Outdoor-Kamera

Testbericht: Olympus TG-6

Seite 2 von 2, vom 2019-06-28 (Autor: Harm-Diercks Gronewold)Zur Seite 1 wechseln

Neben Fotos lassen sich auch Videos mit der Tough TG-6 erstellen. Als höchste Auflösung steht 4K (3.840 x 2.160 Bildpunkte) mit 30 Bildern pro Sekunde zur Verfügung. Eine höhere Bildwechselfrequenz von 60 Bildern pro Sekunde besitzt die Videofunktion bei 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Die Highspeed-Videofunktion erlaubt bis zu 120 Bilder pro Sekunde in Full-HD- sowie 240 Bilder pro Sekunde in HD-Auflösung und 480 Bilder pro Sekunde bei 640 x 360 Pixeln. Die Highspeed- sowie die 4K-Aufnahmefunktion stehen nur im Videomodus zur Verfügung, der über das Programmwahlrad eingestellt wird. Die Dauer der Videoaufzeichnung ist bei 4K, 1.080p und 720p auf 29 Minuten begrenzt. Ein elektronischer Geräuschfilter kann zugeschaltet werden, wenn Windgeräusche minimiert werden sollen, zudem lässt sich der Mikrofonpegel anpassen. Die Kamera bietet außerdem eine einfache Schnittfunktion für aufgenommene Videos.

Das kleine eingebaute Blitzgerät liefert eine Leitzahl von 7 (ISO 100 / 1 Meter). Das ist anständig für einen Blitz dieser Größe. Was ihn aber auszeichnet, ist die Möglichkeit, einen externen Blitz zu steuern. Dabei überträgt die Kamera die TTL Belichtungsdaten an den kompatiblen externen Blitz. Es stehen zwar nur eine Gruppe und ein Kanal zur Verfügung, aber das ist vollkommen ausreichend. Mit dieser Option lässt sich beispielsweise der UFL-3 Unterwasserblitz mit der TG-6 einsetzen.

  • Bild Auf der linken Seite der Kamera ist das Anschlussterminal zu finden. Auch dieses ist mit einem Sperrschalter zusätzlich gesichert. [Foto: MediaNord]

    Auf der linken Seite der Kamera ist das Anschlussterminal zu finden. Auch dieses ist mit einem Sperrschalter zusätzlich gesichert. [Foto: MediaNord]

Wie jede Kompaktkamera, die etwas auf sich hält, besitzt auch die Olympus TG-6 die Möglichkeit, eine Verbindung zu einem Smartgerät aufzubauen. Olympus bietet insgesamt drei Apps für unterschiedliche Aufgabenbereiche, das wirkt irgendwie "gebastelt". Für das Übertragen, Teilen und Fernbedienen der Kamera muss sich der Fotograf Olympus Image Share installieren. Sollen Bilder bearbeitet werden, so muss Olympus Palette installiert werden. Wenn Positionsdaten in Bilder übertragen werden sollen, dann muss die App Olympus Track installiert werden. Da die TG-6 allerdings einen internen GPS-Empfänger besitzt, ist letztere App normalerweise natürlich nicht notwendig.

Nach der Installation der App auf einem Android oder iOS Gerät kann die Verbindung zur Kamera aufgebaut werden. Dazu muss der Fotograf das WLAN der Kamera aktivieren, indem er die Menütaste einige Sekunden gedrückt hält. Bei der Neueinrichtung präsentiert die Kamera einen QR-Code, der von der App auf dem Smartgerät gescannt werden kann. Auch eine manuelle Verbindungseinstellung ist möglich. Dazu stellt die TG-6 die SSID und ein Passwort zur Verfügung. Sind Smartgerät und Kamera gekoppelt, können Fotos übertragen und die Live-View-Fernbedienung benutzt werden. Die WLAN-Funktion lässt sich nicht aktivieren, wenn keine Speicherkarte in der Kamera ist. Leider teilt die Kamera das dem Fotografen nicht mit und auch die Anleitung schweigt sich dazu aus.

Bildqualität

In diesem Teil des ausführlichen Testberichts der Olympus TG-6 geben wir eine kurze Zusammenfassung des digitalkamera.de-Labortests. Dieser enthält neben Erklärungen zu den verschiedenen Messungen sämtliche ermittelten Werte in übersichtlichen Diagrammen. Der Labortest der Olympus TG-6 kann gegen ein kleines Entgelt hier auf digitalkamera.de abgerufen werden. Zudem stehen zwei "Flatrates" zur Verfügung, die Zugriff auf die komplette Kamera- und Objektiv-Labortest-Bibliothek geben.

