Travelzoom-Kamera

Testbericht: Canon PowerShot SX740 HS

2018-10-19 Die im Juni 2018 vorgestellte Canon PowerShot SX740 HS ist das Nachfolgemodell der von uns getesteten PowerShot SX730 HS. Auf dem Papier sieht die SX740 HS wie eine reine Produktpflege aus und bietet im Gegensatz zum Vorgänger kaum Neues. Doch wie sieht es in Sachen Bildqualität aus? Hat Canon es geschafft hier nachzubessern oder krankt die SX740 HS an den gleichen Problemen wie der Vorgänger? Wir haben es in diesem Testbericht herausgefunden.  (Harm-Diercks Gronewold)

  • Bild Die Canon PowerShot SX740 HS besitzt ein beeindruckendes 40-fach-Zoom von 24 bis 960 Millimeter Kleinbildäquivalent. [Foto: MediaNord]

    Die Canon PowerShot SX740 HS besitzt ein beeindruckendes 40-fach-Zoom von 24 bis 960 Millimeter Kleinbildäquivalent. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der 3"-Monitor der SX740 HS ist um 180° klappbar, besitzt aber keine Touch Funktion. [Foto: MediaNord]

    Der 3"-Monitor der SX740 HS ist um 180° klappbar, besitzt aber keine Touch Funktion. [Foto: MediaNord]

Ergonomie und Verarbeitung

Die PowerShot SX740 HS gehört eindeutig zu den sogenannten Travelzoomkameras. Diese Kameraklasse definiert sich durch kleine Gehäuse und einen sehr großen Zoombereich. Mit Abmessungen von 110 x 64 x 40 mm (B x H x T) und einem betriebsbereiten Gewicht von knappen 300 Gramm erfüllt die SX740 HS das erste Kriterium mit Bravour. Auch die zweite Anforderung erreicht die Kamera dank des 40-fach Zoom-Objektivs. Dieses reicht von 24 mm bis 960 mm Brennweite (entsprechend Kleinbild). Die physikalische Brennweite des eingebauten Objektivs beträgt 4,3 bis 172 mm mit einer zu erwartenden mittelguten Lichtstärke von F3,3 bis 6,9. Aus der  physikalischen Brennweite können Kameraexperten einen Rückschluss auf die Größe des eingebauten Sensors ziehen. In der SX740 HS kommt ein 1/2,3"-CMOS-Sensor zum Einsatz, der effektiv mit 20,3 Megapixeln auflöst. Die Brennweitenverstellung, also das Zoom, wird per Ringwippe betätigt. Diese ist am Auslöser zu finden und besitzt zwei Zoom-Geschwindigkeiten. Neben dem Auslöser sind das prall gefüllte Moduswahlrad, der dedizierte Videoauslöser sowie der Ein- und Ausschalter zu finden.

Der HDMI- und USB-Anschluss befinden sich auf der rechten Seite unter einer billig wirkenden Plastikabdeckung, wie schon beim Vorgänger. Bei beiden Schnittstellen handelt es sich um Stecker des jeweiligen Micro-Typen. Die USB-Schnittstelle kann zudem noch zum Laden des Akkus in der Kamera genutzt werden, auch wenn der Kamera ein externes Ladegerät für den Lithiumionenakku (NB-13L) beiliegt. Laut CIPA-Standard soll eine Akku-Ladung für etwa 265 Aufnahmen ausreichen. Das Laden des Akkus über die USB-Schnittstelle kann allerdings länger dauern, wenn das aufladende Gerät nicht genug Leistung besitzt.

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Auf der Unterseite der Kamera ist das 1/4" Stativgewinde zu finden und liegt, wie beim Vorgänger, nicht in der optischen Achse. Da die Kamera aber keinen Panoramamodus besitzt, ist das relativ egal. Ebenfalls auf der Unterseite ist die Klappe für das Akku- und Speicherkartenfach zu finden. Als Speicherkarte akzeptiert die SX740 HS die beliebten Karten mit dem SD-Formfaktor, auch mit SDHC- und SDXC-Technologie. Auf der linken Seite der Kamera sitzt ein kleiner mechanischer Schalter. Dieser sorgt dafür, dass der Blitz auf der Kameraoberseite herausklappt. Mit dieser einfachen Lösung ist das Risiko eines unbeabsichtigten Abdeckens des Blitzes mit der Hand des Fotografen deutlich reduziert, zudem wird durch den Abstand vom Blitz zum Objektiv die Gefahr von roten Augen etwas gemindert. Die Blitzleistung kann manuell in drei Stufen angepasst werden. Die Leitzahl des eingebauten Blitzgeräts beträgt ganz passable 8 (ISO 100/ 1 Meter). 

