus und OM System zusammen über 60 Autofokus-Objektive anbieten. Zudem bieten Dritthersteller für die meisten Systeme mehr oder weniger Autofokus-Objektive an. Ist man bereit manuell zu fokussieren, erweitert sich die Auswahl sogar deutlich auf oft über mehr als 100 Objektive.

  • Bild Panasonic bietet eine große Auswahl an Objektiven mit Micro-Four-Thirds-Anschluss. [Foto: Panasonic]

    Panasonic bietet eine große Auswahl an Objektiven mit Micro-Four-Thirds-Anschluss. [Foto: Panasonic]

Testsieger

Ein Vergleichstest hat üblicherweise einen Testsieger. Wir haben die Kameras miteinander verglichen und eine Reihenfolge erstellt, die sich an der Summe aller Eigenschaften inklusive dem Preis orientiert und die eine erste Einordnung geben soll. Dass eine Kamera weiter hinten zu finden ist, heißt aber nicht, dass sie schlecht wäre. Mit keiner dieser neun Kameras machen Sie einen schlechten Kauf. Unten finden Sie alle Testteilnehmer im Kurzüberblick. Von dort können Sie zu einer ausführlicheren Detailseite mit einem Kurztest und wichtigen Ausstattungsmerkmalen und technischen Daten verzweigen und die Kamera von allen Seiten anschauen. Kommt die Kamera in Ihre engere Wahl, gehen Sie von dort aus weiter in unseren ausführlichen Einzeltest oder kaufen für wenig Geld unseren Premium-Test, der das Ganze noch etwas schöner aufbereitet und durch eine genaue Bewertungstabelle und Diagramme ergänzt, die zeigen, wo die Stärken und Schwächen der einzelnen Kameras liegen (ideal auch für einen direkten Vergleich mit anderen Kameras).

Hier sind unsere neun Top-Favoriten mit ihrem Anwendungsprofil:

  • Unser Testsieger Fujifilm X-T4 bietet das beste Gesamtpaket aus robustem, hochwertigem Gehäuse, sehr guter Ausstattung (in dieser Disziplin sind nur zwei andere Kameras minimal besser), schönem Bedieninterface mit vielen manuellen Einstellrädern, hoher Performance, guter Videoqualität und selbstverständlich Bildqualität. Die JPEG-Daten sind sehr gut aufbereitet mit einer schönen Balance aus Auflösung und natürlichen Farben. Zudem bekommt man hier für unter 2.000 Euro bereits ein wirklich gutes Mittelklasse-Objektiv im Lieferumfang.
  • Auf dem zweiten Platz folgt die Canon EOS R, wobei man bei ihr in einigen Punkten mehr Kompromisse eingehen muss. Ihr fehlt der Sensor-Shift-Bildstabilisator und für Videografen ist die Kamera nichts (die sollten auf den dritten, sechsten und neunten Platz schauen). Dafür punktet die Canon aber mit einem sehr ergonomischen und robusten Gehäuse, einem schönen, eingängigen Bedienkonzept samt Info-Display auf der Kameraoberseite (bietet sonst nur noch die Nikon Z 6) und vor allem einer sehr hohen Auflösung. Nominell bietet sie die meisten Megapixel, muss sich unter Einbeziehung der Bildaufbereitung aber die Auflösungskrone mit der Sony Alpha 7 III und 6600 teilen. Mit dem richtigen Objektiv und Bildverarbeitung lässt sich bei der EOS R bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten aber mehr aus den Bildern herausholen als bei allen anderen Kameras, womit sie sich den zweiten Platz redlich verdient hat.
  • Auf dem dritten Platz folgt die Panasonic Lumix DC-GH5 II. Das mag zunächst vielleicht verwundern, hat sie doch den kleinsten Bildsensor und die niedrigste Auflösung aller Kameras des Vergleichstests. Dafür holt die GH5 II aber in allen anderen Disziplinen einen Spitzenplatz: Verarbeitung, Robustheit, Ausstattung, Bedienung, Performance und Videoqualität sind top. Sie ist auch unsere klare Empfehlung für Videografen, vor allem bei Liveproduktionen. Die GH5 II ist ein echter Allrounder und auch ihre Bildqualität bei Fotos braucht sich nicht zu verstecken. Vor allem mit einer Raw-Bildverarbeitung lassen sich knackigere Fotos mit mehr sichtbaren Details herausholen, denn die JPEG-Fotos sind sehr zurückhaltend abgestimmt, bieten dafür aber einen natürlicheren, weniger effekthaschenden Eindruck.
  • Auf dem vierten Platz folgt mit der Sony Alpha 7 III eine Kamera, die man fast schon als Klassiker bezeichnen kann. Wie die Canon EOS R ist sie nicht die jüngste Kamera, aber sie war einst in ihrer Preisklasse führend und kann sich nach wie vor gegen neuere Kameras behaupten und gehört verdient zu den erfolgreichsten Vollformatkameras überhaupt, nicht zuletzt aufgrund der großen Objektivauswahl des Sony-Systems. Sie bietet einen solide schnellen Autofokus mit hoher Serienbildgeschwindigkeit, nur bei der Ausdauer geht ihr irgendwann die Puste aus und auch der Sucher und Bildschirm sind nicht mehr ganz State of the Art. Wer gerne knackige JPEG-Bilder direkt aus der Kamera wünscht, die man nicht weiter bearbeiten braucht, liegt ebenfalls bei der Sony Alpha 7 III goldrichtig.
  • Die Nikon Z 5 war unser Testsieger der Einsteiger-Vollformatkameras und schafft es in diesem Vergleich immerhin auf den mittleren fünften Platz. Sie punktet mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis, bei der Videofunktion muss man jedoch genauso wie bei der Canon EOS R deutliche Kompromisse eingehen; da gibt es definitiv bessere Kameras im Vergleich. Dafür ist die Z 5 einfach zu bedienen, bietet ein schön ergonomisches, robustes Gehäuse und eine sehr gute Bildqualität samt effektivem Sensor-Shift-Bildstabilisator. Der Autofokus ist zwar schnell, aber die Serienbildperformance nicht. Für Sport- und Actionfotografen ist die Z 5 also weniger geeignet. Action- und Sportfotografen finden, wenn es eine Nikon sein soll, mit der Z 6 für ein wenig mehr Geld eine performantere Alternative. Überraschend gut ist übrigens auch das kleine 24-50mm-Setobjektiv der Z 5.
  • Die Sony Alpha 7C landet als jüngeres Schwestermodell der Alpha 7 III auf dem sechsten Platz. Technisch sind sich die beiden Kameras äußerst ähnlich. Die Alpha 7C ist aber die deutlich kompaktere und im Videobereich, vor allem für Vlogger und YouTuber, bessere Kamera. Überhaupt ist sie die kleinste Vollformatkamera mit Handgriff (nur die unergonomischen Sigma-fp-Modelle sind noch kleiner). Wer also gerne in Vollformat-Bildqualität möglichst unauffällig oder reisefreundlich mit kleiner Festbrennweite fotografieren möchte, aber auch das Objektiv wechseln können möchte, ist bei der Alpha 7C goldrichtig. Neben der etwas schlechteren Ergonomie gegenüber größeren Kameras ist aber vor allem der kleine Sucher ein echtes Manko. Aber auch hier gilt: Wer sowieso lieber über den Bildschirm fotografiert, der braucht auch keinen guten Sucher. Übrigens hat die Alpha 7C in Summe mit die beste Bildqualität aller Kameras, was auch am ziemlich guten 28-60mm-Zoom liegt (in Relation zum Preis und zu anderen Set-Objektiven gesehen).
  • Auf Platz Sieben ist die Sony Alpha 6600 als zweite APS-C-Kamera des Testfelds zu finden. Sie bietet mit die höchste effektive Auflösung aller neun Kameras und ist trotz des kompakten Gehäuses, das der Sony Alpha 7C Pate stand, sehr gut ausgestattet. Auch an der Performance gibt es nichts auszusetzen. Vor allem punktet sie mit dem 18-135mm-Setobjektiv, das im Preis von unter 2.000 Euro enthalten ist. Das 7,5-fach-Zoomobjektiv eignet sich aufgrund des großen Brennweitenbereichs sehr gut für viele Motive, ist dafür aber etwas größer.
  • An der achtplatzierten Nikon Z 6 gab es einst einige Kritikpunkte, die beim Nachfolgemodell Z 6II und dem kleineren Schwestermodell Z 5 ausgebügelt wurden. So etwa das exotische Speicherkartenfach, das anfangs nur XQD-Karten aufnahm und erst dank Firmwareupdate zu CFexpress kompatibel wurde. Die weit verbreiteten SD-Karten lassen sich aber nicht verwenden. Auch eine USB-Dauerstromversorgung fehlt. Dennoch ist die Z 6 eine sehr gute Kamera mit einem ergonomischen, robusten Gehäuse, guter Ausstattung, schneller, wenn auch nicht ausdauernder Serienbildfunktion und guter Bildqualität.
  • Auf dem undankbaren neunten Platz ist die Panasonic Lumix DC-S5 gelandet. Sie ist zwar das günstigste S-Modell von Panasonic, kostete aber lange Zeit über 2.000 Euro und ist noch nicht so lange knapp darunter zu haben – mit dem interessanten 20-60mm-Setobjektiv versteht sich. Vor allem für Weitwinkelfans ist die Panasonic damit ein Geheimtipp. Aber auch Videografen bekommen mit der S5 die günstigste Vollformatkamera mit 4K60-Video und überhaupt einer sehr guten Videoausstattung mit vielen Modi. Als kleines Manko kann man sehen, dass Panasonic sein Objektivprogramm angesichts der Systempartner etwas schleppend ausbaut. Wer unbedingt ein Objektiv vom selben Hersteller wie seine Kamera kaufen möchte, hat hier die mit Abstand geringste Auswahl. Aber immerhin bietet Panasonic eine sehr interessante Objektivserie mit F1,8 Lichtstärke an. Alle Objektive sind äußerlich absolut identisch und bieten auch eine ähnliche Bildcharakteristik. Auch wieder ein Nischenthema, denn das dürfte vor allem Videografen freuen, während Fotografen erstmal am Aufdruck ablesen müssen, welche Brennweite das Objektiv hat, weil es nicht an Form und Größe ersichtlich ist. Am sehr ergonomischen und robusten Gehäuse sowie der guten Bedienung und Ausstattung gibt es bei der S5 nichts auszusetzen. Ihre JPEG-Bilder sind allerdings recht weich und eher natürlich abgestimmt als auf Knackigkeit getrimmt.