  • Bild Die Gurtöse besteht aus Metall und ist fest mit dem Gehäuse verschraubt. [Foto: MediaNord]

    Die Gurtöse besteht aus Metall und ist fest mit dem Gehäuse verschraubt. [Foto: MediaNord]

Zusätzlich stellen wir neuerdings (auch gegen einen kleinen Obolus) unsere Original-Testbilder zur Verfügung, die wir zur visuellen Beurteilung der von uns getesteten Kameras aufnehmen (siehe ebenfalls bei den weiterführenden Links). Mit dem Kauf des Labortest-Protokolls oder der Test-Aufnahmen unterstützen Sie die Arbeit der digitalkamera.de-Redaktion und ermöglichen unter unter anderem kostenlose Tests wie diesen.

Die Olympus TG-6 hat den 12 Megapixel auflösenden Sensor ihres Vorgängers geerbt und wie schon die TG-5 sind die Auflösungswerte gut, auch wenn der Abfall zum Rand bei offener Blende durchaus ein Drittel erreicht. Die höchste Auflösung von fast 41 Linienpaaren pro Millimeter erreicht die Kamera im Weitwinkel bei Blende 8. Mit zunehmender Brennweite nimmt die Auflösung dann ab, rutscht aber in der Bildmitte nicht unter 33 lp/mm. Ungewöhnlich dabei ist, dass die Kamera im Gegensatz zum Vorgänger TG-5 sehr stark nachschärft, was die Schärfeartefakte mit bis über 30 Prozent in der Bildmitte deutlich in die Höhe treibt. Dennoch ist die Texturschärfe der Kamera im optimalen Wertebereich bis ISO 400. Darüber hinaus wird ein Verlust von Details sichtbar. Bei der Anatomie des Bildrauschens hat sich im Vergleich zur TG-5 nicht sonderlich viel getan. Der Signal-Rauschabstand ist bis ISO 800 akzeptabel. Bis in höchste ISO-Stufen bleibt das Bildrauschen feinkörnig und ist bis ISO 1.600 kaum sichtbar. Das störende Farbrauschen wird zu keiner ISO Einstellung ein Problem.

Das Objektiv zeigt keine nennenswerte Verzeichnung, weder im Weitwinkel noch im Telebereich, wahrscheinlich wird diese elektronisch rauskorrigiert. Bei den chromatischen Aberrationen sieht das anders aus. Diese sind in der Bildmitte leicht sichtbar und in den Außenbereichen stark sichtbar. Dabei ist der Weitwinkelbereich erwartungsgemäß am stärksten betroffen. Wie schon die Vorgängerkamera TG-5 besitzt auch die TG-6 eine doppelte Schutzscheibe vor dem Objektiv. Diese soll verhindern, dass sich Beschlag bildet. Der unerwünschte Nebeneffekt ist allerdings eine starke Empfindlichkeit bei Gegenlicht. Grund dafür sind die Reflektionen zwischen den Scheiben. Dies äußert sich in starker Kontrastreduktion im Bild. Die bei der TG-6 angeblich verbesserte Vergütung nützt kaum etwas.

Die Übertragung der Tonwerte ist typisch für eine Kamera, deren Bilder sofort eingesetzt werden sollen. Die Mitteltonbereiche sind angehoben, was besonders Schattenbereiche etwas detaillierter macht. Die Eingangsdynamik der Kamera ist hoch, sinkt aber von elf Blendenstufen bei ISO 100 schnell auf knapp normale zehn Blendenstufen bei ISO 400 ab. Danach beruhigt sich die Kurve der Eingangsdynamik und bleibt bis in die hohen ISO Einstellungen im normalen Bereich. Beim Ausgangstonwertumfang erreicht die Kamera nur bis ISO 200 gute Ergebnisse. Bei höheren Empfindlichkeiten sinkt sie in den akzeptablen Bereich, der bis ISO 3.200 gehalten wird.

  • Bild Das Akku- und Speicherkartenfach ist auf der Unterseite zu finden. [Foto: MediaNord]

    Das Akku- und Speicherkartenfach ist auf der Unterseite zu finden. [Foto: MediaNord]

Bei der Farbtreue bekleckert sich die TG-6 wie schon ihre Vorgängerin nicht mit Ruhm. Die Farbabweichung ist im Gesamtdurchschnitt gering, zumindest bis ISO 6.400. Bei einigen Farben ist die Farbabweichung aber sehr heftig. Am stärksten sind Farbtöne von Grün, Gelb und Orange betroffen. Die Abweichung bei Magenta ist da dann noch zu vernachlässigen. Die Farbtiefe bleibt bis in hohe ISO Stufen (3.200) gut.

