Spiegellose Systemkamera für Einsteiger

Testbericht: Canon EOS M100

2017-11-20 Canon ist zwar etwas später als andere Hersteller in das Segment der spiegellosen Systemkameras eingestiegen und hat sich mit der ersten Generation der Spiegellosen auch nicht mit Ruhm bekleckert. Zum Glück hat sich das mit der zweiten Kamerageneration geändert. Die Canon EOS M100 ist die dritte Generation und das Einsteigermodell der spiegellosen Systemkameras bei Canon. Was die Kamera so alles kann und ob die wenigen Bedienelemente im Einsatz hinderlich sind und vieles mehr zeigt dieser Testbericht.  (Harm-Diercks Gronewold)

  • Bild Die Canon EOS M100 wurde im digitalkamera.de-Test mit dem Set-Objektiv EF-M 15-45 mm getestet. [Foto: MediaNord]

    Die Canon EOS M100 wurde im digitalkamera.de-Test mit dem Set-Objektiv EF-M 15-45 mm getestet. [Foto: MediaNord]

Ergonomie und Verarbeitung

Mit Gehäuseabmessungen von nur 108 x 67 x 35 mm (B x H x T) kann die EOS M100 einer Kompaktkamera Konkurrenz machen. Zumindest so lange, bis das im Kit enthaltene EF-M 15-45 mm F3.5-6.3 IS STM oder ein anderes Objektiv montiert wird. Damit vergrößert sich die Kamera zwar, liegt aber in etwa auf dem gleichen Niveau wie beispielsweise eine OM-D E-M10 von Olympus mit dem Kit-Objektiv. Das Gehäuse der M100 sieht auf den ersten Blick sehr edel, wenn auch sehr reduziert aus.

Auf der Oberseite der M100 ist ein Drehschalter fast mittig angebracht. Dieser enthält neben dem Ein-Aus-Taster “üppige” drei Positionen, mit denen der Fotograf zwischen Motivautomatik, Foto- beziehungsweise Videomodus wählen kann. Rechts daneben befindet sich der Auslöser, der von dem einzigen Rändelrad der Kamera umgeben ist. Ganz an der rechten Seite findet sich dann der dedizierte Videoauslöser.

  • Bild Der 3" Touchscreen ist an einem Gelenk angebracht, das eine Bewegung von 180° nach vorne erlaubt. Zudem ist die Touchbedienung präzise und schnell. [Foto: MediaNord]

    Der 3" Touchscreen ist an einem Gelenk angebracht, das eine Bewegung von 180° nach vorne erlaubt. Zudem ist die Touchbedienung präzise und schnell. [Foto: MediaNord]

Auf der Rückseite geht es auf der rechten Seite weiter mit drei dedizierten Funktionstasten, einem Omniselektor sowie dem beweglichen 3”-Touchscreen. Das Display lässt sich um bis zu 180° nach oben klappen und vereinfacht so Selfies und auch Aufnahmen aus der Froschperspektive. Die maximale Helligkeit des Displays beträgt 735 cd/m². Neben seiner Funktion als Sucher dient das Display gleichzeitig, dank Touch-Funktionalität, als Eingabegerät für Kameraeinstellungen und Aufnahmeparameter. Das funktioniert dank präziser Steuerung und durchdachten Menüs- auch ganz hervorragend. Das Konzept richtet sich dabei zwar eher an Einsteiger, doch auch ambitionierte Fotografen finden schnell zum manuellen Modus und den Halbautomaten. Der Fotograf muss lediglich mit Fingerabdrücken auf dem Display leben. Mag der Fotograf den Monitor sauber, so bleibt nur die Benutzung des Steuerkreuzes auf der Rückseite. Auch hier ist die Navigation durch die Menüs erfreulich einfach und nachvollziehbar.