Nachfolgend finden Sie eine Kurzübersicht über die acht Testteilnehmer. Ein Klick auf das Foto oder den "mehr ..."-Link bringt Sie auf eine Detailseite mit einem kompakten Test.

Vergleichstest: Die besten Systemkameras für 2.000 €

Fujifilm X-T4

APS-C-Bolide mit Retro-Charme für Ambitionierte und Profis

Ab ca. 2.050 € mit 18-55mm-Objektiv
  • Bildstabilisierter 26 Megapixel CMOS-Sensor
  • Fujifilm XF Objektivbajonett
  • Beweglicher 3"-Touchscreen, elektr. Sucher
  • Hybrid-Autofokus, 4K60-Video
  • HDMI, USB-C, WLAN und Bluetooth

Die Kamera zeigt sich als zuverlässiger Begleiter für jedes Wetter sowie jede Foto- und Videografische Aufgabe. mehr …

Canon EOS R

Vollformatkamera mit hoher Auflösung und robustem Gehäuse

Ab ca. 2.100 € mit 24-105mm-Objektiv
  • 30 Megapixel CMOS-Sensor
  • Canon RF Objektivbajonett
  • Beweglicher 3,15"-Touchscreen, el. Sucher
  • Hybrid-Autofokus, 4K30-Video
  • HDMI, USB-C, WLAN und Bluetooth

Die Mittelklasse-Systemkamera bietet eine hohe Auflösung sowie ein ergonomisches Gehäuse und Bedienkonzept. mehr …

