Rubriken: Geotagging, Tipps zu einzelnen Kameras

Olympus Kameras per App fernbedienen mit Olympus Image Share

2014-01-27 Um eine WLAN-Funktion in Digitalkameras kommen die Hersteller in Zeiten von Smartphones und sozialen Netzwerken kaum noch herum. Will der Anwender, der ständig und überall online ist, seine Eindrücke auf Fotos festhalten und diese in sozialen Netzwerken verbreiten, bleibt entweder das Smartphone mit seiner zwar immer besseren, aber im Vergleich zur guten Digitalkamera immer noch schwachen Bildqualität, oder der Umweg über Speicherkarte und Computer oder aber eine Kamera mit eingebauter drahtloser Übertragungsmöglichkeit. Auch Olympus hat die Zeichen der Zeit, nach Samsung, Sony, Nikon, Fujifilm und Canon, erkannt und baut in seine neuesten Digitalkameras WLAN direkt ein.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Der Startbildschirm der App Olympus Image Share bietet Zugriff auf die Hauptfunktionen. Ganz unten wird die Verbindung zur Kamera hergestellt. [Foto: MediaNord]

    Der Startbildschirm der App Olympus Image Share bietet Zugriff auf die Hauptfunktionen. Ganz unten wird die Verbindung zur Kamera hergestellt. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die Verbindung wird kinderleicht über das Scannen des auf dem Kamerabildschirm angezeigten QR-Codes konfiguriert. [Foto: MediaNord]

    Die Verbindung wird kinderleicht über das Scannen des auf dem Kamerabildschirm angezeigten QR-Codes konfiguriert. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die App bietet im Fernsteuerungsmodus Zugriff auf verschiedene Aufnahmeparameter der Kamera, auch das Zoom lässt sich direkt ansteuern. [Foto: MediaNord]

    Die App bietet im Fernsteuerungsmodus Zugriff auf verschiedene Aufnahmeparameter der Kamera, auch das Zoom lässt sich direkt ansteuern. [Foto: MediaNord]

  • Bild Die aufgenommenen Fotos lassen sich direkt auf das Smartphone übertragen, das gilt jedoch nicht für Raw-Aufnahmen. Wer letztere später auf dem PC benötigt und die JPEGs auf sein Mobilgerät übertragen möchte, sollte den Raw+JPEG-Modus der Kamera nutzen. [Foto: MediaNord]

    Die aufgenommenen Fotos lassen sich direkt auf das Smartphone übertragen, das gilt jedoch nicht für Raw-Aufnahmen. Wer letztere später auf dem PC benötigt und die JPEGs auf sein Mobilgerät übertragen möchte, sollte den Raw+JPEG-Modus der Kamera nutzen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Olympus Image Share erlaubt auch das Bearbeiten von Fotos. [Foto: MediaNord]

    Olympus Image Share erlaubt auch das Bearbeiten von Fotos. [Foto: MediaNord]

  • Bild Zu den Bearbeitungsmöglichkeiten von Olympus Image Share gehören neben einem Copyrightstempel auch Filtereffekte. [Foto: MediaNord]

    Zu den Bearbeitungsmöglichkeiten von Olympus Image Share gehören neben einem Copyrightstempel auch Filtereffekte. [Foto: MediaNord]

  • Bild Olympus Image Share erlaubt zahlreiche Grundeinstellungen, etwa die Auflösung für die Bildübertragung und die Bildbearbeitung. Erstere unterstützt die Originalauflösung, während bearbeitete Fotos maximal mit drei Megapixeln Auflösung gespeichert werden. [Foto: MediaNord]

    Olympus Image Share erlaubt zahlreiche Grundeinstellungen, etwa die Auflösung für die Bildübertragung und die Bildbearbeitung. Erstere unterstützt die Originalauflösung, während bearbeitete Fotos maximal mit drei Megapixeln Auflösung gespeichert werden. [Foto: MediaNord]

Dabei kupfert Olympus nicht nur blind ab, sondern geht eigene Wege und macht sich Gedanken, wie man Einfachheit und komfortable Bedienung sowie universelle Funktionalität unter einen Hut bringen kann. Wie üblich braucht man eine spezielle App, die es auf dem Smartphone zu installieren gilt. Olympus Image Share heißt sie bei Olympus, kurz OI.Share. Sie kann kostenlos aus im Google Play Store für Android oder bei iTunes für Apple-Geräte heruntergeladen werden (siehe Weiterführende Links). Nach dem Start der App auf dem Mobilgerät muss an der Kamera, in unserem Fall exemplarisch eine Stylus 1, die WLAN-Funktion aktiviert werden, beispielsweise durch Berührung des Wi-Fi-Symols auf dem Touchscreen der Kamera oder mit einer entsprechend belegten Fn-Taste.