Die rechte Seite der Kamera ist bis auf einen Lautsprecher leer. Der Mini-USB- und Micro-HDMI-Anschluss finden sich ebenso wie das Speicherkartenfach auf der linken Kameraseite. Als Speicherkarten dienen Speicher mit SD-Formfaktor und SDHC-, SDXC- sowie UHS-I-Technologie. Auch der mechanische Schiebeschalter des Blitzgeräts ist auf der linken Seite der EOS M100 zu finden. Dieser wird nach vorne geschoben und durch eine recht kräftige Federspannung schnellt der Blitz aus seiner “Ruheposition” auf der Kameraoberseite und das mit solcher Wucht, dass er mehrfach nachfedert, um dann in Position zu bleiben. Einen Blitzschuh für externe Blitzgeräte besitzt die Kamera nicht. Die Leitzahl des eingebauten Blitzgeräts beträgt laut Canon magere 5 bei ISO 100.

Im Inneren der EOS M100 verrichtet ein APS-C-CMOS-Sensor seinen Dienst mit einer Auflösung von effektiv 24 Megapixeln. Das Besondere an diesem Sensor ist nicht seine Auflösung, sondern, dass er über sogenannte Dual-Pixel verfügt. Diese Pixel sind für die Aufnahme eines Fotos gemeinsam zuständig, während sie vom Autofokussystem einzeln genutzt werden, um eine verbesserte Geschwindigkeit der Fokussierung zu ermöglichen.

  • Bild Sehr übersichtlich präsentiert sich die Kameroberseite mit den wenigen Bedienelementen. [Foto: MediaNord]

    Sehr übersichtlich präsentiert sich die Kameroberseite mit den wenigen Bedienelementen. [Foto: MediaNord]

Die Vorderseite der Kamera wirkt bei unserem Testgerät elegant, da nur der Knopf zur Entriegelung des metallenen Objektivbajonetts zu sehen ist. Nimmt man die Kamera allerdings in die Hand, wird sofort spürbar, dass es sich bei dem abgesetzten schwarzen Material der Griffflächen nicht etwa um eine Gummierung handelt, sondern um harten Kunststoff. Dieser fühlt sich leider einfach billig an. Jedoch ist nicht nur das “Anfassgefühl” durch den Kunststoff getrübt, vielmehr bietet der Kunststoff nicht das gleiche “Sicherheitsgefühl”, zumal es sich auf der Rückseite auf dem vorgesehenen “Haltepunkt” fortsetzt. 

Als kleine Besonderheit besitzt das Kit-Objektiv EF-M 15-45 mm F3.5-6.3 IS STM einen kleinen Sperrschalter. Dieser ver- und entriegelt das Objektiv. Bevor der Fotograf die Kamera einsetzen kann, muss er zunächst das Objektiv mit diesem Schalter entriegeln und ausfahren. 

Auf der Unterseite der M100 befinden sich das mit einer Klappe gesicherte Akkufach und das in der optischen Achse angebrachte ¼” Stativgewinde. Zudem ist auf der Unterseite auch die NFC-Antenne untergebracht, die benötigt wird, um die Kamera schnell und unkompliziert mit einem Smartgerät zu verbinden. Leider ist das eingefräste NFC-Logo, welches die Position der Antenne anzeigt, sehr klein und schlecht zu erkennen. Abhilfe hätte eine tiefere Fräsung mit zusätzlicher weißer Farbe geschafft. So wie es Canon auch bei dem Herstellerlogo auf der Vorderseite macht und dort für Wiedererkennungswert sorgt.

  • Bild Unter einer Klappe auf der linken Kameraseite befinden sich der Kartenschacht, die USB- und HDMI-Schnittstelle  sowie der mechanische Blitzschalter. [Foto: MediaNord]

    Unter einer Klappe auf der linken Kameraseite befinden sich der Kartenschacht, die USB- und HDMI-Schnittstelle  sowie der mechanische Blitzschalter. [Foto: MediaNord]

Als Stromversorgung dient ein Lithiumionen-Akku des Typs LP-E12 mit 875 mAh. Der Akku kann nicht in der Kamera über die USB-Schnittstelle geladen werden. Das passende Ladegerät LC-E12E ist allerdings im Lieferumfang der Kamera enthalten. Leider besitzt die EOS M100 keinen dedizierten Anschluss für ein Netzteil, dennoch offenbart die Akkufachklappe eine kleine Weichplastikabdeckung, die eine runde Öffnung abdeckt. Die Öffnung deckt sich mit dem Anschluss des Gleichstrom-Kopplers DR-E12, der anstelle eines Akkus in die Kamera eingesetzt wird. An diesen Anschluss wird das Netzteil ACK-E12 angeschlossen. Danach kann die M100 dauerhaft über Strom versorgt werden. Sowohl das Netzteil als auch der Koppler sind optional erhältliches Zubehör.