Panasonic Lumix DC-GH5 II

Hervorragend ausgestatteter Foto-Video-Hybrid

Ab ca. 1.700 € mit 20-60mm-Objektiv
  • Bildstabilisierter 20 Megapixel CMOS-Sensor
  • Micro Four Thirds Objektivbajonett
  • Beweglicher 3"-Touchscreen, elektr. Sucher
  • DFD-Kontrast-Autofokus, 4K60-Video
  • HDMI, USB-C, WLAN und Bluetooth

Das spiegellose Kraftpaket überzeugt mit seinem massiven Gehäuse sowie üppiger Ausstattung für Foto und Video. mehr …

Sony Alpha 7 III

Gut ausgestatteter Allrounder der Vollformat-Mittelklasse

Ab ca. 2.100 € mit 28-70mm-Objektiv
  • Bildstabilisierter 24 Megapixel CMOS-Sensor
  • Sony E Objektivbajonett
  • Neigbarer 3"-Touchscreen, elektr. Sucher
  • Hybrid-Autofokus, 4K30-Video
  • HDMI, USB-C, WLAN und Bluetooth

Die Vollformatkamera spricht Foto- und Videografen an, die einen guten Kompromiss zwischen Preis und Leistung suchen. mehr …

Nikon Z 5

Einsteiger-Vollformatkamera mit Bildstabilisator und robustem Gehäuse

Ab ca. 1.650 € mit 24-50mm-Objektiv
  • Bildstabilisierter 24 Megapixel CMOS-Sensor
  • Nikon Z Objektivbajonett
  • Neigbarer 3,2"-Touchscreen, elektr. Sucher
  • Hybrid-Autofokus, 4K30-Video
  • HDMI, USB-C, WLAN und Bluetooth

Die ergonomische Kamera hat einen besonders großen Sucher und kommt mit einem Top Set-Objektiv zum günstigen Preis. mehr …

Sony Alpha 7C

Performante Vollformat-Systemkamera mit besonders guter Videofunktion

Ab ca. 2.100 € mit 28-60mm-Objektiv
  • Bildstabilisierter 24 Megapixel CMOS-Sensor
  • Sony E Objektivbajonett
  • Beweglicher 3"-Touchscreen, elektr. Sucher
  • Hybrid-Autofokus, 4K30-Video
  • HDMI, USB-C, WLAN und Bluetooth

Die performante und gut ausgestattete 7C bietet eine sehr gute Videofunktion im äußerst kompakten, hochwertigen Gehäuse. mehr …

Sony Alpha 6600

APS-C-Spitzenmodell mit Sensor-Shift-Bildstabilisator

Ab ca. 1.800 € mit 18-135mm-Objektiv
  • Bildstabilisierter 24 Megapixel CMOS-Sensor
  • Sony E Objektivbajonett
  • Neigbarer 3"-Touchscreen, elektr. Sucher
  • Hybrid-Autofokus, 4K30-Video
  • HDMI, Micro-USB, WLAN und Bluetooth

Die einzige APS-C-Systemkamera von Sony mit Sensor-Shift-Bildstabilisator macht keine Kompromisse bei der Ausstattung. mehr …

Nikon Z 6

Spiegellose Vollformat-Systemkamera mit Bildstabilisator

Ab ca. 2.100 € mit 24-70mm-Objektiv
  • Bildstabilisierter 24 Megapixel CMOS-Sensor
  • Nikon Z Objektivbajonett
  • Neigbarer 3,2"-Touchscreen, elektr. Sucher
  • Hybrid-Autofokus, 4K30-Video
  • HDMI, USB-C, WLAN und Bluetooth

Die erste Generation der Nikon-Z-Serie liegt in einem attraktiven Preisrahmen und protzt mit hohem Kreativpotential. mehr …

Panasonic Lumix DC-S5

Robuster Vollformatler mit schneller 4K-Videofunktion

Ab ca. 1.950 € mit 20-60mm-Objektiv
  • Bildstabilisierter 24 Megapixel CMOS-Sensor
  • L-Mount Objektivbajonett
  • Beweglicher 3"-Touchscreen, elektr. Sucher
  • DFD-Kontrast-Autofokus, 4K60-Video
  • HDMI, USB-C, WLAN und Bluetooth

Panasonics kompakteste spiegellose Vollformat-Systemkamera ist für Foto- und Videografen interessant. mehr …

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