  • Bild In der Draufsicht ist das vollgepackte Moduswahlrad sehr gut zu erkennen. [Foto: MediaNord]

    In der Draufsicht ist das vollgepackte Moduswahlrad sehr gut zu erkennen. [Foto: MediaNord]

  • Bild Der Zoom fährt von der Ruheposition etwa 65 mm zur maximalen Brennweite heraus. [Foto: MediaNord]

    Der Zoom fährt von der Ruheposition etwa 65 mm zur maximalen Brennweite heraus. [Foto: MediaNord]

Auf der Rückseite der SX740 HS dominiert der 3"-TFT-Monitor. Dieser löst mit etwa 920.000 Bildpunkten auf und kann über fünf Stufen in der Helligkeit angepasst werden. Die maximale Helligkeit beträgt knapp 580 cd/m². Leider hat Canon auch bei der SX740 HS auf eine Touch-Bedienung über den Monitor verzichtet und so werden alle Einstellungen über das mit dem Omniselektor kombinierte Drehrad und über die vier Funktionstasten auf der Rückseite ausgeführt. Schnellwahltasten auf dem Omniselektor helfen dem Fotografen, schnell und problemlos zu verschiedenen Funktionen zu gelangen. Die Menünavigation ist wie bei Canon üblich nachvollziehbar und dadurch schnell zu verinnerlichen. Die Kamera liegt trotz des eckig wirkenden Gehäuses gut in der Hand. Grund dafür sind griffige Gummielemente, die an den strategisch wichtigen Punkten angebracht sind. Sowohl das Moduswahlrad, als auch die anderen Bedienelemente lassen sich problemlos erreichen und bedienen. Einen elektronischen Sucher besitzt die Canon SX740 HS nicht und auch auf einen Blitzanschluss muss der Fotograf verzichten.

Ausstattung

Das Moduswahlrad beherbergt alle Aufnahmemodi, die die Kamera zur Verfügung stellt und ist damit auch ziemlich vollgepackt. Neben den “Klassikern” wie Programm- und Halbautomaten sind auch der manuelle sowie der Filmmodus hier zu finden. Die Automatikfunktion mit der Motiverkennung ist in zwei Ausführungen vorhanden. Die Standardeinstellung erkennt die Motive und passt die Aufnahme- sowie Bildprozessoreinstellungen an. Die zweite Einstellung nennt sich Hybrid-Automatik und funktioniert ähnlich. Allerdings zeichnet die Kamera ein kurzes Video beim Auslösen auf. Das Video kann maximal in FullHD (1080p) mit 25 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet werden.

  • Bild Das Stativgewinde liegt seitlich der optischen Achse, so dass eine Schnellwechselplatte das Akku- und Speicherkartenfach blockiert. [Foto: MediaNord]

    Das Stativgewinde liegt seitlich der optischen Achse, so dass eine Schnellwechselplatte das Akku- und Speicherkartenfach blockiert. [Foto: MediaNord]

Echte Spezialeffekte lassen sich nur in dem dedizierten "Scene"-Modus aktivieren. Dort stehen dem Fotografen dann Spezialeffekte wie Fischaugen- oder Minitaturansicht, Weichzeichner und Maleffekte zur Verfügung. Auch Anpassungen im Detail sind bei einigen Effekten möglich. Wie schon bei der SX730 HS verzichtet Canon auch bei der SX740 HS auf eine Belichtungsreihen-, HDR- und Panoramafunktion. Ebenfalls nicht mit am Start sind Rohdatenaufnahmen. Das ist in sofern ärgerlich, da dem Fotografen so die Möglichkeit genommen wird, leistungsfähige Entrauschungstools zu nutzen, die die meisten Rohdatenkonverter anbieten.

Möchte der Fotograf sich nicht auf eine Motivautomatik verlassen, kann er sich mit der Programmautomatik, den Halbautomaten und dem manuellen Modus beschäftigen. Zusätzliche Spezialeffekte gibt es in diesen Modi zwar nicht, dennoch kann man in diesen Betriebsarten mit den sogenannten “MyColor”-Effekten farblich kreativ werden. Dazu stehen fünf eigenständige Farbeffekte wie Sepia, Schwarzweiß sowie kräftige und neutrale Farben vorhanden. Auch eine Automatik steht zur Verfügung. Der fünfte Effekt kann vom Fotografen angepasst und gespeichert werden. Dazu stehen Einstellungen für Bildschärfe, Kontrast, Farbsättigung und Farbton zur Verfügung. Darüber hinaus können die Voreinstellungen manuell verfeinert werden.

Die Fokusfunktionen der SX740 HS umfassen einen Autofokus mit Gesichtserkennung, kontinuierlichen Autofokus und eine manuelle Fokussierung. Zur manuellen Fokussierung kann der Fotograf eine Peaking-Funktion zuschalten, die die Kontrastübergänge farblich hervorhebt. Damit hilft die Kamera dem Fotografen, den richtigen Fokusabstand über das kleine Drehrad auf der Rückseite einzustellen. Eine Fokuslupe gibt es hingegen nicht.

Fortsetzung auf Seite 2

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Harm-Diercks Gronewold, 47, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.