Ausstattung

Zur Ausstattung der EOS M100 gehören natürlich die üblichen fotografischen “Verdächtigen” wie eine Programm- sowie eine Blenden- und Zeitautomatik. Zudem gibt es selbstverständlich einen manuellen Modus. Darüber hinaus besitzt die EOS M100 eine Motivautomatik. Mit dieser analysiert die Kamera das jeweilige Motiv und stellt neben der Belichtungszeit und Blende auch die Bildverarbeitung entsprechend dem Motiv ein. Damit der Fotograf Bilder individueller gestalten kann, bietet die Kamera verschiedene Spezialeffekte wie beispielsweise einen Fischaugen-, Miniatur- und Aquarelleffekt an. Um möglichst einfach an kreative und individuelle Farbeffekte zu gelangen, hat Canon der M100 einen “Kreativassistenten” eingebaut. Dieser erlaubt dem Fotografen, sich voll und ganz auf das Motiv und die individuelle Farbgebung zu konzentrieren. Es können mit Schiebereglern Kontrast, Farbverschiebungen sowie Helligkeit und Farbton geändert werden. Auch Vorgaben wie Schwarzweiß und Sepia sind vorhanden. Bei der Aufnahme erledigt die M100 dann den Rest der Einstellungen, die für eine Aufnahme notwendig sind. Damit der Fotograf sich die Einstellungen nicht merken muss, können zwei erstellte Vorgaben gespeichert werden.

  • Bild Mit dem EF-M 15-45 mm ist die Canon EOS M100 nur unwesentlich größer als eine Edelkompakte. [Foto: MediaNord]

    Mit dem EF-M 15-45 mm ist die Canon EOS M100 nur unwesentlich größer als eine Edelkompakte. [Foto: MediaNord]

Etwas weniger kreativ geht es bei den Bildstilen zur Sache. In diesen kann der Fotograf mit drei Schiebereglern die Bildschärfung regulieren. Darüber hinaus können Kontrast, Farbsättigung und Farbton eingestellt werden. Neben sieben anpassbaren Vorgaben und einer Automatikfunktion sind drei Speicherplätze für Eigenkreationen vorhanden.

Der Weißabgleich der M100 bietet natürlich einen Automatikmodus sowie Vorgaben für Kunstlicht, Sonne, Schatten und mehr. Zudem gibt es eine manuelle Weißabgleichsoption und die Möglichkeit, eine Farbtemperatur in °Kelvin einzugeben. Darüber hinaus können alle Weißabgleicheinstellungen per Wahlrad “finegetuned” werden.

Beim Autofokus darf der Fotograf keine technologischen Wunder erwarten. Zwar arbeitet die M100 mit einem Aufnahmesensor, der über sogenannte Dual-Pixel verfügt. Die Technik hinter diesen speziellen Pixeln auf dem Sensor ist ziemlich genial. Auf der Fläche eines Pixels sind zwei lichtempfindliche Elemente positioniert. Vor den Dual Pixeln ist eine Mikroskopisch kleine Linse angebracht. Das Licht fällt nun durch die Linse auf beide Elemente und der Bildprozessor vergleicht dann vereinfacht gesagt die Konturen beider Bilder miteinander. Sind die Konturen deckungsgleich, so ist das Bild im Fokus. Sind die Bilder nicht deckungsgleich so erkennt der Prozessor der Kamera je nach Lage des Vergleichs, ob die Fokuseinstellung verringert oder erweitert werden muss. Die EOS M100 fasst diese 24 Millionen Dual-Pixel für eine einfachere Ansteuerbarkeit zu insgesamt 49 wählbaren Messpunkten zusammen. Für die Fotoaufnahme werden die Dual-Pixel hingegen zu einem "normalen" Pixel zusammengeschaltet.

