Stille Modellpflege

Sony stattet DSC-RX100 V als DSC-RX100M5A mit neuem Prozessor aus

2018-12-05 Manch anderer Hersteller bringt neue Modelle ohne nennenswerte Neuerungen auf den Markt, während Sony ohne Ankündigung ein bestehendes Modell gegen ein verbessertes austauscht: Die Kompaktkamera DSC-RX100 V erhält einen neuen Prozessor, der die Serienbildleistung und den Autofokus verbessert, zudem gibt es die aktuelle Menüstruktur inklusive der My-Menu-Funktion. Die neue hat dieselbe Modellbezeichnung wie die alte, aber die Modellnummer bekommt ein "A" angehängt und lautet nun DSC-RX100M5A. Mancher Händler macht das neue Modell als DSC-RX100 VA kenntlich.  (Benjamin Kirchheim)

  • Bild Rein äußerlich ist die erste Generation der Sony DSC-RX100 V nicht von der zweiten zu unterschieden. Nur auf dem Typenschild an der Kameraunterseite wurde ein "A" an das DSC-RX100M5 angehängt. [Foto: Sony]

    Rein äußerlich ist die erste Generation der Sony DSC-RX100 V nicht von der zweiten zu unterschieden. Nur auf dem Typenschild an der Kameraunterseite wurde ein "A" an das DSC-RX100M5 angehängt. [Foto: Sony]

Mit Ausnahme des Prozessors sind die RX100M5 und die RX100M5A technisch identisch. Der große 1"-Bildsensor löst 20 Megapixel auf und nimmt 4K-Videos mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf, während Highspeed-Videos in (interpolierter) Full-HD-Auflösung bis zu 1.000 Bilder pro Sekunde erreichen. Belichtet wird der Sensor von einem F1,8-2,8 lichtstarken 2,9-fach-Zoom mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 24 bis 70 Millimetern. Zur Nutzung der Offenblende in hellen Umgebungen kann auf Knopfdruck ein Graufilter eingeschwenkt werden. Verpackt ist das Ganze in einem 102 x 58 x 41 mm kompakten Metallgehäuse, gerade einmal 300 Gramm bringt die Kompaktkamera auf die Waage.

  • Bild Der rückwärtige Bildschirm der Sony DSC-RX100 V lässt sich auch in der zweiten Generation um 45 Grad herunterklappen, ist aber weiterhin nicht touchfähig. [Foto: Sony]

    Der rückwärtige Bildschirm der Sony DSC-RX100 V lässt sich auch in der zweiten Generation um 45 Grad herunterklappen, ist aber weiterhin nicht touchfähig. [Foto: Sony]

Zur Fokussierung greift die RX100 V auf ein Hybrid-AF-System, bestehend aus 315 auf dem Sensor integrierten Phasen-AF-Punkten, die 65 % der Sensorfläche abdecken, und einem Kontrastautofokus, zurück. Gesichter und Augen werden ebenfalls vom Autofokus erkannt, letzteres soll dank des neuen Prozessors noch etwas besser funktionieren. Neben Automatik-Aufnahmeprogrammen stehen auch die klassischen Kreativprogramme P, A, S und M zur Verfügung, mit denen sich die Belichtung vom Fotografen vorgeben lässt. Neben dem rückwärtigen 7,5-cm-Bildschirm, der sich um 45 Grad nach unten sowie für Selfies um bis zu 180 Grad nach oben klappen lässt, bietet die RX100 V auch einen elektronischen Pop-Up-Sucher mit 2,36 Millionen Bildpunkten Auflösung. Auch bringt der neue Prozessor mit einer erhöhten Bildwiederholfrequenz eine Verbesserung. Ein kleiner Pop-Up-Blitz fehlt ebenfalls nicht.

  • Bild Selfies sind dank des um 180 Grad nach oben klappbaren Displays mit der Sony DSC-RX100 V ebenfalls möglich. Neu ist nun das "My Menu", dafür fällt die Erweiterbarkeit mittels PlayMemories Camera Apps weg. [Foto: Sony]

    Selfies sind dank des um 180 Grad nach oben klappbaren Displays mit der Sony DSC-RX100 V ebenfalls möglich. Neu ist nun das "My Menu", dafür fällt die Erweiterbarkeit mittels PlayMemories Camera Apps weg. [Foto: Sony]

Die Umstellung auf den leistungsfähigeren Prozessor (es betrifft den Front-End LSI) hat einen ganz pragmatischen Grund: Der alte ist als Bauteil nicht mehr lieferbar und so musste Sony reagieren. Es wird nun ganz pragmatisch der neue Front-End LSI der Sony Alpha 9 verwendet. So besitzt die zweiten Generation der RX100 V einen größeren Serienbildpuffer, dadurch lassen sich nun 233 statt der bisherigen 150 Aufnahmen mit schnellen 24 Bildern pro Sekunde anfertigen. Wie bisher werden dabei sogar der Autofokus und die Belichtung nachgeführt. Dies soll beim neuen Modell zudem noch besser funktionieren. Darüber hinaus verfügt die zweite Generation über das neuere Sony-Menü-Design, was einen Vor-, aber auch einen Nachteil mit sich bringt. Das neue Menü ist etwas übersichtlicher und bietet zudem das "My Menu", das den schnellen Zugriff auf bevorzugte Menüfunktionen an einem zentralen Ort bietet. Dafür fallen jedoch die PlayMemories Kamera Apps weg, mit denen sich die erste Generation noch um Aufnahme- und Bildbearbeitungsfunktionen erweitern lies.

  • Bild Die Sony DSC-RX100 V besitzt ein sehr kompaktes Gehäuse, in dem bei der zweiten Generation ein leistungsfähigerer Prozessor steckt. Statt 150 lassen sich nun 233 Bilder in Serie mit 24 fps inkl. AF-C aufnehmen. [Foto: Sony]

    Die Sony DSC-RX100 V besitzt ein sehr kompaktes Gehäuse, in dem bei der zweiten Generation ein leistungsfähigerer Prozessor steckt. Statt 150 lassen sich nun 233 Bilder in Serie mit 24 fps inkl. AF-C aufnehmen. [Foto: Sony]

Des Weiteren bietet der automatische Weißabgleich nun mit Standard, Umgebungslichtbetont und Weiß drei Optionen. Der Autofokus wurde um die Zonen-Funktion erweitert und die Belichtungsmessung bietet verschieden große Spot-Messfelder inklusive einer Messung auf die Lichter. Praktisch ist auch die Möglichkeit des neuen Menüs, Bilder direkt in der Kamera bewerten zu können. Videografen dürfen sich über die Proxy-Funktion freuen, die neben 4K-Videos auch noch 720p-Videos parallel aufzeichnet. HDR-Videos (HLG bzw. Hybrid Log Gamma) bleiben hingegen weiterhin der RX100 VI vorbehalten.

Rein preislich unterscheiden sich das alte und neue Modell theoretisch kaum (1.049 Euro UVP), praktisch muss die "alte" Generation abverkauft werden und ist daher am Markt mit knapp 800 Euro Straßenpreis rund 30-50 Euro günstiger als die zweite Generation. Aufgrund der Unterschiede in Technik, Typbezeichnung, Preis etc. haben wir für die zweite Generation der RX100 V ein neues Datenblatt angelegt und werden auch versuchen, diese Generation zu testen.


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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 40, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.