Von Weitwinkel bis Supertele

Panasonic Lumix Sommer-Lineup: DMC-FX37, DMC-FX150 und DMC-FZ28

2008-07-22 Panasonic hat mit der FX37, FX150 und FZ28 drei neue Lumix-Modelle vorgestellt, die 2007er Modelle bzw. bei der FX37 sogar ein Modell aus dem Frühjahr 2008 auf den neuesten technischen Stand bringen. Dazu gehört nicht nur die Venus-Engine IV, die neben mehr Rechenleistung auch eine bessere Rauschunterdrückung mitbringt, sondern auch verbesserte Automatiken sowie im Falle der FX150 einen deutlich höher auflösenden Bildsensor mit sagenhaften 14,7 Megapixeln. Die Gute Nachricht für den kaufwilligen Kunden: Die Kameras sind bereits im nächsten Monat (August 2008) erhältlich.  (Benjamin Kirchheim)

Panasonic Lumix DMC-FZ28 [Foto: Panasonic] Die drei Modelle der neuesten Lumix-Generation weisen einige Gemeinsamkeiten auf, die vor allem auf die Prozessor- und Softwareausstattung zurück zu führen sind. Dazu gehören neue Automatiken wie z. B. die automatische Motivprogrammwahl, die zwischen "Porträt", "Landschaft", "Makro", "Nacht-Landschaft" sowie "Nacht-Porträt" unterscheiden kann. Dazu wurde die Gesichtserkennung überarbeitet, die nun bis zu 15 Gesichter – und die sogar im Profil – erkennen und auch aktiv verfolgen kann. Hierfür verfügen die Kameras nun über eine AF-Tracking-Funktion, die neben Gesichtern auch andere anvisierte Motivteile verfolgen kann. Sogar wenn das Motiv kurz den Sucherausschnitt verlässt, wird es wieder vom AF eingefangen, wenn es wieder im Sucherbild erscheint. Die automatische Aktivierung des Bildstabilisators bei Kameraerschütterungen ist bereits von anderen Lumix-Kameras bekannt, nicht jedoch die automatische Einstellung des Modus 1 bzw. Modus 2. Ersterer stabilisiert auch den Sucherausschnitt, während Letzterer den Bildstabilisator erst bei der Aufnahme aktiviert. Letzterer zeigt eine leicht höhere Wirksamkeit, ist aber nicht unbedingt immer erforderlich, Ersterer ist bequemer und hilft bei der Bildkomposition.

Panasonic Lumix DMC-FZ28 [Foto: Panasonic] Auch die Empfindlichkeit wird automatisch hoch geregelt. Dabei fließt u. a. die Information mit ein, ob und wie schnell sich ein Motiv bewegt – damit sollen Bewegungsunschärfen vermieden werden. Neu ist, dass der Fotograf selbst entscheiden kann, bis in welche Empfindlichkeitshöhen diese Automatik Ausflüge vornehmen darf. Neu ist auch die automatische Kontrastregelung und Gegenlichterkennung. Die Digitalkamera erkennt somit problematische bzw. hochkontrastige Motive automatisch und steuert nicht nur mit der richtigen Belichtung dagegen, sondern auch mit entsprechender Aufbereitung der aufgenommenen Bilder für mehr Zeichnung in Schatten und Lichtern – der Benutzer kann die Stärke dabei in drei Stufen vorwählen.

Auch bei der Bildbearbeitung bzw. den Bildeffekten hat Panasonic nachgelegt: Neben der Retusche roter Augen gibt es auch Filmsimulationsmodi, die Schwarzweiß- oder Sepiatönungen imitieren, wobei solche Aufnahmen auch mit einer Reihenautomatik erstellt werden können, so dass hinterher eine Aufnahme in Schwarzweiß, Sepia und Farbe vorliegt. Zu diesen "Spielereien" Panasonic Lumix DMC-FX37 [Foto: Panasonic]zählen auch zwei neue Motivprogramme "Pinhole" (Lochkamera) und Filmkornemulation – böse Zungen behaupten, Panasonic hätte einfach die Vignettierungskorrektur bzw. die Rauschunterdrückung abgeschaltet, was den Effekt aber nicht ganz trifft. Mehr praktischen als spielerischen Nutzen verspricht die kamerainterne Horizontkorrektur, die vom Benutzer manuell auszulösen und einzustellen ist. Mit etwas Auflösungsverlust lassen sich so schiefe Horizonte begradigen. Man darf gespannt sein, ob Panasonic vielleicht auch hier eine "intelligente Horizontkorrektur" mit der Venus Engine X. Generation vorstellt, die Bilder bei schief gehaltener Kamera automatisch begradigen und bei gekippter Kamera vielleicht sogar stürzende Linien beseitigen kann – messbar wäre die entsprechende Kamerahaltung zumindest theoretisch (Nikon macht es mit dem virtuellen Horizont in der D3 und D700 vor).

Panasonic Lumix DMC-FX37 [Foto: Panasonic] Bei der Hardware hat Panasonic teilweise ebenfalls Hand angelegt. So verfügen die FX37 und FX150 endlich über einen blickwinkelunabhängigen Monitor – bei der FZ28 muss man hingegen weiterhin die Flüssigkristalle per Knopfdruck neu ausrichten, um auf dem Monitor schräg von unten überhaupt etwas erkennen zu können. Die "intelligente" LCD-Funktion sorgt hingegen dafür, dass man die Monitorhelligkeit nicht mehr dem Umgebungslicht anpassen muss – so wird der Monitor beispielsweise am Strand (oder anderen besonders hellen Umgebungen) automatisch um 40 % heller – früher musste man noch per Hand bzw. Knopfdruck umschalten. Als Nebeneffekt wird in dunkleren Umgebungen automatisch Strom gespart, ohne dafür eine Funktionalität einbüßen zu müssen. Auch das Thema "High Definition" (HD) ist bei allen drei Kameras angekommen. So verfügen sie über einen Komponenten-HD-Ausgang sowie die Aufzeichnungsmöglichkeit von HD-Filmen (1.280 x 720 Bildpunkte), bei der FZ28 und FX37 mit 30 Bildern pro Sekunde, bei der FX150 jedoch nur mit 24 Bildern pro Sekunde.