  • Bild Auf der rechten Seite der M100 sind keine Anschlüsse zu finden, lediglich eine Öffnung des Lautsprechers ist zu sehen. [Foto: MediaNord]

    Auf der rechten Seite der M100 sind keine Anschlüsse zu finden, lediglich eine Öffnung des Lautsprechers ist zu sehen. [Foto: MediaNord]

Der Geschwindigkeitsvorteil und auch der Einsatz bei schlechten Lichtverhältnissen ist bei dieser Art der Fokussierung hoch beziehungsweise sehr genau. Im Gegensatz zu Canons erster Spiegellosen EOS M ist die EOS M100 auch wirklich schnell geworden. Während die EOS M mit einer Auslöseverzögerung und Autofokuseinstellung ganze 1,48 Sekunden im Weitwinkel benötigte, braucht die EOS M100 ebenfalls im Weitwinkel nur noch 0,33 Sekunden. Dies ist zwar eine deutliche Steigerung, ist im Vergleich zu anderen Herstellern aber keine Top-Geschwindigkeit.

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Zu den Autofokusfunktionen gehört ein Feld, das vom Fotografen per Berührung auf dem Touchscreen gesetzt werden kann. Zudem kann der Autofokus so eingestellt werden, dass er Gesichter erkennt oder zuvor markierte Objekte verfolgt werden. Ebenfalls mit dabei ist eine AF-Einstellung, die bewegliche Motive kontinuierlich fokussiert.

  • Bild Die Unterseite der M100 hält neben dem Stativgewinde auch die Akkufachklappe bereit und das fast unsichtbare Logo der NFC-Antenne. [Foto: MediaNord]

    Die Unterseite der M100 hält neben dem Stativgewinde auch die Akkufachklappe bereit und das fast unsichtbare Logo der NFC-Antenne. [Foto: MediaNord]

Zudem besitzt die EOS M100 natürlich eine manuelle Fokusfunktion. Diese ist allerdings nicht über die Fokusfunktionswahl zu finden, sondern muss umständlich im Hauptmenü aktiviert werden. Dem Fotografen stehen hier die Funktionen Autofokus (AF), Autofokus und manueller Fokus (AF+MF) sowie manueller Fokus (MF) zur Verfügung. Um manuell zu fokussieren, muss also zunächst die Funktion aktiviert werden. Danach kann der Fotograf nicht einfach "drauflos" fokussieren, sondern muss den Auslöser halb gedrückt halten, damit die manuelle Fokussierung über den Fokusring möglich ist (AF+MF). Im MF-Modus ist der Fokusring am Set-Objektiv permanent aktiv. Bei anderen EF-M-Objektiven kann es zudem notwendig sein, am Objektiv einen Fokusschalter umzulegen. Neben einer Fokuslupe steht dem Fotografen auch eine Fokuspeaking-Funktion mit wählbaren Farben zur Verfügung.

Die Aufnahme selber kann vom Fotografen in unterschiedlichen Auflösungen und Seitenverhältnissen (3:2, 4:3, 1:1 und 16:9) durchgeführt werden. Das native Seitenverhältnis des Sensors ist jedoch 3:2 und nur in diesem Seitenverhältnis kann der Fotograf auf die gesamte Auflösung zurückgreifen. Die Kamera bietet dem Fotografen zudem die Wahl zwischen zwei Komprimierungsstufen an. Außerdem kann zwischen dem sRGB- und dem AdobeRGB-Farbraum gewählt werden und die Aufnahme kann zusätzlich im Rohdatenformat aufgezeichnet werden, wenn der Fotograf eine Bildbearbeitung am Rechner durchführen will.

Die höchste Videoauflösung der M100 beträgt 1.920 x 1.080 Bildpunkte und besitzt eine Bildwechselfrequenz von 50 Bildern pro Sekunde. Eine 4K-Auflösung sucht man leider vergebens. Insgesamt drei Betriebsarten bietet die Kamera im Videomodus – eine Vollautomatik sowie einen manuellen Modus, bei dem der Fotograf die Blende sowie die Zeit kontrollieren muss. Der dritte Videomodus nennt sich Zeitraffer-Movie. Hier ist der Name Programm: Der Fotograf wählt sich zunächst ein spezielles Szenenprogramm aus. Zur Auswahl stehen Szenenprogramme für sich schnell, langsam und ganz langsam ändernde Motive. Diese Szenenprogramme geben die Grenzen vor, in der die Einstellungen des Zeitraffervideos geändert werden können. Zudem ist eine manuelle Einstellung der Intervalldauer (2 -30 Sekunden) ebenso möglich wie auch das Einstellen der Anzahl der Aufnahmen, die gemacht werden sollen (30 - 900 Aufnahmen). Damit der Fotograf nicht rechnen muss, wie viel Zeit die Aufnahmen beanspruchen und wie lang das Video am Ende wird, errechnet die Kamera in dieser Einstellung diese beiden Werte. Weitere Einstellungen umfassen, ob die Kamera vor jeder Aufnahme eine neue Belichtungsmessung durchführen soll beziehungsweise ob das gemacht Bild kurz auf dem Monitor zur Kontrolle erscheint.