Fazit

Wasserdicht bis 15 Meter, frostsicher bis -10 Grad Celsius und bis 2,1 Meter sturzsicher – das sind sehr gute Eigenschaften für eine Outdoorkamera. Genau das bietet die Olympus TG-6, wie schon die TG-5 vor ihr und genau hier liegt das Problem. Beide Kameras unterscheiden sich fast nur mikroskopisch voneinander. Der größte Unterschied ist, dass die TG-6 ein höher auflösendes Display als die TG-5 besitzt. Der Funktionsumfang bietet noch einige Neuerungen, doch die hätten auch über ein Firmware-Update in die TG-5 implementiert werden können. Besonders unverständlich ist, dass offensichtlich nicht viel an der Bildqualität gearbeitet wurde. Eher das Gegenteil wurde durch die Anhebung der internen Schärfung gemacht. Zum Glück sind die Auswirkungen in der Praxis verhältnismäßig gering.

Interessant wird die Kamera durch das viele Zubehör. Dank Bajonett lassen sich Konverter und auch ein Lichtleiter für das Blitzlicht montieren. Wem die 15 Meter Tauchtiefe nicht reichen, der kann sich ein zusätzliches Unterwassergehäuse kaufen und bis 45 Meter Tiefe abtauchen und dank eines Unterwasserblitzes auch noch ausgewogen belichtete Fotos aufnehmen. Auch über den Preis der Olympus TG-6 kann man sich nicht beklagen, da sie mit der gleichen UVP von etwa 480 Euro auf dem Markt erhältlich ist wie schon zuvor die TG-5. Es wäre allerdings falsch zu behaupten, dass die TG-6 ein gewaltiger Sprung nach vorne wäre, denn es ist eher ein gemächlicher Schritt.

Passende Publikationen

digitalkamera.de-Bezahlinhalte (in Flatrate enthalten)


Passende Meldungen zu diesem Thema

Artikel-Vorschläge der Redaktion

Face Painting-How-To für Fotoshootings in den eigenen vier Wänden

Face Painting-How-To für Fotoshootings in den eigenen vier Wänden

Dieser Fototipp zeigt Anregungen für ein kreatives Portraitshooting mit möglichst wenig finanziellem Aufwand. mehr…

Testbericht: Capture One 21

Testbericht: Capture One 21

In diesem Test stellen wir den umfangreichen Rohdatenkonverter vor und beurteilen seine Einsteigerfreundlichkeit. mehr…

Kaufberatung: Welche Speicherkarte ist die richtige für meine Kamera?

Kaufberatung: Welche Speicherkarte ist die richtige für meine Kamera?

Wir erklären, welcher Speicherkartenstandard und welche Geschwindigkeitsklasse je nach Anwendung gebraucht wird. mehr…

Testbericht: DxO PhotoLab 4 Elite Edition

Testbericht: DxO PhotoLab 4 Elite Edition

In diesem Test haben wir die Software genau unter die Lupe genommen und zeigen, ob sich ein Update oder Umstieg lohnt. mehr…

Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerOlympus
ModellTG-6
SensorCMOS 1/2,3" 6,2 x 4,6 mm (Cropfaktor 5,6)
12,0 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch1,5 µm
Auflösung (max.)4.000 x 3.000 (4:3)
Video (max.)3.840 x 2.160 30p
ObjektivF2,0-4,9/25-100mm
Filtergewinde40,5 mm (optional)
Monitor3,0" (7,6 cm)
  Auflösung1.040.000 Bildpunkte
  kippbar
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreen
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Motivprogramme16
Programmautomatikja
Programmshift
Blendenautomatik
Zeitautomatikja
Manuell
Bulb-Langzeitbelichtung
HDR-Funktionja
Panoramafunktionja, Schwenkpanorama
BelichtungsmessungMehrfeld, Spot
kürzeste Verschlusszeit1/2.000 s
Blitzeingebaut
  Synchronzeit1/2.000 s
  Blitzanschluss
WLANja
NFC
GPSintern
Fernauslöserja, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahmeja
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-12.800
  manuellISO 100-12.800
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrektur
Autofokusja
  Anzahl Messfelder
  Geschwindigkeit0,24 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen (BxHxT)113 x 66 x 32 mm
Gewicht (betriebsbereit)253 g
Stativgewindeaußerhalb der optischen Achse
Zoom
  ZoomverstellungRingwippe (motorisch)
Akkulaufzeit380 Aufnahmen gem. CIPA-Standard

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

DXOMARK Logo

Die Bildqualität in unseren Tests ermitteln wir seit 2011 mit DXOMARK Analyzer.

Kurzbewertung

  • Einfache Handhabung
  • Umfangreiches Zubehör
  • Drahtlose Blitzsteuerung
  • Bis ISO 400 recht gute Bildqualität
  • Hochauflösender Monitor...
  • ... der leider recht dunkel ist
  • Sehr Gegenlichtempfindlich
  • Sichere Klappen, die fummelig zu öffnen sind