Panasonic Lumix DMC-FX37 [Foto: Panasonic] Bereits vom Frühjahr 2008 bekannt sein dürfte hingegen die Venus Engine IV. Dieser Bildbearbeitungsprozessor sorgt für die nötige Rechenleistung der Panasonic-Digitalkameras. Gegenüber der dritten Generation hat sich vor allem die Rauschunterdrückung verbessert. Diese unterscheidet nicht nur zwischen Helligkeits- und Farbrauschen, sondern auch zwischen niedrig frequentem und hoch frequentem Rauschen. Besonders das bloße "Glattbügeln" des Letzeren führt zu einem deutlichen Detailverlust in den Bildern, was nun vermieden werden kann. Ein weiteres Problem der Venus Engine III, nämlich das Verwischen farbiger Konturen, wurde ebenfalls angegangen und soll nun erheblich verbessert worden sein, was Panasonic mit eindrucksvollen Beispielen auch beleget. Ebenfalls für gefühlt höhere Geschwindigkeit sorgt der Quick-AF, der das Motiv bereits vor dem Antippen des Auslösers anvisiert, so dass sich die eigentlichen Fokuszeiten und damit der gesamte Auslösevorgang verkürzen sollen.

Am Konzept der FZ18 hat Panasonic mit der Lumix DMC-FZ28 wenig geändert: Es handelt sich weiterhin um eine Kamera mit 18-fachem (und nicht etwa 28-fachem) optischen Zoom, dessen kleinbildäquivalenter Brennweitenbereich aufgrund des gegenüber der FZ18 minimal größeren Panasonic Lumix DMC-FX150 [Foto: Panasonic] Sensors auf 27-486 mm verschoben ist. Der Sensor löst klassenübliche 10 Megapixel auf, und selbstverständlich ist das Zoomobjektiv optisch bildstabilisiert, so dass auch mit der großen Telebrennweite mit verringertem Verwackelungsrisiko gearbeitet werden kann. Der Monitor ist 2,7 Zoll groß und löst 230.000 Bildpunkte auf, während es der elektronische Sucher (EVF) auf 201.000 Bildpunkte bringt. Die Kamera bleibt weiterhin relativ kompakt, und der Lithium-Ionen-Akku reicht dank neuen Stromspartechniken nun sogar für 460 Fotos gemäß CIPA-Standardmessverfahren (u. a. 50 % der Auslösungen mit Blitz). Die Kamera wird es in Silber oder Schwarz für rund 450 EUR geben.

Die Panasonic Lumix DMC-FX37 löst die erst in diesem Frühjahr vorgestellte FX-35 ab. Sie hat ein neues Objektiv bekommen, das im Telebereich um 25 mm erweitert wurde, womit die Kamera jetzt von 25-125 mm (entspr. Kleinbild) zoomt. Die 10 Megapixel Auflösung ist (zum Glück) nicht gestiegen. Die nur 22 mm dünne Digitalkamera verfügt über einen 2,5 Zoll großen Monitor mit 230.000 Bildpunkten Auflösung und ist ab August 2008 in fünf verschiedenen Farben (Silber, matt-Schwarz, Nacht-Blau, Perlmutt-Weiß und Chocolate) für rund 350 EUR erhältlich.

Panasonic Lumix DMC-FX150 [Foto: Panasonic] Auf den ersten Blick am meisten auftrumpfen kann die Lumix DMC-FX150 mit ihren effektiv 14,7 Megapixeln Auflösung (physikalisch sind es sogar 15 Megapixel). Damit ist sie nach der Samsung NV100 HD bereits die zweite Kamera mit dieser "wahnsinnigen" Auflösung. Physikalisch ist dies im sichtbaren Grenzbereich, sorgen doch entsprechend kleine Pixel nicht nur für einen problematischen Signal-Rausch-Abstand, sondern auch für Beugungseffekte durch die kleine Blendenöffnung, was die Auflösung reduziert. Ob Panasonic dem wie Sony bei der W300 mit einem Neutraldichtefilter statt mechanischer Lochblende begegnet, ist uns zurzeit nicht bekannt. Doch das neue FX-Spitzenmodell, das die FX100 ablöst, weiß durch andere Werte zu überzeugen. Dazu gehören das 28-100-mm-Objektiv (entspr. Kleinbild) oder auch die Möglichkeit, Bilder im RAW-Format aufzuzeichnen, so dass ambitionierte Anwender die Möglichkeit haben, die Rohdaten-Bilder mit hochwertiger Software am PC zu bearbeiten – praktischerweise gehört der recht leistungsfähige RAW-Konverter Silkypix Developer Studio 3.0SE gleich zum Lieferumfang. Der Monitor ist 2,7 Zoll groß und löst dabei 230.000 Bildpunkte auf. Ambitionierte Anwender wird die Möglichkeit, die Belichtungszeit manuell vorgeben zu können (Blendenautomatik), ebenfalls freuen. Die FX150 soll in Silber oder Schwarz rund 400 EUR kosten.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.