  • Bild Der APS-C-CMOS-Sensor der EOS M100 besitzt eine Auflösung von 24,2 Megapixeln. [Foto: MediaNord]

    Der APS-C-CMOS-Sensor der EOS M100 besitzt eine Auflösung von 24,2 Megapixeln. [Foto: MediaNord]

Canon verbaut zur Zeit in einer Vielzahl von Kompakt-, Spiegelreflex- und spiegellosen Systemkameras drahtlose Verbindungsmöglichkeiten in Form von Bluetooth und WLAN. Auch die EOS M100 gehört zu diesen Kameras und besitzt neben WLAN und Bluetooth auch eine NFC-Funktion, die das Koppeln mit einem Smartgerät vereinfacht. Das jeweilige Smartgerät muss natürlich ebenfalls über eine solche Funktion verfügen.

Wir üblich ist eine App erforderlich, um die Kamera mit einem Smartgerät zu verbinden. Diese App ist für Android und iOS kostenlos in den jeweiligen Stores erhältlich. Für die erste Einrichtung bietet die App eine verständliche Ersteinrichtung an. Bei der Einrichtung können Apps wie beispielsweise das Samsung SmartLock-System auf dem Smartgerät für Probleme sorgen, indem es die Verbindung zur Kamera unterbindet. Der Fotograf sollte die Einrichtung der App und der Kamera vor dem ersten Einsatz durchführen, da diese durchaus etwas dauern kann und vor allem den Akkuverbrauch in die Höhe treibt.

Wie erwähnt besitzt die M100 zwei Verbindungsarten. Die permanente Bluetooth-Verbindung wird genutzt, um Standortdaten (GPS) vom Smartgerät in die Kamera zu übertragen. Darüber hinaus ermöglicht diese Verbindungsart eine Fernbedienungsfunktion, wenn die Kamera als Wiedergabegerät genutzt wird. Wenn das Smartgerät als Fernbedienung für die Aufnahme genutzt werden soll, dann wird die WLAN-Verbindung aufgebaut und genutzt. Mit dieser lässt sich dann die Aufnahme und alle dafür relevanten Funktionen einstellen. Zudem kann ein Livebild übertragen werden.

  • Bild Im Akkufach der M100 steckt der Lithiumionen-Akku LP-E12 mit 7,2 Volt und 875 mAh. [Foto: MediaNord]

    Im Akkufach der M100 steckt der Lithiumionen-Akku LP-E12 mit 7,2 Volt und 875 mAh. [Foto: MediaNord]

Der Grund, warum die Kamera zwei unterschiedliche Verbindungsarten nutzt, ist leicht erklärbar und vor allem sinnvoll. Die Bluetooth-Verbindung benötigt deutlich weniger Energie als die WLAN-Verbindung und so sind dauerhafte Verbindungen effizienter. Die WLAN-Verbindung hingegen kann mehr Daten in gleicher Zeit übertragen. Damit ist sie die bessere Wahl für die Bildübertragung in der Live-View-Fernbedienung.

Bildqualität

Wir haben neben dem redaktionellen Test die Kamera auch in unserem hauseigenen Testlabor mit dem zum Set gehörigen EF-M 15-45 mm F3.5-6.3 IS STM getestet. Dieser Test ist mit allen Diagrammen und Erklärungen als kostenpflichtiger Inhalt als Einzelabruf verfügbar. Um Zugriff auf alle Labortest von digitalkamera.de zu haben, kann man auch eine kostengünstige “Labortest-Flatrate” buchen.

