Von Sammlerstücken und Alltagskameras

Leica stellt M9 Titan, X1 Black, V-LUX 2 und D-LUX 5 vor

2010-09-22 Zur Photokina 2010 stellt Leica mit der V-LUX 2 und D-LUX 5 nicht nur zwei kompakte Digitalkameras vor, sondern hat mit der X1 Black eine Farbvariante und der M9 Titan eine ganz besondere, auf 500 Stück limitierte Sonderedition im Gepäck. Die V-LUX 2 ist technisch mit der Panasonic Lumix DMC-FZ100 identisch, bietet also ein optisches 24fach-Zoom, 14 Megapixel Auflösung, einen 3" Klapp/Schwenkbildschirm und FullHD-Videoaufnahme mit Stereoton. Die D-LUX 5 hingegen entspricht der Lumix DMC-LX5, bietet also einen etwas größeren Sensor mit 10 Megapixeln für geringes Rauschen und ein lichtstarkes 24-90mm-Zoom (KB).  (Benjamin Kirchheim)

Leica M9 Titanium [Foto: Leica]Auf einer exklusiven Veranstaltung am Abend des 20. September 2010, bei der man vor allem sich selbst und das Volkswagen-Design feierte, zeigte Leica seine Photokina-Neuheiten. Im Mittelpunkt stand eine besondere Edition der M9: "Titan". Das Design stammt vom Volkswagen-Chefdesigner Walter de'Silva, der es mit seinem Audi Design-Team entwickelt hat. Der Name der auf 500 Stück limitierten digitalen Messsucherkamera ist auch Programm: Alles, was nach Titan aussieht, ist auch tatsächlich welches. Die Oberfläche ist dabei gegen Fingerabdrücke geschützt und der Monitorschutz besteht aus kratzfestem Saphirglas. Als Besonderheit geht die 4-Millionste seit etwa 1923 produzierte Leica, bei der es sich selbstverständlich um eine M9 Titan handelt, an niemand geringeren als Steven J. Sasson, der als Erfinder der Digitalkamera gilt – erfunden hat er sie allerdings nicht bei Leica, sondern 1975 bei Leica M9 Titanium [Foto: Leica]Kodak. Als Besonderheit der M9 Titan ist noch die Messsucherbeleuchtung hervorzuheben, die nicht durch ein Sichtfenster, sondern durch LEDs erfolgt. Als Preis nannte Leica 22.000 EUR, wobei die M9 Titan im November 2010 mit Objektiv (Summilux M 1:1.4 35 mm ASPH.), dessen Außenteile ebenfalls aus Titan bestehen, einer speziell designten und aufschraubbaren Sonnenblende mit 4 "Löchern", einer hochwertigen Schatulle und einem Buch, das die Entwicklung der Kamera bzw. des Designs beschreibt, kommt. Auch das Tragekonzept unterscheidet sich von der normalen Serie: Statt Gurtbefestigungsösen ist eine Fingerschlaufe angebracht, zusätzlich gibt es ein Schulterholster. Alles in allem sicher ein sehr schönes, aber alles andere als billiges Sammlerstück.

Leica M9 Titanium [Foto: Leica] Leica M9 Titanium [Foto: Leica] Leica Titanium Summilux-M 1:1.4 35 mm ASPH. [Foto: Leica]