Das Besondere ist nun, dass bei Olympus weder das Netzwerk kompliziert konfiguriert werden muss, noch man sich auf Technologien wie NFC verlassen muss, die bei weitem nicht von jedem Mobilgerät beherrscht wird. Stattdessen verlässt sich Olympus auf die viel weiter verbreitete eingebaute Kamera, und sollte diese einmal nicht verbaut sein, so bleibt immer noch der Weg über eine manuelle Netzwerkeingabe. Im einfachen Fall blendet die Kamera einen QR-Code auf dem Bildschirm ein, auf den man die Kamera des Smartphones richtet. Daraus liest die App nun die Verbindungseinstellungen ab und verbindet sich mit der Kamera. Nun steht die volle Funktionalität zur Verfügung: Es können nicht nur Aufnahmen mittels Livebild direkt mit der Kamera angefertigt werden, sondern es lassen sich auch Fotos in einer wählbaren Auflösung von der Speicherkarte auf das Smartphone übertragen. Hierbei steht auch die volle Auflösung bereit, einziger Wermutstropfen: Es können keine Fotos im Raw-Format übertragen werden, die App zeigt sie nicht einmal an. Als Ausweg bleibt da nur die Aufnahme in Raw+JPEG, falls man die Fotos später von der Speicherkarte auf den PC zur weitergehenden Bearbeitung übertragen möchte. Übrigens bietet die App Olympus Image Share auch einige Bearbeitungsfunktionen wie einen Copyrightstempel oder Bildeffekte, speichert die bearbeiteten Fotos dann jedoch maximal mit drei Megapixeln Auflösung. Wer die JPEG-Aufnahme bearbeiten möchte, kann aber genauso gut auf umfangreichere Apps wie etwa Snapseed zurückgreifen.

Neben der Bildübertragung dürfte die Kamerafernsteuerung mitsamt Livebildübertragung auf das Smartphone zu den interessantesten Funktionen gehören. Hierbei sollte erwähnt werden, dass solange die WLAN-Funktion in der Kamera aktiv ist, sich diese nicht weiter bedienen lässt. Das Livebild auf dem Kamerabildschirm funktioniert genauso wenig wie der Auslöser an der Kamera. Als reiner drahtloser Fernauslöser taugt die App also nicht. Wohl aber bietet die App einige Einstellungsmöglichkeiten, die für eine Fotoaufnahme wichtig sind. Das Aufnahmeprogramm etwa kann zwischen iAuto sowie P, A, S und M gewechselt werden, die Kamera lässt sich also auch manuell steuern. Zwar funktioniert die Belichtungsvorschau nicht, wohl aber wird die Stärke der Fehlbelichtung auf dem Display des Mobilgeräts angezeigt. Das Livebild übrigens hat nur eine recht kurze Verzögerung, fokussieren lässt sich sogar per Fingertipp auf ein Motivdetail. Neben der Blende, Belichtungszeit, ISO-Empfindlichkeit und dem Weißabgleich lässt sich auch das Zoom der Kamera steuern, sofern es sich um ein Motorzoom handelt. Des Weiteren stehen Einzelbildaufnahme, Serienbildaufnahme sowie der Selbstauslöser zur Verfügung. Insgesamt kein riesiger Funktionsumfang, aber doch alles, was man für ein Foto braucht. Nur Belichtungsreihen muss man leider völlig manuell erstellen, muss dafür aber die Kamera nicht berühren, so dass etwa für HDR-Aufnahmen kein Versatz der Fotos zu befürchten ist, sofern man ein gutes Stativ verwendet.

Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass Olympus mit der App auch eine Aufzeichnung des Standorts per GPS erlaubt. Wie andere Hersteller spart sich Olympus damit das energiefressende eingebaute GPS und lässt stattdessen das Mobilgerät auf Wunsch die Route aufzeichnen, um die Daten in die EXIF-Informationen der Foto zu importieren. Dieses Thema werden wir aber gegebenenfalls in einem gesonderten Fototipp behandeln.


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Autor

Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 39, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.

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Artikel mit Tipp-Charakter

Hier stellen wir für unsere Leser einige Hintergrund-Artikel mit Tipp-Charakter zusammen.

Zusammenfassung

Auch Olympus bietet inzwischen in seinen Digitalkameras fest verbautes WLAN samt passender App "Olympus Image Share" für Android und iOS. Olympus verlässt sich für eine einfache Konfiguration nicht etwa auf das nur mäßig verbreitete NFC, sondern geht mit einem abzuscannenden QR-Code einen komfortablen eigenen Weg. Die App bietet nicht nur Bildübertragung, sondern auch Kamerafersteuerung samt verzögerumgsarmem Livebild und zahlreichen Steuermöglichkeiten etwa des Zooms, der Belichtung samt ISO-Empfindlichkeit sowie des Weißabgleichs.