  • Bild Das Speicherkartenfach sowie die USB- und HDMI-Schnittstelle befinden sich unter einen festen Schiebedeckel beziehungsweise weichen Kunststofflasche. [Foto: MediaNord]

    Das Speicherkartenfach sowie die USB- und HDMI-Schnittstelle befinden sich unter einen festen Schiebedeckel beziehungsweise weichen Kunststofflasche. [Foto: MediaNord]

Das Canon EF-M 15-45 mm 3.5-6.3 IS STM zeigt eine recht ordentliche Leistung. Das ist allerdings nicht der alleinige Verdienst des Objektivs, sondern zum Großteil der internen Bildverarbeitung. Sichtbar wird dies bei der elektronischen Reduzierung der Randabdunklung. Bei der Verzeichnung zeigt das Objektiv im Weitwinkelbereich eine deutliche tonnenförmige Verzeichnung, die schon knapp bei 50 Prozent Abstand von der Linsenmitte zum Rand sichtbar wird. Die chromatische Aberration des Objektivs ist so gut wie nicht zu sehen. Die Auflösung der M100 liegt bei mittlerer Brennweite über der Auflösung der EOS M10. Im Vergleich zu Kameras anderer Hersteller ist die Auflösung mit maximal 53 Linienpaaren pro Millimeter geringer. Erfahrungsgemäß wird die Kamera bei höherwertigen Objektiven bessere Auflösungsergebnisse liefern.

Der Signal-Rauschabstand zeigt an, wie gut sich das Bildsignal vom Störsignal (Rauschen) unterscheidet. Bei 35 dB liegt die Grenze, die noch als akzeptabel gilt. Die Canon EOS M100 unterschreitet diese bei etwa ISO 800. Der Detailverlust durch die Rauschunterdrückung ist bis ISO 1.600 gering, die Kamera schärft allerdings nach, was an den überschärften Ergebnissen bis ISO 200 deutlich wird. Die Korngröße bleibt dabei im ganzen ISO Bereich sehr fein und wird ab ISO 1.600 stärker sichtbar, da der Kontrast zwischen “Korn” und Bild zunimmt.

Die maximale Eingangsdynamik beträgt in etwa elf Blendenstufen bei ISO 200. Mit zunehmender ISO-Empfindlichkeit nimmt auch die Eingangsdynamik kontinuierlich ab und erreicht bei ISO 25.600 etwa 7,5 Blendenstufen. Die Tonwertübertragung ist nicht linear, sondern besitzt angehobene Mitteltöne wie es bei Shoot-to-Print-Kameras üblich ist. Auch die Farbwiedergabe zeigt, dass die Bildaufbereitung der JPEG-Aufnahmen im Standard Bildstil darauf ausgelegt ist, Bilder ohne Nachbearbeitung abzuliefern. Grüntöne werden etwas mehr in Richtung gelbgrün verschoben und Cyantöne werden etwas “entschärft”. Magentatöne werden in Richtung rot gehend wiedergegeben. Die Farbabweichung bleibt jedoch gering. Die Farbtiefe ist mit 23 von 24 Bit gut. Danach sinkt sie kontinuierlich ab und wird etwas über ISO 3.200 akzeptabel.

Fazit

Canon hat die EOS M100 ganz deutlich für Einsteiger in die Fotografie platziert und mit dem EF-M 15-45 mm F3.5-6.3 IS STM ein recht kostengünstiges Set geschnürt. Zwar bietet die Kamera Halbautomaten und einen manuellen Modus und lässt den Fotografen so tiefer in die Fotografie einsteigen. Etwas hinderlich ist dabei jedoch der fehlende TTL-Blitzschuh. Auch sind Assistenten und Spezialeffekte immer nur eine Bildschirmberührung oder einen Menüpunkt entfernt. Das Bedienkonzept ist unkompliziert, direkt und verständlich. Dabei hilft vor allem der schnelle und präzise Touchscreen. Dass dieser noch beweglich ist, ist ein nicht zu unterschätzender Bonus, wenn die Kamera in der Froschperspektive oder für Selfies eingesetzt wird. 