Mit der V-LUX 2 nimmt Leica eine Superzoomkamera mit 14 Megapixeln Auflösung auf einem CMOS-Sensor, 11 Serienbildern pro Sekunde und optischem 24fach-Zoom von 25-600 mm (KB) ins Programm auf, auch ein Bildstabilisator ist verbaut. Die Kamera im SLR-Design stammt von Panasonic und ist dort für 750 EUR zu bekommen. Die Leica unterscheidet sich aber nicht nur im Preis von ihrer günstigeren Zwillingsschwester, sondern Leica gibt der Kamera auch eine andere Abstimmung der Bildaufbereitung und eine Leica V-Lux 2 [Foto: Leica]andere Software im Lieferumfang mit. Bei letzterer handelt es sich um das seit gestern "veraltete" Photoshop Elements 8 zur Photobearbeitung sowie Premiere Elements 8 zur Videobearbeitung. Der wertvolle rote Punkt ist selbstverständlich auf aufgeklebt. Die schwarze Kamera kann aber auch mit der FullHD-Videofunktion im AVCHD-Format inkl. Stereoton und digitalem Windrauschfilter und dem 3" (7,6 cm) großen und 460.000 Bildpunkte auflösenden Bildschirm punkten, der durch ein Drehgelenk zur Seite und nach oben und unten beweglich ist. So kann der Fotograf den Bildschirm statt sich selbst verrenken. Der alternativ einsetzbare elektronische Sucher löst rund 202.000 Bildpunkte auf und bietet eine Dioptrienkorrektur. Währen des Filmens kann weiter gezoomt und fokussiert werden. Ab Oktober 2010 soll die V-LUX 2 erhältlich sein.

Leica D-Lux 5 [Foto: Leica]Mit der D-LUX 5 pflegt Leica seine Premium-Kompaktkameraserie, sie löst die ausverkaufte D-LUX 4 ab Oktober 2010 zu einem Preis von 700 EUR ab. Auch sie kommt mit rotem Punkt, anderer Softwareabstimmung als ihre Panasonic-Schwester Lumix DMC-LX5 sowie einer hochwertigen Bildbearbeitungssoftware: Adobe Lightroom 3. Im Zubehör bietet Leica ein Taschensortiment, einen elektronischen Aufstecksucher (EVF1) mit 202.000 Bildpunkten Auflösung, ein kompaktes Aufsteckblitzgerät CF22 sowie einen Handgriff. Technisch bietet die D-LUX 5 viel edles: Ein F2-3,5 lichtstarkes 24-90mm-3,75fach-Zoom mit Bildstabilisator, einen 1/1,63" großen Bildsensor mit 10 Megapixeln Auflösung, der für ein geringeres Bildrauschen als bei üblichen Kompakt- oder Superzoomkameras wie der V-LUX 2 sorgt und einen 3"-Bildschirm (7,6 cm) mit 460.000 Bildpunkten Auflösung. Der Autofokus soll gegenüber dem Vorgängermodell um etwa 40 % schneller sein und neben Fotos können auch Videos in 720p im AVCHD-Lite-Format mit Stereoton aufgezeichnet werden, wobei Zoom und Autofokus benutzbar bleiben. Bei Fotos hat der Anwwender dank eines Leica X1 [Foto: Leica]Schiebeschalters am Objektiv die Wahl zwischen den Seitenverhältnissen 4:3, 3:2, 16:9 und 1:1. Bei den drei erstgenannten bleiben der Bildwinkel und die Diagonale durch den übergroßen Multiformatsensor identisch. Neben zahlreichen Automatiken kann der Fotograf auch mit halb- oder vollmanueller Steuerung belichten, was dank des neuen Clickwheels auf der Rückseite gut bedienbar ist.

Und wer sich bisher nicht mit der Silberschwarzen Leica X1 anfreunden konnte, findet vielleicht gefallen an der neu erhältlichen Designvariante, die komplett in Schwarz gehalten ist. Die X1 kostet nach wie vor ca. 1.550 EUR.

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Benjamin Kirchheim

Benjamin Kirchheim, 41, schloss 2007 sein Informatikstudium an der Uni Hamburg mit dem Baccalaureus Scientiae ab. Seit 1998 war er journalistisch für verschiedene Atari-Computermagazine tätig und beschäftigt sich seit 2000 mit der Digitalfotografie. Ab 2004 schrieb er zunächst als freier Autor und Tester für digitalkamera.de, bevor er 2007 als fest angestellter Redakteur in die Lübecker Redaktion kam. Seine Schwerpunkte sind die Kameratests, News zu Kameras und Fototipps.