Die Bildqualität wird auf Seiten der Auflösung von dem einfach gehaltenen Set-Objektiv begrenzt, das zudem starke Verzeichnungen aufweist. Das Bildrauschen ist feinkörnig und wenig störend, setzt dafür aber recht früh ein. Ab ISO 1.600 wird dann der Detailverlust durch die interne Rauschunterdrückung deutlich. Eingeschränkt brauchbar sind die Bilder bis ISO 6.400, obwohl es sich empfiehlt in Rohdaten aufzuzeichnen, um eine effektivere Rauschunterdrückung in der Bildbearbeitung durchzuführen.

Alles in Allem ist die EOS M100 von Canon lohnenswert für Fotografen, die auf eine flexible Kamera mit wechselbaren Objektiven Wert legen und dennoch Aspekte wie eine kompakte Baugröße und leichte Bedienbarkeit nicht vernachlässigen wollen. Wenn sich der angehende Fotograf intensiver mit allen Aspekten der Fotografie beschäftigen möchte, dann sollte er eine Blick auf die EOS M5 werfen, diese hat nämlich einige für diesen Zweck wichtige Ausstattungsmerkmale mit an Bord.


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Kamera-Tests Auswahl

Hersteller
Modell

Steckbrief

Steckbrief
HerstellerCanon
ModellEOS M100
SensorCMOS APS-C 22,5 x 15,0 mm (Cropfaktor 1,6)
25,8 Megapixel (physikalisch)
24,2 Megapixel (effektiv)
Pixelpitch3,7 µm
Auflösung (max.)6.000 x 4.000 (3:2)
Video (max.)1.920 x 1.080 60p
ObjektivCanon EF-M 15-45 mm 3.5-6.3 IS STM (Zoom-Objektiv)
Monitor3,0" (7,5 cm)
  Auflösung1.040.000 Bildpunkte
  kippbarja
  drehbar
  schwenkbar
  Touchscreenja
AV-AnschlussHDMI-Ausgang Micro (Typ D)
Vollautomatikja
Motivautomatikja
Motivprogramme8
Programmautomatikja
Programmshift
Blendenautomatikja
Zeitautomatikja
Manuellja
Bulb-Langzeitbelichtungja
HDR-Funktionja
Panoramafunktionnein
BelichtungsmessungMatrix/Mehrfeld-Messung (384 Felder), Mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung
kürzeste Verschlusszeit1/4.000 s
Blitzeingebauter Blitz
  Synchronzeit1/200 s
  Blitzanschluss
WLANja
NFCja
GPSextern, dauerhafte Smartphone Verbindung
Fernauslöserja, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet
Intervallaufnahme
Speichermedium
SD (SDHC, SDXC, UHS I)
Empfindlichkeit
  automatischISO 100-25.600
  manuellISO 100-25.600
Weißabgleich
  automatischja
  manuelle Messungja
  Kelvin-Eingabeja
  Feinkorrekturja
Autofokusja
  Anzahl Messfelder49
  Geschwindigkeit0,26 s bis 0,33 s
  AF-HilfslichtLED
Abmessungen108 x 67 x 35 mm
Gewicht (betriebsbereit)302 g (nur Gehäuse)
713 g (mit Objektiv)
Stativgewindein optischer Achse
Zoom
  Zoomverstellungmanuell am Objektiv
Akkulaufzeit295 Aufnahmen (gem. CIPA-Standard)

– = "entfällt" oder "nicht vorhanden"

Kurzbewertung

  • Kleines, elegantes Gehäuse
  • Schnelle und präzise Touchbedienung
  • Einfache Handhabung und durchdachte Menüführung
  • Gute Bildqualität bis ISO 800
  • Fast unsichtbares NFC-Logo auf der Unterseite schwer zu finden
  • Rutschige und billige Plastik-"Belederung"
  • Fehlender TTL-Blitzschuh
  • Videofunktion nur mit Full-HD-Auflösung, kein 4K

Autor

Harm-Diercks Gronewold

Harm-Diercks Gronewold, 47, ist gelernter Fotokaufmann und hat etliche Jahre im Fotofachhandel gearbeitet, bevor er 2005 in die digitalkamera.de-Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Produktdatenbanken, Bildbearbeitung, Fototipps sowie die Berichterstattung über Software und Zubehör. Er ist es auch, der meistens vor der Kamera in unseren Videos zu sehen ist und die Produkte vorführt.